199
« 1 * 1 «.
&H( 1
iTÜcb» nixn :5 erschloß, Die IBcileoen^ati b.it ineiK 4wl- «ttch-frrinzösischcn, tie Dummheit oieUr ruiujdn’u Uru'cuaa?.
Dieses England mit seinen paar Taufend Mann Linieatrup- pen und seiner — dadurch halb gezwungenen — Nichtinrcr- »eniionspolitik ist eine ganz gleichgültige Großmaäst, d'c sich nur durch ewige? tantenhaftes Bevormunden einen grwrüen künstlichen Einslnß geschaffen Hai, den ma» aus seine reale Grundlage wieder zurücksühren mutzl
Mcltke:
„Nur durch Opfer und harte Arbeit sind wir überhaupt erst wieder eine Natron geworden.
„Um große Erfolge zu erreichen, muß etwa? gesagt werden."
„Glück hat aus die Tauer nur der Tüchtige."
„Erst wägen .dann wagen."
»Ehre den braven Männern, welche da? Leben einsetzcn zur Rettung ihrer Mitmenschen aus der Gefahr."
„Hat der deutsche Michel überhaupt jemals das ^>vcci kczggen, als um sich seiner Haut zu wehre»?"
„Die größte Wohltat ini Kriege besteht barm, daß dek-
j:lbe rasch beendet wirb."
Hriegslicd.
Hoch Deutschland! Heiliges Vaterland!
Heil unserm hohen Kaiserhaus«!
Gruß allen, die mit uns verwandt!
Sr tönt e» dir zur fernsten Klause.
Es bricht die neue Zeit heran,
Das dcutiche Voll in heilen Wafjcn,
Änd wir betreten diese Bah»,
Di» unser Gott für uns erschaffen.
Glück aus! Glück auf!
Zur ersten Fahrt!
Und draus! Und drauf!
Den Mut bewahrt!
Ihr edlen Streiter, gottoertrant,
Ihr zieht hinaus jum heil gen «weitet Sluf den in Frieden ihr gebaut.
Der auch im Kamps euch siegreich lecke.
Für Kaiser, Ehr' und Vaierlarw Setzt ihr nun «in das junge Leben.
Legt an das treue Herz die Hand:
Dir Vater, had ich «ich ergebe«!
Gott euer Hort!
Für Fürst und Hee»
'Gabt rin das Wort,
Bewahrtes in Ehr'!
Wir alle wallen Kämpfer sei»
Und schirmen Deutschlands goldne Gauen,
Drum vorwärts! Auf zum deutschen Rheuik Und aus zur Nordsee! Ans zur blaue«!
Hinaus mit hellem Kriegsgesthre»!
Hoch wehen Deutschland» Ehrersiahnen!
So streiten wir bewußt und frei Wie Ciltft auch unsre fel gen Ahne».
Deutschland -urrah!
Für Gut und Blut!
Germania Verleih' uns Mut!
Albert Wolf Reichelsheim t. d. Wetterau.
» ftzM' ' i y-
Auch in Friedberg zur Nachahmung empsohlenl .
Russische Orden. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Die mehrfach« Anwesenheit des Zaren in Deutschland und tesender, in Darmftabt. Wolssgarten ufw. bracht« fast regelmäßig einen ziemlich statten Ordcnsregen des Zaren an Ver- waltungs-, Polizei- und Hofbeanrle, die teilweise einen nicht unbedeutendem Wert haben. Ein hiesiger Polizeibeamter, der sogar wiederholt Gelegenheit hatte, mit dem Zaren persönlich zu oertehren, hat nun seine drei russischen Orden, darunter eine goldene Denlmünze einjchmelzen lassen und den Erlös von 40 Mart dem Roten Kreuz gestiftet, wie aus einer Veröffenllich- ung der Gaben für da» Rote Kreuz zu ersehen ist. Hoffentlich >olgt man diesem Beispiel auch in Friedberg, wo ja vor 4 Jahren cbenjall» ein ergiebiger Ordenrregen niedergegangcn
V
Aufruf au die fcfutldjf Jugknd!
Eisern die Zeit — fest der Wille,
Kühn der Geist — und rein die Liebe.
Klar da» Ziel — und steil die Bahn,
Doch stärker die Hiff die — 1813 vom Himmel kam.
Aus -er Heimat.
* Friedberg, 11. Slug. Der Derer» bet Hundefreunde
lVctterau. Sitz Friedberg hot laut uns soeben gewordener Mitteilung bcs 1. Vorsitzenden dieses Verein?, Herrn Reut- rer S e h d. dahier, in einer gestern abend abgehalteoen Vor- itruidssitzung einstimmig und einmütig beschlossen aus seinem Vcveinsvcrmögen, welche? zum Zweck einer allgemeinen Hundeausstellung erspart worden ist, dem Zweigverein der roten Kreuze? zu Friedberg den Betrag von üv0Mark zu bewilligen. ..
* Friedberg. 11. Aug. Wir haben in den letzten zehn Tagcn ummdliii* Reihen Militärzüge daherrollcn sehen. Alle waren mit Uchtem Grün geschmückt, aber einen schöne- ren Elsenbahnzug, wie heute früh» haben wir in all ' den Tauen nicht gesehen. Er brachte ein Bataillon zur Grenze.
Vorn «er her Botanwttt* war ei» tzerrteäx» umrahmte« Bildnis he» Kaisers augebeach«: die ganze M-ictnne war
mit Grün und mit bunte« Krün,» gejchmückl. sodaß sie eine«
prachtvollen Anblick gewahrte. Und prachtvoll und begeistert war anch die Stimnrung der Krieger, die bei ihrem Anhalten reichlich von unierem Rsitbüraer, Mineralwafferfab- rikanten Sang gelabt wurden. Sri Gott mit Euch .vackr- ren Krieger!
" FrioXbeeg. 14. August Donnerslug, den IS August, nachmittags 6 llhr findet eine Stadtvervrbnetenfitzung mit nachstehender Tage«rdnun,, steckt: 1. Rckteilunge«: r. Unterstützung der Familien rinberufrner M-nuschaften.
" Friedberg, 11. August Wegen schlechtem Besuch and zur Ersparung der Betriebsmittel ist bas Schwimmbad teilweise glschiosfen. Folgende Bade zerren sind dir aus weitere» festge- legt: Freitag« und Samstag» wie seither. Sonntag» 7—0 und Ist—12 für Herren «ab von st— lv für Damen. Montags von 7—S und 11—1 jür Herren, für Damen st—11 Uhr vormittags.
* Bildet, 10. August. Bei der Ausübung de» Dabuüber- wachnngsdienftes wurde der verheiratete Maurer Johannes Korber von einem Militärzüge ersgtz und aus der Stelle getötet.
" Büdingen. 10. August. In Büdingen hat die sürsuiche Fan il>c in Gemeinschaft mit den Wohltätigleitsvereinen 100 Betten jür, die Pflege Verwundeter zur Verfügung gestellt.
) Ein Aufruf zur Beschaffung der nötigen Geldmittel am ersten Tage brachte rund 5400 Mart.
* Atsseld, 11. August. Auf der Heimreise von Wiesbaden nach Kassel wurde in einem Nachbarortt das Auto des Kasseler Generallandschastsdirettor G. als der Spionage verdächtig fest- gehalten Die verdächtigen Anzeichen erblickte man besonders in den mancherlei Gepäckstücken, die das Auto mitführte. Trotzdem der Generaldttettor fich durch Reisepässe, Waffen- rnb Jagdschein, zahlreiche amtliche Fahrbescheinigungen der Kasse- ler Behörden auswies und schließlich sogar noch da» Eiserne Kreuz oorzeigtc, hielt man ihn als Spion fest. Erst als der Direktor in energischer Weise sich den Schutz de» hiesigen Kreis- amtcs erbat und ihn auch sofort durch mehrere Beamte erhielt, tonnte die Rersi fortgesetzt werden. Die löbliche Gemeinde gab ausdrücklich als Grund ihres Verhaltens das viele „bei Deutschen nicht übliche Gepäck" an.
* Wetzlar, n. August. Zimmer Meister Dreuth stürzte bei der Besichtigung eines Ncubaus aus großer Höh« ab und verstarb aus der Stelle.
* Feantsurt a. M., 10. August. Der Ausruf an die 4000 hiesigen Vereine um Bereitstellung der überflüssigen Vercinsvre- mvgei für Wohltättgteitszwecke während de» Krieges ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Zahlreiche Körperschaften ftellttn berett» sehr erhebliche Gelder zur Verfügung, so der Frauen- verein 1813 25 000 Mart, der Frantsurtcr Schützrnverei» 20 000 Mart, der Frantsurter Vertehrsverein 1500 Mart, die hiesige Pfälzer Bant 25 000 Mart, der Verein der Frantsurter Rechtsanwälte 0000 Mart und schon zahlreiche Vereine mit Beträgen von weniger als 1000 Mart. Für die Ausnahme verwundeter Krieger waren bis heute 7000 Betten bereit gestellt.
* Frantsurt a. Bl., 1 L August JDas tm Stadtteil Bocken- hrtm zusammcngeftellte Reservc-Insantcrieregiment 81 enthält i» einer Kompagnie nicht welliger als 50 Krieger aus der Stadt Herborn. Selbstverständlich taufte der immer schlagfertige Soldatenhr.mor die betreffende Kompagnie sofort „Kompagnie Herborn."
* Fechenheim, 11. August. Für die Unterstützung der Angehörigen der zu den Fahnen einberusenen Ortsbewohner bewilligte die Gemeinde 100 000 Mart.
Hrstcu-Nassan.
* Bad Homburg, 11. August. Die hier anwesenden Amerikaner brachten für die Pflege verwundeter deutscher Soldaten mehr als 3000 Mart aus und stellten weitere Unterstützung in Aussicht,
* Kirdorf 10,. August. Ein mit Ausländern besetztes Auto fuhr, als es in rascher Fahrt um eine Ecke biegen wollte, in den Straßengraben und wurde vollständig zerttümmert. Die Leute blieben unverletzt.
* Oberursel, 11. August. Der praktische Arzt Dr. Heinrich wurde vor dem Postamt, als er in später Stunde mit seinem Auto in raschester Fahrt einen Krankenbesuch machen wollte und den Zuruf der Wachmannschaften unbeachtet ließ, von diesen beschosien. Eine Kugel durchschlug da» Aula und fügte dann dem Arzte eine schwere Schenkelverletzung zu. Der Verletzte wurde sofort dem Marienkrankcnhause in Frankfurt zugcsührt.
" Cronberg, 0. August. Mehrere hiefige Villenbesitzer stellten ihre Villen für Lazarettzwecke zur Verfügung. Die Inhaberin des Krontaler Kurhauses, Fräulein Holz, richtet sämtliche Räume für das Rote Kreuz ein.
.* c Starkenburg.
* Tarmstadt, 11. Aug. Das Justizministerium hat an die Beamten der Großh. Staatsanwaltschaft eine Versüz- ung erlassen, daß gegen die Ausbeutung der durch Mobilisation hervorgerufcnen Notlage des Publikums energisch vorgegangen werden soll, insbesondere soweit Geschäftsttci- bende Reichskassenscheine und Reichsbanknoten, welche gesetzliche Zahlungsmittel sind, nur gegen mitunter recht erheb liche Abzüge am Nennwert in Zahlung nehmen. Die Bc» pmten werden angewiesen, diesem außerordentlich gefährlichen wucherischen Treiben ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und in geeigneten Fällen u. auf Grund de? Wucher- -gesetzes sttafrechtlich einzuschreiten. In solchen Füllen wird ans Gefängnis nicht unter drei Monaten und Geldstrafe bi? zu 13,000 Mark erkannt. Auch ist auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen.
» Darmstadt, 11. August. Vorgestern und gestern kamen mehrere hundert italienische Arbeiter mtt ihren Familien, die bisher im Rheinland tätig waren, hier durch, um nach ihrer Heimat zu reisen. Durch die Truppentransporte können sie aber die direkten Linien über Baden und dl« Schweiz nicht benützen und müssen aus Umwegen, selbstverständlich mit größerer Verzögerung wettergebracht werden. Sie wurden van
hier zunächst nach Aschafscnbueg beiordnt. — Aus dem Bahn- hos wurden oerlchiedrne Reisende angehaNen. die sich als au, der Heimmise befindliche Belgier cntpnppten. Sie wurden vor lausig zu den Russen in Schutzhaft gebracht. — Durch die Kriminalpolizei wurden die Papiere der übrigen hier noch wohnende» Ausländer, besonders Engländer, die teilweise schon seit Jahren hier wohnen, geprüft. Vorläufig werden sic nur beobachtet. — Verschiedene Familien vermißen seit einigen W>-chen jede Nachricht ihrer in London und anderen Teilen Englands in Stellung ufw. sich besinblichcn Angehörigen, von denen einige sogar inilitärpjlichtig find. Anscheinend sind dieselben in England sestgcnomme» und an der Resse nach der Heimat verhindert morden.
* Darmsladt. 11. Aug. Im hiesige» Poliqaibienst, der nahezu die Hälfte ferner Schutzleute etc. bei der Robilisrrr- u»g abgeben mußte, wurde» minmelrr zahlreich? i» Ruhestand getretene Pälrzeibeanrte, Dchntzleutt, die teilweise »och ganz rüstig sind und jedenfalls den Vorzug der Erfahrung haben während der Kriegr-zril wieder eingestellt. Teilweise habe» sie eine recht lange aktive Dienstzeit hinter sich, sind aber heute gerne bereit im Jntereffe des Vaterlandes ans den wohlverdienten Ruhestand zunächst zu verzichten.
* Dnrinstadt, 11. Aug. Zu einem hiesigen Artillerie- Regiment hatten sich allein ettva 800 Freiwillige gest ellt von denen aber da? Kommando nur etwas mehr, wie .300 cinsttllen konnte. Auch bei anderen Rcgi,»entern mußten vorerst viele Freiwillige abgewiesen tverdcn und bat fich eir:e ganze Menge bei auswärtigen Regiinentcrn gestellt, da sie hier nicht ankommen konnten.
Aufruf!
Der Krieg ist erklärt. Da» Vaterland ist In Gefahr' Sille Männer vom 20. bis 45. Jahr sind zur Verteidigung der Eren ze» des Vaterlandes gegen die Angriffe heinttüilischcr Feinde zu de» Waffen einberusen. Draußen aus dem Lande steht die Frucht in der Reis« und harret der Einerntung. Unsere Land, bevöllerung braucht dringend Hilfe.
Für Alle, die nicht zu den Massen clnberusen sind, ist cs eine hohe vaterländische Psltcht, bei der Einerntung '»ilzuhcl- fc» und so für eine genügende Verpflegung unseres Heeres und Volk» mitzusorgcn.
An alle Mitglieder der dem Jung Deutschland Vezirl Friedberg angeschlossenen Vereine richte ich die dringende »nl ernste Bitte, all« verfügbaren Kräfte zu diesem vaterländischer Dienste zu melden. Alle Meldungen zur Mitarbeit bitte ich schiistlich oder mündlich an die Eroßh. Bürgermeistereien zu richten, die bereit find, die notige» Vermittlungen zu übernehmen.
Und nun aus, Iung-Deutschland! Zeigt welch vaterlandi- scher Geist ln unserem Bund« herrscht, zeigt, daß Deutschlands Jugend nicht zurückstehe» will, wen» es gilt, dem Vaterland zu Helsen. Helft unseren Landwirten und damit unserem Volke' Der Dank de» Vaterlandes wird Euch dann sicher fein.
Friedberg. den 7. August 1914.
Der Vertrauensmann des Iung-Deutschland Bund?» für den Kreis Friedberg:
Herb erg, Regierungsrat.
* Eemrrbeausstellung Eichen 1914. Die Ziehung der Ans
stcllungslotterte ist für unbestimmte Zeit vertagt worden.
Kriefkakcn.
Rach Dorn-Astenheim. Generalscldmarschall Graf Hacseler ist am 14. Ja.ruar 1830 in Potsdam geboren, er ist also gegen nartig 78 Jahre alt.
Aebesgader».
Als geeignete Liebesgaben für unsere tapscrcn Krieger in. Felde, unsere Verwundete, Kranke und Genesende in der Heimat sind besonders zu empfehlen:
Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Tabak, Pseisen, Ehokolade Kernseife (leine seinen parfümierten Seifen), Hemden, Unter- hcsen, Strümps«, für die kältere Zeit Stauchen, Leibbinden aus Flanell, (Pulswärmer), Unterjacken, für die Lazarette: Nacht- Hemden und Unterhosen, alles weiß, nicht farbig, seiner: Taschentücher und Pantossel.
Wir bitten alle geeigneten Liebesgaben an der E e - schüft »stell« des Roten Kreuzes, Haagstraße l(>,' abzugeben, von wo sie je nach Wunsch des Gebers, aus dem Kriegs fchavplatze oder in der Heimat Verwendung finden.
Ernte.
E? sind so viele junge Leute vom Lande in der Stadt beschäftigt, als Dienstboten oder in anderer Weise. Die Herrschaften in den Städten könnten sich jetzt wohl einmal eine Zeitlang behelfen ohne Dienstboten, und diese ans das Land schicken, damit sie dort, in ihrer Heimat, bei der dringend nötigen Erntearbeit, helfen können. Damit würde dein Städter, sicher, ein ebenso großer Dienst geleistet, wie der Landwirtschaft — di« wir doch brauchen, jetzt niehr denn je! Gottes Güte hat uns die Früchte des Feldes behütet und zur Ernte reif werden lassen. Menschzenhände sollten jetzt gerne dazu helfen, daß die Früchte heim kommen. Bitte die. sen wohlgemeinten Vorschlag möglichst schnell nusznsühr?!,. Es liegt Segen darin!
Ein Friedberger, der früher auf dem Lande wohaie.
- Frankinrler Wetterbericht.
Voraussage: Meist heiter, bis auf Gewitter, trocken, warm, schwache Lustbewegung.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schiuidl Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung .
A. (S. Friedberg i. H.


