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Ans der Heimat.
Klagen über schlechte Verpflegung der Einquartierung! Von verschiedenen Seiten, z. T. mit voller Namensunt;» schrift, gingen »ins Klagen über schlechte Behandlung der Einquartierung zu. Uebcreinstimmcnd beschwert man sich über die Aufnahme, die unsere Krieger bei der Gattin eines hiesigen höher gestellten Herren gesunden hätten, So wie das Nachtlager das dürftigste gewesen fei, so fei auch die Beköstigung gewesen, so hätten z. B. die Einquartirrten eines Abends Kartosfcln mit einem Handkäs erhalten. Achnliches wurde uns von anderer Stelle berichtet. Auch aus einem Dorfe in der Nähe von Friedberg ging uns heute eine Karte zu, worin der Einsender unter Nennung seines Namens sich über einen dortigen, angesehenen und wohlhabenden Landwirt beschwert. Als Abendessen sei dort ein Ei und trockenes Brot und für vier Mann eine Flasche Bier verabreicht worden. Es wäre ja am Platze, wenn inan derartige Ouartiergeber mit ihrem Namen an den Pranger stellte, allein es widerstrebt uns, in den Tagen der Gegenwart, wo im Lande aller Hader und Zwist zum Schweigen gekommen ist, einen derartigen Schritt, der Unfrieden erregen könnte, zu tun. Das allein hält uns ab. Wir wollen aber nochmals hcrvorhcbcn, daß es eine Ehrenpflicht ist, der Männer, die hinauszichen, um ihr Leben für das Vaterland einzusetzcn, gastlich aufzunchmcn, sie liebreich zu behandeln und sie aufs beste zu bewirten, soweit cs der Ouartiergeber vermag. Wer das nicht tut, verrät eine niedrige Gesinnung und versündigt sich an dem Datcrlande.
Deutsche Frauen olfne Nation. Selbstgefühl.
Frankfurt a. M., 13. August. Ueber das schamlose Verhalten hiesiger Damen gegenüber den hier untergebrachten französischen Gefangenen werden Einzelheiten bekannt, die schonungslos an den Pranger gestellt zu werden verdienen. Die „Damen", hochmodern und ausfällig gekleidet, «ntblödeten sich nicht, den auf dem Hose der Bethmannschulc spazieren gehenden Soldaten Blumen zuzuwerfen, ihnen Zigaretten, Süßigkeiten und andere Leckerbisien zuzustccken, die Gefangenen mit Schmeichclworten zu umkofen und sich ihnen als liebe Freundinnen in jeder Weife erkenntlich zu machen. Obwohl dieses empörende, nahezu perverse Verhalten dieser den bessern Ständen angehörcnden Frauen und Mädchen von vielen Zuschauern sofort in schärfster Weise gebrandmarkt wurde, liehen sich die meisten dieser „Damen" doch nicht im geringsten irre machen. — Gleich empörend ist das Verhalten verschiedener Frauen, die im Bahnhossdienst tätig sind. Sie sasien ihre Arbeit hier lediglich als Sport auf, rauchen zum Teil Zigaretten, kümmern sich um die Pslege der eintreffenden verwundeten „gewöhnlichen" Soldaten gar nicht, sondern erklären ungeniert, daß sie nur sür die „Herren Offiziere" da seien. — Das Gebühren dieser jeder Selbstachtung baren Frauen wird dem Vernehmen nach dazu sühren, daß man die Namen dieser „Damen" fortan rücksichtslos in den Tageszeitungen der Oeffentlichkeit preisgibt.
• Frankfurt a. M., 12. August. Am letzten Donnerstag fiel der 18jährige Schisfsjunge Hugo Mönch au» Freudenstadt in den Main und ertrank. Die Leiche wurde geborgen.
• Bad-Nauheim, 12. August. Zahlreiche russische Kurgäste
die von hier plötzlich abreisten, sind ihren Verpslichtungen gegen ihre Aerzte, Hotelbesitzer und Wohnungsgcber nicht nach- gckonimen. Diesen erwächst dadurch ein recht erheblicher Schaden. Auch viele Easthausangestellte wurden schwer geschädigt.
Hrsien-Nassau.
• Bad Homburg, 12. August. Der Vaterländische Frauen- vcrcin Homburg errichtet sür die verwundeten Krieger ein Ee- nejungshelm in der Stadt und am Bahnhof eine ständige Ver- pflcgungsstation.
• Oberursel, 13. August. Tausend Mark bewilligte die rpar- und Darlehnskasie vorläusig als Unterstützung der Angehörigen ihrer im Felde stehenden Vereinsmitglieder. Der Gesungverein „Licderkranz" opserte sein gesamtes Barvermögen zu Kricgsuntcrstützungszwecken.
• Anspach i. T., 12. August. Einen nachahmenswerten Be- schlutz faßte der hiesige Turnverein. Er stellte sein gesamtes Vereinsvrrmögen in Höhe von 2800 Mark hiesigen-Familien, deren Ernährer im Felde stehen, zu Untcrstlltzungszwecken zur Verfügung.
• Griesheim, 13 Aug. Eine eigenartige Form der Kriegs- Unterstützung an notleidende Familien wählte die hiesige Ee- n rindeverwaliung. Cie bewilligte nicht eine bestimmte Summe, wie cs alle anderen Gemeinden bisher in vorbildlicher Weise taten, sondern beschloß, den betreffenden Familien aus dem Wege der — Armenunterstützung helfend zur Seite zu stehen. Ferner soll von den Gemeinden, deren Eemeindemit- glieder in Griesheim wohnen, "aber noch kein Unterstützungs- recht genießen, die für diese Leute verauslagten „Almenunterstützungen" später wieder eingesordert weiden. Diese seltsame Methode, Kriegsunterstützungen als Armensachcn zu behandeln, dürste einzig dastchen.
• Oberhöchstadt, 12. August. Die hiesige etwa 1688 Einwohner zählende Gemeinde stellte zu Untcrstützungszwecken während des Kriege» 7808 Mark bereit. — Mehrere Bäckermeister, die unmittelbar nach der Mobilmachung eine beträchtliche Erhöhung der Brotpreise Vornahmen, wurden durch den Einspruch de: hiesigen Sozialdemokraten zur Jnnehaltung der alten Preise gezwungen.
• Köuigstein, 12. August. Wie lies des Krieges Hand in das Familienleben eingreist, beweist die Tatsache, daß aus Königstein außer den vielen unverheirateten Kriegern 145 Familienväter zu den Fahnen cinbcrusen wurden, die neben ihren Frauen 251 Kinder zurücklassen mußten. Zur Unterstützung dieser Zurückgebliebenen hat die städtische und private Liebe,- tätigkeit weitgehende Vorsorge getroffen.
• Wetzlar, 12. August. Eine außerordentliche Stadtverord- netcnsitzung bewilligte einstimmig 58 808 Mark zur Unterstützung hilssbedürstiger sZ-nrili-n, deren Ernährer zu den Fahnen b»e»t»» wurden
He»« T-ges^tr»»^, Frerreg, m II. «ug-fi im .
* Dilleuburg, IS. August. Sie Stadtverordnetenversammlung bewilligte fit Uirterstühungen an hilfsbedilrstige Famt-
lien einberusenen Mannschaften 19 808 Mk. Zur Deckung dieser Mehrausgabe beschloß man die Erhebung einer Sonder- steuer von 25 Prozent der Staatscinkommensteuer.
Starkenburg.
* Darmstadt, 13. August. Nach einer Bekanntmachung de» Oberbürgermeisters beträgt der Höchstpreis für Kartoffeln z. Zt. für den Zentner 5 Mark und im Pfundpreis« 7 Mark. Diese höchsten Preise seien, wenn man die gute Ernte berücksichtigt, eigentlich nicht gerechtsertigt. Sie mögen aber vorübergehend, bis die Transportschwicrigkeiten beendet sind, ihre Geltung haben. Preise, die über diese Grenze hinausgehen, kann der Oberbürgermeister als angemesien nicht anerkennen und wird, wenn ihm Ueberfordcrungen zur Kenntnis gebracht werden, prüfen, ob er nicht mit gesetzlichen Mitteln dagegen «inschreiten soll. Ein allgemeiner Abschlag muß mit dem Augenblick unbedingt cintrctcn, in dem wieder besserer Güterverkehr möglich ist. Dies wird schon in Kürze der Fall spin.
* Darmstadt, 13. August. Aus ein Eingesandt in hiesigen Blättern, in welchem verlangt wird, daß die Hoftheatervorstei» lungen bi» zur Beendigung des Krieges aussallcn, wird jetzt bekannt gegeben, daß die sämtlichen zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten des Hofthcatcrs schon seit einiger Zeit zu national-patriotischen Zwecken vorgesehen sind und eingerichtet werden.
* Darmstadt, 13. August. Die ersten französischen Gesang«, neu, 178 Mann und zwei Offiziere, kamen gestern von der süd- französischen Grenze hier durch, um nach einer in Rorddcutsch- land gelegenen Festung gebracht zu werden. Der Zug hielt auf der hiesigen Station nur kurze Zeit, doch konnte man seststel- len, daß es meist nur mittelgroße Leute waren, die in ihren roten Hosen, ohne Wasfenrock (wegen der Hitze) und Käppis teils der Infanterie, teils der Kavallerie angchörten. Sie rauchten meist ihr kurzes Pfeischcn und waren guter Dinge. Wäsche und Ausstattung der Wasfenröcke ist anscheinend nicht wie bei uns: Die Kriegsgarnitur machte keinen besonderen Eindruck. Die -Offiziere, welche in einem Abteil zweiter Klaffe durch einen Offizier und zwei Unterossizier« geschützt wurden, hatten vorsichtshalber die Fenster verhängt.
* Aus dem Odenwald, 13. August. Freche Einbrecher machte» sich vor einiger Zeit in Winterkasten und Fränkisch-Erum- bach zu tun, indem sic auf der „Wanderschaft" begriffen zwei schwere Einbrüche vcrübten und bei ihrer Festnahme auch noch falsche Namen angaben und hierdurch falsche Eintragungen im Gefcngcncnregister verursachten. Sie werden verurteilt: der Karl F. Sauerbach zu einem Jahre, drei Monaten und einer Woche, der Wilhelm Kirchner zu einem Jahre fünf Monate und 14 Tagen Hast. Beide find Taglöhner und stammen aus Cchweinfurt.
Bekanntmachung.
Auf Befehl des Chess des Feldeisenbahnwesens haben Erntearbeiter aus den Eisenbahnen jreie Fahrt Friedberg, den 11. August 1914.
Eroßherzogliches Kreisamt.
. _ . Frhr. von Schcnck.
Freiwillige Gallen.
Für das Rote Kreuz sind eingegangen: Kommerzienrat K. Trapp 186 M; Major Eudewill 108 M; I. Dörr (vereinnahmt am Bahnhof) 77 Psg.; Kreisrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg 56 Bernhard Schütz (in Fauerbach gesammelt) 258 Jl] Professor Walz 5 Ji] Derselbe 5 Balth. Bickel, Landwirt in Ilbenstadt 28 M; Bepperling (von dem hiesigen Lokomotio- sührnerpers.) 5,38 Ji] Psarrer Mangold, Burggräsenrode 76,58 Ji] Professor Stromann 20 Derselbe 11,60 Jl; Geh. Justizrat Jöckel 28 Jl; Sattlermeister Jhlefeld 3 Steinöckel 20 Jl; Herr und Frau Eeorgi (anläßlich ihrer silbernen Hochzeit) 258 Ji; Professor Stromann 50 Jl] Frau Haeberle 10 .8; Frau 31. Aaron dahier 25 Ji] Frau Oberarzt Dr. Werner zu Heppenheim 18 Ji] Herr Bauunternehmer Mörschel dahier 188 Jl] Frau Malermeister Hieronimus dahier 28 Frau Hauptmann Soldan dahier 5 Ji] Frau Helene Waas Ww. dahier 68 Frau Gönner dahier 5 Ji; Frl. Kalbhenn und Ungenannt in Burg-Gräfenrode 5 Jl; Bei einer Sammlung am Bahnhos 16,18 Desgl. 9,58 Ji; Für Obstoerkaus durch H. L. Strauß 32,28 M; Desgl. 3,90 Ji] In Fauerbach gesammelt 38,87 Von einem Reservisten 5 M ; Gemeinde Steinfurth 30 Jl] Gemeinde Wölfersheim (Ergebnis einer Sammlung) 286,25 Ji] Frau Gräfin Solms-Rödelheim i» Affenheim gesammelt 542,75 Jl; Kegelklub „Fidelio" zu Friedberg 180 Kegelklub „Alle Neun" zu Friedberg 58 Ji] Unteroffizierslasse des hiesigen Bataillons 31,69 Gesangverein „Frohsinn" zu Burg-Gräfcn- rode 58 Israel. Fraueuverein zu Friedberg 58 Ji] Mitt- woch-Baukollegenabend im Kasino 68 Ji] Ungenannt 100 Ji] Desgl. 10 Desgl. 50 Desgl. 10 Desgl. 1,15 Sammelstell« des Herrn Psarrer Ritter)
Herr Prosessor Jäger, hier 28 Jl] Klub „Humor" 30 .ü; Frl. B. v. H. 5 Von den „58jährigen 1913" durch H. Sch. 7,58 Ji] Frau S. T. (vorläufig) 5 Herr Bergrat Fölling 18 Herr Schloffermcister Rumpf 5 Jl] Frau Langsdorf 2 Jl] Frau E. Weith 18 Jl] Frau Bürgermeister Steinhäußer 5 Ji] Frau Ehr. Frick Ww. 5 ,lt: Herr Forstmeister Augst 58 Hr. Sch. 20 Frl. Buchhold 3 .8; G-schw. Brachmann-Schäser 10 Herr Fahrkartenausgebcr Gabler 5 M] Frl. M. v. Helmolt 4 .8: grau Lehrer Weck 18 .8: Frau Pfarrer Becker Ww. 5
Vom Verschönerungsverein Friedberg 588 Herr Gastw. Eripp 58 M] Frau o. Helmolt geb. Geygcr 188 Ji] Herr Kaufmann Pappenheimer 18 Ji] Herr Sanitätsrat Dr. Becker 28 ,K; Frau Dr. Werner geb. Runge 3 .8: Herr Medizinalrat Dr. Nebel 188 ,8; Ungenannt (am Bahnhos) 1 Ji] Durch Herrn Psarrer Mangold, Burg-Gräfenrode (vom dortigen Krieger- verein 58 .8, Turnverein 38 -8, Jsr. Gemeinde 28 .8), zusammen 188 Ji] Frl. L. N. (Kaiserstraß- 126) 5 Ji.
Indem der Empfang vorstehend ausgeführter Gaben dan- kend bestätigt wird, wird in Anbetracht der dem Roten Kreuz | erwachsenden Ausgaben um weitere Fuwciiunaen an die Ge-
__ Veit» 3.
schäftsstelle über den Pferdeställen, und die Sammelstellen bei Herrn Psarrer Ritter, am Mathildenstist, Borschußverein und dem Unterzeichneten Rechner ergebenst gebeten.
I. A.: Der Rechner: Dönges. (Geschästsstelle des Roten Kreuzes, Haagstr. 16,
Spenden von Naturalien gingen bis zum 12. August ein: Gemeind« Langenhain-Zicgenbcrg: l Wagen Brot, Wurst, Fleisch, Kaffee. Eier. Butter, Limonade. Gemeinde Okarben: Braten, Schinken, Solperfleisch, Schokolade, Erbswürste, fünf Ä. Milch. Gemeinde Rieder-Wöllstadt: Brot, Kaffee, Thee, Wurst, Fleisch, 15 Kannen Milch, Zigarren, Gemüse. Brunnen- vcrwaltung Schwalheim: 14 Ballon Sauerwasjer, 258 Fl. W Gemeinde Schwalheim: Brot, Wurst. Herr Diktz, Schwalheim 2 K. Milch. Gemeinde Steinfurth: Kaffee, Flcischwaren, Eier. Gemeinde Wölfersheim: Kasse«, The«, Wurst, Fleisch, Eier,
Butter, 1 Wagen Kartoffeln. Gemeinde Ockstadt: Kartoffeln. Herr Klingel, Ockstadt: Brot, Zigarren, Milch. Herr Gröninger Ockstadt: Brot, Kaffee, Thee. Gemeinde Kaichen: 1 Wagen
Brot, Kaffee, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln, Gemüse, 480 Eier, Butter, Mus. Herr G. Bracke Friedberg: Zigarren. Herr Ott, Kaufm., Friedberg: Kaffee, Zucker. Hr. Weil-Fried- bcrg: Kaffee und Brötchen. Herr Kcller-Böngadt: Gemüse.
Herr Kreuder, Hutgeschäst Friedberg: Tüllsäckch-n. Herr Metzen- bors, Friedberg: Tüllsäckchen. Geschwister Mayer, Friedberg: 1280 Postkarten. Herr H. Strauß, Friedberg: Zigarren, Zigaretten. Herr Metzler, Friedberg: Wurst. Herr Mnller-Löwen- hof: Brot, Fleischwarcn, Eier. Hr. F. Stahl-Friedberg: Gemüse. Herr Th. Mörschel, Friedberg: Brot und Würste. Frl. Konrad und Meyer 2 K. Zigarren, Schokolade. Herr Leidecke, Ockstadt Brot. Herr Hilbrecht, Friedberg Zwieback. Kasse«, Thee. Herr Reif, Dorheim: 3 K. Milch. Herr Frodermann, Holzhausen v. d. H.: 8 Säcke Kartoffeln und Obst. Herr Becker, Maler, Friedberg: 4 Pak. Kasfce. Gräfin Solms Rödelheim zu Dorheini: Kakao. Herr Schäfer und Stelz, Nieder Florstadt: Gemüse. Herr Schudt, Eörbelhcim: 4 K. Milch. Herr Karl Damm-Fricö- berg: 2888 Postkarten.
Allen Gebern herzlichsten Dank!
Bei der Pslege der Verwundeten wird daro er» großer Bedarf an Wäsche eintreten. Es haben sich in dankenswerter Weise bereits zahlreiche Kräfte zur Verfügung gestellt, und cs diene diesen zur Nachricht, daß von Donnerstag, den 13. Aug. täglich in der Geschäftsstelle (Haagstraße) von 3—6 Uhr zuge- schnittcnc Wäschestücke ausgegeben werden, die dann zu Hause fertiggestellt werden können.
Die Nähabtcilung.
Verzeichnis der vom Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz vorbereiteten Bereins-Lazarettc.
Darmstadt (die Zahlen bedeuten die Anzahl der Betten): Alice-Hospital 78, Elisabethenstist 128, Haus der Barm herzigen Schwestern 98, Heilanstalt von Dr. Lossen 28, Klinik Dr. Machenhauer 38, Webersche 3lugenklinik 15, Stadtkranlen- haur 188. Insgesamt 445 Betten. B e n s h e i m : Hospital
45, Groß-Gerau: Krankenhaus 48. Lampertheim: Evangelisches Krankenhaus 17, St. Marienkrankenhaus 38, Mainz: Aliceheim 38, Bad-Nauheim: Konitzkystist 128 , Worms: Turnhalle 68. Gießen: Chirurgische Klinik 185, Medizinische Klinik 188, Augenklinik 35. Vilbel: Krankenhaus 21. Insgesamt 1848 Betten, darunter 88 Betten für Offiziere.
„Gold gab ich sür Eise n." An dieses Wort aus den Bejreiungskriegen 1813-14 gemahnte uns heute eine größere Anzahl von Schmucksachen, die die Gräfin zu Erbach Fürstenau uns zusandte mit der Bitte, sie zum Besten des Roten Kreuzes zu verwerten. Beweise von Opferfreudigkeit kommen uns in diesen erhebenden Tagen zu aus allen Kreisen, und die Jugend will dabei hinter dem Alter nicht Zurückbleiben. Ein lüjähri- ger Junge feiert seinen Geburtstag, er verzichtet aus den Geburtstagskuchen und stiftet den Betrag dem Roten Kreuz. Der Erlös russischer Orden wandert in unsere Kasse, Aerzte verzichten aus ihr Honorar, an Stammtischen und in Bureaus kreist die sammelnde Büchse sür das Rote Kreuz. Ein einfaches Dienstmädchen bringt einen nicht unerheblichen Teil ihres Lohnes, Schülerinnen der Mittelschule sammeln unter sich und steuern ihr Scherslcin bei sür die Pslege der Verwundeten.
Kriegssürjorge der Invaliden» und Hinterblicdenenversicherung
Für Maßnahmen zur Krankenpflege, zur Verhütung von Seuchen usw. hat der Vorstand der Landes-Versichcrungs Anstalt Großh. Seffen zu Darmstadt dem Heffischen Landesoercin vom Roten Kreuz erstmalig 10 000 Wart zur Verfügung ge- stellt. J«;; - ..
Liebesgaben.
Als geeignete Liebesgaben für unsere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen:
Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Ps-isen, Ehokolad« Kernseife (keine seinen parsümierten Seifen), Hemden, Unter- hcscn, Strümpfe, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden au- Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nachthemde» und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Tasckientücher und Pantoffel.
Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Ge- s ch u f t s,t e l 1 e des Roten Kreuzes, Haagstraße 16, abzugeben, von wo sie je nach Wunschdes Gebers, auf dem Kriegs- sckarplatze oder in der Heimat Verwendung finden.
Aranksurter Wetterbericht.
Boraussage: Heiler, trocken, tags warm, nachts kühl, nordwestliche Winde.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otta Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: sd. Sch uiid t, Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung".
A. Friedberg i. H.


