Nr. 185
Erna und Ilse.
Roma» von D. fteuBner.
24 Oortiotjung)
»So ganz unrecht wirst dn ja nicht habest. — Nun mag es sein, wie und was es wist, wir Waffen ihm alles Gute wünschen. Dielleicht ist es ihm Loch vergönnt, sein L.ler- land wicberzusehe», denn schrecklich würde eL irr mich sei», eines Tages seinen Namen in der Verlustliste zu sehe».,.
Ein Zittern ging durch Ilsens zarte Gestalt und mit bebender Stimme sagte fic: „Nicht weiter Vater, sonst -
„Was ist denn mit dir?" fragte dieser erschrocken.
„Ich weiß nicht, aber nur ist so weh. so unsäglich weh zu Mute, ich möchte am liebsten weinen."
„Warum denn?"
„Weil er sortgcht," sagte sie ohne Scheu, „denn hrt er mir nicht das Leben gerettet, zürnst dn mir darüber, daß ich ihm eine Träne nachweincn niöchtc?"
Der Rittergntsbesihcr schwieg einen Moment, dann segle er weich: „Nein, Ilse, ich zürne dir nicht, d>> tust kein Unrecht damit."
„Ist es nur Mitleid mit seinem Leben, oder empfindest du noch etwas anderes siihr ihn?" fragte er dann tveich.
„Vater," flüsterte sie, „niein zukünftiges Glück hängt von ihm ab, von seiner Wiederkehr, damit habe ich alles gesagt."
Zögernd kam dieses Geständnis von ihren bebenden Lippen.
„Armes Kind, dn tust nur leid, denn hoffnungslos wird deine Liebe und Zuneigung zu ihm sein."
Neue Tageszeitung. Montag, »en 1». r>og»,t 1»1«.
„Ich weiß es," sagte sie traurig, „denn ersten? bin ich nicht imstande ihn zn fesseln, und zweitens würdest du nie-.
mals deine Einwilligung dazu geben."
„Tu irrst! Das Leben meines einzigen Kindes lonnig zn gestalten, war und ist noch jetzt mein vornehmstes Lfl- strebcn, ich würde deiner Wahl nichts in den Weg legen, denn sie ist auf keinen Unwürdigen gefallen, aber er selbst muß bereits ein afil cres Bild in seinem Herzen trage», oder glaubst du, es w„ide kur gelingen, seine Liebe zu gewinnen?
„Ich —weiß — cS — nicht, aber das weiß ich, daß ich inir ein Leben ohne ihn nicht denken könnte."
„Jetzt geh tchlnfrn mein Kind!" sagte ihr Vater nach knrzcni Nachdenken. „:ch werde jur dich tnu, was in meinest Kräften siebt, wenn cS drr herrschenden Sitte ins (Besicht schlägt."
Das letztere murmelte er so leise, daß es Ilse nicht verstand.
Mit einem flüchtigen Kusse verabschiedete sie sich ton dem Vater und suchte dann ihr Zimmer aus. mir tchlafe» zu gehen, und vielleicht von dein zn träumen- kr: ib.w Liebe verschmähte.
9.
Als Rodcrich nach Hanse kam, fehle er sich sofort h»:, um seinem übervollen Herzen in einem AbschicdSbricfe an Erna Luft zu machen. Es sollte dies das lctztcnial sein, daß er ihr einige Zeilen zufandtc, dann wellte er schweigen, um der Herzenswnnde die nötige Ruhe zum Vernarben zn lassen.
(Forksetzun? folgt}
' fttfati besonderer Anzeige.
Erna Wiegel
‘>V
Für das als Kriegslazarett dienende
V
Robert Drössing cand. m-oi.
Bingenheim
Verlobte im August 1914 .
Kreuznach __ )
Kelranntmachung.
Die große Zeit stellt auch an uns ältere Aerzte, Sie wir allein Zurückbleiben mußten, große Anforderungen, die wir gern auf uns nehmen in einer Zeit, wo es gilt, Laß jeder seine volle Kraft einsetzt.
Wir können indeß die ärztliche Versorgung der Stadt und der zugehörigen Ortschaften nur gewährleisten, wenn wir von der Bevölkerung in Maß und Form unserer Beanspruchung unterstützt werden.
Kranke, die gehen können und solche, die Auskunft haben wollen, sollen sich in die Sprechstunde begeben. Für die Besuche bei den Kranken ist es wichtig, wann und w i e wir bestellt werden. Von Notsällen abgesehen, sind die Bestellungen vor Ablauf der Sprechstunde zu machen, so daß die Zeit, die für Besuche zur Verfügung steht, planinäßig ausgenutzt werden kann. Nur in wirklichen Notfällen verlange man sofortige Besuche- Man sei deshalb zurückhaltend niit dem Ruf: „gleich kommen".
Auch das segensreiche Telefon darf nicht zum Mißbrauch verleiten.
Nachibesuche sind möglichst zu beschränken.
Bei Verletzungen und besonders dringenden Notfällen sind auch die Aerzte des Krankenhauses und Herr Tr. Nebel, (Weedgasse 3,1) zur Hilfeleistung bereit.
Dr. Wcckerling, Mainzertoranlage, Sprechstunde vor ö Uhr vorn,., 2— 3 Uhr nachmittags.
Dr. K. Becker, Bismarckstraße 5,
Sprechstunde 7—9 Uhr vorm., 1-3 Uhr nachmittags.
In'olgs des uns von England erklärten Krieges .vird uns unsere Nahrungsmrttclzustihr stark gefährdet, wenn nicht gn: vollständig abgeschnitten. 2m Einverständnis mit der Landwirtschaftskammer für das Eroß- hcrzogium Hessen und der übrigen hessischen Handgls- kammern bitten wir dringend, die irgend wie entbehrlichen Arbeitskräfte in Industrie und Handel der Landwirtschaft zuzuiiihre», damit sie dort die so überaus wichtige Ernis bergen Hellen, 'Nähere Auskunft erteilt das zuständige Kreisarbeitsaint Istädt. Arbeitsamt.)
Wir erwarten, daß alle Firmen unseres Bezirks bei dem großen Ernst der Lage sich ihrer vaterländischen Pflichten bewußt sind und unserem Ersuchen so weit wie möglich entsprechen.
Friedberg, beu 6. August 1914.
GrohherzogUche Handelskammer für die Kreise Fricdbcrg, Büdingen, Schotten.
H. L. Langsdorf Rechtsanwalt u. Nolar SJ. Stahl
Vorsitzender Syndikus.
In Friedberg wohnhafte
ausgebildete Infanteristen, Jahrgänge 1833, 1894, 1895 wollen sich sofort im Rathaus Zimmer Nr. 4 melden.
Kesirlrsitommando Friedberg.
in Bad-Salzhausen
sind weitere 130 Betten, die in den bisherigen Eesellschaftsräumen Aufstellung finden sollen, notwendig. Wir sprechen hiermit die Bitte aus geeignete Betten nebst Matratzen und Wäsche uns kostenfrei überlassen zu wollen. Bereitwilligkeitserklärungen wolle man gütigst sofort an die
Verwaltung des Heimes
in
Bad Ealzhausen
gelangen lassen.
Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns - Erh olungsheime.
Präsidium.
Dckattntmachnng.
Der Tag der Auszahlung der Taxsummen für infolge der Mobilmachung angekauften Pferde wird demnächst bekannt gegeben.
Fricdbcrg, den 7. August 1914.
Der Bürgermeister. Stahl.
snnrannnssmH
Sorget für kommende Zeiten, Laßt nichts umkommen.
Mehr wie in früheren Jahren gelten jetzt diese Worte.
Zum Einmachen
von Bohnen, Curken, Obst
empfehle
Steinerne Ständer und Töpfe
in allen Größen bis 40 Pfund Inhalt.
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in allen Trotzen Durch großen Vorrat bin ich jetzt noch in der angenehmen Lage zu alten Preisen
alle Trogen liefern z» können Nnchliesernngen sind jetzt ausge- chlolsen, deshalb ist baldige An- fchastung nnr zu empfehlen.
V.rlaus nur gegen bare Zahlung.
Hilbrecht Wm.
Friedberg, !»»ihli Irr 6loflerhaf>tnr-
Birnen-Verstei-ernng.
Am Mittwoch, den 12. d. Bits, nachmittags 5 Uhr
sollen 6 Bäume Birnen versteigert werden. Zusammenkunft am Neutor.
Friedberg, d. 10. Aug. 1914,
Der Bürgermeister Stahl.
Mehrere gebrauchte
Mwtt
mit Rohr billigst zu verkaufen.
Neue Tageszeitung
Druckerei u. Verlag A. E. Friedberg i. H.
Seite l.
Kelrarmtmachnug.
Das Kriegsersatzaeschüft
für die in der Stadt Friedberg wohnenden Militär» psUH:ige,i findet
Mittwoch, den 12. Arrgnst, vsirrr. k! Uhr
im Saale des Hotel Trapp
(Eingang von der Wolfengasse aus) statt.
Es haben auch ohne nochmalige besondere Aufforderung und zwar
AW" pünktlich tim 7 1 /, Uhr vormitiags
zu erscheinen:
1. Die Zuruckgestellien.
2. Die Militärpflichtigen, über die noch keine Entscheidung getroffen ist.
3. Die zur Disposition der Ersatzbchörden entlassenen Mannschaften.
4. Die zur Zeit des Kriegsersatzgcschäfts noch vorläufig beurlaubten Rekruten.
5. Die von den Truppenteilen abgewiesenen Einjährig- Freiwilligen.
Friedberg, den 7. August 1914.
Der Bürgermeister.
Stahl.
Bekanntmachung.
Es herrscht vielfach die Ansicht, Latz mit Ausbruch des Krieges die Verpflichtungen gegen öffenlliche Kaffen ruhen.
Dies trifft nur für Kriegstetliiehmer bezügtich der Steuern vom 1. August ab zu, sofern deren Einkommen in Wegsall getomme» ist.
Alle übrigen Steuerpflichtigen sind auch weiterhin zur Zahlung der städtischen Umlage und der sonstigen Eesälle verpflichtet.
Reklamationen sind jedoch vorerst bei Er. Finanzamt nicht zu erheben, denn es wird bei der nächsten Mahnung der Gemeindesteuer des I. und 2. Zieles, die bis zum 14. d. Bits, bezahlt sein müssen, sestgestellt werden, für wen Steuerpflicht vorliegt.
Zugleich wird unter Bezugnahme aus den Vermerk auf dem Steuerzettel darauf hingewiesen, datz unter Ausschaltung des Bar- geldoerkehrs direkte Ueberweisung von Einlagen beim Vorschutz- und Kreditverein auf das Konto-Korrent-Konto der Ciadtkaffe erfolgen kann.
Es wird erwartet, daß Jedermann in dieser schweren Zeit die Erfüllung seiner Zahtungsverbindlichteiten auch als vaterländische Pflicht betrachtet, da für die Folge große Ausgaben von d«r Stadt zu erfüllen sind.
Friedberg, den 7. August 1914.
Der Bürgermeister.
. > Stahl.
Hrotaügave.
Auf der Geschäftsstelle des Rate« Krrttfes über den städtischen Pserdeställen sind etwa 200 Laib Brot zu 50 Pfg. das Stück in den Stunden von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr abzugeben.
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und noch mehrere Pferde zu verkaufen.
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