Ausgabe 
14.8.1914
 
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Mt. Id

Ans der Heimat.

Klagen über schlechte Verpflegung der (finquartierung! Voll verschiedenen Seiten, z. T. mit voller Namensunter- schrift, gingen uns Klagen über schlechte Behandlung der Einquartierung zu. Uebereinstimincnd beschwert man sich über die Aufnahme, die unsere Krieger bei der Gattin eines hiesigen höher gestellten Herren gesunden hätten, So wie das Nachtlager das dürftigste gewesen fei, so sei auch die Beköstigung gewesen, so hätten z. B. die Einquartirrten eines Abends Kartosscln mit einem Handkäs erhalten. Achnliches wurde uns von anderer Stelle berichtet. Auch aus einem Dorfe in der Nähe von Friedbcrg ging uns heute eine Karte zu, worin der Einsender unter Nennung seines Namens sich über einen dortigen, aiigesehenen und wohlhabenden Landwirt beschwert. Als Abendessen sei dort e i n Ei und trockenes Brot und für vier Mann eine Nasche Bier verabreicht worden. Es wäre ja am Platze, wenn man derartige Ouartiergeber mit ihrem Namen an den Pranger stellte, allein cs widerstrebt uns, in den Tagen der Gegen­wart, wo im Lande aller Hader und Zwist zum Schweigen gekommen ist, einen derartigen Schritt, der Unfrieden er­regen könnte, zu tun. Das allein hält uns ab. Wir wollen aber nochmals hcrvorhcben, daß es eine Ehrenpflicht ist, der Männer, die hinauszichen, um ihr Leben für das Vaterland einzusetzen, gastlich auszunehmcn, sie liebreich zu behandeln und sie aufs beste zu bewirten, soweit cs der Ouartiergeber vermag. Wer das nicht tut, verrät eine niedrige Gesinnung und versündigt sich an dem Vaterlande.

Deutsche Frauen ohne Nation. Selbstgefühl.

Frankfurt a. M., 13. August. Uebcr das schamlose Verhalten hiesiger Damen gegenüber den hier untergebrachten sranzösischcn Gefangenen werden Einzelheiten bekannt, die scho» nungslos an den Pranger gestellt zu werden verdienen. Die Damen", hochmodern und ausfällig gekleidet, entblödetcn stch nicht, den aus dem Hose der Bethmannschule spazieren gehen­den Soldaten Blumen zuzuwcrfen, ihnen Zigaretten, Siißig- kcitcn und andere Leckerbissen zuzustecken, die Gefangenen mit Schmeichelworten zu umkosen und sich ihnen als liebe Freun­dinnen in jeder Weise erkenntlich zu machen. Obwohl dieses empörende, nahezu perverse Verhalten dieser den bessern Stän­den angehörenden Frauen und Mädchen von vielen Zuschauern sofort in schärfster Weise gebrandmarkt wurde, ließen sich die meisten dieserDamen" doch nicht im geringsten irre machen. Gleich empörend ist das Verhalten verschiedener Frauen, die im Bahnhofsdienst tätig sind. Sie fasten ihre Arbeit hier lediglich als Sport auf, rauchen zum Teil Zigaretten, küm­mern sich um die Pslege der eintreffenden verwundetenge­wöhnlichen" Soldaten gar nicht, sondern erklären ungeniert, daß sie nur für dieHerren Offiziere" da seien. Das Gebühren dieser jeder Selbstachtung baren Frauen wird dem Vernehmen nach dazu sühren, daß man die Namen dieserDamen" fortan rücksichtslos in den Tageszeitungen der Oessentlichkeit preis­gibt.

* Frankfurt a. M., 12. August. Am letzten Donnerstag fiel der 16jährige Echifssjunge Hugo Mönch au» Freudenstadt in den Main und ertrank. Die Leiche wurde geborgen.

* Bad-Nauheim, 12. August. Zahlreiche russische Kurgäste

die von hier plötzlich abreisten, sind ihren Verpflichtungen gegen ihre Aerzte, Hotelbesitzer und Wohnungsgcber nicht nach- gckommcn. Diesen erwächst dadurch «in recht erheblicher Scha­den. Auch viele Easthausangcstcllte wurden schwer geschädigt.

Hrssen-Nassau.

* Bad Homburg, 12. August. Der Vaterländische Frauen- verei» Homburg errichtet für die verwundeten Krieger ein Ge­nesungsheim in der Stadt und am Bahnhof eine ständige Ver- pf.'cgungsftation.

* Obcrursel, 13. August. Tausend Mark bewilligte die kpar- und Darlehnskasse vorläufig als Unterstützung der An­gehörigen ihrer im Felde stehenden Dereinsmitglieder. Der EesungvereinLiederkranz" opferte sein gesamtes Barvermögen zu Kriegsunterstützungszwecken.

* Anspach i. t., 12. August. Einen nachahmenswerten Be­schluß satzte der hiesige Turnverein. Er stellte sein gesamtes Vereinsvcrmögcn in Höhe von 2000 Mark hicsigen-Familicn, deren Ernährer im Felde stehen, zu Unterstützungszwecken zur Lcrsügung.

* Griesheim, 13 Aug. Eine eigenartige Form der Kriegs- Unterstützung an notleidende Familien wählte die hiesige Ee- n eindcoerwallung. Sie bewilligte nicht eine bestimmte Summe, wie cs alle anderen Gemeinden bisher in vorbildlicher Weise taten, sondern beschloß, den betreffenden Familien aus dem Wege der Armcnunterstützung helfend zur Seite zu stehen. Ferner soll von den Gemeinden, deren Gemeindemit- glieder in Griesheim wohnen, "aber noch kein Unterstützungs­recht genießen, die für diese Leute verauslagtenArmenunter­stützungen" später wieder eingesordert werden. Diese seltsame Methode, Kriegsunterstützungen als Armensachcn zu behandeln, dürste einzig dastehen.

* Oberhöchftadt, 12. August. Die hiesige etwa 1600 Einwoh­ner zählende Gemeinde stellte zu Unterstützungszwecken wäh­rend des Krieges 7000 Marl bereit. Mehrere Bäckermeister, die unmittelbar nach der Mobilmachung eine beträchtliche Er­höhung der Brotpreise Vornahmen, wurden durch den Einspruch der hiesigen Sozialdemokraten zur Jnnehaltung der alten Preise gezwungen.

* Königstein, 12. August. Wie tief des Krieges Hand in das Familienleben «ingreist, beweist die Tatsache, daß aus Königstein außer de» vielen unverheirateten Kriegern 145 Fa­milienväter zu den Fahnen einbcruse» wurden, die neben ihren Frauen 251 Kinder zurücklassen mußten. Zur Unterstützung dieser Zurückgebliebenen hat die städtische und private Liebe,- tätigkeit weitgehende Vorsorge getroffen.

* Wetzlar, 12. August. Eine außerordentliche Stadtverord- netensitzung bewilligte einstimmig 50 000 Mark zur Unterstütz- un, hilfsbedürftiger Familien, deren Ernährer zu den Fahnen b»e»l»a wurden

M»»e rages^tennH. »an fl. «ntznp f»n .

* Dillen»»rg, 13. August. Dt« Stadtverordnetenversamm­lung bewilligt« für Unterstützungen an hilfsbedürftig« Fami­lien cinberusenen Mannschaften 19 000 Mk. Zur Deckung die- ser Mehrausgabe beschloß man die Erhebung einer Sonder- stcucr von 25 Prozent der Staatseinkommensteuer.

Starkeuburg.

* Darmstadt. 13. August. Nach einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters beträgt der Höchstpreis für Kartoffeln z. Zt. für den Zentner 5 Mark und im Pfundpreise 7 Mark. Dies« höchsten Preise seien, wenn man die gute Ernte berücksichtigt, eigentlich nicht gerechtfertigt. Sie mögen aber vorübergehend, bis die Transportjchwierigkeitcn beendet sind, ihre Geltung ha­ben. Preise, die über diese Grenze hinausgehen, kann der Oberbürgermeister als angemesien nicht anerkennen und wird, wenn ihm llebersorderungen zur Kenntnis gebracht werden, prüfen, ob er nicht mit gesetzlichen Mitteln dagegen «inschrei­ten soll. Ein allgemeiner Abschlag muß mit dem Augenblick unbedingt eintretcn, in dem wieder besserer Güterverkehr mög­lich ist. Dies wird schon in Kürze der Fall spn.

* Daemstadt, 13. August. Aus ein Eingesandt in hiesigen Blättern, in welchem verlangt wird, daß die Hoftheatervorstel- lungcn bis zur Beendigung des Krieges ausfallcn, wird jetzt bekannt gegeben, daß die sämtlichen zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten des Hofthcaters schon seit einiger Zeit zu na­tional-patriotischen Zwecken vorgesehen sind und eingerichtet werden.

* Darmstadt, 13. August. Die ersten französischen Gefange­ne», 170 Mann und zwei Osfiziere, kamen gestern von der süd- französischen Grenze hier durch, um »ach einer in Norddeutsch­land gelegenen Festung gebracht zu werden. Der Zug hielt auf der hiesigen Station nur kurze Zeit, doch konnte man seststel- len, daß es meist nur mittelgroße Leute waren, die in ihren roten Hosen, ohne Wasfenrock (wegen der Hitze) und Käppis teils der Infanterie, teils der Kavallerie angehörten. Sie rauchten meist ihr kurzes Pseischcn und waren guter Dinge. Wäsche und Ausstattung der Waffenröcke ist anscheinend nicht wie bei uns: Die Kriegsgarnitur machte keinen beson­deren Eindruck. Die -Osfiziere, welche in einem Abteil zweiter Klasie durch einen Ofsizier und zwei Unterossizier« geschützt wurden, hatten vorsichtshalber die Fenster verhängt.

* Bus dem Odenwald, 13. August. Freche Einbrecher mach­te» sich vor einiger Zeit in Winterkasten und Fränkisch-Erum- bach zu tun, indem sie auf derWandcrschast" begriffen zwei schwere Einbrüche verübten und bei ihrer Festnahme auch noch falsche Namen angaben und hierdurch falsche Eintragungen im Eefcngenenrcgister verursachten. Sie werden verurteilt: der Karl F. Sauerbach zu einem Jahre, drei Monaten und einer Woche, der Wilhelm Kirchner zu einem Jahre süns Monate und 11 Tagen Haft. Beide sind Taglöhner und stammen au» Echweinfurt.

Bekanntmachung.

Auf Befehl des Chefs des Feldeisenbahnwesens haben Erutearbeiter auf den Eisenbahnen freie Fahrt

Friedberg, den 11. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt.

Frhr. von S ch c n ck.

Freiwillige Gallen.

Für das Rote Kreuz sind «ingegangen: Kommerzienrat K. Trapp 100 ,8; Major Eudewill 100 M; I. Dörr (vereinnahmt am Bahnhof) 77 Pfg.: Kreisrat Frhr. Schenck zu Schweins­berg 50 ^l: Bernhard Schütz (in Fauerbach gesammelt) 250 Piosessor Walz 58; Derselbe 5 .8; Balth. Bickel, Landwirt in Ilbenstadt 20 Ji; Bepperling (von dem hiesigen Lokomotiv- sührncrpers.) 5,30 Ji; Pfarrer Mangold, Burggräsenrode 76,50 Ji; Professor Stromann 20 .6; Derselbe 11,60 M\ Geh. Justiz­rat Jöckel 208; Sattlermcister Jhlcscld 3 .6; Steinöckel 20 Ji; Herr und Frau Eeorgi (anläßlich ihrer silbernen Hochzeit) 250 M) Professor Stromann 50 Ji; Frau Haeberle 10 ,8: Frau A. Aaron dahier 25 Ji; Frau Oberarzt Dr. Werner zu Hep­penheim 10 Ji; Herr Bauunternehmer Morsche! dahier 100 Ji; Frau Malermeister Hieronimus dahier 20 .8; Frau Haupt­mann Soldan dahier 5 ^l: Frau Helene Waas Ww. dahier 60 JH; Frau Gönner dahier 5 Ji; Frl. Kalbhcnn und Ungenannt in Burg-Eräfenrode 58; Bei einer Sammlung am Bahnhof 16,10 Ji; Desgl. 9,50 .8; Für Obstverkauf durch H. L. Strauß 32,20 Ji; Desgl. 3,90 Ji; In Fauerbach gesammelt 30,87 .8; Von einem Reservisten 5 Ji; Gemeinde Steinfurth 30 «6; Ge­meinde Wölfersheim (Ergebnis einer Sammlung) 208,25 -ü; Frau Gräfin Solms-Rödelheim in Asienheim gesammelt 542,75 Ji; KegelklubFidelio" zu Friedberg 100 .8; KegelklubAlle Neun" zu Friedberg 50 Ji; Unteroffizierskasse des hiesigen Ba­taillons 31,69 ,8; GesangvereinFrohsinn" zu Burg-Gräscn- rode 50 ,8; Israel. Fraucnverein zu Friedberg 50 .8; Mitt- woch-Baukollcgenabend im Kasino 68 Ul: Ungenannt IW <8; Desgl. 10 Desgl. 50 .8; Desgl. 10 ,8; Desgl. 1,15 .8.

Samm e l ste lle des Herrn Pfarrer Ritter)

Herr Professor Jäger, hier 20 Ji; KlubHumor" 30 Ji; Frl. B v H. 5 Ji; Von den50jährigen 1913" durch H. Sch. 7,50 .8: Frau S. T. (vorläufig) 5 .8: Herr Bergrat Fölling 10 8: Herr Echlosiermcister Rumpf 58; Frau Langsdorf 2 Jl; Frau E. Weith 10 M; Frau Bürgermeister Stcinhäußer 5 Ji; Frau Chr. Frick Ww. 5 .8: Herr Forstmeister Augst 50 .8: Hr. Sch. 20 .8: Frl. Buchholb 3 .8: Gejchw. Brachmann-Schäfcr 10 M; Herr Fahrkartenausgebcr Gabler 5 Ji; Frl. M. v. Helmolt 4 .8: grau Lehrer Weck 10 .8,' Frau Pfarrer Becker Ww. 5 .8: Vom Verschönerungsverein Friedberg WO .8: Herr Gastw. Eripp 50 .8: Frau o. Helmolt geb. Geyger IW Ji; Herr Kauf­mann Pappenheimer 10 Ji; Herr Sanitätsrat Dr. Becker 20 .8: Frau Dr. Werner geb. Runge 3 .8: Herr Medizinalrat Dr. Nebel IW .8: Ungenannt (am Bahnhof) 18: Durch Herrn Pjarrer Mangold, Burg-Eräfenrode (vom dortigen Krieger­verein W .8, Turnverein 30 .8, Jsr. Gemeinde 20 .8), zusam­men IW .8; Frl. L. N. (Kaiserstraße 12«) 5 M.

Indem der Empfang vorstehend ausgesührter Gaben dan­kend bestätigt wird, wird in Anbetracht der dem Roten Kreuz 1 erwachsenden Ausgaben uo- weiter« .stuweiiunaen an die Ge-

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jchistsstelle über den Pserdeställen, und die Sammelstcllen bei Herrn Pfarrer Ritter, am Mathildenstift, Vorschußverein und dem Unterzeichneten Rechner ergebenst gebeten.

I. A.: Der Rechner: Dönges. (Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstr. 16.

Spenden von Naturalien gingen bis zum 12. August ein: Gemeind« Langenhain-Zicgenbcrg: l Wagen Brot, Wurst, Fleisch, Kaffee, Eier, Butter, Limonade. Gemeinde Okarben: Braten, Schinken. Eolperfleisch, Schokolade, Erbswürste, süns K. Milch. Gemeinde Rieder-Wöllstadt: Brot, Kaffee, Thec, Wurst, Fleisch, 15 Kannen Milch, Zigarren, Gemüse. Brunnen­verwaltung Schwalheim: 14 Ballon Sauerwasjer, 2W Fl. W Gemeinde Schwalheim: Brot, Wurst. Herr Dietz, Schwalheim 2 K. Milch Gemeinde Steinfurth: Kaffee, Fleischwaren, Eier. Gemeinde Wülsershcim: Kaffee, Thec, Wurst, Fleisch, Eier,

Butter, 1 Wagen Kartoffeln. Gemeinde Ockstadt: Kartosscln. Herr Klingel, Ockstadt: Brot, Zigarre». Milch. Herr Eröninger Ockstadt: Brot, Kaffee, Thee. Gemeinde Kaichcn: 1 Wage»

Brot, Kassee, Fleisch- und Wurstwaren, Kartoffeln, Gemüse, 4M Eier, Butter, Mus. Herr G. Bracke Friedberg: Zigarren. Herr Ott, Kaufm., Friedberg: Kaffee, Zucker. Hr. Weil-Fried- berg: Kaffee und Brötchen. Herr Keller-Bönstadt: Gemüse.

Herr Kreudcr, Hutgcschäft Friedberg: Tüllsäckchen. Herr Metzen- dors, Friedberg: Tüllsäckchcn. Geschwister Mayer, Friedberg: 1200 Postkarten. Herr H. Sttauß, Friedberg: Zigarren, Ziga- retten. Herr Metzler, Friedberg: Wurst. .Herr Müllcr-Löwen- hof: Brot, Fleischwaren, Eier. Hr. F. Stahl-Friedberg: Gemüse. Herr Th. Mörschel, Friedberg: Brot und Würste. Frl. Konrad und Meyer 2 K. Zigarren, Schokolade. Herr Leidccke, Ockstadt Brot. Herr Hilbrecht, Friedberg Zwieback, Kassee. Thee. Herr Reis, Dorheim: 3 K. Milch. Herr Frodermnnn, Holzhausen v. d. H.: 8 Säcke Kattoffeln und Obst. Herr Becker, Maler, Fried berg: 4 Pak. Kaffee. Gräfin Solms Rödelheim zu Dorheim: Kakao. Herr Schäfer und Stelz, Nieder Florstadt: Gemüse. Herr Schudt, Eörbelheim: 4 K. Milch. Herr Karl Damm-Frics- berg: 2000 Postkarlen.

Allen Gebern herzlichsten Dank!

Bei der Pslege der Verwundete» wird bald ein großer Bedarf an Wäsche rinttetcn. Es haben sich in dankenswerter Weise bereits zahlreiche Kräfte zur Verfügung gestellt, und es diene diesen zur Nachricht, daß von Donnerstpg, den 13. Aug. täglich in der Geschäftsstelle (Haagstraße) von 30 Uhr zuge- schnittcne Wäschestücke ausgegeben werden, die dann zu Hause sertiggestellt werden können.

Die Nähabteilung.

Verzeichnis der vom Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz vorbereiteten Vereins-Lazarette.

Darmstadt (die Zahlen bedeuten die Anzahl der Bet­ten): Alice-Hospital 70, Elisabcthenstist 120, Haus der Barm herzigen Schwestern 90, Heilanstalt von Dr. Lossen 20, Klinik Dr. Machenhauer 30, Webersche Augenklinik 15, Stadtkranlen- haus IW. Insgesamt 445 Betten. B e n s h e i m : Hospital

45, Groß-Gerau: Krankenhaus 40. Lampertheim: Evangelisches Krankenhaus 17, St. Maricnkrankenhaus 30, Mainz: Alicehcim 30, Bad-Nauheim: Konitzkystift 120, Worms: Turnhalle 60. Gießen: Chirurgische Klinik 105, Medizinische Klinik 100, Augenklinik 35. Vilbel: Kranken­haus 21. Insgesamt 1048 Betten, darunter 80 Betten für Of­fiziere.

Gold gab ich für Eisen." An dieses Wort aus de» Befreiungskriegen 1813-14 gemahnte uns heute eine größere Anzahl von Schmucksachen, die die Gräfin zu Erbach Fürstenau uns zusandte mit der Bitte, sie zum Besten des Roten Kreuzes zu verwerten. Beweise von Opfcrfrcudigkeit kommen uns in diesen erhebenden Tagen zu aus allen Kreisen, und die Jugend will dabei hinter dem Alter nicht zurllckblcibcn. Ein lOjähri- ger Junge feiert seinen Gebuttstag, er verzichtet auf den Ge­burtstagskuchen und stiftet den Betrag dem Roten Kreuz. Der Erlös russischer Orden wandert in unsere Kasse, Aerzte verzich­ten aus ihr Honorar, an Stammtischen und in Bureaus kreist die sammelnde Büchse für das Rote Kreuz. Ein einfaches Dienstmädchen bringt «inen nicht unerheblichen Teil ihres Loh­nes. Schülerinnen der Mittelschule sammeln unter sich und steuern ihr Scherslcin bei für die Pslege der Verwundeten.

Kriegssürjorg« der Jnvaliden- und Hinterdliedencnversicherung

Für Maßnahmen zur Krankenpflege, zur Verhütung von Seuchen usw. hat der Vorstand der Landcs-Versicherungs An- stalt Großh besten zu Darmstadt dem Hessischen Landcsverein vom Roten Kreuz erstmalig 10 0M Mark zur Verfügung ge­stellt. ,i a ,;... ..

Liebesgabe»».

Als geeignete Liebesgaben für unsere tapferen Krieger im Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Hei­mat sind besonders zu empfehlen:

Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pfeifen, Chokolade Kcrnseise (keine seinen parsümierten Seifen), Hemden, Unter- hcscn, Strümpfe, für die kälter- Zeit Stauchen, Leibbinden -US Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nacht- Hemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, ferner: Tasckientücher und Pantossel.

Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der Ge­schäftsstelle des Roten Kreuzes, Haagstraße 18, abzugeben, von wo sie je nach Wunsch des Gebers, aus dem Kriegs- schavplatze oder in der Heimat Verwendung finden.

Franfjurter Wetterbericht.

Voraussage: Heiter, trocken, tags warm, nachts kühl, nord­westlich« Winde. _

Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: J». Schmidt, Friedberg. Truck und Verlag derNeuen Tageszeitung .

A. G.. Friedberg i. H.