Ausgabe 
10.8.1914
 
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s». 185

«ihr 3.

iBitbct einmal bas französisch« Organisationstalent. Ta -alt j ctna 6070 000 Deutsche nun aus Paris beranszuschaffe». Das

beste Mittel hierzu waren drei Bummelzüge nach der belgischen Grenze, die zur Hälfte mit französischem Melitär besetzt waren. Wer nicht mitkonnte, hatte sich auf der Polizei zu melden und wird dann in Zwangsarbeit geschickt. Nach grotzen Mühen ist

:s mir gelungen, in einem dieser Züge mitzusahren. Das Bild, )as mir Paris bei der Abreise bot, war folgendes:

Erdrückte, ängstliche Stimmung. Kein lautes Wort. Al­les nachdenklich. Ueberall begegnete man Mädchen und Freuen mit verweinten Augen. Jedermann sprach von der Not. Wer irgendwie Paris oerlaffen konnte, ging weg. Die ucbrnsmittel sind im Preise gestiegen, viele Geschäfte haben ge- -blosi-n. Papiergeld von HO und 100 Fr. wird nicht mehr an­genommen. An den Restaurants, auf den Speisekarten li«st n>an: ..llcber 20 Fr. wird nicht gewechselt." Der Staat hat schnell Papiergeld von 5 Fr. und 20 Fr. verausgabt. Auch das wird nüflrauisch angesehen. Und bares Geld ist wenig zu fin- V.'N. Ich kenne Leute mit einem jährlichen Einkommen von lg00 000 Fr., die nicht mehr als 300kW Fr. bares Geld besitzen. Die Banlen geben keinen Sou heraus. Jeder Ge- lchiftebrtrieb stockt, niemand ist gezwungen, seine Schulden zu bezahlen. Als ich zum letzten mal in mein Restaurant ging, verweigerte man mir den Platz.Morgen werdet Ihr mit Sourrkraut gegcsicn", rief man mir nach. Auf dem Weg zum Rordbabnhof begegnete ich Hunderten von Deutsche». Jeder trug seinen Bündel in der Hand. Soldaten zogen nach"dem Bahnhof, die Marseillefe wurde gesungen, von fern her don­nerten Kanonen. Ein unglaublicher Spektakel. Und dieses Gewühl am Bahnhos, dieser Kamps um das Billet, diese Jagd nach einem Platz im Zuge. Mit mir im Abteil sah ein franzö­sischer Offizier, ein Unteroffizier, ein Gemeiner und 2 Zioilper- si neu. Es fiel kein beleidigendes Wort, im Gegenteil ich fühlte mich sicher. Früh morgens gelangten wir zur belgischen Grenze. Man muhte aussteigen und einige Kilometer gehen, lieber Lüttich ging es dann weiter zur deutschen Grenze und nach aN der Bummelei im Schnellzug nach Franksurt.

Nun, es wird vielleicht nicht lause dauern, datz wir wieder nach Paris marschieren. Die Zuversicht ist groh bei ans. Es wkrd nicht eher Ruhe in Frankreich werden, bis wir mit dem Schwert in der Hand wieder einmal gezeigt, was wir können. Den, sranzösischcn Gröhcnwahn muh endlich einmal den Ga­raus gemacht werden. Und wenn deutsche Kanonen über Paris donnern und unsere Truppen siegreich einziehen, so soll man auch einmal dieses verfluchte Haus desMatiu", diese Räuber­höhle der sranzösischen Prchbanditen zusammenreihen.

O Deutschland, hoch in Lehren!

Unter den vaterländischen Liedern, mit denen unsere be­geisterten Truppen in das Feld ziehen, hört man gegenwärtig sehr osi kraftvoll erhebend« Melodien erschallen. Da Bielen der

Text des Liedes nicht geläufig ist, so sei er im folgenden wie- dcrgegeben:

k. L Deutschland, hoch in Ehren, du heilgcs Land der Treu: hell leuchtet deines Ruhmes Glanz durch Ost und West aufs Neu! Du stehst wi« dein« Berge fest gen Feindes Macht und Trug, und wie des Adlers Flug nach West geht deines Geistes Zug. Haltet aus, haltet aus, haltet aus, lastet hoch das Ban- B-t weh»! Zeigt der Welt, zeigt der Welt, zeigt der Welt, wie wir treu zusammcnstehn! Daß sich unsre ulte Kraft erprobt, wenn der Schlachtruf uns entgegen tobt! Haltet aus im Sturrn- gebraus! Haltet aus im Sturmgebraus!

Z Wohl dräuen ringsum Feinde, voll Hah und Neid und Spott, doch noch steht unsre feste Burg, und unsre Burg ist Gott! Zu ihm die deutsche Jugend hält, das Schwert in fester Faust, und er hilft, wenn sie durch das Feld in Siegessturm- warjch traust. :,7 Haltet aus lasset hoch das Banner wehn. Zeiget stolz, zeigt der Welt, dah wir ttru zusammcnstehn! Dah sich alte detsche Kraft erprobt, ob UNS Friede strahlt, ob Krieg umtobt: :,: Haltet aus im Sturmgebraus!

3. Gedenket eurer Väter, gedenkt der großen Zeit, wo Deutschlands gutes Ritterschwert gesiegt in jedem Streit! Es sind die alten Schwerter noch, es ist das deutsche Herz: die schlagt ihr nimmermehr ins Joch, sie dauern fest wie Erz, hal­tet aus, haltet aus. lastet hoch das Banner wehn, zeiget stolz, zeigt der Welt, daß wir treu zusammenstehn; daß sich alte deutsche Kraft erprobt, ob uns Friede strahlt, ob Krieg um­tobt. Haltet aus im Sturmgebraus!

k. Zum Herrn erhebt die Herzen, zum Herrn erhebt die vand! Gott schütze unser teueres, geliebtes Vaterland! Das sind die deutschen Schwerter noch, cs ist das deutsche Herz, die schlagt ihr nimmermehr ins Joch, sie dauern aus wie Erz. Hal­ter aus, lastet hoch das Banner wehn! Laßt uns treu, laßt uns kühn mit den ersten Böllern gehn. Daß sich unsre alte Krast erprobt, wenn der Schlachttuf uns entgegen tobt. Haltet ous im Sturmgebraus! ' ~ t

Ans der Heimat.

* Friedberg, 10. August. Sechs Oberprimaner haben heute . Kriegsnratnrität suxa m e n gemacht. Si« werden sämtlich zu iizr.ni Regimentern einrücken.

* Rieder Wöllstadt, 10. Der »Oberh. Anzeiger"

bringt ein« MordaeichichtL von der hier beschäftigenden.

usjischen Erntearbcitern, wonach diese sich verschworen hät- tnt, &n<3 Torf rn Brand zn stecken ufw. Wie zu erwarten ivar, ist diese Naibricht bereits von anderen Blättern über­nommen worden. An der ganzen Sache ist kein wahrcsWort. sie ist vollständig aus den F i i, g e r ,1 gesogen. Außerdem sind in Niederwöllstadt alle Maßnahmen gettosscu. so »atz nicht das allermindeste zu befürchte» steht. Gerade in der gegenwärttgen Zeit, wo so leicht Bcnnrrchigungen stottfindcn, sollte ein amtliches Blatt, das doch derOberh. Anz." darstellt, doppelt vorfich- tig sein mit solchen Tartareimachrichte», die lediglich un­nütze Aufregimg Hervorrufen.

» Reichelsheim i. ». 10. August Die Frauen und

.Junaftouen unserer Gemeind« belckilosien. dem Ruie des Orts-

pfarrcrs solgend, di« Errichtung eines Lazaretts für unsere verwundete» Kriege« im Pfarrhaus und der Apotheke. Hierzu wurden 80 Betten zu« Berfügnng gestellt. 30 Frauen und Mäd­chen haben stch zu steter Hilfeleistung dahier bcrett erklärt. Es fehlt uns freilich noch eine geeignete Berbandsschwcstrr. Wenn jemand aus dem Leserkreis« uns auf eine solche Schwester oder Pflegerin aufmerksam machen kann, wird um Mitteilung an Herrn Pfarrer Vogel herzlich gebeten. Da unser Arzt Dr. Leun ftlbst in den Krieg gezogen ist, hat Dr. Eichenberg zu Echzell in hochherziger Weise die Leitung des Lazaretts übernommen, wofür ihm auch an dieser Stelle herzlichst gedankt wird. An Gaben gingen bereits 3W Marl ein. Der hiesige Männergc- scngoerein spendete seinen beim Gesangswettstteit zn Hörns­heim errungenen Preis von 50 Marl.

* Gießen, 10. August. Die Einnahme der Festung Lüttich

hat hier ungeheuere Freude ausgelöst. Diese erste Wassentat der deutschen Truppen erinnert daran, daß die preußische Hee­resverwaltung schon 1870 mit dem Gedanken umging, den Einmarsch nach Frankreich ebenfalls durch Belgien zu neh­men. Moltke und Roon machten diesen Vorschlag dem König Wilhelm, jedoch glaubte derselbe in Rücksicht auf den König der Belgier Bedenken äußern zu müsicn. Gras Bismarck er­widerte:Wenn Majestät befehlen, laste ich den König der

Belgier mit seiner gesamten Hcercsmacht so lange durch die Berliner Schutzmannschast verhaften, bis wir durch sind." Trotz­dem unterblieb damals der Durchmarsch, aber heute heißt es für das deutsche Reich:Rot kennt kein Gebot" und durch Bel­gien ist für uns der nächste Weg nach der französischen Küste und nach Calais.

* Frankfurt a. M., 10. Aug. (Die obcrhesfischen Sol­daten unterwegs.) Unter den Hunderten von Militärsondcr- zügen, die in diesen bewegten Tagen die Frankfurter Dahn- Höfe an der Gießen-Kasseler Linie berührten, wurden die der oberhessischen Krieger mit besonderer Begeisterung be­grüßt. Da die Durchreise dieser Truppen vielfach bekannt geworden war, hatten sich am Donnerstag und Freitag un­gezählte Frcunde und Verwandte aus Frankfurt an den Bahnhöfen Bonamcs und Bockenhcim eingefunden. Zuerst kamen die Tießencr, Licher, Alsfelder, Grllnberger, Lauter- bacher, Vogelsberger usw. in festlich geschniücktem endlosen Zuge an, stürmisch begrüßt. Alles was ans den Bahnsteigen Hände hatte, reichte den wackeren Landsleuten Erfrischungen Cigarren, Zeitungen in überreicher Fülle. Rasch wurden die ersten Feldpostkartcn an die Lieben daheim geschrieben u. von den Bockenheimer Pfadfindern prompt besorgt. Der kurze Aufenchalt wurde zu einem Eilplauderstündchen von Freund und Vetter benutzt. Dann ein Pfiff, ein letztes Händeschütteln, nnd unter brausenden Kundgebungen fuhr der Zug gen Westen. Später trafen die Krieger der Wetterau im Sonderzuge ein. Ihnen ward der gleiche Em­pfang zuteil, lieberreich mit Lebensmitteln versorgt ver­ließ auch dieser Zug den Babnhof. Im strömenden Regen begrüßte man am Freitag Abend etwa 200 fteiwillige Stu­denten mit Band und Mütze aus Oberhessen. Als man ihnen den Fall Lüttichs mittcilte, erreichte die Begeisterung die Höhe. Solchen Jubel hat der altersgraue Bockenheimer Bahnhof noch nicht gehört. Sonntag traf bei den gastftcicn Bockenheimer» eine herzliche Dankeskart« der Studenten ein, die einen Ehrenplatz erhalten soll. Ein Volk aber, das mit seinem Heer so unlösbar verbunden ist, wie die Bockenheimer Empfänge zeigten, kann nicht zerrieben werden.

» Frankfurt a. 91, 6. August. Der Chef des hiesigen Kur- hcsiijchcn Infanterieregiments 81, Prinz Friedrich Karl von Hessen, hat vom Kaiser die Erlaubnis erbeten, das Regiment ins Feld zu führen. Er übernahm heute das Kommando.

Frankfurt n. M 4. August. Die am Sonntag erfolgte Zerstörung des Phantasie-Lichtspieltheaters, weil dieses in her­ausfordernder Weise einen ftanzösischen Film vorfiihrte, ist von heilsamer Wirkung auf alle die Hunderte von Geschäftsin­habern gewesen, die stch nicht genug im Liebäugeln mit franzö­sischem Wesen durch französische Schilderausschristen, französische Preistafeln, ftnnzösische Speisekarten usw, tun konnten. Frank­furt ist seit gestern eine kerndeutsche Stadt, in der man nur noch deutsch spricht und liest. Alle die prunkenden Schilderauf- schristcn in den Straßen wie: Eoisfeur, Modes, Robes, Grand- Hotel de Francfort, Erand-Case, Merceriewaren, Tailleur, Totalausocrtans, Saison, Commis, kurz, alles was nur irgend­wie ftanzösisch klingt, hat das gewaltig erwachte Deutschbe- wußtsein der hiesigen Bevöilerung hinweggefegt. Man liest nur noch Herrenkleider, DamcnNeidcr, Frankjurter Hos, Schnei»' dcrmeister...... i» den großen Easthüsen gibt es seit gestern

nur noch «inen Mittag- oder Abenüttsch, statt des Desserts ver­zehrt man den Nachtisch, au, der Oxtailsuxpe wurde eine Och­senschwanzsuppe. Tausend Beispiele ließen sich diesen mühelos anreihen. Wie reich ist doch die deutsche Sprache. Hoffentlich bleibt's so. Uebrigens bieten unsere großen Geschäftsstraßen mit ihren abgerissenen, verhängten, ausgcmeißeltcn und über­pinselten Eeschästsschildern ftanzösischer Sprache eine Sehens­würdigkeit besonderer Art. Während so das Deutjchbewußt- sein einen prächtigen Ersolg feiert, find andererseits bedauer­liche Ausschreitungen gegen Ausländer vorgekommcn, die zu strenge» polizeilichen Maßnahmen sührten. Schlag 11 Uhr müs­sen sämtliche Wirtschaften geschlossen werden. Zu der Spionen- riccherei hat sich nun auch die neueste Dolislrankheit gesellt, das ist dle Flieger- und Bombenfurcht. Alle diese kleinen be­dauerliche» Erscheiuungeu ttcten aber in den Hintergrund gegen die begeisterten Kundgebungen des Volkes gegenüber den wackeren Soldaten, die Zug um Zug durch dt« Stadr rol­len ge» Frankreich hinein. Dies« Berbrüderungen zwischen Süddeutschland und den norddeutschen Soldaten sind unvergeßliche Weihcstunden von unbeschreiblicher Kraft und nachhaltiger ttesgrabender Wirkung.

»US dem T-UU-S, 10. August. Etwa 25 0W Frauen, Kin­der und Greis« müssen in den nächste» Tag«» ihre Vaterstadt Metz verlassen. Auf Anordung der Ministeriums des Inner» wir» ein sehe großer Teil dieser eLnte in dem Taunusgebiet »utcraebracht. De« Kreis Lttnbnra erbätt allein 34000 Per­

sonen, Die Vcrpslegungskosten trägt die Stadt Metz. Hof­fentlich bereiten die Taunusbewohner ihren lothringischen Volksgenossen einen herzlichen Empfang und gewähren ihnen treffliche Unterkunft.

Bekanntmachung.

Nachfolgenden Befehl des Generalkommandos bringen u-ti zur öffentlichen Kenntnis:

Automobile dürfen nur dann festgehaltcn oder be­schossen werden, wenn dringend verdächtige Gründe vorlie­gen. andernfalls ohne Aufenthalt passieren lassen, da sonst Riobilmachung und Beschlsübermrttlung gefährdet: nicht

durch Behörde» hierzu beordert« Zivilpersonen inachen sich durch Führung von Schußwaffen strafbar."

Friedberg, den g. August 1914.

Eroßh. Kreisamt:

Herbcrg.

Das Großh. Krcisamt Friedberg an sämtliche Orlspolizeibehörden und die Graßh. Gendarmerien des Kreises.

Sie wollen vorstehende Bekanntmachung öffentlich be­kannt geben.

Personen, die ohne besondere Erlaubnis Schußwaffen tra­gen, ist dies zu untersagen, im Zuwidöchandlungssalle ist An­zeige zu erstatten.

Es wird darauf hingcwiesen, daß fremde Kraftwagen sch wohl kaum mehr innerhalb der Reichsgrcnzen nujhalten.

I. B.: Herberg.

Im Krieg ist alles teuer!

Ein hiesiger Landwehrmann bette am vergangenen Sams­tag einen Pferdetransport für die l.ft.c Munitionskolonne I-2t Ginnheim. Nachdem die Pferde abgclicfcrt waren, bege­be» sich die zum Transporte gehörigen 18 Landwchrlcnie in das GasthausZum Adler", um sich etwas zu restauriere». Hierbei mußten folgende Preise gezahlt werden: 1 Rippchen

mit etwas Kraut 70 Pjg.. sonstiger Preis 50 Pjg., gebackene Eier 80 Psg., sonstiger Preis W Psg. 4 l0. Bier l,< Pfg, soiüti- gcr Preis 13 Psg. Dabet waren die Portionen derart, daß dieselbe» noch Portiönchen glichen, Rippchen 4 Stuck aus ei» Psiind, Eier höchstens 3 Stück.

Ais di« Wirtin aus diese Preise aujmerksiiin gemacht wurde, gab sie zur Antwort:Eben ist Krieg und da ist alles teurer." De« bettcsjende Transportjührer lies seine Leute alles wie verlangt bezahlen und erstattete jojart beim Kam mando des 18. Armeekorps Anzeige.

Achtung Bürger! vor dem LokalZum Adler" in Ginn- hcim.

An die deutfche Lehrerschaft!

In dieser ernsten Zett ist auch die unschciiibarste Hülse nicht unwichttg, namentlich dann nicht, wenn sic die Versorgung unseres Heeres und unseres Volkes mit Brot und zugleich die Unterstützung des roten Kreuzes bezwecke» kann. Auf de» ab- gecrnteten Getreidefeldern bleiben stets Aehren liege», die ge wohnlich ihren Zweck verfehlen und umgeackerl werden. Bon viele» fleißigen Händen gesammelt können sie unseren Gelrei- debestand immerhin erhöhen und der Erlös kann dem roten Kreuz zugewendet werde». Die Kinder kamen aus diese Weise voii der Straße und di« Herren Lehrer, weiche die Kinder zuii> Aehrensammeln anlciten und anhalicn wollten, könnlcu sich ein hohes Verdienst um das Vaterland erwerben.

Es ist nicht crsordcrlich, daß die Brolfrüchle getrennt auf- gellsc» werden, da sich Roggen, Gerste und Weizen zusammen- drrschen und mahlen lassen. Hafer dagegen ist für sich zu sam­meln.

Aufruf.

Durch den Kriegszustand werden schon in allerkürzester Frist große Notstände für viele auch in unserer Stadt cintreten. Viele Ernährer ihrer Familien solgc» de» Fahnen, viele der Zurückblcibcnden werden Mangel leiden nn Nahrung und Kleidung, Kranke und Verwundete werden der Pflege bedür­fen. Staat, Gemeinden, Armenoercine werde» helfend ein- greisen. Aber sie tonnen nicht alles tun. Daneben ist cs un­erläßlich, daß private Hilfe raschestens eintritt. Nun gilt es, daß jedes, soweit es kann, das Seine zu tun.

Der Verein zum Roten Kreuz in Friedberg nimmt für un­sere Stadt diese private Hilfeleistung in die Hand. Zu dem Zwecke crftchtet er vorläufig zwei Sammeistellcn, eine sür Kleidungsstücke, Wäsche, Naturalien usw., eine aiidere zur Ent­gegennahme von freiwilligen Geldgebern; erster« wird von Herrn Rcchnungsrat Dönges, letztere vom llntcrzeichnelcn ge- leitet. Die Verwaltung und Verteilung untersteht dem Vor- stand des Vereins vom Roten Kreuz. Es wird gebeten. Gaben elftere« Aft an die Sammelftelle im Rathaus und Geld, gaben an Herrn Pfarrer Ritter zn übergeben, Es wifte schön, wenn neben den Privaten auch Vereine, Klubs u!w aus ihren Klassen dem einen großen Zwecke, der uns Allen jetzt über Allem steht, möglichst viel zur Verjügung stel­len wollten. Einzelne schon gemachten Zuwendungen lassen uns aus weiteres hoffen. Werte Mitbürger und Mitbürge­rinnen! Laßt unsere Bitte freudigsten Widerhall finden! E.- ist die Rot vieler, di« uns diese Bitte tun läßt.

I. A. des Vereins vom Rote» Kreuz: Küstermann

Franksurte« Wetterbericht.

Voraussage: Bewölkung langsam zunehmend, ttocken, warm südliche bis südwestliche Winde.

Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsch^el, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg; für den Anzeigenteil: Kar' Schmidt, Friedberg, Druck und Verlag derReuen Togos- Leitung". A.-G.. Friedberg r, H.