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Nr. 192

Neue Tageszeitung Dienstag, «en 18. August 191«.

Äe wrtrirteien AuslaildsdeuMen!

Unsere Feinde haben den Kampf gegen uns mir der feigen Mißhandlung wehr­loser Deutscher in ihrer Mitte eröffnet, die seit Jahren durch die Erfolge ihrer Arbeit auch dem Lande nutzten, das ihnen Wohnrecht gab.

Mit Empörung haben wir alle von den Greueln gelesen, die in Paris, Brüssel und Antwerpen an unseren Landsleuten verübt wurden. Die Behörden haben nicht einmal den Versuch gemacht, sic zu schützen.

Unsere Waffen werden diese Frevel sühnen!

Fetzt aber gilt cs, den Tansenvcn wackerer Landsleute zu helfen, die, von allen Existenzmitteln cntblötzt, vielfach noch unter Folgen der erlitte­ne» Misshandlungen leidend als Vertriebene in Sie Heimat zurückgekommen sind. Nicht minder gilt es, allen de» AuslanSdeutfchen Hilfe zu bringen, die durch den plötzlichen Ansbruch dcS Krieges überrascht, nicht mehr zu den Ihrigen und zu ihren in Feindesland gelegene» Wohnsitzen zurück- kehren können. Mittellos oder im Besitz ausländischer, feindlicher nicht umsetzbarer Werte, sind auch sic größtenteils bitterster Not preisgcgeben.

Diese schwere Notlage der vertriebenen oder von der Heimat abgeschnittenen Ausländsdeutschen, die in großer Zahl hilfesuchend zu uns kommen, macht die sofor­tige Verwendung des nächsten Ertrages unserer

unter dem Protektorate Ihrer Kaiser!, und König!. Hoheit der Frau Kronprinzessin stehenden Volkssammlung der Ausländsdeutschen für ihre kämpfenden Brüder

auch zur Linderung dieser Not erforderlich.

Wenn je, so gilt hier das Wort:

Doppelt gibt, wer schnell Mt."

Verein für das Deutschtum im Ausland E. V.

Wir erbitten Geldspenden für die vertriebenen und von der Heimat abge- schnittenen Deutschen unter

Volkssamnklttttg der Ausländsdeutschen"

an die Direktion der Disconto-Gesettschast, Dcpositcnkasse Berlin W. 62, Klciststrasrc 23.

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Neue Tageszeitung

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Da nach allen früheren Erfahrungen es nicht unmöglich ist, daß in dem jetzigen Krieg durch fremdländische Befangene« die Blattern in unser Land cingeschleppt weiden, und in diesem Fall besonders alle noch Ungern,pfre einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind, werden die Eltern von noch ungcimpsten Kindern ausgesordert, ihre Kinder unverzüglich impfen zu lassen. Ein so gut durchze- impftcs Volk, wie das Deutsche, braucht dann vor Blattern keine Angst zu haben.

Am Mittwoch, den IS. August 1914, Nachmittags 3 Uhr findet im Saal über den Pserdestiillen ein allgemeiner Jnipstermin statt, zu dem alle gesunden Kinder bis zum Alter von 23 Monaten gebracht werden lönnen.

Fricdbcrg, den 14. August 1311.

Der Bürgermeister:

Stahl,

Bekanntmachung.

Es herrscht vielfach die Ansicht, bah mit Ausbruch des Krieges die Verpslichtungen gegen öffentliche Kassen ruhen.

Dies trifft nur für Kriegsteilnehmer bezüglich ber Steuern vom l. August ab zu, sosern deren Einkommen in Wegfall gekommen ist.

Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der stüdlöchen tlmiage und der sonstigen Gefälle verpflichtet.

Rrzlamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Eemeinde- stcuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. Mts. bezahlt sein! müssen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt.

Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk auf dem Stcuerzettei daraus hingewiesen, daß unter Ausschaltung des Bar- geldocrtehrs direkte Uebcrweisung von Einlagen beim Vorschuß- und Krebilverein aus bas Konto-Korrent-Kont» der Stadllaffe ersolgen lann.

Es wird erwartet, bah Jedermann in dieser schweren Zeit Ke Erfüllung seiner Zahiungsvcrbindlichleiten auch als »ater- lündische Pflicht betrachtet, da für die Folge große Ausgaben von der Stadt zu erfüllen sind.

Feiedberg, den 7. August 1314.

Der Bürgermcistcr.

Stahl.

Bekanntmachung.

Mit dem 2. Landsturmtag, dem 17. ds. Mts. habe ich die Geschäfte des Earnisonältesten im Standort Friedbcrg übernommen.

Ten verehrten Einwohnern der Stadt danke ich für das srcundliche Entgegenkommen bei der Unter­bringung der Landsturmmannschaften die gestern Abend noch keine Qunrlierscheine in Händen hatten.

Weimar

Oberst und Kommandeur des Landsturm Inf. Batl. Friedberg.

Liebesgaben.

Als geeignete Liebesgaben für uiisere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Hei­mat sind besonders zu empfehlen:

Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pseiscn, Ehokolade Kernseise (keine seinen parfümierten Seifen), Hemden, Unter­hosen, Strümpfe, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden aus Flanell, (Pulswärmer), llntcrjakle», für die Lazarette: Nacht­hemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Taschentücher und Pantossel.

Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Ge­schäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstraße 18, adzugeben, von wo sie j c » a ch W u n s ch d c s G e b e r s , ans dem Kriegs­schauplätze oder in der Heimat Verwendung sinden.

Bekanntmachung.

Junge Leute, die das wehrpflichtige Alter das Vollenders 17. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, haben bei etwaiger Meldung als Kriegsfreiwilliger zwar kein Recht auf Einstellung, können aber, da gesetz­liche Bestimmungen nicht entgegenstehen, dennoch einge­stellt werden, wenn ihre unbedingte Tauglichkeit festge­stellt wird. Bei der Meldung ist beizubringen: die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters der Eltern oder des Vormundes und ein obrigkeitliches Führungszeugnis.

StcllücrlrctcuiJcö 8eiltr«ilkoiilniaili>o XVIII. 2(rmecforp§.

Bekanntmachung.

Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 13. d. Mts. beschlossen hat, über die Dauer des Krieges eine

Kinderkrippe

einzurichten, in der bis zu 2 Jahre alte Kinder derjenigen Mütter ausgenommen werden sollen, die Lohnarbeit verrichten.

Die Krippe wird demnächst eröffnet und werden Anmeldungen auf Zinnner Irr. 4 des Stadthauses ent­gegengenommen.

Zugleich bitie ich die Einwohnerschaft, entbehrliche Kinderstühlchen, Kindertische, Spielzeug, Kinderwäsche, Badewannen ic. der Kinderkrippe zuzuwenden.

Friedberg, den 15. August 1914.

Der Bürgermeister.

Stahl.

Keüanntmachtttty.

Mit Bezugnahme auf den Aufruf des Landsturms warne ich die unausgcbildctcn Landsturmpslichtigcn, voreilig ihre Stellung oder ihre»» Berns anszu- geben. Alle Arbeitgeber ersuche ich dringend, die­sen Leuten wegen Verbleibens in ihren Stell- uirgen oder dein« Suchen neuer Stell>»nge>t keine unnötigen Schwierigkeiten ju machen, weil diese Leute, die sich »ach Ziffer 3« des Ausrufes ?«- nächst mir jmv Stammrolle f« mcldrn hatte», vor­aussichtlich nicht oder nur u einem ganz geringen Teil zur Aushebung konnnen werde»; ZifferI des Landstnrmansrnfes besagt ja auch bereits aus­drücklich, das; zunächst mtv militärisch ansgebildrte Landstnrmpftichtige zur GinftcUnng konnnen wer­den; auch von diesen wird voraussichtlich zunächst nur ein geringer Teil zrir Ginstellnng gelangen.

Frankfurt a. M., den 14. August 1914.

Der kommandierende General gez: Freiherr von Gall, General der Infanterie.

Bekanntmachung.

Die Regierung beabsichtigt, Einwohner der Festung Metz hier unterzubringen.

Diejenigen, die gesonnen sind, solche aufzunehmen i und zu verpflegen, werden gebeten, dies alsbald im Stadthaus Zimmer Rr. 4 anzumelden.

Friedberg, den 11. August 1914.

Der Biirgerineiiter: Stahl.

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Zahnarzt Landau, Friedberg

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Flechten.

Es wird Sic interessieren, zu erfahren, baß Ihre Dun-Salbe meine Hände von einer Art nässenden Flechte nach 3-wöchigem Ge­brauch befreit hat, nachdem ich über Jahr mit allerhand Salben vergebliche Versuche gemacht hatte. Seit meinem Erfolge habe ich auch bei jeder passenden Gelegenheit die Dun-Salbe empfohlen und besonders ein Kollege, der öffler rissige Hände bekam, hatte guten Erfolg. Die Salbe einer Spezialisten, die recht teuer war, hatte nicht geholfen. 0. L. (1.30) D. P. (1.30) D. Z. (2.00).

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Bekanntmachung.

Den Vezirkseingesessenen der Großherzoglichcn Han­delskammer Friedberg, f iir die Kreise Friedberg, Büdingen, Schotten teilen wir mit, daß in Frankfurt a. M. ein wirtschaftlicher Beirat der Linienkommandantur errichtel wurde, der berufen ist, Wünsche und Anträge bezüglich Beförderung von Lebensmitteln aller Gattungen im Be­zirk der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. entgegenzu­nehmen und nach Prüfung und Begutachtung an die Linienkommandantur weitcrzugebcn. Etwaige Anträge sind daher bei der Unterzeichneten Handelskammer anzu­bringen und werden nach Befürwortung an die zuständig Stelle weitergeleitet.

Friedberg, den 15. August 1914.

Grotzh. Handelskammer Friedberst für die Kreise Fricdberg, Büdingen, Schotten.

Aufruf.

An die Kervolsner des Kreises Friedberg.

In der nächsten Woche werden Einwohner (vorwiegend Frauen und Kinder) der Festung Metz hier eintreffen, die aus militärischen Gründen ihre Heimat verlassen müssen. Wir sind zur Unterbringung und Verpflegung, deren Kosten die Stadt Metz trägt, aus Grund des KriegsleistungsgesctzcS verpflichtet.

Sie alle haben die Trennung von Angehörigen, die dem Kriegsruf gefolgt sind, erfahren. Umsomehr sind wir der Uebcrzeugung und Zuversicht, daß Sie bestrebt sein werden, den Landsleuten aus dem Reichsland, die der Krieg vom Er­nährer und Heimat losgerissen hat, nach Kräften zu helfen und ihnen zu zeigen, daß die Fremde solche Opfer zu wür­digen weiß.

Wir fordern Sie daher aus, die mit der Unterbringung beauftragten Behörden in ihrem schwierigen Werk durch frei- willige Meldung und Bereitstellung von Liebesgaben für die von der Reffe iiiitgenommcnen Landsleute nach Möglichkeit zu unterstützen. Sie alle wissen und haben das durch die bisherigen Waffenerfolge bestätigt gefunden, daß unsere Krieger in der Front ihre ganze Kraft in treuer Pslichter- füllung einsetzcn. Bleiben Sie dahinter nicht zurück und zeigen Sie unseren Brüdern aus dem heiß erkämpften Rcichsland, daß der Heimat gemeinsames Band uns alle umschlingt.

Jricdbcrg, den 11. August 1914,

Grchlj. Kreisamt KriMera.

F r h r. S ch e n ck.