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»end anerkannt wird. Hoch und niedrig, arm und reich bemühen sich in edlem Wetteifer, den Truppen die Strapazen zu erleichtern und ihnen, soweit es die vorhandenen Möglichkeiten gestatten, das Leben im Felde angenehm zu machen. Mit größter Fürsorge kommt di« Bevölkerung den Soldaten entgegen. Alle Ortschaften, die aus den Märschen passiert wurden, hatten sür reichlich Wasier gesorgt. Als wir durch einer bei der hohen Temperatur doppelt anstrengenden Marsch vor der Stadt kurze Zeit lagerten, wurden unsere Soldaten mit Liebesgaben aller Art überhäuft, und man merkte es den hilfreichen bänden an, daß sic sich gerne rührten und Latz sie von den Herzen dirigiert wurden. Auch hier in der Stadt Luxemburg zeigt die Einwohnerschaft das größte Entgegenkommen: die Ouartierwirte uber- bielcn sich in Aufmerksamkeiten. Fragt man jemanden nach dem Weg, so hat man sofort einen bereitwilligen Führer. Alles in allem ein wohltuendes und hocherfreuliches Verständnis für die Lage der Dinge. Deutschland und die Deutschen dürfen und werden den Luxemburgern für ihre Haltung stets dankbar fein.
Deutsche und Tschechen.
Prag, 14. Aug. „HIas Naroda" verherrlicht in einein Leitartikel das Verhalten Deutschlands als Bundesgenossen und lagt: Die ehrenhafte, männliche und kavaliermäßige Handlungsweise Deutschlands können wir weder als Oesterreicher noch als Tschechen bestreiten. Diese Wasscnbrüderschaft gilt oem Staate als Ganzem. Wir anerkennen nicht nur als Tschechen, sondern auch als Slawen mit voller Entschiedenheit, privat und offiziell, nicht nur oberflächlich aus irgend welchen Opportunitätsantrieben, sondern aus voller Ueberzeugung, daß Deutschland als tapferer Ritter handelt, der für seinen Freund auch das Leben in die Schanze schlägt. Die deutschen Blätter schließen aus den Manifestationen vom 7. August auf die Stimmung gegenseitiger Verbrüderung und wünschen, daß man bei- oerseit» zu der Ueberzeugung gelangt, daß ei» Ausgleich die unerläßliche Vorbedingung sei, daß das Land das ihm gebührende Gewicht und die Geltung wieder erhalt«.
Amtliche Verlustliste 2.
enthält die seit dem 10. August namentlich und mit Sicherheit bekannt gewordenen Verluste.
Stab der 14. Infanteriebrigade: v. Wusfow, Generalmajor tot, Baedicker, Oberleutn. d. R. tot.
Infanterieregiment Rr. 18: Erabowski, Paul, Eeft. 7. K. .ot; Gand, Paul, Reserv. 7. K. tot. Sinter
Infanterieregiment Nr. 20: Schulhe, Oberst, tot.
Jusanterieregiment Nr. 27: Krüger, Oberst, rot, Hilde-
brand, Hauplm. tot: Rübesamcn, Leutn. tot; Taurath, Leutn. «ot; Rudlosf, Leutn. d. R. tot: ». d. Borne, Leutn. tot: v. Groß, Leutn. tot: Preuß, Leutn. tot: Voigt, Leutn. tot.
Füsilier-Regiment Nr. 33: Merkatz, Major tot: Sabinski, Hauptm. tot: von Puttkammcr, Hauptm. tot: Eawada, Hauptmann tot.
8. Schics. Infanterieregiment Nr. 15C: Bartclk, Jos., Musk. 7. Komp, schwer verwundet: Ide, Emil, Musk. 8. K. schwer verwundet.
Infanterieregiment Nr. 171: Licht, Robert, Musk. 10. K. tot: Banker. Ernst. Musk., 10. K. tot: Franzen, Albert. Unteroffizier 10. K. tot: Bittrolff, Harald, Leutn. 0. K. vermißt; Körner, Otto, Serg, 8. K. vermißt: Stutz, Albert, Musk. 6. K. vermißt: Marx. Eicgft., Musk. (T. K. vermißt: Lange 2., Karl, Hornist 7. K. tot: Sinting, Vizefeldw. 8. K. schwer verwundet: Fett, Theod., Musk. 8. K. schwer verwundet: Marcus, Friedr. Reserv. 1. K. tot: Wijchermann, Wilh., Musk. 1. K.schwer verwundet. (Die Vermißten sollen nach Angabe von französischen Gefangenen gefangen genommen und nach Eerardmer transportiert worden fein).
Iägerbataillon Rr. 1: Kather, Aug., Jäger, tot: Mehl, O. Vizefeldw. schwer verwundet. *
Jägerbataillon Rr. 4: Gandcrt, Leutn. tok.
Iägerbataillon Nr. 14: Wegner, Fähnrich, tot: Schwenk,
Jäger, tot: Wiede, Jäger tot: Lueth, Jäger tot: Wolkenstein, Jäger, tot: Rigue, Jäger, verwundet: Wesche, Jäger, verwundet: Henkel, Jäger, verwundet: Ketcrhon, Jäger, oerwundet: Äudre, Jäger, verwundet: Engel, Oberjäger, verwund.: Braasch Jäger verwundet: Diedcmann 1. Jäger, verwundet: Kopplow, Jäger, verwundet: Sump, Gesr., verwundet: Hennings, Eefr., verwundet: Woest l .. Gesr., verwundet: Nahnke, Jäger, verw. : Heilst, Gesr., verwundet, Gottmann, Jäger, verw.: Fockcnbrock, Gesr. verw.: Ulrich, Jäger, verw.: Dreyer, Jäger, verw.: Der- DIUI, Jäger, verw.: Schuld« 2., Jäger verw.: Juergens, Jäger, verwundet, Hauth, Jäger, verw.: Prohl, Jäger, verwundet.
Kürassicrrcgimeut Nr. 5: Goltz, Adolf, Vizeseldwebcl, 4.
Eck. vermißt.
Dragonerregiment Nr. 7: Leidermann, Drag., 4. Esk. tot« Mindermann, Trag, 4. Esk. tot. Limbitzki, Serg. 4. Esk. verwunde/ und gefangen: Leißmann, Drag. 4. Esk. verwundet und pesangen; Palm, Drag., 2. Esk., tot, Brückmann, Drag. 4. Esk. bot.
Dragonerregiment Rr. 10: Sooha. Drag. 5. Esk. gefangen: Herrn,»»», Drag. 5. Esk. vermißt.
Dragonerregiment Nr. 14: Lenz, Wilh. Drag, tot: Singer, Lucian, Drag, gefangen: Kolleck, Otto, Drag, leicht verwundet, (Schnlterschuh, Lazarett Kalmar): Kunkel, Wilh. Unterosfiz., »ermißt: Heinrich. Alfred, Eeft. vermißt. - I( , ,
Ulancnrcgiment Nr. 7: Teßmar, Oberleutnant, tot.
lllaneniegim'cn« Rr. 8: Böhm, Wern. Rich. Willi, Leutn. l. Es!, vermißt Wichmanu, Paul, 1. Esk. vermißt. (Beide sollen gefangen sein): Nornschat, Emil, Serg. 1. Esk. iot: Kühnast, Aug., Ulan, l. Esk. verwundet (rechte Schulter, Reftrve- lazarctt Stallupöncn: Lohr, Paul Johs., Ulan, 1. Esk. verm.; Heidt, Ioh., Ulan, l. Esk., gefallen. Kibellus, Feld. Ulan, z. Es!, schwer verwundet, (linke Hand, rechter Arm, Reservelaza- ret! Llallupönen): Tulowitzki, Wilh., Ulan, 3. Esk. tot: Kalin- fat, Fritz, Gesr. 4. Esk. leicht verwundet (rechte Hüfte, Reservelazarett Stallupönen: Laborius, Karl, Adolf, Eefr. 4. Esk.
leicht verwundet (linke Schulter, Rejervelazarett Stallupönen): Weflphol. Franz Ott-, Uta». 4. Esk. leicht verwundet (rechtes
stk«»» Utageszeitung. Dien»»«,. ton 1». m»g»st 1814.
Bern), Refervelozarett Stallupönen,, Storm, Max, Eeft., 4. Esk. leicht verwundet (rechter Arm, Reservelazarett Etallupö- nen): Zimmerning. Aug, Ulan, 4. Esk. vermißt: Krock, Fritz, Ulan 8. Esk. leicht verletzt (rechter Arm, Refervelazarctt Stal- lupöncn): Szillat, Aug., Serg. 8. Esk. schwer verwundet (rechte Schulter, Rejervelazarett Stallupönen): Schwabe, Eust., Ulan, 5. Esk., schwer oerwundet (rechte Hüfte, Reseroelazarett Stallu- -rönen): Dahlie, Otto, Ulan 8. Esk. leicht verwundet (linker irm) wieder dicnstjähig.
fteldartillerieregimcnt Rr. 4: Wilmsen, Hauptm. tot:
Brandhorst-Satzkorn, Leutn. tot; Duerre, Leutn. d. R. tot: Rudolph. Kommandeur der Munitionslolonne, Obcrstleutn. z. D. tot.
Fliegertruppen: Jahnow, Oberleutn., Fliegcrabt. 1 tot, abgestürzt, Schädelbruch.
Gkgen die llfrldjlrntimuig brr Hifbbfftänbf.
Hildesheim, 13. Aug. Die Landwirtjchaftskammer für die Provinz Hannover vermittelt durch die in der Provinz bestehenden Biehoerwcrtungs-Eenosienschasten Schlachtvieh aller Art an Militär- nd Zivilbehörden. Die Landwirt« erhalten sür diese Tiere die wirklichen Tagespreise ausbezahlt. Die Landwirtfchaftskammer sicht sich zu dieser Maßnahme veranlaßt, weil in verschiedenen Gegenden manche Händler die augenblickliche Notlage der Landwirte ausgenutzt und ihnen Preise von nur 24 bis höchstens 40 Marl pro Zentner Lebendgewicht für Schweine geboten haben sollen.
ilnleres Lkilljks Wehr und sshr.
An die künftige» Ritter des Eisernen Kreuzes.
Das „Militärwochcnblatt" richtet folgende Kundgebung an die künftigen Ritter des Eisernen Kreuzes:
„Den künftigen neuen Rittern des Eisernen Kreuzes rufen wir Alten ein herzliches Willkommen zu. Unsere Reihen sind schon stark gelichtet. Wir bedürfen zahlreichen Nachschubes, damit das Kreuz auch für künftige Geschlechter bleibe, was bisher für euch fein Anblick gewesen und nun die Hoffnung, es zu erwerben, ist: ein mächtiger Antrieb zum Wetteifer in selbstverleugnender Hingebung an König und Vaterland, ein Hebel der Willenskraft, die fteudig ihr alles einseht, im Heere angesichts des Feindes, ein Sporn zu frischer, mutiger Tat. Seid uns gegrüßt alle, die ihr auS dem jetzt beginnenden blutigen Ringen geschmückt mit dem Eisernen Kreuz heimkchrt! Und Ehre denen, die mit berechttgtcm Anspruch auf das Kreuz den Heldentod starben. Einer der ältesten des Eisernen Kreuzes im Namen Aller.
An die Mglikber bkg Suiibkg ber lanbivirtt.
Zum ersten Mole ist das Deutsche Reich gezwungen, seinen Fortbestand in schwerem Kampfe zu sichern. Dazu haben alle Stände Opfer an Ent und Blut zu bringen, insbesondere aber unsere Landwirtschaft. Stets stolz darauf, eine besonders große Zahl wehrfähiger Söhne stellen zu können, sah sie auch jetzt, da der Kaiser rief, einen beträchtlichen Teil ihrer Männer und Jünglinge zu den Fahnen eilen. Herzliche Segenswünsche folgen allen, die aus den Schlachtfeldern ihre Kraft sür Kaiser und Reich cinzusetzen haben, ». ihre hingebende Pflichterfüllung in der Fricdcnszeit rechtfertigt die Zuversicht auf ihre Bewährung auch in dem uns ausgedrungenrn Kriege.
Run gilt cs, die durch die neue Lag« in unsere Reihen ge- riffenen starken Lucken durch erhöhte Tätigkeit der Daheimge- bliebencn nach Möglichkeit auszusüllen, um die Fortführung aller Vettiebe zu sichern. Schwere Aufgaben stehen dabei bevor, aber sie können und müssen gelöst werden. Treues Zu, sammenhalten wird auch hier Wunder wirken. Der nicht zum Dienst mit der Waffe eingezogenc Landwirt hat nicht nur den eigenen Hof in Ordnung zu halten, sondern sein sachkundiger Rat muß jetzt — ohne die geringste Gegenleistung — allen denjenigen Höfen seiner Nachbarschaft zur Verfügung stehen, deren Leiter im Rock des Königs von der Scholle Abschied nehmen mußte. Man warte nicht, bis dieser Rat erbeten ist, sondern biete ihn an und, wo er anfangs abgelehnt wird, erneuere man ihn, sobald eine unauffällige Beobachtung zeigt, daß jeweils nättge Arbeiten unterlassen oder unzweckmäßig ausge- jührt werden. Namentlich Eespannhilje wird dankbar angenommen werden. Von derlei Anerbieten aber wird um so eher Gebrauch gemacht werden, als sie nicht als Gnade oder Wohltat, sondern als die in schwerer Zeit gern geübte natürliche Pslicht der nicht zum Heeresdienst eingezogenen Landwirte empfunden werden wird. Einmütiges Zusammenstehen und, allen Schwierigkeiten zum Trotz, erhöhtes Schäften, das ist die Forderung des Tages, die an uns Landwirte herantrttt.
Wo Mangel an Arbeitskräfte» besteht, verweise man auf die Bermittlungsstellen, die städtische Heiser sür die Landarbeit anbieten, und übernehme auch di« Ausfertigung de» betreffenden Antrages. Die große Zeit, die in den Städten eine rühmliche Bercttwilligleit zeigt, zur Sicherstellung der heimi- schen Lebensmittelversorgung den Landwirten beizustehen, ist in dem gleichen vaterländischen Geiste zu nützen. Die in einzelnen Hosen beim Abschied des Leiters oder der Söhne unter dem frischen Eindruck der schweren Ereignisse anfangs «ingezogene Niedergeschlagenheit wird es unter Umständen mit sich bringen, daß das Angebot städtischer Arbeitskräfte zunächst unbeachtet geblieben ist. Hier kann un! muß ein fteundlich erteilter Rat Gutes mit dauernder Wirkung ftiftcn. Auch wir sind bereit, uns zur Deckung diese» Bebarses zu bemühe». Die Herren Bertrauensmänner, deren tatkräftigem und hingebendem Wirken der Bund so vieles zu verdanken hat. wrden auch hier nicht versagen. Wir erbitten Anttäge unter:
Bund der Landwirte,
Berlin SW. 11, Dessauerstraße 28, mit Angabe der Art und--Zahl ber gewünschten Arbeitskräfte, ob gelernte oder ungelernte, der Art de» Betriebes, de» Lohnes, der bewilligt werden kann, des/geitpunltes, zu dem sie gebraucht werden, ber voraussichtlichen Dauer de» Bedorses.
Daß b«i den aus der Stadt herbeigeeilten Helfern sreund- lübit« Behandlung. die nach Laa« der Verhältnisse beste B«r-
Seire
sorgung mit Nahrung und Unterkunft, sowie Nachsicht Übel vorerst etwa unzureichende Leistungen geboten ist. bedarf gewiß nicht besonderer Hervorhebung.
„In dem jetzt bevorstehenden Kampf kenne ich in meinem Volke keine Parteien mehr. Es gibt unter uns nur »och Deutsche, und welche von den Parteien auch im Lause de» Meinungskampfes sich gegen mich gewendet haben sollte, ich verzeihe ihnen allen von ganzem Herzen."
So ries unser Kaiser vom Balkon seines Berliner Schlosses und das wiederholte er bei der feierlichen Eröffnung des Reichstages. Dieses erhabene Beispiel unseres Kaiserlichen Herrn heischt Nacheiferung. Laßt denn in diesen ernsten Zeiten alle politischen Erwägungen beiseite: seht nicht daraus, ob ein ins Feld gezogener Besitzer Bundesmitglicd war oder unser,» Bund fcrnstand oder ihn bekämpfte, helft vielmehr, wo ihr Hilfsbcbürftigkeit schaut oder a»,ch nur vermuten müßt! Das ist bann wahre Betätigung christlicher Nach- stenliebc! So mancher Landwirt wird bedürftige Frauen' nd Kinder non eingezogenen Reservisten zu sich nehmen können, um sie hierdurch zu unterstützen, die gewiß ihrerseits dar durch ihr- Mitarbeit und Hilfe in der Landwirtschaft vergelten werden. Sorgt zu Eurem Teil dafür, daß dieser gewaltige Zux der Einigung in unserem Volke das Verständnis fördern zmi' schen Stadt und Land, so daß ei» Gegensatz zwischen ihnen sül alle Zeiten geschwunden ist. Di- Tatsache dieser Verständig»,-, ist durch die Gewalt der Ereignisse schon heule gegeben, ei, Beweis, wie sehr sie in Wahrheit in aller Empsindupgen ruhte Sie zu vertiefen ist die erhabene und erhebend« Ausgabe aller.
Die große Zeit darf, sonderlich unter de» Landwirten, 'ein kleines Geschlecht finden. Die ernste Lage des Deutschen Gleiches verdoppele unsere Anstrengungen und füll« unser Her; r:it dem Geiste opserftoher Vaterlandsliebe und im Dienste Berussstandes wie des ganzen Valerlandes willig zu t.istep.der Hilssbercitschast. Gottes Segen aber wird all die geleit--», di; in treuester Pslichtersüllung zum Beste» des BaterlauSes alle körperlichen u. seelische» Kräfte nuchtzaltig zu eutsolt.-n , Berlin, den 10. August 1814.
Der enger« Vorstand de» Bunde» der Landwirt«.
Di« Vorsitzenden:
Frhr. von Wangenheim. Dr. Rocsick.
Der Direktor: Plasluda,
Ans der Heimat.
* Fricdbcrg, 18. Aug. Der 18. August! ein beSent- samer Tag. Am 18. August 1870 wurde bei Grao-.-l.tte die blutige Schlacht geschlagen, in der das einige Deutschland den Sieg an seine Fahnen gefesselt hat. Die Sckilacht bei Gravelotte hat die Entscheidung in dem Kriege gebracht, die unter dem Befehl des Marschalls Bazaine stehende jranzo- sische Rheinarmee mitsamt der kaiserlichen Garde wnrde in die Festung Metz geworfen und für de» wettere» Verlauf des Krieges kaltgestellt. Wieder stehen unsere Heere drni gallischen Friedensstörer in Wehr und Waffen gegenüber. Es geht ein Ahnen durch das deutsche Volk, als ob der heutige Tag ausersehen sei, eine Wiederholung des Tages von Gravelotte zu werden. Doch das steht in Gottes Hand: die freudige Gewißheit aber steht uns zur Seite, daß der alte Geist der Treue und des Mutes genau so in unseren Truppen wach und lebendig ist, wie vor 44 Jahren, als die heiße Schlacht bei Gravclotte siegreich geschlagen wnrde. Noch ein anderer Ehrentag ist der 18. August. Heute feiert der greis« KaiscrvonOe st erreich, unser erhabener Verbünd.- ter seinen Geburtstag. Am 18. August 1830 geboren, wird Kaiser Franz Josef heute 84 Jahre alt. Mit den Völkern von Oesterreich-Ungarn bringt auch das gesannnte dcutiche Volk dem edlen Dulder auf dem Kaiserthrone die herzlichsten Glückwünsche dar in der Hoffnung, daß er fein ruhmreiches Heer zu neuen Siegen führen möge. Nichts haben dem heldenmütigen Fürsten die Jahre anhabcn können, die Ans- regungen der Kriegszeiten haben ihn mit neuer Kraft erfüllt so daß der greise Kriegsherr sich durch uichts abhalten laisen will, selbst auf dem Schlachtfelde zu erscheinen. Gott sei mit ihm und den Fahnen Oesterreichs:
Hoch als Herrscher, hoch als Weiser Steht er in des Ruhines Glanz Liebe windet Lorbeerreiser
Ihm zu ew'gem grünen Kranz.
* Friedberg-Fauerbach, 17. August. Ein aufsehenerregender Mord hat sich hier ereignet. Der Arbeiter Heinrich Karl Scheid aus Oberscheld, Kr. Dill, 28 Jahre alt, der erst ein Tag bei dem hiesigen Landwirt Karl Horn beschätstgt war, wurde in seinem Bett tot aufgesundcn. Wie wir erfahren, hat Sch am vorherigen Abend In Gemeinschaft mit dem Hrch. For mansli aus Raczqce (Posen) dem Stachelbeerwein des Herr«' Horn gehörig zugesprochen. Die beiden scheinen nun wegen einer Flasche Bier in Streitigkeiten geraten zu sein. Als Scheid sich zu Bette begeben hatte, erschlug Formanskl in seiner Irun. kenhett den Scheid mit der Bierflasche. Der Tater ist gestän. dig. Die Leichenschau hat stattgesunden, Herr Gerichtschemike» Dr. Popp wird heut« nochmals am Tatorte erscheinen,
Frankfurter Wetterbericht.
Voraussage: Wollig, trocken, etwas wärm/r. Winde au,
nördlicher Richtung.
Kirchliche Anzeigen.
Evangeftschc Gemeinde.
Gottesdienst in der Stadtkirch«.
Mittwoch, den 18. August, abends 8% Uhr: Kriegsbittandacht : Herr Pfarrer Di ehl.
Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach.
Mittwoch, den 18. August, abend» J4 8 Uhr: Kriegsbittan- dacht: Herr Pfarrer Zatzmann.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel, Friedberg: sür den Anzeigenteil: K. Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszcikuna" A. G.. Friedoera > A.


