Nt. 18»
Erna und Ilse.
Roman von D. Feußner.
25 (Fortsetzung).
So schrieb er denn:
*s 3£., 17. 5. 00.
Sehr geehrtes Fräulcinl
Vielleicht haben Sic eine Antwort aus Ihren letzten Brief von mir erwartet: jetzt halten Sie diese in Händen, wahrscheinlich als letztes Lebenszeichen von mir, denn meinen unheilbaren Schmerzen zu entfliehen, ergriff ich die Gelegenheit, welche sich niir so unerwartet bot, um Vaterhaus, Vaterland und die Stätte meiner süßesten Erinnerung zu verlassen. Ich gehe fort und hoffentlich für immer, um in den Wirrnissen des Lebens mein Leid zu betäuben.
— So nehmen Sie nun hin meine letzten Abfchiedsworte, welche aus einem übervollen, aber auch aufrichtigem Herzen kommen, und erwägen Sie, ob es gut war, dasselbe von sich SU stoßen.
Es soll dies keinerlei Vorwurf sein, denn ich hatte ja kein Anrecht auf Ihre Liebe, aus Ihr Leben, aber cs soll in Ihnen die Frage anregen, ob es Ihnen das Herz wirklich diktierte, was Sie mir in Ihrem letzten Briefe schrieben.
— In mir wird niemals die Ueberzeugung reifen, daß meine Liebe zu Ihnen ein Irrtum gewesen sei, Wohl aber ein — Traum, dem ein schnierzlichcs Erwachen folgte.
Wenn ich nun gehe, so soll das, was mir dieser Traum znrückgclassen, „die Erinnerung", das Labsal meiner Seele sein, an denr sie zehrt, wenn die Wogen das Schiff umkosen, oder mein Fuß das fremde Land betreten hat. — Ihr Bild wird mich begleiten und mein Zeuge sein, wann und >vie oft ich Ihrer gedenke, denn unmöglich kann ich dasselbe ans
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Neue Tageszeitung. Dienstag, den 11 . August 1911.
Seite'?,
meinem Herzen reißen. Zu tief hinein ist es versenkt, mit unvergänglichen Zeichen cingegraben, daß wir beide nur durch den Tod getrennt werden können. —
Hoffentlich geschieht dies recht bald, denn das, Ivas mir durch seinen Besitz das Leben zum Paradiese gemacht hätte, macht mir dasselbe, nun ich es missen muß, zu einer Wüste,
Das Leben ohne Liebe ist kein Leben, die Erde ohrre Sonne eine öde unheimliche Stätte. — Ist es nun in Gottes Rat bestimmt, daß mich ein feindliches Geschoß dahinrafft, oder eine tückische Krankheit niederwirft, so soll mein letzter Blick aus iircinen brechenden Augen, das letzte Wort der ersterbenden Stimme und der letzte, lebensmüde Schlag meines Herzens Ihnen, Erna, gehören.
Zum zweitcnmale gebrauche ich Ihren süßen Namctr, welcher für mich alle Seligkeiten des Taseiirs barg und rroch birgt. Zürnen Sie mir deshalb? Ich hoffe nein, denn einem dem Tode Geweihten nimmt man nichts übel. In dieser ernsten Stunde schwinden Vorurteil, Groll und Täuschung: es wird Licht und Wahrheit in dem Dümmerschein der geheimnisvollen, verschleierten Hcrzcnsnacht nnd Erkenntnis, vielleicht auch Reue halten ihren Einzug darinnen. — Wird wohl eine Träne in Ihren Augen glänzen? Wird wohl ein Seufzer Ihres Herzens mir gelten nnd Ihre Hand und Stimme beben, wenn die letztere meinen Namen in der Verlustliste liest? Oder hätten Sie wirklich alles, alles vergessen? Wäre die Begegnung mit Ihnen wirklich eine Fata Morgana, — ein Trugbild meines Lebens gewe- sen? — Dann könnte ich mir selber grollen und die Worte zurufen: „Tor, der ich war, zu glauben, aus der Dankbarkeit würde sich das Schönere und Größere, den Mann beglückende und sein ganzes Leben erfüllende entwickeln." — Verzeihen Sie, wenn ich etwas bitter geworden bin, doch
Kekannlrrmchung.
Das Kricgserjatzgeschäft
für die in der Stadt Friedberg wohnenden Militärpflichtigen findet
Mittwoch, den 12. August, vorm. 8 Uhr
im Siiale des Hotel Trapp
(Eingang von der Wolfengasse aus) statt.
Es haben auch ohne nochmalige besondere Aufforderung und zwar
DM- pünktlich um 77* Uhr vormittags "WU
zu erscheinen:
1. Die Zurückgestellien-
2. Die Militärpflichtigen, über die noch keine Entscheidung getroffen ist.
3. Die zur Disposition der Ersatzbehörden entlafienen Mannschaften.
4. Die zur Zeit des Kriegsersatzgeschäfts noch vorläufig beurlaubten Rekruten.
5. Die von den Truppenteilen abgewiesenen Einjährig- Freiwilligen.
Friedberg, den 7. August 1914.
Der Bürgermeister.
Stahl.
Brlrannlmnchmiy.
Der Tag der Auszahlung der Taxsummen für infolge der Mobilmachung angekauften Pferde wird demnächst bekannt gegeben.
Friedberg, den 7. August 1914.
Der Bürgermeister
Stahl.
In Friedberg wohnhafte
ausgebildete Jnfauteriiten, Jahrgänge 1893, 1884, 1895 wollen sich sofort im Rathaus Zimmer Nr. 4 melden.
Ke)iilrs!rommattdo Friedberg.
Bekanntmachnug.
Es herrscht vlelsoch die Ansicht, deß mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtungen g.gen öf-rnlliche Kassen ruhen.
Dies trifit nur fiir Klregslmkuchmer bezüglich der Steuern vorn 1. August ab zu, fasern deren Ein.omnien in Wegfall gekommen ist.
Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städkischen Umlage und der sonsti-en Ee-älle verpflichtet.
Reklamationen sind jedoch vorerst bei Gr. Finanzamt nicht zu erheben, denn-es wirs bei der ur.rhstrrr Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum U. > . M'.v. bezahlt sein müssen, sestgestellt werden, für wen stcueipfli 'ft variierst.
Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk auf dem Steuerzettet daraus hingewieseu, dag un:cr Ausschaltung des Barge.dverl-hrs direkte Ucoeiweijung von Einlagen beim Borschuß- und Kreoilverein aus das Konkc-Korrent-Konto der Stadltafle erfolgen -kann.
Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zcchlungsverblndlichkeiten auch als vaterländische Pflicht brtrachiet, da für die Folge große Ausgaben von tec Stadt zu ersüllcu sind.
Friedberg, de» 7. August 1911.
Der Bürgermeister.
Stahl.
ich uiußte, was auf meinem Herzen wie Bcrgcslaft lag, off» wälzen, denn Sie fügten mir ja auch die Wahrheit, warum sollte ich es nicht? —
Unb nun leben <c\c tvohl — lvohl auf immer, denn wir werden uns nicinalS Wiedersehen! Düster nnd grau liegt vor mir die Zukunft und nicnrand kaitn lesen, was bei mei- neni Ra,neu steht.
— Nun habe ich alles- gesagt, uird leichter ist mir ge- worden. — Hoffentlich beschwert Sie dieser Brief nicht n:it Sorgen welcher Art, auch verzichte ich auf Mitleid Ihrerseits.
Grüßen Sie all Ihre Lieben und nehmen Sic auch selbst die letzten zum Abschiede hin von Ihrem Sie hoch- achtendcn
R. Tietze.
?koch einmal las er das Geschriebene, damr faltete er den Brief zusamiiren und steckte denselben in ein Kuvert.
„Gott fei Dank," murmelten sein Lippen, „nun ist er geschrieben. Ob sic mir wird ein paar Tränen nachweinen, oder nur ein nieitlcidig Lächeln für mich haben?
— — 3tin andern Morgen erhielt Rodcrich ein kleines Billct, von der Hand des Rittergutsbesitzers geschrieben, das folgenden Inhalt hatte:
Sehr geehrter Herr Tietzcl
Kommen Sie bitte, heute nachmittag zwischen drei und vier Uhr noch cininal zu mir, möchte mit Ihnen eine für mich wichtige Angelegenheit besprechen.
Auf Ihr Komnien hoffend, bin ich Ihr ergebener
-Ir. Ruth.
(Fortsetzung folgt.)
Kekanntrimchrmg.
Die große Zeit stellt auch an uns ältere Aerzte, die wir allein Zurückbleiben mußten, große Anforderungen, die wir gern auf uns nehmen in einer Zeit, wo es gilt, daß jeder seine volle Kraft einsetzt.
Wir können indeß die ärztliche Versorgung der Stadt und der zugehörigen Ortschaften nur gewährleisten, wenn wir von der Bevölkerung in Maß und Form unserer Beanspruchung unterstützt werden.
Kranke, die gehen können und solche, die Auskunft haben wollen, sollen sich in die Sprechstunde begeben. Für die Besuche bei den Kranken ist es wichtig, wann und wie wir bestellt werden. Von Notfällen abgesehen, sind die Bestellungen vor Ablaus der Sprechstunde zu machen, so daß die Zeit, die für Besuche zur Verfügung steht, planmäßig ausgenutzt werden kann. Nur in wirklichen Notfällen verlange man sofortige Besuche. Man sei deshalb zurückhaltend mit dem Ruf: „gleich kommen".
Auch das segensreiche Telefon darf nicht zum Miß- brauch verleiten.
Nachtbesuche sind möglichst zu beschränken.
Bei Verletzungen und besonders dringenden Notfällen sind auch die Aerzte des Krankenhauses und Herr Dr. Nebel, (Weedgasse 3,1) zur Hilfeleistung bereit.
Dr. Weckerling, Mainzertoranlage, Sprechstunde vor 9 Uhr vorm., 2—3 Uhr nachmittags.
Dr. K. Becker, Bismarckstraße 5,
Sprechstunde 7—9 Uhr vorm., 1—3 Uhr nachmittags.
Schulbeginn.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, doß der Unterricht in der städt. Muster- schule
Donnerstag, den 13. d.Mts- vormittags 7 Uhr
beginnt.
Friedberg, den II. Aug. 1911.
Der Bürgermeister»
Stahl.
Birm-
Am Mittwoch» den 12. d. Mts. nachmittags 5 Uhr
sollen 6 Bäume Birnen versteigert werden. Zusammenkunft am Neutor.
Friedberg, d. 10. Aug. 191^,
Der Bürgermeister Stahl.
Ziehung am 12. August.
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Friedberg. „Ille Post“.


