Ausgabe 
11.8.1914
 
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Nr. 188

jifrlrfjen ist. sich energisch zu verteidigen, und daß es mit wun­derbarer Festigkeit daran gearbeitet hat, im Augenblick der

Gefahr bereit zu sein. Ein Handstreich gegen Lüt- tich ist demnach nicht mehr möglich."

Französische Berichterstattung.

Am Freitag, als die Festung Lüttich schon in deutschen Kunde» war, schrieb Präsident Poincarö an den König der

Belgier:

Paris, Freitag. 4,40 N. Ich freue mich. Eurer Majestät miitcilen zu können, daß die Regierung der Republik soeben Sie tapfere Stadt Lüttich mit dem Kreuz der Ehrenlegion aus­gezeichnet hat. Die Regierung wünscht die mutigen Berteidi- gcr des Platzes und die gesamte belgische Armee zu ehren, mit der verbündet die französische Armee seit heute früh aus dem Schlachtfeld ihr Blut-vergicßt.

Und wieder am selben Freitag hat König Albert eine Proklamation crlasien, die in begeisterte» Worten den belgischen Kriegern dankt und die ZU neuen Taten ausruft und in der der König sagt:

Alle Angriffe sind abgeschlagen worden. Keines unserer Forts ist gefallen. Die Festuna Lüttich befindet sich noch in unserer Hand."

Das einmütige Oesterreich.

Wien, 10. August. Die Blätter stellen fest, daß die Oester­reich-Ungarn feindliche Presie lange vor Ausbruch des Krie­ges eine Reihe von Unglückssällen vcrzeichnete. die den Fein­den Oesterreich Ungarns im Ernstfälle als Treffer in den Schoß fallen würden. Nun ist der Krieg vor wenigen Tagen ausge- bicchcn. Man kann feftstellen, daß fast alle Posten dieser Rech­nung sich schon jetzt als schwere Jrrtümcr erweisen. Die Spe­kulation aus den Nationalitätcnhader Zwischen den Völkern der Monarchie steht vor der Tatsache eines einmütigen Patriotis­mus und einer glänzenden Betätigung dynastischer Treue. Die Wahrsager, die verkündeten, daß Deutschland uns -in Kriegsfälle die Bundeshilfe verweigern würde, sehen die Bewährung wirklicher Nibelungentreue. Die schar­fe» Rechner aus den staatlichen Abfall der deutschen Sozialde­mokratie müssen erkennen, daß der deutsche Arbeiter sein Vater­land ebenso ausrichtig liebt wie irgend ein anderer Deutscher. Die Erwartung, daß ein Ausstand in Bosnien das Werk der Selben unterstützen werde, strafen die Kundgebungen der Treue der bosnischen Serben Lügen. Die Verkündung, daß der neue Balkanvicrbund sich uns entgegenstcllcn werde, ist mit der Frage entkräftbar, wo der Bund fei. Die Drohung endlich, daß 499 090 Kosaken bereit seien, die österreichischen Grcnzpro- oinzen zu überschwemmen, zerslattcrt vor der Meldung des russischen Rückganges aus Pole». Die Blätter erklären, daß somit alle diese Boraussctzunge sich als mißglückte Spekulatio­nen herausstelltcn.

Belgiens Finanzlage.

Mannheim, I». August. Wie ein aus Belgien zurückge- kchrter Deutscher derNeuen Badischen Landeszeitung" mit- teill, besteht in Belgien schon seit einer Woche ein befriste­tes Moratorium, das bis zum 31. August läuft. Die Banke» zahlen Guthaben nur bis zu 1009 Mk. vollständig aus; bei Guthaben über 1000 Mark werden nur die ersten Tausend voll, von dem Rest 10 Prozent ausbezahlt.

Tie Stimmung in London.

Wiesbaden, 10. August. Von einem Herr» und einer Dame, die aus London zurückgekchrt find, wird derRhein. Balisztg." mitgeteilt, daß dort große Menschenmengen vor das königliche Schloß gezogen seien und gerufen hätten:Wir

wollen leinen Krieg!"

Die |Mfn fürchten für ptterstiurg.

Kopenhagen, 8. August.Rationaltidende" in Stock­holm berichtet über die Zerstörung Hongocs durch die Rus­sen : Die Rusicn versenkten am Sonntag und Montag mit

einem großen Dampfer am Hafeneingang alle Dampflräne und s p r e n g tc n die E i s e n b a h n w e r l st ä t t e n in die Lust. Sie steckten dreißig Magazine in Brand, zerstörten die Eisen- behnlinien und sperrten die Einfahrt nach Petersburg durch M inen. Die Einfahrt wird durch Torpcdobootsflot- tilleu bewacht.

Unruhe in Sosia.

Sofia, 9. August. Die Regierung plant die Verhäng­ung des Belagerungszustandes. Die außerordent­liche Maßnahme soll wohl dazu dienen, der Presie gewisie Zü­gel anjulegen. Außerdem spricht man auch von einem starken Zuzug fremdartiger Elemente nach Sofia, die man für die in- ner: Ruhe und Sicherheit für gefährlich hält.

Ans dem Innern Serbiens.

Wien, 19. August, lieber die Lage im Innern Serbiens meldet dieReispost" aus S o s i a : Während die österreichisch- ungarischen Truppen von der Donau, Save und Drina aus das Land umklammern, versagt die Zufuhr aus den ncuerworbenen Gebieten Serbiens infolge von vielerlei Störungen. Vor allem ist die wichiige Brücke von Gewgheli zerstört, die die Verbin­dung mit Snlonik herstellt, so daß der Nachschub aus griechi­schen Häsen ausgehaUcn wird. Von Bulgarien erhält Serbien nichts, da Bulgarien selbst Vorräte sammelt. Jnfolgedcsicn beginnt sich bei dn serbischen Armee und dem Volk Vcrpsle- guugsmangcl fühlbar zu,machen. An der albanischen Grenze sind starke albanische Bauden aufgetaucht. Konsular- berichtc aus Albanien melden, daß die Aufständischen vor Schiak mit den Truppen des Fürste» fraternisiert haben und nach der albanisch serbischen Grenze abgezogen sind.

Tkilivtijt Mobüißrcnug in önlgarikn.

Sofia, 9. August. Die Regierung verlangt von der Co- branje 99 Millionen Francs zu Mobilisierungszwecken. Die .Maßnahme ist eine reine Vorsichtsmaßregel, hcrvorgerufen durch

Neue -Lugc»*mn*g. »icnMug. um ll. August |«14

Truppenzujammcaziehungen anderer Staaten. Die Mobilisie­rung wird nur teilweise sein und, wie man sagt, nur sechs Al­tersklassen betreffen. Sie dürfte Ende dieser Woche in Angriff genommen werden.

Ein bHlgnrilrfjft (6fnfra! tritt in Wicht vienke.

Der bulgarische Gesandte in St. Petersburg, General Radko Dimistriew ist in russische Dienste getreteir. Die bulgarische Regierung hat ihn auf diesen Beschluß hin sofort von feinem Posten als Gesandter in Petersburg enthoben. Das BlattKambano" schreibt: Dimitriew fühlte sich schon wäh­rend des Balkaukrieges mehr als Russe und Sorbe denn als Bulgare. Man müsse ihn als Verräter an Bulgarien behan­deln und dürfe ihn nicht mehr über die Grenze lassen.

Sympathien der Nordländer.

München, 19. August. Die hier lebenden Schweden, Dänen, Norweger und Finländer haben rin Komitee gewählt, das sich mit den Behörden über zweckmäßige Hilfs­maßnahmen verständigen soll. Zn der Versammlung, in der dieses Komitee gewählt wurde, kamen die warmen Sympathien der Nordländer für die Sache Deutschlands zum Aus­druck. Zn der gleichen Versammlung sprachen die Schweden die Hoffnung aus, in die Lage zu kommen, Deutschland mit ihrem Heere und ihrer Flotte hilfreich beistehen zu können, um an der Niederlage Rußlands mitzuwirken. Die hiesigen Schwe­den haben ferner an den König folgendes Telegramm geschickt: Anläßlich einer Versammlung von Schweden, Norwegern, Dä­nen und Finländcrn wurde beschlossen, sich zur wohltätigen Hilfeleistung zur Verfügung der Behörden zu stellen aus Dank- be.rkcit für die Gastfreundschaft des Landes und aus Bewun­derung für Deutschland. Die Schweden bitten ihre ehrerbie­tigste Huldigung Ew. Majestät zu Füßen legen zu dürfen."

Türkische Sympathien.

Konstantinopel, 19. August. Die türkische Presse be­kundet offen ihre Sympathien für Oesterreich-Ungarn und Deutschland. Eie fährt fort, England wegen der Beschlagnahme türkischer Dreadnoughts anzugreisen.Tcrdjumani Haki- kat" betont, wie sehr sich die Ottomanen getäuscht hätten, als sic englisch-türkische, französisch-türkische und russischs-türkische Komitees gründeten in dem Bestreben, dadurch herzliche Bezieh­ungen zur Triple-Entente zu schaffen.Tasviri-Efiiar" schreibt: Wenn cs der deutschen Flotte gelingt, einen furcht­baren Schlag gegen die englische Flotte zu führen, so werden alle Muselmanen damit zuftieden und getröstet fein.

Der Deutschenhaß in Belgien.

Amtliches Telegramm.

Berlin, 10. August. Der Brüsseler Vertreter des Wolff» schcn Tclegr.-Bureaus telegraphiert auch Goch folgendest

Ucber Belgien ist gestern der Bclagrrungszust.ro» ver­hängt worden. Alle Deutschen wurde» gestern nacht ausgc- fordert, das Land baldigst zu verlassen. Was sich in den letzten Tagen in Brüssel ereignet hat, übertrifst alles das, was sich die glühendste Phantasie ausumlen kann. Seit der Kriegserklärung ani Dienstag vormittag demolierte der Pöbel alle Geschäfte, die Deutschen gehören, oder die deutsche Produkte anboten. Jedes Schild mit deutscher Anspielung wurde entfernt. Jeder, der ein deutsches Aussehen hat, wurde tätlich auf der Straße angegriffen oder der Spionage verdächtigt. Die unwahrscheinlichsten Dinge wurden kolpor­tiert und von der Presse verbcritet, u. a., daß von den deut­schen Soldaten der Versuch gemacht worden sei, den Kom­mandanten der Festung Lüttich, General Leman, der sich wacker geschlagen, zu ermorden. Auch haben einzelne Blät­ter die Nachricht verbreitet, daß unsere Soldaten mangelhaft verpflegt seien. Auch ergingen sie sich in heftigen Angriffen auf Kaiser Wilhelm; kurzum, der Deutschenhaß wird in fanatischer Weise gepredigt. Fast jede Nacht verlassen Tau- sende Deutsche unter deni Schutze des amerikanischen Gene­ralkonsuls seit Donnerstag Belgien über Holland, in ritter­licher Weise von Offizieren und der Bürgergarde beschützt, die seit Freitag endlich beginnen, in Gemeinschaft mit den Stadtbehörden dem Spionagefieber entgegenzuarbeiten.

Die erste Verlustliste.

Liste von Gesallcnen und Verwundeten.

Berlin, 9. August. Durch das Wölfische Tclegraphen- Bureau wird folgende namentliche Liste von den Gefallenen und Verwundeten aus den Gefechten unserer Grenzschutztrup- pen verössentlicht:

Infanterie Regiment Nr. 18: Grabowski, Erst. 7. Komp, tot: Gaus, Reserv. 8. Komp. tot.

Jnf.-Regt. Rr. 41: Eailus, Musk. 4. Komp. tot.

Jns.-Regt. Rr. 99: Brink, Musk. 4. Komp, verwundet (lin­ker Oberarm Knochensplitter): Nielsen, 9. Komp, verwundet

(Schulter): Haß, 12. Komp, leicht verwundet (linker Oberschen­kel): Salewski, Musk. 9. Komp, leicht verwundet; Schnack,

Musk. 9. Komp, leicht verwundet (linier Oberarm).

Zns.-Rcgt. Rr. 93: »Schütze, Musk. schwer verwundet; Gep- pert, Musk. verwundet (Quetschwunde) Daehnc. Must, leicht vetwundei; Talmar, Reserv. leicht verwundet; Buhr, Feldwe­bel leicht verwundet.

Jnf.-Regt. Rr. 159: Matalla, Reserv. 8. Komp, tot; Glo- gowisc. Reserv. 9. Komp, tot; Tyratowsli, Reserv. 9. Komp, tot: Koßlich, Reserv. 9. Komp, tot; Rother, Musk. 7. Komp,

tot; Hänsch, Tambour 8. Komp, tot; Seltmann Must. 8.Komp, tot.

Znf.-Regt. Rr. 159: Parufel, Eefr. 9. Komp, tot: Eech,

Eyprian, Reserv. 9. Komp, tot; Schubert, Ignatz, Gesr. b. R, 8. Komp, tot; Thoms, Reinh., Musk. 7. Komp, tot; Kattner, Musk. 7. Komp., schwer verwundet (beide Arme); Sonnwald, Musk. 7. Komp verwundet; Kraftezyk. Alexander, Musk. 9. Komp, leicht verwundet; Szyska, Hcrm., Reserv. 6. Komp, schwer verwundet (linke Hiiste;; Rajawa, Reserv. 6. Komp, schw.r verwundet (linkes Bein); Schavoe. Hubert. Untcrofsi-

_ _ efite E

7. Komp schwer verwundet: Keertenbohn, Musk. 7. Komp.

schwer verwundet (beide Anne).

Jns.-Regt. Rr. 197: Kost. Musk. tot: Ziclonila, Musketier schwer verwundet.

Jnf.-Regt. Rr. 171: Schobing. Joses, Reserv, 1. Komp, tot; Krapf, Theodor Franz, Musk. l. Komp, tot, Winkler, Emil Lu- tiau Anton. 19. Komp, tot; Zacobi, Gustav Adolf. 19. Komp, tot.

Jägcrbatl. Nr. 14: Hecht, Jäger, Ehaufseur aus Freibnrg verwundet.

Dragoner-Rcgt. Rr. 14: Lenz, Wilh., Geft. aus Meiningen tot: Heinrich, Alfred, Eefr. aus Kottbus vermißt: Kunkel, W Untereffizier aus Licberstädt vermißt: Kollek, Otto aus Horst verwundet (Arm): Möller, Friedr., Unteroffizier aus Parchim

verwundet (Schulter): Singer, Lucian aus Sennheim gefan. gen. Heinz, Paul, Oskar, Dragoner aus Untermarxgrör tot.

DragonerRegt. Nr. 22: Schneider, Eefr. tot; Reichmann Dragoner, vermißt.

Hufaren-Regt. Nr. 7: Junghann, Leutn. d. R., tot; Reich 2. Husar, tot.

Ulanen-Regt. Rr. 1: Roack, Einj.-Freiw. Untcrosf., tot; Förster, Tromp.-Scrgt., tot; Malt, Ulan, tot.

Ul.-Regt. Rr. 14: Busche, Ulan 4. Esl. tot: Dieckmann, Lt. 4. Esk. verwundet und vermißt: Sauser, Ulan, 3 . E-t. verwun­det und vermißt; Aderholz, Unteroffizier 3. Est. verwundet.

Ulanen-Regt. Rr. 15: Krüger, Gest, tot; Kramer, Ulan verwundet Und vermißt; Schäfer, Ulan, verwundet und ver­mißt.

Jägcr-Regt. z. Pferde Rr. 3: Geiler, Jager, »ermißt; Asal Gesr,, vermißt.

Jäger-Regt. z. Pferde Rr. 5: Baader, Kurt, verwundet

(Hals).

Jäger-Regt. z. Pferde Rr. 11: Bach, Ph., Cefr.. schwer ver­wundet (Lunge).

Feld-Artilleric-Regt. Rr. 35: Schalow, Tromp.-Unteroffi- zier 1. Satt., verwundet.

Feld-Art^Regt. Rr. 57: Hilbek, Leutn. d. R., Sturz m. d Pferde, (beide Handgelenke verletzt).

Der Ort und da» Datum, an dem die einzelnen Ge­fechte stattgefundcn haben, können bis auf weiteres nicht ver- öffcntlicht werden, doch gibt den sich auswcisenden Angehörigen aus Anfragen das Zentral-Rachweis-Bureau des Kriegsmini- stcriums Berlin, Dorotheenftraße 4, schriftlich oder mündlich Auskunft. Die Verwundeten befinden sich in guter Pflege.

Eine Ansprache des Zaren.

DerFriedenszar" hat in der Reichsduma eine Ansprache gehalten. Wir wollen nicht eingehender aus die heuchlerischen Versicherungen der Friedensliebe, die der Wortbrccher auf dem Zarenthron auch bei dieser Gelegenheit anzuwcnden für gut fand. Rur eine Stelle in bei Rede sei hervorgehoben, er sagte: SBrr verteidigen nicht nur die Würde und Ehre unseres Lan­de», sondern wir kämpfen auch für unsere slavischen Brü­der. unsere Glaubensgenosse» und Blutsverwandte. In die­sem Augenblick sehe ich auch mit Freuden, wie die Einigung der Slaven mit Rußland stark und unauflöslich sich vollzieht." Es soll Slaven geben, die vor dieser Einigung der Slaven mit Rußland einen solchen Respekt haben, daß sie lieber mit den Feinden Rußlands gehen.

13«»««» Kriegsfreiwillige.

Es haben sich bis jetzt derBossifchen Zeitung" zufolge Im Deutschen Reiche insgesamt 1399999 Kriegssrei- willige gemeldet. Bei dem Roten Kreuz sind bis jetzt 32 999 Meldungen für die Dienstleistung der freiwilligen Krankenpflege eingegangen.

Ueberaus viele Freiwillige und Kriegsfreiwillige treffen In den Standorten der Kaiserlichen Marine ein. ohne daß ihre Annahme möglich wird.

KmerkenMerte Worte Sjgmarckg «. WoltKes

Bismarck:

Wir find in mehr als zwanzig Kriegen niemals die An- greiser gegen Frankreich gewesen, und wir haben von Ictz- tereni nichts zu begehren, als unsere von ihm so oft gefähr­dete Sicherheit im eigenen Laude. Frankreich dagegen wird jeden jetzt zu schließenden Frieden nur als einen Waffen- stillstand ansehen und uns, um Rache für seine jetzige Nie­derlage zu nehmen, ebenso händelsüchtig und ruhelos, wie in diesem Jahre, wiederum angreisen, sobald es sich durch cig- ene Kraft oder fremde Bündnisse stark genug dazu fühlt Indem wir Frankreich, von dessen Initiative allein jede bis­herige Beunruhigung Europas ausgegangen ist, da? Ein­greifen der Offensive erschweren, handeln wir zugleich tm europäischen Interesse, welche das des Friedens ist. Von Deutschland ist keine Störung des europäischen Friedens zu befürchten, nachdein uns der Krieg, dein wir mit Sorgsall und mit Ueberwindung unseres durch Frankreich ohne Un­terlaß herausgeforderten nationalen Selbstgefühls vier Jahre lang aus dem Wege gegangen sind .trotz unserer Friedensliebe, ousgezwungen ist, wollen wir die zukünftige Sicherheft als den Preis der gewaltigen Anstrengungen for­dern, die wir zu unserer Verteidigung haben mache« müssen. Rieumnd wird uns Mangel au Mäßigung vorwcrfen len - nen, wenn wir diese gerechte u. billige Forderung scsthalteu.

Direkte Bedrobmig des Feindes zwischen Deutschland u. Rußland ist kauni auf anderem Wege möglich, als durch künstliche Verhetzung oder durch den Ehrgeiz russischer . . . Militärs tunr der Art dar Skobclcws, die den Krieg wüufchea bevor sie zu alt werden, um sich darin auszuzeichnen. Es gehört ein ungewöhnliches Matz von Dummheit und Per logenlieit in der öffentlichen Meinung und in der Presse Rußlands dazu, um zu glauben und zu behaupten, daß die deutsche Politik von aggressiven Tendenzen geleitet worben sei. indem sic das österreichische und dann dar italienische