Ausgabe 
15.8.1914
 
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Str. lau

Gerte L

vielleicht dämmert ihm dann aus, welche Riesenarbeit unsere Blaujacken aussührten, so lange er unzufrieden fing: Wo steckt unsere Marine? Es muh doch jedermann im deutschen Volke einsehen, daß man nicht einem jeden sagen kann, wo das Mi­nenschissPelikan", das Torpedoboot V so und das Untersee­boot V 24 sich befindet, damit in der Heimat gemütliche Kal­kulationen angestellt werden können, in England aber man weih, was unsere Flotte beabsichtigt! Wie die Dinge heute liegen, könnte man England keinen größeren Gefallen erwei­sen, als wenn unsere Marine ihre Krast in unnutzen und un­zeitgemäßen Drausgöngertum verbrauchen würde. Moderne Seekriege sind ungemein schnell entschieden, wenn einmal die grotzen Kaliber sprechen, aber sie sind allseitig gut vorzubcrei- ten und einzuleilen. Wir werden siegen und wir müssen siege»; das deutsche Volk ist i» seinem heutigen Geiste einfack unbesiegbar!

lüanningm an franlsrnd) M Schien.

Berlin, 14. August. DieNorddeutsche Allgem. Ztg." teilt solgcndes mit: Als deutsche Warnungen ist an

Frankreich und Belgien durch Vermittlung einer neu­tralen Macht folgendes milgcteilt worden:

1. der französischen Regierung' Meldungen der deut­schen Truppen lasien erkennen, dag dem Völkerrecht zuwider in Frankreich ein Volkskrieg organisiert wird. In zahlrei­chen Fällen schosien Landescinwohner unter dem Schutze bür­gerlicher Kleidung heimtückisch aus deutsche Soldaten. Deutsch­land erhebt Einspruch gegen eine derartige Kriegssührung, die dem Völkerrecht widerspricht. Die deutschen Truppen haben die Anweisung erhalten, jede feindselige Haltung der Landes- rinwohner mit den schärssten M abregeln zu unter­drücken. Feder Richtsoldat, der Massen sührt, jeder, der die leutschen rückwärtigen Verbindungen siört, Telegraphendrähte »urchschneidet, Sprengungen vorniuimt, kurz' in irgend -incr Weise unberechtigt an der Kricgshandlung teilnimmt, wird sofort standrechtlich erschossen. Wenn die Kriegssüh- rung hierdurch einen besonders jchrojjcn Charakter annimmt, trifft Deutschland dafür nicht die Verantwortung, Frank­reich trifft allein die Verantwortung für di« Ströme von Blut, die sie kosten wird!

2. der belgischen Regierung: Die belgische Regierung hat Deutschlands ausrichtig gemeinte Anerbietungen zurllckge- wiesen, ihrem Lande die Schrecken des Krieges zu ersparen! Sie setzte dem deutschen, durch die Maßnahmen der Eegner Deutsch­lands gebotenen, Einmarsch bewaffnete n Wider st and entgegen: sie hat den Krieg gewollt. Trotz der Rote vom 8. August, in welcher die belgische Regierung mitteilt, dab sie ge- mätz dem Kriegsgebrauch den Krieg nur mit den uniformier­ten Mannschaften führen werde, haben an den Kämpfen um Lüttich zahlreiche Trupp:» unter dem Schutze bürgerli­cher Kleidung tcilgenomme». Sie schossen nicht nur aus die deutschen Truppe», sie erschlugen in grausamer Weise Verwun­dete und schossen Aerzte nieder, die ihren Berus erfüllten. Gleichzeitig verwüstete in Antwerpen der Pöbel deutsches Eigentum barbarisch: Frauen und Kinder wurden in bestiali­scher Weise niedergemetzelt. Deutschland fordert vor der gan­zen gesitteten Welt Rechenschaft für das Blut dieser Un­schuldigen und für die jeder Zivilisation hohnsprechende Krieg­führung Belgiens Wenn der Krieg von nun ab einen grau­samen Charakter annimmt. trägt Belgien daran die Schuld! Um die deutschen Truppen vor der cntfrsielten Voiksleidenschaft zu schützen, wird von nun an jeder N > ch t u n i s o r m i e r t e, der nicht durch deutlich erkennbare Abzeichen als zur Teilnahme am Kampfe berechtigt bezeichnet ist, als außerhalb des Völker- rcchis stehend behandelt werden, wenn er sich am Kampfe be­teiligt, die deutschen rückwärtigen Verbindungen stört, Tele- graphcndrähte durchschneidet. Sprengungen ve::>mmt, kurz: in irgend einer Weise unberechtigt an der Kriegshrndlung teil- nimmt: er wird als Franctireur behandelt und loort stand­rechtlich erschossen werdn.

( s in bchiichtt KMöiMtt nminaliidit.

Berlin, 14. August. Der belgische Fli.'gerleutnant Tap­proge ist am l!. August nach einem Fluge ran Ramur aus bei der Landung so scharf aus d'.n Grund gestoßen, daß das Flug­zeug zersplitterte und der Flieger mit gebrochenem Rückgrat lcbensgesckhrlich verletzt aufgehoben wurde.

Kriegsbeute m Strahburg.

dct mit Genehmigung der Zensur! .Hörde, dag die 4UOO gesan- ftehen seit gestern die ersten vier den <jra,.g:...t in d-r Schlacht bet Mülhausen abgcnommcncn F.-Idgescht.!;-, die von den Mannschaften unter dem Iub.l der Brviilkrrunz cingebracht wurden. Ebenso stehen vor de.» t rneialkc.m.ian'do in Allen- stein vrcr eroberte russische lücsräütze.

Air KlittzSt'rkIärmii (planes an Olstmtill,'.

Die Btätrer crtlären i:...\ : uucud, t : Kriegserklärung

Frankreichs und Englands habe nicht überrascht und treffe Oesterreich-Ungarn nicht unrrrbereitet. Es sei nicht verwun­derlich, datz Frankreich, das i briocns schon nährend der Bal- lankrise die Wege Oeslerre-,:: Ungarns zu durchkreuzen versucht habe, nicht hinter seinem >nr Mörder und Älordheljer sich in­teressierenden russischen B n.oer: c , :i z.....bleib.» zu kön­

nen glaubte, lind wenn Eng! . d : ch aus t. - Einr.'arsch deut­scher Truppen in Belgien berufe, ,o > hier.», wie dasFrem- denblat!' aussührl, nur ein Born e: o zu erblicken, run zu einer Zeit des allgemein gewordenen Teu.jchenha.ses ciugcgangene, aber abgeleugnete Verbind! .chke.n.i zu erst llen.

Blutige MtlitLnijchc Notwehr.

Wien, 1:1. Aiiguft. D-eSüdslawische Korrespondenz" meldet aus Sarajewo: Auf Beseht des Militärkomman­

dos werden IN den auf de» bosnischen Linien verkehrende» Mi­litärzügen Geiseln mltgeführt, die mit eigener Person für die Sicherheit des Zuges zu garantieren ha! n Fn der Röhe von Rub.anka wurde aal cincn ralli.rcnden Zug geschossen. Da-

«e,e Lageszettung. Samstag. 14. August 19J.4

jttfch au» Kivakar sofort standrechtlich hrngerichtet. Der ser­bische Pop« Petrowitsch, der al» Geisel gestellt war, unternahm einen Fluchtversuch und wurde von einer Patrouille erschosien. Auf dem Hauptplatz« von Bijelina wurde vor kurzem der aus Serbien nach Crejelowo zurückgekehrte Pero Simitsch wegen Spionage für Serbien öffentlich gehenkt.

Die Zahl der serbischen und montenegrinischen lleberläuser, die sich mit ihren Waffen den Militärbehörden stellen, hat in den letzten Tagen sehr zugenommen. Zehn serbische Soldaten sind gleichzeitig desertiert. Die Deserteure geben als Grund der Fahnenflucht Hunger an.

RuWche Zustände.

Berlin, 13. August. Ucber die Korruption und Mangel­haftigkeit der rufstfchen Militärverwaltung werden jetzt manche Einzelheiten bekannt. DieKreuzzeitung" saßt sie zusammen, indem sie schreibt:

Wir hören jetzt, daß das, was wir gemeinhin unter russi­schen Zuständen verstehen, auch bei der jetzigen Mobilmachung zur Geltung gekommen ist. Scharenweise sind russische Deser­teure in deutsche Grenzorte gekommen, beseelt nur von dem einen Drange, ihren Hunger zu stillen, ändere verkaufen die Uniformstücke, die Stiefel, mit denen sie eben eingekleidet sind, sei es ebenfalls, um Mittel gegen den Hunger- in die Hand zu belommen, fei es um des geliebten Branntweins wil­len. Die ganze Unzulänglichkeit und Unzuverlässigkeit der rus­sischen Militärverwaltung, wie sie schon im türkischen und dann wieder im russisch-japanischen Kriege hervorgeireten ist, zeigt sich auch jetzt und die Gerüchte, datz so manches Munitions­oder Proviantlager in Flammen ausgeht, damit die Untcr- jchlcife der Beamten verdeckt werden, haben alle Glaubwürdig­keit für sich. Aber auch die Ausrüstung der französischen Trup­pen lätzt, wie aus den. Zustande der Eesangenen erkenntlich wird, recht bedenkliche Schlüsse aus die Exaktheit der dortigen Militärverwaltung zu. Hören wir doch, datz die Soldaten ohne Patronentaschen sind und ihre Patronenkästen mit Bindfaden haben befestigen müssen!"

ijnngkr in dn rnißjchcn Armee.

Ein in Ostpreußen stehender Nedaktellr derVoss. Ztg." schreibt an seine Eltern:

Kriegerische Taten haben wir bislang noch nicht be­richtet, dcch soll cs, wie uns gesagt wird, bald an den Feind gehen. Wir brennen schon alle fürchterlich darauf, denn dieses augenblickliche Verharren iin Nichtstun ist »ns schon längst lästig. Daß unsere Truppen sehr schöne Erfolge hier an der Ostgrenze zu verzeichne» hatten, werdet Ihr wohl schon wissen. Die russischen Soldaten laufen uns nahe;» alle freiwillig zuvor Hunger!" Einem Erschossenen ha­ben unsere Aerzte den Magen nachgeschen: der arme Kerl hatte nur rohe Weizen- und Gerstenkörner im Magen I So ist cs um die Ernährungsweise der russischen Truppen bestellt: im Gegensatz hierzu ist unsere Kost ausgezeichnet, so daß wir des Lobes voll sind.

Die heiligen Traditionen RHands.

Lübeck, 14. August. Wegen riesiger llnterschkesfe verübte der Intendant der russischen Festung W y b o r g (Fin- land) Selbstmord. In den staatlichen Magazinen fehlen 788888 Kilogramm Getreide.

Wie vre Ruhen schießen.

Ueber die Wirkung russischer Eeschosie im Gefecht bei Sol- dau berichtet ein Augenzeuge in derAllensteiner Zeitung" fol­gendes:

An den Kämpfen bei Soldau beteiligte sich auch russische Artillerie. Da ich Artillerist bin, suhr ich nach Soldau, um die Wirkung der russischen Geschosse kennen zu ler­nen. Hierbei machte ich in Soldau eine wunderbare Entdeck­ung. Alle Echutzlücher zeigte» glatten Durchschlag. Von Ex­plosion keine Spur! Aus Soldau sollen über 38 Era- natcnschüss« abgegeben worben sein. Ich besichtigte u. a. das Grundstück des Maurermeisters Schmoglowski. Dieses war von einer Granate getrosfen, die in die Werkstätte einschlug, jedoch ohne Explosion. Ferner waren im Hause des Restaura­teurs Schulz zwei Granaten eingeschlagen. Auch diese hatten keine Explosivwirkung. Dieses erste Gefecht bei Soldau endete übrigens damit, datz unsere Artillerie die russischen Batterien zum Schweigen brachte. Am Dienstag, morgens 8 Uhr, be­gann bei Soldau abermals das Ecschützseuce unserer Batte­rien! Es wurde den ganzen Dienstag und Mittwoch furchtbar geschosien. Die russischen Truppen mutzten sich aus der ganzen Linie zurückzichen und erlitten in ihren ungeschützten Stellun­gen vor der Stadt enorme Verluste. Auf der Strecke Jllowo- Soldan wurde eine deutsche Lokomotive getrosfen. Das Loch der russische» Granate im Wafferkesiel war sanstgrotz, die Wir­kung der Explosion lediglich eine kleine Bcrbeulung des Kes­sels".

Der Kausmann Otto Pisky in Friedrichshof, unmittelbar an der Grenze, stellt derAllensteiner Zeitung" solgende Schil­derung zur Verfügung'.Auf einem Austlärungsritt von Fried- richshof aus mutzte ein Leutnant mit seiner Patrouille jenseits der Grenze hinter Myscsnmiecz infolge einer abgebrochenen Brücke einen kleinen Fluß postieren. Rach Durchlchreitung tradjle eine Salve von mindestens 23 jeindlichen Dragonern aus eine Entfernung von 38 Schritte. Das wertvolle Pferd des Offi- zicrs stürzte getrosten unter ihm zusammen, er selbst ritz sich aus dem Sattel und lies der zurückreitenden Patrouille zu Futz nach. Fm freien Gelände, in dem er zirka 380 Meter lausen mutzte, wurde aus ihn ein starkes Feuer unterhalten aber nicht c>» Schutz traf! Der brave, mutige Offizier wurde nun von seinen Leuten in Empfang genommen und, zwischen zwei Vierde sich haltend, bis zu seiner Truppe herangebracht. Die Russen schosien nunmehr aus unsere stehende» Truppe», die kali- blutia lächelnd die vergebliche Schieberei beobachteten".

Die gefangenen Belgier.

Berlin, 14. August. DerMünstcrische Anzeiger" mel­det mit Genehmigung der Zensurbehöide, datz di- 4888 geasn gen genommenen Belgier nach dem Sennelogcr gebracht worden sind und datz di« Gefangenen zum Vau von Straßen benutzt werden.

Goeben" undBreslau".

Ueber die heldenmütige Ausfahrt des Schlachtkreuzzrs Eoeden" und des kleinen KreuzersBreslau" aus fc{*n Hafen von Messina und was der tühnen Tat vvrausgtng, er­fährt der BerlinerTag" interessante Einzelheiten, aus denen wir das Folgende wiedergeben:

Eoeben" undBreslau" lagen am l. August friedlich, doch klar zum Gefecht, im Hafen von Brindisi, als der Fpnkenfpruch eintraf, der ihnen, nach der Erklärung des Kriegszustandes in d-r Heimat, Erlösung aus langer Spannung bringen sollte. Bereit zur Tat, gilt es zunächst Kohlen zu sasien. Die dreihun­dert Meilen bis Messina sind am 2. August glücklich zurückgelegt. Der neutrale Hasen gibt Kohlen, soviel die Schiste halten kön­nen. Bei Nacht und Nebel geht 's wieder hinaus, zu eilender Fahrt nach Westen. Im Frllhlicht des 4. August wird die afri- rikanische Küste erspäht, mit ehernen Grützen bedacht. Fn Phi- lippeville und Böne liegen, nichts ahnend, d e Dampfer am Kai, die französische Truppen von Algier nach der Heimat drin­gen sollen. Die Granaten sausen in den Hasen und blitzschnell, wie sie kamen, sind unsere Kreuzer wieder verschwunden.

Der 5. August trisst sie abermals in Messinas gastlichem Hasen. Der genau befristete Aufenthalt, den der Neutrale ge- währen darf, wird wiederum an Kohlenfaffen gewendet. Man weitz cjtzt: der Feind hat unsere Tapferen endlich gesichtet: eng. lische Schlachtkreuzer und französische Geschwader sind gemeldct, so lauten die Nachrichten. Admiral und Offiziere gehen noch­mals an Land, um Testament«. Briese in die Heimat, Wert­sachen im Konsulat niederzulegen. Dann kommen die letzten Vorbereitungen. Tausendköpfig drängt sich Sie Menge am Ha­fen. Da erklingt vom FlaggschiffEoeben" hell die Musik: Heil dir im Eiegerkranz" . . Unbedeckten Hauptes sichen Of- fijieie und Mannschaften an Deck, brausend schallen drei Hur­ras auf den Kriegsherrn zum Ufer herüber, wo in schweigender Ergriffenheit die Volksmenge harrt. Nur der Mond leuchtet bald der nächtlichen Fahrt. Tiefe Stille, man hat wohl fernen Kanonendonner gehört, di« Trümmer eines englischen Schisses gefunden, aber noch schweigt jede weitere Kunde. Eines nur wissen wir: Sie sind durch!

Schjffoiiilgliick im adriatijlhen Weer.

Triest, 14. August. Der PasiagierdampferBaron Gautsch", der gestern Mittag Lussin Grande auf dem Wege nach Triest verlassen hat, ist auf der Fahrt gesunken. Vis gegen Abend waren 138 Personen gerettet und 28 Leichen geborgen.

Die Haltung Rumäniens.

Berlin, 13. August. In verschiedenen Blättern wird in Korrespondenzen und in Artikeln und unter Berufung aus ru­mänische Blätter mit mehr oder weniger Bestimmtheit behaup­tet, daß Rumänien entschlossen sei, seinen Platz ander Seite des Dreibundes zu nehmen und womöglich aktiv in den Kampf einzugreisen. Wir wiffen nicht, ob diese Ansich­ten über die Stellung Rumäniens wirklich fest begründet sind. Es wird aber vorläufig genügen, wenn Rumänien sich neu­tral verhält, und das darf man erwarten. Das weitere Ver­halten aller neutralen Staaten hängt, wie wir mehrfach be­merkt haben, in der Hauptsache von einem einzigen Faktor ab, nämlich davon, datz wir in den bevorstehenden ersten großen Kämpfen mit den Franzosen Sieger bleiben. Dann ergibt sich alles weitere, was jetzt schwierig scheint, viel leichter.

Don den gefangenen DWlen.

Für Donnerstag Abend ist ein weiterer Trupp gefange­ner Franzosen für Frankfurt angekoinmcn. Man nimmt an, daß noch weitere Truppentransporte von Franzosen ab- gewariet werden und daß dann die Franzosen mit einem Extrazug noch mehr in das Innere des Landes geschasst werden. Wie Augenzeugen berichten, befand sich das Schuh- wcrk der heute Angekommcnen in einem geradezu jämmer- lichen Zustand. Die Leute waren von den Strapazen sehr mitgenommen. Merkwürdig benäh,» sich ein französischer Gefangener, den man vorgestern in Müllheim einliescrte. Wie von Augenzeugen erzählt wurde, schrie und tobte der Gefangene, daß alles aus den Häusern lief. Auf die Frage, warum er sich so ausführe, gab er zu erkennen, daß er sich vor dem Erschießen so sehr fürchte. Nachdem man ihm diese Furcht ausgeredet hatte und ihm versicherte, kein Har- chen würde ihm gekrümmt, wenn er keine weitere Veran­lassung dazu gebe, wurde er ruhig und ließ sich Speise und Trank recht schmecken. Er erzählte, daß er mit seinen Kame­raden, die in elsässischen Grenzorten stehen, seit vier Tagen nichts mehr z» essen bekommen habe. Sein Appetit war auch dementsprechend und er äußerte vergnügt, daß er nur froh sei, unter so gute Menschen gefallen zu sein. Mitleid erweckte die Schuhbeklcidung des Gefangenen. Es waren zerrissene Lackstiefel, so zierlicher Art, wie man sic auf dem Tanzboden trägt. Kein Wunder, daß ihnen die halben Schuhsohlen fehlte». So scheint cs sich z» .bestätigen, was Eingeweihte stets behaiiptct, daß cs dcui französischen Heere an dem »öligen Schnhzeug fehlte.

Schwarzbrot statt Weißbrot.

München, 1t. A»g. Das Staatsminislerium des Inn- er» fordert in einem Ausruf zur Vermiuderniig des Weiß- brotverbrauches und Ersatz dcS Weißbrots durch Schwarz­brot auf. t

Waldgras als Viehfirtter. ,

In den Wälder» wächst bekanntlich Jahr für Aahr e'mj Unnicnae von Gras, das aber bisher oar nicht ob« aker.