Nr. 185
Seife L
!»ch alle Schätz» des geistigen und wirtschaftlichen Aufschwunges zu erschließen, ist die wichtige Ausgabe, die uns aus diesem
Feldzug erwächst.
Die Bewegung in Russisch-Polen.
Die in Lemberg erscheinende „Eazeta Wieczorna" erhält von Reisenden, die aus Czenstochau dort eingctrofsen find, filzende Mitteilungen: „Vor dem Einzug der deutschen Truppe u in Czenstochau kam cs dort zu einer Revolution. Polnische Reservisten meuterten, wobei cs zu einer förmlichen Schlacht mit regulären russischen Truppen kam. Die Reservisten Uber fielen die Magazine. Aus beiden Seiten gab es große Verluste. Im Gouvernement Kiclce sind über 1000 Reservisten, die der Einberufung leine Folge leisteten, gefluchtet. Russisch-polnische Bauern, hauptsächlich aus der Bendziner Gegend, die große Mengen Lebensmittel nach Krakau auf den Markt brachten, erzählen, daß nur wenige Reservisten eingerückt seien Die Bauern äußern ihre Freude darüber, daß sie dem russischen Joche nunmehr entkommen.
Die in Lemberg erscheinende Zeitung „Dziennik Polskie" berichtet aus Grund von Mitteilungen polnisch-russischer Flüchtlinge, daß die Rügen auf ihrer Flucht die militärischen Depots, Kasernen und Brucken sprengen, Eisenbahnen und Telephon- leitungen zerstören und Lebensmittel und Fouragevoirätc vernichten. Die polnisch-russische Bevölkerung gehe den vordringenden Deutschen überall die Hand und erteile ihnen -vichiige Informationen. Gleichzeitig sollen in Russisch-Polen vielfach selbständige polnische Freiwilligenkorps bestehen, die die sich zurückziehenden Russen angcgrissen haben. Ein Ko- sakenossizier, der sich der eigenen flüchtenden Mannschaft in de» Weg stellte, sei von meuternden Soldaten erschossen worden. In Lodz haben die Rügen die Depots der Staats- und Privatbanken bereits nach dem Innern des Landes besördert.
Drohende Revolution tu Rußland.
Wien, 8. August. Der Lemberger „Kurier Lwowski" meldet aus Warschau: In den russischen M i; I i t ä r l - c i- se n ist die Stimmung sehr gedrückt. Man verpackt die Staatsarchive, das Gold und alle Borrätc, um sie ins Innere des Reiches wcgzuschafjen. In den Grenzgebieten wünscht man eine Niederlage für die Russen herbei. In den Städte» im Innern des Reiches gärt die Revolution und wartet auf de» Augenblick, wo sie ihr Haupt erheben kann.
Eindruck in Italien.
Rom, g. August. Ein soeben hier veröffentlichtes Telegramm des Staatssekretärs- des deutschen Auswärtigen Amtes an den hiesigen deutschen Botschafter, das einen Ueberblick gibt über die deutschen Erfolge und die Auslandslügen denienticrt, rief den tiefste» Eindruck hervor, besonders da hier an der Eroberung Lüttichs noch gezweifelt wurde und über die Fortschritte in Polen wenig bekannt war.
?rr rrftf fchillrnf IrMjalf.
Heber beit ersten auf deutschem Boden gefallenen Franzosen wild dem Heidelberger Tageblatt von einem Reichsbeamten in Marlirch nntgeteilt: Am 3. August ist der erste französische Chasseur von deutschen Jägern erschossen war- den. Der auf deutschem Gebiet gefallene Chasseur war in elendester Verfassung, er halle zerrissene Schuhe, die Hosen znni Teil mit Sicherheitsnadeln befestigt, trug die Patronen in Packpapier mit Bindfaden geschnürt; bei der Leiche wurden % Liter Schnaps gefunden. — Eine Anzahl französischer Gefangener ist bereits in einer preußischen Festung inter- uiert worden.
Die großen Tage in Bayern.
Die allgemeine Begeisterung ist sogar in die stillen Klosterzellen gedrungen. Wie aus Rosenheim gemeldet wird, haben dort zwei Laienbrüder des Kapnzinerklosters das -£r- denskleid mit dem Kriegsgewand vertauscht und sich zur Fahne gestellt. In dem gleichen Nosenheim hat ein Vater, der Messerschmiedemeister I. Marcy, acht Söhne in den £ ?ncn ziehen sehen. Vier von, ihnen dienen znr Feit aktiv,
Ersic Krieysstndien.
Schuljuugen-Erittnerungcn aus ernster Zeit.
Von Karl M i s ch t c
I» diesen ernsten Tagen mag es wohl gestaltet sein, einige Lintheitsciinnerungen aus der Zcir des letzte» großen Krieges hcrvsrznholen. In uujcrer jetzigen Generation leben ja viele, die keinen Krieg erlebt haben, der ihre eigene Nation nnfiing.
Ich spreche von 1870. Wir waren damals sieben- und achtjährige Burschen und besuchten di« fünfte Klasse einer Berliner Cennindeschule im äußersten Osten der Stadt. Den rechten Bildungstrieb hatten wir damals wohl noch nicht, aber was uns an sittlichem Ernst fehlte, das ersetzten wir durch mannhaste Gesinnung und glühende Vaterlandsliebe. Der Audreasplatz ballte täglich wider von unserem Schlachtgejchrei, und oft genug ickilugen si.ch die Preußen und Franzosen bis in die höchste» Llockwcrke der anliegenden Häuser, bis uns die entrüsteten Hausmütter hinauswarfen.
Wenn wir auch nicht viel von der Suche wußten und noch nie einen Franzosen zu Gesicht bekommen hatten — später ka- meii ja freilich genug Ecsaugeue nach Berlin —, so lebte doch v uns ein großer Kricgsoifer, und die Meldungen vom Kriegschauplatze wurden lebhaft besprochen. I» jener Zeit wurden du Osten Berlins »och nicht viel Zeitungen gelesen. Die Haupt- zuellen unserer Erkenntnis waren die roten Zettel, die a» de» Litsnßsäulen angeschlagen wurden, die Depeschen, die König Wilhelm an die Königin Augusia geschickt hatte, und die dann der Polizeipräsident, ich denke, er hieß Wurmb, auf diese Art veröffentlichte.
Es versieht sich von selbst, doß auch während der llnier- richtvzeit der Krieg in unfercn Köpfe» lebte. Nicht nur, daß wir uns in den Pausen herzhaft balgten, auch in den Stunden war es mit uniercr Ansmcrklamkeit nicht weit der. und aus
Stelle Tageszelkllng. «virtag, »en iu. nugu» 1914
irei gehöre» der Sieferve und einer gehört dem Landsturm
an. Jetzt stehen alle unter den Fahnen.
Der jttdilihe Ätiittalöalischtf im Strr&fii!
Wie der „Post" unterm 4. über München gemeldet wird, liegt der Chef des serbisclnm Generalslabes. Woiwode Pnt- nik, einer Nachricht ans Tnrn-Severin zufolge, im Sterben. Eine schwere Luflräbrenschnitt Operation ist an ibm vollzogen worden. Sein Ableben wird in den nächsten Stunden erwartet.
der Zeit.
Verbrüderung zwischen Deutsche» «ud Tscheche«.
Der Fall Lüttichs wurde mit ungeheurem Jubel ausgenommen. Tausende warteten vor dem „Prager Tirgblatt" auf die Eztraausgabc des Blattes. Die Nachricht wurde
laut verlesen, darauf folgten brausende Hoch- und Nazdar- Rufe und großartige Verbrüderungs'zenen zwischen Deutschen und Tschechen. Hochrufe aus Kaiser Wilhelm, Nieder mit Frankreich und Rußland, Schmach den englischen Wucherern. Die österreichiscl>e Hymne wurde deutsch und tschechisch gesungen. Die Menge zog über den Graben. Bor dem deuischen Hause trat ein Tlckicche vor und rief: „Hoch unser genieiusames Vaterland Oesterreich! Hoch Kaiser Wilhelur. Auf zum deutschen Konsulat!" Au dessen Fenstern nahmeit Hofrat Hintze und die gesamte Beamtenschaft endlose Ovationen für DeutsMand und Kaiser Wilhelm entgegen. Der Abschluß der Ovationen fand vor deni Radetzkydenkmal statt. Der heutige Tag ist hiswrisch denkwürdig für Prag.
Am Sonntag wiederholten sich die Kundgebungen.
Die Menge sang „Heil Dir im Siegerkrcmz" nnd zog unter der Volkshymne nnd begeistertem Hoch- und Slawa- rnfen auf Franz Josef und Kaiser Wilhelm zum Rathaus wo der Bürgermeister unter stürmischer Zustimmung eine Ansprache hielt. Er saihrte ans: Die Begeisterung der gesamten Bevölkerung, die die früheren Parteikänipsc vergessen hat. ist das bedeutungsvollste Symptom und ein Beweis dafür, daß an imsoren Herzen die tiefste Liebe des gemeinsamen Vaterlandes und Hingebung für den inniggeliebten Kaiser wurzelt. Der Redner schloß mit einem Slawa auf den Kaiser und einem Hurra auf die Armee. Er rief in deutscher Sprache: „Es lebe Kaiser Wilhelm." Diese Worte riefen einen begeisterten Widerhall hervor. Vor dem Radetzkydenkmal sang die Menge entblößten Hauptes die Volkshymne in beiden Sprachen. v
Die Mündt im ftanrößlchtn
Berlin, 8. Aug. (W. B.) Mehrere Berliner Zeitungen Haben ein Gespräch eines militärischen Sachverständigen mit einem höheren französischen Generalstabsoffizier wiederge- gebeu. Die Unterhaltung hat unmittelbar nach den Enthüllungen Humberts im französischen Senat stattgefunden. Der französische Generalstabsoffizier meinte, Humbert habe nichts gesagt, was der französische Generalstab nicht schon unzählige Male ausgesprochen habe, meist freilich vergebens. Jetzt, fuhr er fort, entdecken plötzlich diese Politiker, was wir immer und immer wieder berichteten, und dann behaupten sie noch, es wäre neu. Seit Jahren macht der Generalstab auf die enorme lleberlegenheit aufmerksam, die Deutschland durch seine schioere Artillerie des Feldheeres besitzt. Man glaubte uns nicht. Jetzt haben wir nichts als diese unbrauchbaren Rimaiho-Geschiitze. Alles andere ist noch Zukunftsmusik oder neu angestrichenes altes Eisen. Unser Feldgeschütz wirkte bahnbrechend; aber jetzt ist es das älteste seiner Art und natürlich den modernen, auch Jhreui, nicht mehr gleichwertig; ebenso ist es mit dem Lebelgewehr. Ihre Truppenübungsplätze verfolgten wir seit Jahren mit dem größten Interesse. Wir wissen, welch unschätzbaren Wert sie für die Ausbildung haben. Bei uns streiken die Finanz- minister bei Uebungsplätzen stets. Die drahtlose Telegw- phie in Verdun und Toul ist unbenutzbar, sobald die Groß-
häuslichen Fleiß legten wir schon gar kein Gewicht. Die Folge war eine erhebliche Zunahme der Disziplinarsälle und der Nachbleibestunden.
Anscheinend war er in den anderen Klaffen nicht beffer. Denn zur Entlastung der einzelnen Lehrer war die Einrichtung geirossen, daß die „Nachkutscher" aus der ganzen Schule um 12 Uhr in einer Klaffe vereinigt wurden. Da büßten wir dann gcnieinsam unsere Schuld. Es waren selten weniger als 80 Jungen, die da zusammenkamen, oft genug aber mehr.
Der „Nachbleibelehrer" war ein gemütlicher Herr, namens Ziercp. Wir nannten ihn unter uns bloß „Onkel Julius", was das Nerhältnis gewiß bezeichnete. Onkel Julius hatte immer Bonbons bei sich, außerdem war er ein gewaltiger Mi- litörsiralcge. Er hatte 1868 mitgemacht, 70 hatten sic ihn nicht mehr genommen. Wir liebten ihn nnd ehrten ihn sehr, jetzt deckt ihn wohl schon die kühle Erde. Sein erstes war in jeder Stunde, daß er sich erkundigte, ob einer etwas Neues vom Kriege wisse. Dann wurde ein Zuverlässiger mit einem Sil- beraroschen losgcschickt, um auszupassen, wann die Depeschen ongcklebt wurden. Das geschah in der Regel um die Mittagsstunde. Die Zettelanklcber hatten nämlich immer ein paar Zettel übrig,-die sie verlausten. Ost hatten wir auch unsere Dreier zns-rmmengelcgt und aus eigene Faust eine» Kameraden beansiragt. Dann hieß cs: Lehmann kommt gleich wieder und bring! das Blatt. Zufrieden hängte Onkel Julius die Karte von Franlreich an die Wand und steckte mit Reißnägeln eine eigene Kricgskarte an die schwarze Tafel.
Und dann ging cs an ein flottes Erklären. Onkel Julius erzählte uns von den Schlachten und fuhr flott mit dem Finger auf den Karten herum, und wir Kleinen bewunderten die Großen aus der ersten und zweiten Klaffe, die schon Atlanten hatte» und etwas von Karten verstanden. Einige Kecke, die Verwandte beim Militär hatten, brachten auch deren Briese mit 9TW viel wir kleinen Kerle non der Sache eiaenrlick be-
station Metz mit starkem Strom arbeitet. Bon den Muni.
tions- und Verpflegungs-Vorräten will ich gar nicht ftsre- cheu. Nur tu einen, Punkte, wenn man will, ist der Gene- ralstab uritsckuldig; nämlich an denr Instand der Festungen, außer den vier großen Ostfestungen. Humbert beklagt jetzt, daß die MaaS-SperrsortS nicht uwdernisiort worden seien. Der Generalstab hat dies gar nicht gewünscht. Er hält das Geld für die vielen kleinen Festungen und Sperrforts für eine Verschwendung.
Diese Aeuherungan find für rms besonders w"!voll, weil sie von einem feindlichen Offizier stammen, der die Verhältnisse nicht nur vom Hörensagen, sondern au? eigener von maßgebender Stelle gewonenner Anschauung kennt.
Ltimmttngsblldcr ans Paris.
Bon einem jungen Gießener, der dieser Tage aus Frankreich zurückgekehrt ist, wird uns folgendes intcreffante Sttm- nnmgsbild zur Verfügung gestellt:
Wer an deutsche Organisation und Disziplin gewöhnt ist, nird in Frankreich Uebcrraschungen erleben. Alles ist etwas leckerer, gemütlicher; man lann ruhig vo» Schlampern sprechen. Das Heer spielt eine ganz andere Nolle. Die Ojfizicre vor allem nehmen eine ganz andere Stellung ein. Ohne Geld, mit schlechter Bezahlung haben sie zu leben. Wenn nachls ein Offizier mit seinem Schatz aus einer Bank an den Boulevards sitzt, ja regt sich niemand auf. Frankreich ist Repuvlik und alle sollen gleich fern. Wenn nur die oberste Leitung der Staates eine andere wäre! Aber da liegt der größte Fehler. Es wird nichts getan, die Gelder kommen nicht dahin, wo sie hmkommcu sollen; und wie die Schlamperei im Großen so im Kleinen.
Am Nationalfeiertag, 11. Juli, konnten in Bordcaur mehrere Kompagnien nicht ausriicken, weil die Kleidng nicht vollständig war. An Schuhen fehlt er. Aus dem Appell an die Reservisten konnte man lesen, daß jeder zwei Paar gute Schuhe inftbringen müsie. Um deutsches Beispiel nachzuahmcn, wollt« man graue Fcldnnisorm ernführen. Nach langen Debatten sind denn auch 1000 Frank (in Worten: Tausend Franke) bewilligt worden! Allgemeines Aussehen erregte das Schiss, das den Präsidenten der Republick kürzlich nach Rußland führte. Ein „alter Kasten", aber wahrlich nicht geeignet, zu repräscn- ttercn; und die Kopcnhagcner, die an etwas mehr Sauberkeit gewöhnt sind, haben große Augen gemacht.
Was den Franzosen ganz und gar schlt, ist das Organisa- twnstalent. Man empfindet es in staatliche» Anordnungen, man spürt cs im Eeschästrlcbeii. Es fehlt eine Zentralgewalt, die alle stramm zusammcnhält. Wer Geld hat, hat die Macht. So konnte ein EaMauz den Freispruch seiner Frau erwirken die den Ehefredatter des „Figaro" erschaffen hatte. Man muß nur eine Zeitung auf seine Seite bringen und 300 Apachen bezahlen können, die „vive Caillaux" schreien. Auf diese Weise werden Bestien zu Engeln gemacht und die Meinung der ganze» Welt irre geleitet. Die Zeitung bedeutet in Frankreich alles. Und wer bezahlt die Zeitung, Die großen Ecschützfabri- ken. So kommt es, daß z. B. im „Matin" stets und ständig zum Krieg gegen Deutschland gehetzt wird. Man hält das für den Ausdruck der Stimmung des großen Volkes, ist hernach aber nicht wenig überrasiht, wenn Hunderttansende schreien: „Nieder mit dem Krieg", wenn große Demonstrationen aus den Boulevards veranstaltet werden, um gegen den Krieg zu manifestieren. Und als am 1. August die Mobilmachung bekannt wurde, sah ich viele traurige Gesichter. Schon einige Tage vorher, als die Truppen ausrückten, weinte halb Paris. Man wollte absolut nichts vom Krieg wissen. Jedermann frug, weshalb denn? Aber da gab nun die Preffe, voran der „Matin", die Antwort, die aus deutsch ungcsähr so lautet: Der deutsche Kaiser ist der Sündcnbock, er will absolut den Krieg, wir tonnen nicht anders, wir muffen uns verteidigen. Und wir werden siegen, denn das Recht ist mit uns, und England und Rußland werden uns helfen.
Zwei Stunden nach Bekanntgabe der Mobilmachung erschien ein neuer Anschlag. Deutsche und Ocsterrcicher mußten Frankreich innerhalb 24 Stunden verlassen. Hier bewährte sich
grisscn, weiß ich nicht mehr; als wir später selbst in gereiftcrcr Klaffe Geographie lernten, war jedcusalls von all den französischen Namen wenig genug sitzen geblieben. Aber cs war hoch- intereffant und koloffal spannend.
Bloß einmal wäre die Idylle beinahe gestört worden. Unser Klassenlehrer, er hieß Wcgcner, fühlte eines Tages das sonderbare Bedürfnis, in die Nachblcibestundcn zu kommen, vermutlich, um auch mit Onkel Julius zusammen noch de» Krieg z» bcsprcche». Da sah er sich natürlich auch seine Burschen an und erstaunt faßte er uns ins Auge: „Was wollt ihr denn hier, Schwengberg, Lehmann, Luchtcrhand, Rcgclien?" Die sprangen erschrocken auf und einer sagte: „Nachbleiben!" — „Ja, ihr seid gewiß gar nicht unter denen, die nachbleiben sollen! Du, Luchterhand, hast zwar heute deine Sprüche nicht gekonnt, aber da- für hast du doch deine Wichse bekommen!" Onkel Julius sah die vier ebenso erstaunt an wie Herr Wcgener, und schließlich hieß cs: „Macht schleunigst, daß ihr hinaus kommt!"
Betrübt schlichen die vier Verbrecher ab. Kaum aber hatte Herr Wegencr das Zimmer vcrlaffen, und sein Tritt war verhallt, da öffnet sich die Tür wieder, und unsere vier Burschen tameu wieder. „Ach, lieber Herr Lehrer, lassen Sie uns doch noch bis zu Ende nachbleiben!" Ontel Julius wollte sich in seinen strategischen Auseinandersetzungen nicht stören lasten und ließ sic sich ruhig setzen. Ich selbst war auch in gleicher Lage, aber ich war so ziemlich der Kleinste und hatte mich beim Eintritt dev Lehrers unter der Bank verkrochen.
Natürlich gab das nachher Anlaß zu Kritik und Gegenkritik und ich sollte absolut beim nächsten Krieg aus dem Andreas- plane Napoleon sein, welcher Ausgabe ich mich wohlweislich durch eilige Flucht entzog. Aber das Geheimnis war einmal gelüstet, nnd wenn einer gar zu faul und ungezogen war. so wurde ihm offiziell gedroht: „Kerlchen! nimm dich zusammen, sonst darfst du nicht mehr mit nachblciben"
Das zog.


