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Wcuc Tageszeuung. Donnersrag, den 8. August iS!«
Fest umschlungen stehn wir da! ' Müll der Feind sich an uns wagen, Schleicht heran mit Meuchelmord, — Mag er denn sein Schicksal trage»- , tzcilgcs Feuer fegt ihn fort.
6ir. »82
Ztlindillillstlilht flrutralität Italiens.
Tie „Tribuna" schreibt:
1. Ter Geist des Drcibundoertragss verbietet den Vcr-
ici!e» jede eigenmächtige Sonderakt ion. Das gleiche Der-.
:ur Oesterreich-Ungarn und Italien. ,
2. Der Drcibundvcrtrag tritt nur im Falle eines Defensiv-.
.'rieges in Kraft.
3. Oesterreich hat seine Aktion gegen Serbien eingeleitck, hnc Italien zu verständigen.
i. Don allen weiteren Beschlüssen und Maßnahmen feiner Berti ndctcn wurde Italien zu spät in Kenntnis gesetzt, da es : . die Sicherheit und Versorgung seiner Truppen in Benadir und Erqtraa, Tripolis und der Cyrenaika nicht die geringste Vorsorge treffen konnte.
Italien wird also an einem Kriege vorläufig nicht tcilnehmen. Es behält sich aber vor, zur Wahrung ferner Interessen Mittel nud Wege zu erwägen, um seinen Verbündeten freundschaftlich nützen zu können.
Goldne Worte Bismarks.
Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden . ic groben Fragen der Zeit entschieden — das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen —, sondern durch Eisen und Blut.
Bismarck im Abgcordn.-HauS (Bridget-Komm.)
30. Eept. 1862 ,
Ein Appell an die Furcht findet im deutschen Herzen nie- inals ein Echo.
Bismarck im Zollparlament 18. Mai 1868 Ein Friede, der der Begeisterung ausgesctzt ist, jeden Tag, jede Woche gestört zu werden, hat nicht den Wert eines Friedens; ein Krieg ist oft weniger schädlich für den allgemeinen Wohlstand als ein solcher unsicherer Friede.
Bisniarck in der Dcputicrtenkamnicr 30. Jan. 1869.
DttUßimmn zur tnglijchcll Kritgsttklimiiig.
Am Schlüsse seien noch einige Pretzstimmen über den Eindruck der englischen Kriegserklärung in Deutschland vicdcrgegcbcn. *• '
Tie kons. „Kreuzztg." schreibt:
Ans die Haltung Englands hatte die Rede Greys so vorbereitet, dah die Kriegserklärung kaum noch eine Ueber- raschung, erst recht keine Enttäuschung bereitete. Wir mußten von vornherein auf die aktive Unterstützung unserer! Gegner durch ihren Drciverbandsgcnossen rechnen und haben es getan. Damit gelangen freilich auch die Vermittlungs- bemühnngen Englands in ein eigenartiges Licht. Der Verdacht, daß es mit ihnen Rußland und Frankreich nur Zeit habe gewähren wollen, läßt sich jetzt kaum noch von der Hand weisen. Auch in den Verhandlungen über seine eigene Stellung ist cs sonderbar zu Werke gegangen insofern, als es nicht von vornherein klipp und klar die Bedingungen seiner Neutralität genannt hat, sondern sie gewissermaßen als Köder benutzt hat, um uns stückweise Zusagen und Zugeständnisse zu Gunsten Frankreichs abzupresscn. Wenn Staatssekretär Grey jetzt geflissentlich die Frage der belgischen Neutralität in den Vordergrund gestellt hat, lo wird er selber am besten wissen, wie sehr das nur eine Kulisse ist, durch welche die ohnehin feststehenden Absichten Englands verdeckt werden sollen.
Ulst bti der fnitfiirlifit
Der uandtagsabgeordnete Busold ersucht uns um Der- ösientlichung nachfolgenden Ausrufs, den die „Franks. Bolks- st.immc" gebracht hat:
Gewerkschafter und Parteigenossen, Heist bei der Erntearbeit!
Die nächste Zeit der Mobilmachung wird ohnehin eine Zeit der Arbeitslosigkeit, mindestens der unsicheren Arbeits- mcglichkeit sein. Die durch die Mobilmachung der Arbeitskräfte zum Teil beraubte Landwirtschaft wird Schwierigkeiten mit dem Bergen der Ernte erhalten, wenn sie nicht genügend andere Arbeitskräfte zur Dersügung stellen. Das glückliche Einbringen der Ernte ist aber Grundbedingung für die regel- r -hte Versorgung des Lebcnsmittelmarktcs. Wer also eini- -rmoßcn in der Lage ist, landwirtschaftliche Arbeiten zu ver- ichten, der sollte sich bei cintretendcr Arbeitslosigkeit zur Der- -ung stellen. Dadurch wird der Arbeitsmarkt von Arbeitslosen entlastet und das glatte Einbringen der Ernte garan- -ert. Selbstverständlich ist, daß vernünftige Löhne gezahlt neiden.
Venisch österreichijchesvtlndeslier».
In deutschen Kreisen Oesterreichs wird jetzt folgendes Lied nach der Melodie „Deutschland, Deutschland über alles" gesungen:
Oest'rreich, Deutschland, fest umschlungen,
Stehn in starkem Bruderbund,
Und Millionen deutsche Zungen Tun es allen Völkern kund:
Wir sind eins und nie zu trennet»,
Halten Hüll' und Teufel stand,
Mag's die ganze Welt erkennen:
Heilig, heilig unser Band!
Heil'gcs Band der deutschen Treue,
Unzerreißbar hältst du sest.
Ob auch wild das Wetter dräue,
Hier !m Ost und dort im West:
Von dem Rhein zum Donaustrande Gelt ein einziger mächt'ger Ruf:
Treu zusammen fteh'n die Lande,
Die der deutsche Geist erschuf.
Von der Nordsee halt er wieder Bis zur blauen Adria:
Wir stnd einia. wir lind Brüder,
Nun entrollt die heiligen Fahnen,,
Schwingt die Schwerter, nie entweiht!
Fühlt ihr nicht das mächtige Ahnen Einer neuen, großen Zeit?
Lastet lodern lichte Flammen,
Tut der ganzen Welt es kund:
Deutschland, Oesterreich steh'n zusammen Heilig, heilig dieser Bund!
L. v. Schroeber.
Das deutsche Weißbuch über den Krieg.
Die Denkschrift, die das Auswärtige Amt zur Darstellung der Vorgänge vor dem Kriegsausbruch veröffentlicht, geht aus von der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thrcnfolgers und von der österreichisch-ungarischen Untersuchung, die die Tatsache der Mitwirkung amtlicher serbischer Personen und deren eigentlicher Förderung des Verbrechens sowie der Herkunft der Waffen aus den staatlichen serbischen Depots ergeben hat. Das Verbrechen legte die Ziele der großserbischen Politik und deren verbrecherische Mittel dar: Die schließlich« Lostrennung der südöstlichen Teile Oesterreich-Ungarns und ihre Vereinigung mit Serbien. Zum dritten Male in sechs Jahren führt Serbien Eruopa an den Rand eines Weltkrieges, gestützt auf die Hoffnung auf russische Unterstützung. Die rustische Politik hat bald nach IMG den gegen den Bestand der Türkei gerichteten Bund der Balkanstaaten unter russischem Patronat zu gründen versucht, der die Türkei siegreich zurückwars, aber bei der Beutcvcrtcilung auseinanderging. Die Idee der russischen Staatsmänner blieb aber dieser
Balkanbund unter russischem Patronat, der sich nun nicht mehr gegen die zusammengebrochene Türkei, sondern diesmal gegen Oesterreich-Ungarn richten sollte. Serbien sollte Bosnien und die Herzegowina von Oesterreich bekomme» und dagegen Mazedonien an Bulgarien abtretcn. Zu diesen: Bchufe konnte Bulgarien durch Isolierung mürbe gemacht und Rumänien durch eine mit Hilfe Frankreichs unternommene Propaganda an Rußland gekettet, Serbien nach Bosnien und der Herzegowina gewiesen werden. Oesterreich- Ungarn konnte diese Pläne weder mit der Würde noch mit der Selbsterhaltung der Monarchie für vereinbar halten. Es benachrichtigte uns von dieser Auftastung und erbat unsere Ansicht. Aus vollem Herzen konnten wir unserem Bundesgenossen unser Einverständnis mit seiner Einschätzung der Sachlage geben und ihm versichern, daß eine Attion, die er sür notwendig hielte, um der gegen den Bestand der Monarchie gerichteten Befeindung in Serbien ein Ende zu machen, unsere Billigung finden würde. Wir waren uns dabei wohl bewußt, daß ein etwaiges kriegerisches Vorgehen Oesterreich-Ungarns gegen Serbien
Rußland auf den Plan
bringen und uns hiermit unserer Bundespflicht entsprechend in einen Krieg verwickeln könnte. Wir konnten aber in der Erkenntnis der vitalen Jnteresten Oesterreich-Ungarns, die auf deni Spiele standen, unserem Bundcsgenosten weder zu einer mit seiner Würde unvereinbaren Nachgiebigkeit raten, noch auch ihm unseren Beistand in diesem schweren Moment versagen. ....
Vom eisten Moment an war der deutsche Standpunkt der, die Angelegenheit zu lokalisieren und die anderen Mächte davon zu überzeugen, daß Oesterreich in berechtigter Notwehr zu den Massen greife. Kein Kulturstaat habe das Recht, in diesem
Kamps gegen Unkultur uncd politische Berbrechcrmoral
Oesterreich in den Arm zu fallen und die Serben ihrer gerechten Strafe zu entziehen. Die Denkschrift gibt in einer Anlage einen Erlaß des Reichskanzlers vom 23. Juli an die Botschafter in London, Paris und Sts Petersburg wieder, in dem diese Haltung begründet wird und die Ziele des großserbischen Chauvinismus dargelegt werden. Es wird in diesem Erlaß von den Botschaftern gefordert, den Vertretern der fremden Mächte nachdrücklich die Anschauung zum Ausdruck zu bringen, daß cs sich lediglich uni eine österrcichisch-ungarisch-serbische Angelegenheit handele, deren Lokalisierung wir dringend wünschten, weil jedes Eingreifen einer anderen Macht infolge der verschiedenen Bündnisverpflichtungen unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen würde......
Am Nachmittag des 26. Juli erklärte dann Oesterreich abermals in Petersburg, daß es
keine Eroberungspläne habe und nur endlich an seinen Grenzen Ruhe haben wolle. Ein Telegramm des deutschen Botschafters an den deutschen Reichskanzler vom selben Tage berichtet über diese Unterredung, daß beide Beteiligte einen befriedigenden Eindruck da- vontrugcn. Der russische Minister sei durch die Erklärung des österreichischen Botschafters sichtlich beruhigt worden. Im Laufe des gleichen Tages gelangten indesten bereits die ersten | Meldungen über
russische Mobilmachungen
nach Berlin. ..... *->— —
Am 27. Juli erklärte der russische Kricgsminister Suchom- linow dem deutschen Militärattachee ehrenwörtlich, daß noch keine Mobilmachungsordre ergangen sei, cs seien nur Vorsichtsmaßregeln getroffen. Wenn Oesterreich-Ungarn die serbische Grenze überschreite, werde Kiew, Odesta, Moskau und Kasan mobilisiert, unter keinen Umständen aber die an der deutschen Front liegenden Militärbezirke. Aus die Frage nach dem Zweck solcher Mobilisierungen erwiderte der Kriegsministcr mit Achselzucken und unter Hinweis auf die Diplomaten. Der Militärattachee bezeichncte dis Militärmaßnahmen gegen Oesterreich als auch für Deutschland höchst bedrohlich. Dann ka- >nen in schneller Folge Nachrichten über rustische Mobilisierung, auch über Vorbercituna.cn o» der dcutilbcn Gren»«. die Ver
hängung des Kriegszustandes über Cochnow, Abmarsch de, Warschauer Garnison und Vorbereitungen in Frankreich.
Am 29. berichtete der Militärattachee in Petersburg über eine Unterredung mit dem E-neralstabschef
der russischen Armee wörtlich: „Der Generalstabsches hat mich zu sich bitten lasten und mir eröffnet, daß er soeben von Seiner Mojestöt komme. Er sei vom Kriegsminister beaustro'gt worden, mir nochmals zu bestätigen, cs sei alles so geblieben, wies mir vor zwei Tagen der Minister mitgctcilt habe. Er bot mir schrrftliche Bestätigung an und gab mir sein Wort in seicr- lichcr Form, daß nirgends eine Mobilmachung, d. h. Einzieh ung eines einzigen Mannes oder Pferdes bis 3 Uhr nachmittags erfolgt fei. Er könne für die Zukunft keine Garantien geben, aber wohl nachdrücklich bestätigen, daß in den Fronten, die au- unsere Grenzen gerichtet seien, von Seiner Majestät keine Mobilisierung gewünscht würde. Es sind aber hier über erfolgte Einziehung von Reservisten in verschiedenen Teilen des Reiches, auch in Warschau und in Wilna, vielfache Nachrichten cingegangen. Ich habe deshalb dem General vorgehal- tcn, daß ich durch die mir von ihm gemachten Eröftnugen vor ein Rätsel gestellt sei. Aus Ofsizicrsparole erwiderte ec mir jedoch, daß solche Nachrichten unrichtig seien, es möge hie und da allenjalls ein falscher Alarm vorlicgen. Ich muß das Gespräch in Anbetracht der positiven zahlreichen, über erfolgte Einziehungen vorliegenden Nachrichten als einen Versuch betrachten, uns über den Umfang der bisherigen Maßnahmen irrczuführen."
Die Verhängung des Kriegszustandes über sämtliche wichtigen Plätze der russischen Westgrenze ließ keine Zweifel mehr daran, daß die russische Mobilisierung auch gegen uns in vollem Gange war, während gleichzeitig unserm Vertreter in Petersburg gegenüber alle derartigen Maßregeln erneut ehr en- wörtlich abgeleugnet wurden. „Noch ehe die Wiener Ant- wort aus den englisch-deutschen Vcrmittlungsvorschlag, desie» Tendenz und Grundlage in Petersburg bekannt gewesen seit» mußtcn, in Berlin eintressen konnte, ordnete
Rußland die allgemeine Mobilmachung an. In den gleichen Tagen fand zwischen Seiner Majestät dem Kaiser und König und dem Zaren NUolaus II. ein Telcgramm- wechsel statt, in dem S. M. auf den drohenden Charakter de: russischen Mobilmachung und die Fortdauer seiner eigene» vermittelnde» Tätigkeit aufmerksam machte.
In den Anlagen wird nun der ganze Tclcgrammwechsel mitgcteilt. Das erste
Telegramm des Kaisers a» den Zaren vom 28. Juli, 10.45 abends, leutct: „Mit der größte» Deun-
ruhigung höre ich von dem Eindruck, den Oesterreich-Ungarns Vorgehen gegen Serbien in Deinem Reiche hervorruft. Die
skrupellose Agitation, die in Serbien betrieben worden ist, ha: zu dem empörenden Verbrechen geführt, besten Opfer Erzherzog Franz Ferdinand geworden ist. Der Geist, der die Serben ihren eigenen König und seine Gemahlin morden ließ, herrscht heute noch in jenem Lande. Zweifellos wirst Du mit mir darüber übereinstimmcn, daß wir beide, Du und ich, sowohl wie alle Souveräne, ein gemeinsames Interesse daran haben, darauf zu bestehen, daß alle diejenigen, die für den scheußlichen Mord moralisch verantwortlich sind, ihre verdient« Strafe erhalten. Andererseits übersehe ich keineswegs, wi« schwierig es für Dich und Deine Regierung ist, den Strömungen der öftent- lichen Meinung cntgcgcnzutrcten. Eingedenk der herzliche» Freundschaft, die uns beide seit langer Zeit mit festem Band verbindet, setze ich daher meinen ganzen Einfluß ein, Oesterreich-Ungarn dazu zu bestimmen, eine offene und friedlich« Verständigung mit Rußland anzustrcbcn. Ich hoffe Zuversicht- lich, daß Du mich in meinen Bemühungen, alle Schwieriglei- tcn, die noch entstehen, zu beseitigen, unterstützen wirst. Dein sehr aufrichtiger und ergebener Freund und Vetter.
gcz. W i l h e l m."
Darauf antwortete der Zar an Seine Majestät: „Peter-
Hof Palais, 2g. Juli, 1 Uhr nachmittags. Ich bin erfreut, das Du wieder in Deutschland bist. In diesem so ernsten Augen blick bitte ich Dich ganz inständig, mir zu Helsen. Ein schmäh licher Krieg ist an ein schwaches Land erklärt worden. Di» Entrüstung hierüber, die ich völlig teile, ist in Rußland unge Heuer. Jih sehe voraus, daß ich sehr bald dem Druck, der aus mich ausgeübt wird, nicht mehr werde widerstehen können und gezwungen sein werde, Maßregeln zu ergreifen, die zum Kriege führen werden. Um einem Unglück, wie cs ein europäischer Krieg sein würde, vorzubeugen, bitte ich Dich im Namen unserer alten Freundschaft, alles Dir Mögliche zu tun, um Dein« Tundesgenostcn davon zurückzuhal'ten, zu weit zu gehen.
gez. Nikolaus."
Der Kaiser antwortete dann dem Zaren am 29. Juli, <1 Uhr 30 nachm.: „Ich habe Dein Telegramm erhalten und teile Deinen Wunsch auf Erhaltung des Friedens, jedoch kann ick, — wie ich Dir in meinem ersten Telegramm sagte — Ocster- rcich-Ungarns Vorgehen nicht als „schmählichen Krieg" betrachten. Oesterreich-Ungarn weiß aus Ersahrung, daß Serbien« Versprechungen, wenn sie nur aus dem Papier stehen, gänzlich uiizuvcrlässig sind. Meiner Ansicht »ach ist Oesterreich-Ungarns Vorgehen als ein Versuch zu betrachte», volle Garantie dafür zu erhalten, daß Serbiens Versprechungen auch wirklich in die Int umgcsetzt werden. In dieser Ansicht bin ich bestärkt durch die Erklärung des österreichischen Kabinetts, daß Oesterreich- Ungarn keine territorialen Eroberungen auf Kosten Serbiens beabsichtige. Ich meine daher, daß cs für Rußland durchaus möglich ist, dem österreichisch-serbischen Kriege gegenüber in der Rolle des Zuschauers zu verharren, ohne Europa ln den schrecklichsten Krieg hineinzuziehen, den cs jemals erlebt hat. Ich glaube, daß eine direkte Verständigung zwischen Deiner Regierung und Wien möglich und wünschenswert ist, eine Vcr ständigung, dis — wie ich Dir schon telegraphierte — meine Regierung mit allen Kräften zu fördern bemüht ist. Natürlich wi:rdcn militärische Maßnahmen Rußlands, welche Oesterreich- Ungar» als Drohung auftaffen könnte, ein Unglück herbeifüh- ren, das wir beide zu vermeiden wünschen, und würde auch meine Stellung als Verinittler, die ich auf Deinen Appell an meine Freundschaft und Hilssbereitschast freiwillig angenoin» men habe, untcrarabcn. Gez. Wilbelm.'


