Ausgabe 
15.8.1914
 
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nur zu einem sehr kleinen Teile abgemäht wird. Diese» Gras kann aber jetzt eine sehr nützliche Verwendung finden, auf die wir einer Anregung zufolge Hinweisen möchten. Die Forstbehörde und auch die privaten Walbbesitzer sollten das Sammeln resp. Mähen des Gkases in ihren Wäldern erlauben. Dadurch würde eine große Menge Heu gewon­nen, das unsere Futtermittel weiter vermehren würde.

Lcbensmillclmnchcr und Wühlen«

In dankenswerter Weise haben die Behörden einge- grisfen, um einer willkürlichen Verteuerung der notwend­igen Lebensmittel vorzubeugen. Don allen Seiten werden Schließungen von Geschäften gemeldet, die ungerechtfertigte Preise für ihre Waren verlangten, es werden Höchstpreise für Kartoffeln angejeht und dergl. Es wäre aber auch an­gebracht, wenn die Behörden ihre zu begrüßende Fürsorge auch auf manche Mühlen ausdehnen wollten. So toird uns mitgeteilt, daß eine in der letzten Zeit vielgenannte Mühle in der Wetterau den Preis von 200 Kilo zweier verschiedener Sorten Mehl (sog. Pärchen) von 56 aus 77 Mk. selbst für regelmäßige Abnehmer erhöht hat: das bedeutet eine Preiserhöhung von über 37 Prozent. Der Preis von Weijenschalen wurde selbst bei bestehenden Verträgen, unter dem Vorwand daß Krieg Verträge breche, von 5 auf 7 Mk., also »m 40 Pro.cnt erhöht. Zu einer derartigen enormen Preiserhöhung liegt kein Anlaß vor. Zwar ist der Roggen von 18 Mark aus 21 Mark gestiegen, das sind aber nur 16,5 Prozent, und der Weizen von 21 auf 24 Mark, das wäre 11,5% Steigerung. Die Preissteigerung de? Mehlas und der Kleie steht also in keinem Verhältnis zu dem Auf­schlag der Frucht. Für die nächste Woehe werden übrigens nur noch 23 Mark für den Weizen geboten, au'ch dazu ist keine Veranlassung, denn das Druschrrgrbnis des Weizens ist in unserer Gegend sehr gering. Auf alle Fälle wollen die Landwirte sich diese Machenschaften nicht ruhig gefallen lassen, sondern bestrebt sein, mit Firmen in Verkehr zu tre­ten. die den angemessenen Preis bezahlen. So wird uns z. B. mitgeteilt, daß das Kornhaus Hanau diese Woche für Roggen 23.50 frei Hanau bezhalt habe. Es dürfte sich auch empfehlen, mit den Militärbehörden in direkte Verbindung zu treten.

Schlechte Einquartierung?

Mit Bezug «us unsere gestrige Notiz über schlechte Ein­quartierung in Frletberg sei bemerkt, daß in den letzten Tagen von den verschiedensten Seiten und übereinstimmend, ein hie­siger Beamter genannt wird, bei dem es die Einquartierung be­sonders schlecht gehabt hätte. Demgemäß bezog sich auch die gest­rige Bemerkung aus diesen Herrn bezw. aus dessen Gattin. U. a. wurde uns auf das Bestimmteste mitgeteilt,, daß es dort zum Abendessen Kartosfeln und Handläs gegeben habe und wir ourden ausdrücklich ersucht, diese Art von Berpslegung bekannt 1» geben. Heute teilt UNS der Betressende mit, daß das ganze Gerede den Tatsachen schnurstracks zuwiderlause und gibt un» zum Beweis dessen salzendes Verzeichnis der während der sechs Tage an die Einquartierung verabslogten Speisen, dar wir nachstehend folgen lasten: W

Erster Tag.

(Es handelt sich um 1b Mann Einquartierung).

Abends: Pro Mann '/, Pfd. Schweinefleisch (leider sehr fett, sodaß drei Leute es nicht aßen), dicke Suppe und Brot.

Zweiter Tag.

Morgens: Kaffee, Milch, Brot, Honig nach Belieben. Mittags: Suppe, pro Mann 1 Bratwurst, Kartosfelgemüse, Brot. Abends: V, Pfd. Wurst pro Mann, Kartoffeln, Gurke, Aettig, Handkäs, Thee mit Milch, Zucker, Brot.

Dritter Tag. ®

Morgens: Kaffee, Milch, Brot, Honig nach Belieben. Mittags: 7 Pfd. Ochsenfleisch, Bohnengemüse (war etwas knapp), Kartoffeln, Brot. Abends: H Pfd. Wurst pro Mann Karwsfelsalat, Thee usw. Brot, je 1 Zigarre.

Vierter Tag. ^

Morgens: Kaffee, Milch, Brot, Honig nach Belieben. Mittags: 22 Würstchen und Linsensuppe, Brot. Abends H Pfd. Wurst, geröstete Kartoffeln, grüner Salat (mit Rahm an­gemacht), Brot, 0,4 L. Bier pro Mann.

Fünfter Tag. ^ _ ,^-i

Morgens: Kaffee, Milch, Brot, Honig nach Belieben. Mittags: Suppe, y, Pfd. Schweinebraten (reines Fleisch) pro Mann, Wirsinggemllse, Kartoffeln. Abend»: H Pfd. Fletsch und Wurst, grüner Salat, Quellkartoffeln, 1 Zigarre. Nachmittags Kaffee u. 45 mürbe Wecke (gegessen von 9 Mann).

Sechster Tag. >

Morgens: Kaffee, Milch, Brot, Honig nach Belieben. Mittags: Reissuppe, V, Pfd. glattes Solberfleisch pro Mann, Sauerkraut, Kartoffeln. Abends: Geröstete Kartoffeln mit Salat, H Pfd. Fleisch und Wurst pro Mann, Gurke, v,4 Bier.

Abschiedsmorgen.

Kaffee soviel sie fassen konnten, belegte Brote, daß noch übrig blieben.

Das Lager war in den ersten 23 Tagen allerdings etwas eng. da nach Weisung der Quattiermacher die 2 zur Verfügung gestellten Zimmer genügen sollten. Als Beschwerde ersolgte, wurde noch ein drittes Zimmer zur Verfügung gestellt. Von diesem Tage an konnten allerdings auch erst wollene Decken und Kisten geliefert werden, was vorher wegen der überstürzten Anmeldung nicht möglich war und bis dahin die Soldaten nur aus Stroh mit Tüchern bedeckt schliefen.

- Man muß doch auch sich einmal vergegenwärttgen, daß eine Ausnahme von 15 Manu Anforderungen an eine Hausfrau pellt, an die man sich erst gewöhnen muß. Man ist nicht so rasch mit einem Lagerplatz eingerichtet, wenn die Soldaten 2 Stun­den nach der Anfrage schon einritcken, wie diesmal, und die Portionen, die 15 kräftige Leute esten, muß man auch erst aus­probieren und man soll doch nicht gleich bösen Willen anneh- men. wenn nicht alles vom ersten Auaenblick an stimmt.

Jedenfalls dürsten keine Uebertreibungen und Unwahrheiten Vorkommen, wie im vorliegenden Fall. Es ist bekannt gewor- den, daß in einer großen Zahl von Häusern es nicht gelungen ist, die Einquartierung zufrieden zu stellen. Vielleicht können bei nächster Gelegenheit die Soldaten etwas praktischer verteilt werden, nicht so viele in e i n Haus, sondern wenige in mehrere Häuser. Man kan» dann bester für sie sorgen. Im hier besprochenen Fall sind die meisten der Einquartterten noch mit Beteuerungen von Dank und Zufriednheit geschieden.

Bemerkt sei weiter, daß der Bezirks-Kommandeur, dem das Verzeichnis vorgelegt wurde, ausdrücklich hervorhob, daß es über da» hinaurginge, zu was der Ouartiergeber verpflichtet ist.

Wir haben keinen Grund, an der Richtigkeit dieser Anga­be» zu zweifeln und wir hoffen, daß sie das Gerede verstum­men machen und der betr. Beamte, besten Namen in aller Munde gestanden hat, gerechtfertigt dasteht. Nochmals sei hervorgehoben, daß der Bürger die Pflicht und Schuldigkeit hat, seine Einquartterung gut zu bewirten, nach dem vorstehenden zu urteilen, scheint es aber auch Leute zu geben, die kein Maß zu halten verstehen und das unmögliche verlangen.

Ans der Heimat.

* Friedberg, 14. August. Der Eroßh. Handelskammer in Friedberg gehen fottgesetzt aus den Kreisen des Kleinhandels besonders derjenigen des. Kolonialwarenhandels Klagen über die wirtschaftlichen Folgen des Krieges zu. Der Grossist sowie der Fabrikant drängten auf schleunigste Erfüllung der von den Detaillisten eingegangenen Verbindlichkeiten, während der Handverkauf fast ganz stocke u. kein Mensch an Zahlung seiner Rechnungen denke. Demgegenüber halten wir es für eine selbstverständliche Pflicht aller Schuldner, soweit es mit der Erhaltung ihrer Existenz nur irgendwie verträglich ist, sofort rückständige Schulden zu zahlen. Namentlich gilt das von denjenigen Erwerbsgruppen, deren Gehalt ununterbrochen und ungekürzt weiterläuft. Aber auch zu unserer landwirtschaft­lichen Bevölkerung, die durch den Verkauf von Pferden an die Militärverwaltung, sowie durch die demnächstige Verwertung eines Teils der Ernte im Besitz von Barmitteln ist, haben wir das unbedingte Vertrauen, daß sie ihrer Zahlungspslicht gegen­über ihren Lieferanten voll und ganz sowie pünktlich genügt. Nur dann kann unsere Volkswirtschaft vor schweren Schädig­ungen bewahrt bleiben, wenn das llmlaufsmiltel der Volks­wirtschaft das Bargeld dem Verkehr erhalten bleibt und ihr neu zugeführt wird.

am Donnerstag ihre Tätigkeit wieder aufnehmen dürefn.

« Frirdberg, 14. Aug. Der Verein der Detaillisten Non Friedberg bittet um Aufnahme folgender Aufforderung:

Wir richten an das verehr!, kaufende Publikum das dringende Ersuchen, den Geschäftsleuten die Rechnungen z» begleichen. Es ist ein großer, weit verbreiteter Irrtum, daß in Kriegszeiten nichts bezahlt zu werden braucht. Die Zahl­ungsverpflichtung wird durch den Kriegszustand nicht hin- ausgeschoben, sie besteht nach wie vor. Deshalb sollten alle die Leute, welche in der Lage sind, ihre Schulden bezahlen zu können, z. B. Beanite, deren Gehalt weiter geht, Land­wirte, welche durch den Ertrag ihrer Ernte Einnahmen bekommen, es als Ehrensache betrachten, den Kaufmann, welcher jetzt in der schwierigsten Lage ist, nicht noch in größ­ere Bedrärrgnis zu bringen, zumal er Ware nur gegen vor­herige Bezahlung erhält.

* Frankfurt o. »t, 14. August. Die Strafkammer verurteilte den 52jährigen Kutscher Ludwig Schröder, der sich seit Jahren in schamloser Weise an jungen kaum 14jährigen Mädchen ver­gangen hatte, zu SH Jahren Zuchthaus. Der Staatsanwalt hatte gegen den Wüstling 5 Jahr Zuchthaus beantragt.

* Frankfurt a. M., 14. August. Der Krieg hat auch die Schwindler erfinderisch gemacht. Ein junger Mensch z. B. hat sich eine Liste von eingezogenen Landwehrleuten verschafft und llberbringt deren zurückgebliebenen FrauenErllße aus dem Felde", wofür er sich jedesmal eine Mark geben läßt. Der Schwindler, der mit reichem Erfolg arbeiten soll, konnte noch nicht gefaßt werden. Ein anderer Schwindler benutzt die Knappheit des Münzgeldes. Wenn er in der Hauptpost eine Person trifft, die Papiergeld wechseln will, ist er flugs mit einerRolle" Silbermllnzen zum Umtausch bereit. Dankbar nimmt das Angebot an. Oeffnet man aber die Rolle, dann kommt eine Menge hübsch gefeilten Eisens zum Vorschein. Der Schwindler aber ist dann längst verschwunden.

* Frankfurt o. M 14. Aug. Wegen Wuchers wur­den heute früh die Geschäftsräume der Grünen Radler in der Moselstraße und der Schwarzen Radler auf der Zeil durch das Generalkommando geschlossen. Der Inhaber die­ser Unternehmen, Paul Gerichter, hatte für einen Auftrag, für den nur 1,50 Mk. Kosten eingezogen werden durften, 7,50 Mk. gefordert. Die Großfirma Bodenheimer u. Eo., die vor einer Woche wegen Wuchers geschlossen wurde, hat

Frankfurt a. M-, 14. August. Der Not gehorchend haben die hiesigen großen Gasthäuser ihre bisher fremdländischen Na­men mit guten deutschen Bezeichnungen vertauscht. Am Bahn­hofsplatz, wo es sonst vonErand-tzotels de . . . wimmelte und man vergeblich nach einem Easthof« mit kerndeutschem Namen sucht«, ist heute alles deutsch. Aus dem Carltonhotel ward ein Fürftenhof, aus dem Englischen Hof ein Hessischer Hof, aus dem Hotel Roqal ein Hotel Hansa, aus dem Hotel de Russie ein Hotel Kaiser Wilhelm 17. Der altbekannteKönig von England" ist verschwunden: er ist noch auf der Suche nach einem neue» Namen. Auch die großen Geschäfte haben sich ausnahmslos dem Dolkswillen, der wie ein reinigendes Ge­witter durch die Straßen zog, gefügt und sind heule in Wort und Schrist deutsch. Der deutsche Sprachverein, der hier ein Menschenalter nur aus steinigem Boden arbeitete, kann an dem nun ganz deutschen Frankfurt seine helle Freude haben.

' Hessen-Nassau.

* Friedrichsdors i. T 14. Aug. Vor einigen Tag m wurde der zum Bahnwächtdienst eingezogene Spenglermei­ster Sergk erschossen anfgesunden. Anfänglich nabm man

Selbstmord an, doch weisen verschiedene Begleitumstände wo­raufhin, daß dies kaum der Fall sein kann. Ob ein ttrfii! ober gar eine Fahrlässigkeit von anderer Seite vorli -g». konnte noch nicht aufgeklärt werden. Der Verstorbene wurde mit allen militärischen Ehren bestattet.

x. Oberursel, 14. August. Die sämtlichen hiesigen Vereine und cs sind deren nicht wenige bcschlosicu. den Famiv-r ihrer Mitglieder, die zur Fahne einbcrufcn sind, Unterstützm- gen als Kriegsbeihilfe zu überweisen. Hier werden MN We­ber, Greise und Kinder au» Metz cinquartiert.

« x. Ufingen, 14. August. Die Kgl. Regierung hat den Pfar rer Kochem zu Pfaffenwiesbach vom 1. d. M. ab zum Kr.-i- schulinspektor des Schulaufsichtsbezirts II, umfasiend die Ort schäften Cransbcrg-Fricdrichsthal, Haintchen, Hasielbach, R e derrcifenberg. Oberrcifenberg, Pfaffenwiesbach, Schmitten Scelenberg und Wernborn ernannt.

« Ncuenhain i. T., 14. Aubg. Die hiesige Gemeinde überwies dem Roten Kreuz für die Truppen 20 Ztr. Obst.

Limburg, 15. August. Die Stadtverordnetenversanimlung stellte zur Unterstützung von Faintlien einberusener Monn- schäften 25 000 Mark zur Verfügung. Dem Roten Kr.uz ge­währte man einen Zuschuß von 5000 Mark

Starkenburg.

Tarmstadt, 14. Aug. Ein schwerer Autounfall ereig­nete sich heute Nachmittag an der Landgraf-Phiiipp Anlag, nächst dem alten Bahnhof. Der Führer eines von außer halb kommenden Autos hatte anscheinend, da er fremd nnt verwirrt war die Steuerung über das Auto verloren, und kam auf den Bahnsteig, wo gerade die Frau eine: im Feld befindlichen Vaterlandsverteidigers mit ihre» beide:, lin­dern spazieren ging. Das Auto überfuhr das hii-ter dcr Mutter herlaufende etwa 5 Jahre alte Bübchen und verlegte es schwer. Der Besitzer hielt sofort und brachte d- bewi.'it- lose Kind nach dem städtischen Krankenhanse. Hute ung ist eingeleitet.

« Darmstadt, 14. Aug. Auf den, Dessunger ' e dahier fand am Donnerstag Nachmittag die fel-rliche 'Vr, setzung der beiden ans dem Truppenübnngs- und Flr q Griesheim abgestürzten und dabei verunglückten Leutnant Spieß und Fliegerpilot Trautwein unter sehr leb­hafter Beteiligung von Freunden, Bekannten, Offiziere:: . tr. statt. Nach der sehr weihevolle» Grabrede wurden --ln- reiche Kränze an dem Grabe niedergelegt. Während de: Trauerseier kreiste in den Lüsten ein von einem Freu de und Kameraden der Verunglückten geführte Flngapv u >:. der mit einer Trauerslagge versehen war.

« Aus dem Ried, 12. Aug. Die Äurkenernte in Rbein- Hessen und Starkenburg, die soeben in vollem Gange ilt. liefert wider Erwarten einen sehr guten Ertrag. Doch ist infolge der Kriegslage die Verwendung behindert. A Folge der schlechten Transportmöglichleite» fallen die mei­sten Gurkenmärkte in den Landorten ans. Tie Waren werden zum größten Teil per Achse nach Mainz, Warme Darmstadt und Frankfurt gebracht, wo sie immerhin noch gute Abnehmer finden. Der Preis ist zieuilich niedrig und werden durchschnittlich für Einmachgurken 541 Pfg. bis I Mark für das Hundert bezahlt.

Frankfurter Wetterbericht.

Borausiage: Wolkig, zeitweise Niederschläge, mäßig worin, zunächst nordwestliche, später östliche Winde.

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch c I, Friedberg: für den Anzeigenteil: SS. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tageszeitung", A. G., Friedberg i. H.

Aufruf.

An die Bewohner des Hreiles Friedderg.

In der nächsten Woche werden Einwohner (vorwiegend Frauen und Kinder) der Festung Metz hier eintrefsen, die aus militärischen Gründen ihre Heimat verlassen müffc-n. Wir sind zur Unterbringung und Verpflegung, deren Kosten die Stadt Metz trägt, auf Grund des Kriegsleislungsgesetzes verpflichtet.

Sie alle haben die Trennung von Angehörigen, die bei« Kriegsruf gefolgt sind, erfahren. Umsomehr sind wir bei Ueberzeugnng und Zuversicht, daß Sie bestrebt fein werd.'n, den Landsleuten aus dem Reichsland, die der Krieg vom Er­nährer und Heimat losgerifsen hat, nach Kräften z» helfen und ihnen zu zeigen, daß die Fremde solche Opfer zu wür­digen weiß.

Wir fordern Sie daher auf, die mit der Unterbringung beauftragten Behörde» in ihrem schwierigen Werk durch frei- willige Meldung und Bereitstellung von Liebesgaben für die von der Reise niitgenommenen Landsleute nach Möglichkeit z» unterstützen. Sie alle wissen und haben da? durch die bisherigen Wnffenerfolge bestätigt gefunden, daß »ns.-re Krieger in der "Front ihre ganze Kraft in treuer Pflicksier- füllung einsetzen. Bleiben Sie dahinter nicht zurück und zeigen Sie nuferen Brüdern ans dem heiß erkämpften Reichsland, daß der Heimat gemeinsames Band »ns olle umschlingt.

Frirdberg, den 11. August 1914.

CM. Kreismt Kriedberg.

F r h r. S ch e n ck.