N«'»n>-r 185 _____W-ntag. den IO. August 1914. 7. zatzr«»',,.
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Der Krieg.
Ein deutscher Handstreich an der Themsemiindung. — 3000 belgische (tzefangene. — Die Ccficv reicher rücken in Rutzland ein. — Die Kolonie Togo von den Engländern besetzt. —
Deutsch-tschechische Verbrüderung in Prag.
Zonick die dtlitlchk Zrurgk klingt!
So ernst di. Tage sind, so viel des erhebenden bringen ste. Nach so vielen trüben Erfahrungen, die wir durchmachen mußten, erleben wir wieder eine Zeit der nationalen Erhebung, Es gibt nur noch rin einiges Deutschland! Erfreulich ist cs aber auch, daß fich uns stammverwandte Völker auf unsere gemeinsame Abstammung entsinnen und ihre Zustimmung zu unserer gerechten Cache offen und freudigen Herzen» bekunden. Doppelt erfreulich ist dies, weil noch 1879 entschieden diese Völker aus einem falsch verstandenen Partikularismus ihre Abneigung gegen Preußen Deutschland kein Hehl machten und sich nicht scheuten, der Cache Frankreich» Glück zu wünschen.
Da sind vor allem die C ch w e d e n , die bekanntlich auch mobilisiert habe». Als der Friedensbruch Rußlands bekannt wurde, da jubelte alles Deutschland zu. Schwedische Studenten zerschlugen auf der Malmöer Ausstellung die russische Abteilung, Als die zur Fahne berufenen Deutschen Schweden verließen, da standen am Kai jubelnde und Mützen schwenkende Schweden, an Bord die Menge mit entblößten Häuptern „Deutschland, Deutschland über alles" singend — so zog die letzte Fähre hinaus. Aus Berlin wird gemeldet, daß viele schwedische Studenten sich als deutsch- Kriegsfreiwillige melden, Nicht minder gut ist die Stimmung in der deutschen Schweiz, So de» schien verschiedene deutsche Reisende, die Fraulnich über die Schweiz verlasic» mußten, daß die Stimmung der Soldaten in der französische» Schweiz eine gedrückte gewesen sei. Das Bild habe sich aber sofort geändert, als die deutsche Schweiz erreicht wurde. Uebcrall Sympathien für Deutschland und Wünsche für einen siegreichen Feldzug,
Ein Spiegelbild der deutschfreundlichen Sttmmung in der Schweiz geben zwei Briese wieder, die die „Franks, Ztg," aus der Schweiz erhielt, Zn dem einen Brief heißt es:
„Mit welchen Gefühlen für das Deutsche Reich, das einer säu eren Cchicksolssiunde entgegengeht, hier das Volk erfüllt ist, z>i,,t das naive Gerücht, daß der deutsche Kaiser UNS schon Zwei Armeekorps angeboten habe, wenn wir nicht „Meister" würde» .....Hier herrscht große Empörung darüber, daß eng
lische Visite« Deutschland als Kriegshetzer hinstcllcn, der alles tue, was er kann, »m Europa in Brand zu setzen. Der „Frie- dcnrzar" ist bei UNS zum Schimpfwort geworden.
Wir Schweizer hoffen nach dem Kaiserwort: daß die Neider Deutschlands »un erfahren, was Deutschland heißt. Sie i ,ss,ii dos erfahren, oder unsere Kultur wird versinken. Das bars eb:r nicht sein. Wir wissen, warum wir kämpfen. Das Dcu'lckr Deich lämpft nicht nur für das Germanentum, es lcirzs! sür unsere Kultur: dies fühlen wir alle, und darum
muß De'Os/.lsnd siegen. Heute, in der großen Schicks.rlsstunde. wißen iri,: Unser Land kann nur mit einem starken Deutschland wcitcrlebc». und sollte das Deutsche Reich (was ich nicht glauben kaniis besiegt werde», dann würde unsere freie Eidge- aosieuschasr z» Grabe getragen, den» dann würden wir, als Zuspeise, -erichsen und verteilt, und unser Schicksal würde» noch eiiiige kleine Länder teile», damit Rußland das Knuteireich, über Slondinavirn bis nach Konstantinopcl als „Weltreich" sich erstreckt, Denii schon vor 250 Jahren schrieb Poteiuli» an d.ii Torbogen des „eugcgründcten Cherson: „Hier geht der
Weg nach Byzanz,!"
Zn t m anderen Schreiben wird berichtet:
„Zn Basel erlebte ich noch ein Stück Bolkssustiz: ein Un- iusiicdrrcr und Deutschenhasicr maulte herum, einige junge Buischcu murrten, waren sciift aber ruhig, Als jedoch der Schimpfer (von drutschfrindlichen auswärtigen Zeitungen an- gcstcckt) behauptete, Kaiser Wilhelm trage die Schuld am Kriege »nd dazu übel redete, bekam er Prügel und zwar tüchtig"
Auch die Holländer stehen nicht zurück, llebcreinstim- mcnd berichten alle aus Frankreich Hcimgekchrtc, daß sie von den Holländern lehr freundlich empfangen, ja sogar bewirtet weiden seien. Auch sonst macht sich eine deutschfreundliche Stimmen, bemerkbar.
Alle in München lebenden Holläiidcr werden durch Aufrufe auiuesocdert, ihre Sympathie für die staramverwondic» deutsche» Brüder sowie ihre Bewundrrung für die allgemeine netionaie Begeisterung und Srlbstbrlirrrlchung ln der gegenwärtigen ernsten Zeit nicht nur mit Worten, sonder» durch die Tat zu beweisen.
Den Schluß wollen wir mit de» Auierikancrn machen, Zn München erschien beim Oberbürgermeister eine Astordnung der bicsige» oincrikauilchcn Kolonie und uberrob dickem
ein Schreiben, in dem u, a, gesagt wird, daß eine Anzahl Amerikaner wünschten, ihrer tiefsten Sympathie für Deutschland in der jetzigen Krisis und ihrer aufrichtigen Bewunderung des Mutes und her Selbstbeherrschung des deutschen Volkes Ausdruck zu geben.
Der Präsident des Deutsch-Amerikanischen Nationalbundes zu Newyork erklärt in einem Aufrufe:
„Zn dieser schweren Zeit Deutschlands ist es Pflicht, daß wir Deutsch-Amerikaner fest und treu zusammenstehen. Die Exekutive des Nationalbundcs ist aus der Wacht für die besten Znteresien des Deutschtums, für die beste Art und Weife der Bewahrung des deutschen Namens gegen die Gehässigkeit und Unwissenheit einer Minderheit in unserem eigenen Lande,"
Somit erscheint alles einig, so weit die deutsche Zunge klingt Uiid Gott im Himmel Lieder singt.
Ein deutscher Handstreich.
Ein englischer Kreuzer gesunken.
Dein „Wolfsfchen Bureau" zufolge ist der von der Kaiserlichen Marine übernommene Bädcrdampfer „Königin Luise" beim Legen von Minen vor dem Krieg-Hafen an der Themsemündung von einer Torprdobootöflotille unter Führ- nng des kleinen Kreuzers „Amphion" angegriffen »nd zum Sinken gebracht worden. „Amphion" ist auf eine von der „Königin Luise" geworfene Mine gelaufen und gesunken. Von der englischen Besatzung sind dem Vernehmen nach 130 ertrunken »nd 150 gerettet. Von der 6 Offiziere und 114 Mann zählenden Besatzung der „Königin Luile" ist ebenfalls ein Teil gerettet.
(„Amphion" war ein geschützter Kreuzer von 3500 T. Deplaccinent mit 290 Mann Besatzung, der am 14, März 1911 vom Stapel gelaufen ist. Seine Länge betrug 117.3 Mtr„ seine Breite 12.6 Mir. Zehn Geschütze von 10.2 Etm. und vier von 4.7 Ctm. Kaliber. T- Red.)
Lüttich.
Lüttich ist fest in unserer Hand. Die Verluste des
Feindes sind groß. Unsere Verluste werden sofort mitgc- teilt, sobald sie zuverlässig bekannt sind. Der Abtransport vou 3000—1000 Kriegsgefangene» aus Belgien hat bereits» begonnen. Rach vorliegenden Nachrichten hatten wir in Lüttich ei» Viertel der gesamten belgischen Armee gegen »ns.
General von Bülow H.
Seit zwei Tagen wurde hier erzählt, daß der jüngste Bruder des Fürsten Bülow, der Generalmajor Karl von Dülow, Führer einer Kavalleriebrigode, vor dem F-einde gefallen sei. Tie Rock eicht wird jetzt von Berliner Blättern bestätigt.
Gefechte un Odereifas;.
Tie deutschen Truppen in, Oberclsaß winden von seind- lichen Krästen, die aus der Richtung von Belfort vorginge», angegrisfrn. Tos Vorgehen der sranzösisck»cn Truppen ist zum Stehen gekommen. Bei Altkirch gingen sic bcr.-iis wieder in der Richiung auf Belso:t zurück.
Nene Erfolge au der Ostgrenze.
Tic dritte russische Kavallenedivision überschritt am 0, August die Grenze bei Roineikcn südlich von Eydtkuhnen, ging aber bei dem Erscheinen bcnijcl er Kavallerie wieder aus russisches Gebiet zurück. An der Wiederherstellung der von den Russen in Polen zcrstö'tcn Bahnen durch die Teutjchen wird gearbeitet, auch die Brücken zwischen Schovvinitz und SoSnowice sind in der Wiederherstellung begristen, Tre Bah» von Alerandrowo nach Mlozlawek ist bereits wied'r benutzbar.
Berlin, 9, August, (29. 23.) Tie Grenzichutzabteilimg in Viola, zehn Kilometer östlich von Johannisburg, hat den Angriff einer russische» Kiwallcric Brigade zurückgewiescn. Acht russische Geschütze und inehrere Munitionswagen sind in unsere Hände gc'allen.
Berlin, 9, Ang, (23. 33.) E stern Abend wurden drri Kompagnien Landwehr i» Schmallcuingkcn, drei Meilen oft- lich von Tilsit, von zwei russischen Fnsantericksuipag licu und einer Maschinengewchrkompagnic angegriffen. Die "nnd!--»br zvrs-a die Rnilon zun, Rückzug ans Jurb-ra.
Einriicken der Ocstcrrcichcr w Rußland.
Amtliches Telegramm.
Die Grenze von Mittelgalizien war gestern »iid heute der Schauplatz zahlreickier kleinerer Känipfc. Umnitlelb.r »ach Bekanntwcrden der Kriegserklärung versuchten rnffische Kavallerie-Patrouillen und »Abteilungen über die Greiize vorziibrechcn. Sie wurden jedoch zum Rückzug gedrängt.
Auch an der Grenze von Ostgaiizic» kam es zu kleine» Kämpfen, insbesondere bei Podwolorzyska, wo sich ein öfter- rcichischer Posten gegeii eine bedentende Ileberlegenhrit behauptete. Stuf österreichischer Seite blieben zwei Tote iii>d drei Verwundete. Die Russen verloren 20 Tote.
Bei Rowosielitzt erstürmten osterrreichische Truppen die Höhe von Mohilo, wo sich ein russischer Kordonposteu in gutverschanzter Stellung befand. Trotzdem der Feind Verstärkungen erhielt, behaupteten die österreichischen Truppen den crobeltcn Posten gegen wiederholte russische Angrisse,
Oesterrcichischc Kavallerie bcsctztc Llknsch und Waltzrom und nahm Fühlung mit den in Russisch-Polen stehenden Grenzschntzdetachements des 6, Armeekorps.
Weitere öfterreichifche Erfolge.
Wien, 9. Ang, (W, V.) Die bis Mjcchow ctwa drei, stig Kilometer nördlich von Krakau vorgrdrnngrnrn oster, reichischrn Trupprn setzten gestern die Lssensive fort »nd br. setzten bis zum Abend die Ortschaften ungefähr 40 Kiloniete, nordwärts. Die bisher an der Weichsel stehenden Grcnz- truppen überschritte» den Fluß und setzten sich ain jenseitigen Ufer fest. In Ostgalizicn bemächtigten sich die Lesterrcicher der auf feindlichem Gebiete gelegenen Ortschaften Radzivi- low, eines Grenzbahnhofes im östlichen Galizien, und Rolvo- sieliza bei Czernowitz, der Bezirkshauptstadt der Dnkowiiia. Sämtliche Versuche von feindlichen Reiterpatronillen, in Ost- »nd Mittelgalizien einzufallen, wurden abgewehn. Bei Zäkozce zwischen Brody »nd Tarnopol wurde» bei der Zurückwerfung feindlicher Reiter vier Kosaken getötet und zwei verwundet,
Oefterreicher «nd Serben.
Gestern nachmittag fuhr ein Patrouillenboot gegen die Stelle unterhalb der Drinamündunp, wo dir Serbe» «isrig nn Befcstigiingc» arbeiteten. Zwanzig Meter vom liier entfernt, schwang sich rin Marinennterossizirr der Tonni,. fielt!Uc, mit drei Kilogramm Ekrosit bcladcn, über Bord, schwamm an Land, erreichte unbcmcrkt dir Bescstignngc», schasste dir Sprengladung hinein »nd brachte sic mit einet Zngschiiiir zur Explosion. Tie Serbe» eilten herbei »nd er. öffnete» das »euer. Sie wurden »brr von der Mannschaft des Bootes mit Schnellfeuer cmpsangen, dns vier Feinde nicdrrslreckt:, während der Marinrunterosfizicr schwimmend das Bert unversehrt wieder erreichte.
At (fuglnn^rr in der IjtinpiftfiM (Togos.
Dos Sllolss'fche Tclegraphcn-Bureau meldet:
2s.r wir hören, ist vor der Hauptstadt von Togo. Lome, eine starte englische Tr » pp c n cx pedit i on von der benachbarten englischen Ecldlllste erschiene», Zn Abwesenheit der kleinen Polizeittuppc Uiid sämilicher wchrsähigen Weiße», die [:') ir.it dein stcllvcrirclcnden Gouoeeneur zum Schutze wichtiger Stationen in das Hinterland begeben hatten, »ah- men die Engländer von der Hauptstadt Besitz unter sclcrlichcr Zusage, di- Ordnung ausrcch« zu erhalte,: i n» das Eigentum zu schützen,
Pno öfUrrridiild'C Mr-Koinmndo nn die jjolfii Rn Illlids.
„Befrcinilg »cm inaskowitischenZoch!"
SOien, 9. August. Das Oberkommando der österreichisch» ungarischen Armee richtete eiiien Aufruf an die r u s f i > ch e n Polen, worin cs heißt:
Tie verbündeten österreichisch-ungarischen und deutschen Armeen überschreiten die Grenze. Hiermit bringen u r . Euch Pol«» die Befreiung vom m o s k o w i t > f ch e u Z o ch. Begrüßt unsere Fahnen mit Vertrauen, Sie bringen Euch Gc- rcckilial it, D.r Schranlen zu sprengen, die Euren Derlrhr mit de» i. gr, icchrtt.., der weltlich-» Kultur behindern, und


