Ausgabe 
17.8.1914
 
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§1*. I»r

frät einet luiidmii ddit fuhren schiurizlrüi finjfflii^iii,

»105 Vertrauen btt polnischen «evMrrung H«t staatliche» Re­gierung sich vermindrrt Hat, aber ich weiß euch, daß müer uns «licht das Gefühl der Pflicht gegen die im; von Gott gegebene Obrigkeit geschwunden ist, daß wir vielmehr immer der Mah­nung des Apostels Paulus eingedenk bleiben: Jegliche Seele sei den Vorgesetzten Gewalten untergeben, denn es gibt keine Gewalt, außer der von Gott) dir es aber find, find von Gott gesetzt, (Römer 13, 1.) Ersullct also als würdige Söhne einer ritterlichen Ration mutig Eure Pslicht im Kampfe! Ihr anderen aber, die Ihr am häuslichen Herde verbleibet, verhal­tet Euch ruhig, vertrauet aus Gott, schenket insbesondere lein Gehör verdächtigen Agenten und Friedensstörern. Vertrauet daß, wenn Ihr in dieser großen, überaus bedeutungsvollen Zeit treu und mutig zu Eurem Monarchen haltet, und Ihr durch Eure loyale Haltung zum Siege des tapferen Heeres bei­traget, Euer Landesherr in seinem edlen Herzen unsere gerech­ten Forderungen erfüllen und alles beseitigen wird, was uns bedrückt. Vertraut auch, daß wir durch unsere Mitarbeit zum Siege der kaiserlichen Armee und damit unseren leidenden Brüdern jenseits der Grenze zum Erringen einer besseren Zu­kunst mitvcrhclsen werden. Da jedoch die Geschicke der Völker in Gottes Hand ruhen und im gegcmvärtigcn Kriege von ihm abgewogen werden, wendet euch auch in Gcmeinschast mit euren Scelcnhirtcn in täglichen Gebeten zum Herrn der Heer­scharen und flehet ihn an, er möge ln seiner Gnade das kaiser­liche Heer, dem auch eure Männer, Drüder und Söhne angchö- icn, nach dem Kriege mit Siegesruhm gekrönt in die heimat­lichen Fluren zurücksühren.

Der Ausruf schließt mit Vorschristen für die Kirchengcbete, Gegeben zu Posen Gnesen, den 9, August, Gez Die Bistums- »«xweser: Bischof Dr, Eduard Likowski, Prälat Dorszewcski.

|)rin| Mhtlni ju Lippe f.

Detmold, 16. 3(110. In einer Sonderausgabe teilt die Lwpesche Landeszeffimg" mit, baß bei dem Sturm auf Lüttich der Bruder des verstorbenen Grafrcgcnten Ernst zur Lippe, Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, als Oberst und Regimentskommandeur gcfallou ist. Der Prinz ergriff, bc- «?ttä schwer verwundet, die Fahne des Regiments und trug ,fie den Truppen voran, siel aber alsbald von mehreren Kugeln durchbohrt, tat nieder.

slkldtntat kints tummldKH Priimn.

München, 16. Aug. (SB. T. 39.) In einem der lebten Gefechte hat Prinz Heinrich von Bayern mit seiner Eska­dron eine Abteilung srmPosischer Dragoner attackiert und vernichtet.

M doch riu ehrlos rrbürmtidirr pdjt!

Im Gegensatz zu den zwei vobbenannten deutschen Prinzen stewcgt sich der Prinz Ludwig von Battenberg, ein Deutscher Prinz", der als Admiral der englischen Flotte im Dienste unserer Feinde fieht. Sein Baier war Prinz Alexander von Hessen, ein echter deutscher Mann, »er im österreichisch französischen Feldzug 1859 wacker an der Seite Oesterreichs stritt; sein Bruder war Alexander von Bat­tenberg, der bekannte Fiirst von Bulgarien, auf den ebenfalls jeder Deutsche stolz sein kann, Prinz Ludwig dagegen fühlt und denkt englisch. Nicht allein, daß dieser Schuft man verzeihe den Ausdruck, ober wir haben deinen anderen an der Seite Frankreichs englische Schisse gegen das Land sührt, wo seine Wiege gestanden hat, es wird jetzt auch bekannt, daß er auserkoren war, im Anguft zu St, Petersburg den endgiltigen Bund zwischen England und Rußland zu schließen, der Tod und Verderben und eia namenlose» Elend über die deutschen Lande dringen sollte. Der Prinz sollte englische Transportschiffe an- tieten, um damit vor der Kriegserklärung russische Truppen Zach Pommern zu schmuggeln.

Es gibt kein Wort, bas kräftig genug ist, den Abscheu vor Mnem solchen Gesellen auszudrücken. Aber noch eine Frager Dem Prinzen gehört das Schloß Heiligcnberg mit umfangrei­chem Besitztum in Jugenheim, Während Tausende von deut­schen Familienväter aus dem Ausland zu den deutschen Fah­nen eilen und thr Geschäft, Hab »nb Gut dem Feinde überlas­sen, soll diesem vaterlandslosen Gesellen fein Besitztum in Deutschland gewährleistet werden? Das könnte man nicht ver­stehen. Die einzige und richtige Antwort auf die fchmachvolle Handlungsweise des Prftizcn Ludwig von Battenberg wäre die josortige Beschlagnahme seiner Besitznngrn im Hessrnland und die Degradiernng vom Range eines hessischen Ehrengenerals, den er z, Z, noch cinnimmt. Nieder mit diccsr oerengländcr ten Gesellschaft, deren Gesährlichkert jetzt klar vor allen Augen liegt!

vir virdisr JHuttrr glitiarrn.

Gegenüber der Behauptung, daß der Sturm aus die deutsche Botschaft in Petersburg durch tmc angeblich schlechte Behänd lang der Zarin Mutter in Deutschland hervorgerufen worden sei. erklärt derLok.Anz.". daß die Zarin-Mutter mit einem russischen Hofzuge trotz der Mobilisation «rach Berlin gekom­men sei. Die Zarin äußerte den Wunsch, die Reise mit größ­ter Beschleunigung iortzußchen und traf hierbei Anordnungen, als ob sie im eigenen Lande wäre, Al« ehr erklärt wurde, daß sie -nicht direkt nach Rußland könne, erging sich die Zarin in solchen Schmähungen nub Verwünschungen gegen Deutschland, >»ß der Kaiser seine Absicht, der durchreisenden Fürstin einen Gesuch abzusiatten, ausgab. Einige Stunden daraus reist« die Warin-Mutter i« eiuem von deutschen Ossizieren und Beamten Oeschütztev Sondeezuge, für den man mtt großer Müh- di« Pas- fagr sreimachen konnte, nach Kopenhagen ab. Di« Zarin ist aus deutschem Gebiet mit aller nur erforderlichen Zuvorkommen­heit behandelt worden,

Grvßliirk Konkautm als dkvlschn Kriegs- jrfitipfta.

De- eulniche Grobtü'I« KimäanHn brtanb ach beim Aus

Muu Tagaazmtoug. Montag, des IJ. August 191«

brach des Krieges in Berlin, Da er den Rang eine» rusiijchen Gcnrrnls einnimmt, so wurde er als Kriegs^jongcnee crlllirt und in Deutschland zurückgehalten.

Dkutichliiu-s finatHifllf ^rira$rüfinng.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Tic finanzielle Rüstung Deutschlands bat die Probe d'r Mobil­machung glänzend iiberstanden. Die Neichsbank und die großen Bankinstftnte stehen imcrschüttcrt und kraftvoll da. Die vom Bundesrat angcordnctcn Maßnahmen, die ein allgemeines- Moratorium verhüten, aber gerade den kleinen und mittleren Gcwerbetrcchendcn die Möglichkeit kiidsi.-idu- ellcr gerickcklicher Moratorien schassen soll, werden zur Stär- tung der finanziellen Lage beitragen. Dagegen kann dem Wünschen auf Erlaß eines allgemeinen Moratoriums oder eines allgemeinen Wechselmoratorinms nickst nachgegebeo werden. Kein Land der Welt ist so auf Kredit ausgebaut wie Deutschland imd so erfolgreich die Einrichtung von per­sönlichem und Realkredft der Kreditinstitute, Danken, Spar- kaffen und Genossenschaften in gesicherten Fricdenszeiten g«e wirkt hat, so groß ist die Schwierigkeit, diesem Kreditsystem in schwerer Zeit die Weiterarbeit zu ermöglichen, wenn nicht Zahlnngsleistung und Zahlungsfrist ausrecht echatten werden. Zahllose, nach Milliarden zahlende Zahlung-sver- pslichtungcn müßten von einem allgemeinen Moratorium von vornherein ausgeschlossen werden, nicht nur die Forder­ungen ans Zahlungsverpflichtungen von Reich, Staat, öff­entlichen Körperschaften und Kreditinstituten aller 3lrt, ebenso die Zahlungsverpflichtungen der produzierenden Ge­werbe mit dem gleichzeitigen Recht der Einziehung ihrer Forderungen. Selbstverständlich kann dieses Recht nicht ohne die notwendige Rücksichtnahme ans die aus der Schwere der Zeit sich etwa ergebende Notlage der einzelnen Schuld­ner nusgeübt werden. 3lber die allgemeine Aufhebung der ZahInngSpflicht erscheint unmöglich. Nicht viel anders aber liegt es mit einem Teilmaratorium, welches die Gefahr birgt, daß es zwar zunächst dem Schuldner nutzt, aber, in ganz gleicher Weife den Gläubiger belaste und bedroht. Ans diesen allgemeinen Gesichtspunkten heraus hat sich die Not­wendigkeit ergeben, für Deutschland die finanzielle Kriegs- Hilfe so zu organisieren, daß die allgemeine Zcchlungspfticht und Zahlungsleistung aufrecht erhalten werden soll. Und diese Organisation soll durch die lang vorbereitete kraftvolle Stellung der Reichsbank und die der ueuerrichteten D«- lehnskassen in weitem Umfang erfolgen. Freilich bleiben Doch Lücken, einerseits bei unserem Erporthandel und bei einer großen Zahl der kleinen und mittleren Gewerbetrei­benden, die weder über bankfähige Wechsel noch über lom- bardierfähige Werte verfügen. Für den Erporthandel wird eine wesentliche Hilfe schon gebracht werden können durch ein Moraloriuni, welches lediglich Wcchselfordcrungcn und Schulden an das Ausland umfaßt. Für die anderen Fälle aber wird die Lücke durch eine lokale Organisation der Selbsthilfe gesckstossen werden müssen durüi Anschluß an den Kredit ber Reichsbank und der Darlebnskaffen oder durch lokale Organisation behufs Beschaffung von Kredit, der sich auf den wirklichen Bedarf beschränkt und nur deni soliden und zuverlässigen Mann zugute kommt. Gangbare Weg« hierfür sind bereits in Hamburg betreten und in Berlin in Vorbereitung durch Zusammenarbeiten aller beteiligten Handels-, Handwerks- und Landwirtfchoftskammern, Bank­institute, Innungen üfw. Diese Aktion wird boffentlich da­zu führen, in den Grenzen des Möglichen das Gesunde rn Uirfereiii Wirtschaftsleben jti stützen und zu erhalten.

Alt-ssnaland, aiij fdjäraß du dich mihi?

Hast du beim Doppelmord der Zerben Dich rricht entrüstet abgcwandt?

Hast du den RufsenvolkSverächtern Nicht einst den Fehdcbrief gesandt?

Voll Ehre einst heut solch ein Wicht, Alt-England, ach. schämst du dich nicht?!

Hast dii nicht mtt auf deutsche Kosten Dir deinen Reichtum heimgetan?

Du hast zerstört mit deutscher Hilfe Sranzosijchcn Zäfarcnwahn.

Durch uns kamst du empor zum Licht.

Ast-England, ach, schämst du dich uicht?I

Entartet Kind derselben Miitter,

Die unsere Stanrme auch gebar,

Die dir bis in die jüngsten Zeiten Ekhalterin voll Liebe war.

So sagt vor kurzem dein Bericht.

Alt-England, ach, schämst du dich nicht?'

Ein drütel deiner Schiffssoldaten Hat ihre Wieg' in unsrem Land.

Weißt du, wer an Diktorias Seite Als vielgeliebter Gatte stand?

Ei» deutscher Fürst, so edel schlicht. Alt-England, ach. schämst du dich nicht?!

Hast du de» Enkel diejcs Mannes Nicht off als deinen Freund geseh'n?

Sahst du nicht gern auf eignem Schlöffe Der Hohenzollern Bonner weh»?

Heut' willst du helfe», daß er bricht Falsch-England, sag. schämst du dich nicht?

Du bist fürwahr i» saubrem Kreise:

Mtt Rush und Serbe» Hand i» Hand.

Einst scheinst du weis', heut glaub ichs geritzt Du hast verloren de« Verstand. '-***>

Du schaffst die selbst noch streng Gericht.

Rein. Eiroland, nein. Scham Kunst du -rüit-

Txm 3.

An HerzeuSstrll' -ruht dir im Buse»

Ein Geldsack, imerforschlich tief.

Bei deinem kalten, fatschen Dünkel

Geht doch einmal die Sache schief.

Du lösck>cst weg Ehrschiltze Licht.

Denn England, ach, du schäuisi dich nichts

Pfui DeiweN

SEie dos unheimliche Geheul der Hyäne aus der

Muße mutet folgende Anzeige an, die wir in der Zranlfurter Zeitung finden:

Jur heutigen Zeit

sollten kapitalkräftige Fachleute mit Seldstven trauen u, Bcrtraucu ans den Sieg «nfrrcs tapferen .Orcrec- die 1 vnjuntlurcn des Krieges ousnützen, die auf sännliche r>er!äiislick>en Objctte einen ganz wesentlicheii Preisrückgang, vereint mit überaus günstigen Zahlungs- n»d Äebei-nlchme- bedingungcn, hervorgerufen haben. Ein starkes Angebot, aus allen Teilen des Reiches in

vertättflichci« Hotels, ,»»d

Rcstanrarrts

zu Bedingungen, welche in Friedenszefteir nicht gemacht werden, veranlaßt niich zu dieser Anzeige und gebe ferner bekannt, daß ich mich verpflichte, vom reinen Verdienst aas Abschlüssen durch meine Bermittlerlätigleit wähne«» des Kkrieges rin Biertcl den Zwecken desRoten Kieuzes" zur Verfügung zu stellen.

Will), Zonas, Mainz.

Im Jahre 1870 machten sich die Hyänen der Schlachtfelder bemerkbar. Hier sehen wir die Hyänen des Krieges in Tätigkeit. Während das Vaterland in nie dagewesener Opsermüffgkeit seni Herzblut einsetft für feine Edre, fordert Herr Wilh. Jonas die Kapitalisten auf, Vertrauen auf unier tapferes Heer zu haben und dieConjunktureii des Kriege? auszunutzcn." Mit anderen Worten: Durch den Ausbruch des Krieges sind zahsteiche tllnteinehimmgen, n amentlich Hotels, Gast- und Kaffeehäuser, unrentabel geworden. Es fehlt on Mitteln, den Betrieb über das Waffer zn ö.ri­te», vielleicht ist noch daz» der Inhaber selbst mit ins Feld gezogen und der Zusammenbruch steht vor der Tür. Wo Aas ist, da sammeln sich die Raben und deshalb erschuft Herr Jonas enrf dem Plan, um den vor dem Znsai!>i»enb>-»ch stehenden Existenzen ihre Habe ran ein Geringesabzuneh- mcn. Siegt dannunser tapferes Heer" dann steigen di! Weifte und das Geschäft i!t gemacht. Pft« Deiwel! Wir wiiabern uns nur, daß eine anständige Zeftung eine folckic Slrrzaige anfnehinen konnte n»d wir hoffen, daß dg?Rote Kreuz" öffentlich erklärt, daß es ans solch ein Bletgeld Ver­zicht keiftet.

Aus der Heimat.

Fricdbcrg, 17. Slugust. (Bolksbildungsvereni). Der Volks bildungsoercin ist bereit, zur Versorgung der bisherigen Kriegs- lazarettc mit geeignetem Lesestoff, braudbarc Bücher cnt- gegcnzunehmen, um sie später nach Bedürfnis z» verteilen. Ein­gebundene Jahrgänge illustrierter Zeitschriften sowie einwand- sreie humoristische Literatur sind besonders willkommen. An- »ahme Mittwoch non 12 Uhr namittags im Bibliothekzim­mer des Volksbildungsvereins dahier (Eingang Haagstr.).

Aufruf.

Ein gewaltiger Krieg ist über Deutschland hereiugebiochen. Millionen deutscher Männer bieten ihre Brust dem Feinde

dar.

Biele von ihnen werden nicht zuruckkchre»..

Unsere Pflicht ist es, für die Hinterbliebene» der Tapferen

zu sorgen.

Des Staates Ausgabe ist, hier zu Helsen, aber er kann es nicht allein, diese Hilfe muß ergänzt werden.

Deutsch« Männer, Deutsche Frauen gebt!

Gebt schnell!

Auch die kleinste Gabe ist willkommcnk Das Büro bcifndet sich Berlin K5D. 40, Alscnsttaße 11. Das Präsidium:

von Loebcll, Staatsminister und Minister des Innern.

von Kessel, Generaloberst, Oberbefehlshaber der Marken.

Bekanntmochnug.

Das stellverttetcnde Generalkommando des 18. Armeekorps Frankfurt a. M. fieht sich veranlaßt, daraus hiuzuweisen, daß cs im Interesse sowohl der Armee im Großen als der Mann­schaften im Einzelnen streng verboten ist, den Truppen aus der Durchfahrt durch Bahnhöfe altoholtsche Getränke zu verab­reichen.

Friedberg, den 14. August 1814.

Großh. Krcisamt Friedberg.

Frhr. Scheuch

Franksurier Wetirrberickll.

Wechselnd bewölkt, noch vereinzelt Regcnsckiarier. lühler, Winde aus nördlicher Richtung.

Verantwortlich für den polftischeu und lokalen Teil: Ot t o -Hirsche l. Friedbrrg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tacie-zelt».-.g", A. G.. Friedbero i. 6-