Nr. 170
Keile 3
Anzahl zum Teil seltener Tiere vermehrt worden. Die Mit- ielmeerfaima wird durch schöne Seerosen, herrlich gefärbte
Seesterne und Fische repräsentiert. Im alten Reptilienhaus iaben Klapperschlangen, Teppichschlangen, eine Assala- ichlange, Schiffer- und Königsschlange Unterkunft gefunden, ferner Ketennattern, Peitschenschlangen und andere.
* Frankfurt a. M-, 23. Juli. Die Städtische Sparkasse erzielte im Geschäftsjahre 1913'1914 bei einer Einnahme und Ausgabe von 40 027 161 M einen Jahrcärcingewinn von 135 441 JL Die Höhe der gemachte» Spareinlagen betrug 21595263 Jl, die der zurückgezahlten Spareinlagen 21198976 Tie Bilanz am 31. März 1911 schließt in Aktiven und Passiven mit 36 613 313 Jl ab.
* Frankfurt n. M., 23. Juli. Nach nahezu zweimonatlicher Pause wurde gestern früh die Schisfehri auf dem Main von Kastei bis Höchst eröffnet. Durch diese lange Sperre, die sonst in die Wintermonate fiel, ist der Mainschiffahrt bedeutender Schaden zugesügt worden. Mehr als 100 Fahrzeuge warteten seit Mitte Juli an der Mainmündung auf die Eröffnung der Schiffahrt, muhten aber wegen der n-cht rcchtzeitigen Fertigstellung der Schleusen still liegen. Der dadurch entstandene Schaden an Löhnen, Stelen und auch an Mehrfrachten geht in die Taufende. Nach Berechnungen log in den Kähnen ein Kapital von mehr als fünf Millionen Mark brach. In Frankffirt stehen seit Monaten 70 städtische und 25 Privatkräne still, und zahlreiche Arbeiter sind brotlos. Die einfachsten Interessen des Handel?, der Reedereien, der am Fluh belegenen Ortschaften und der Arbeiter haben durch die lange Lahmlegung der Schissahrt während der Hauptfahrzeit nicht wieder gut zu machende Schäden erlitten.
An? dem Kreise Hanau
* Hanau, 23. Juli. Am Montag mittag hat sich im Gemeindewalde zu Wachenbuchen der ledige 28 Jahre alte Kaufmann Stroh aus Hanau, der in einer Diamantschleiferei beschäftigt war, aus unbekannten Gründen erschossen.
Hessru-Rasfau.
* Seulberg, 23. Juli. Das 9. Eauturnfest des Flld- bcrggaucS findet am 25. bi? 27. Juli hier statt. Die Dor- bcreitnngen unter Leitung der verschiedenen Ausschüsse sind nahezu beendet und unter MitN'irkung >uü> Teilnahme fast der gesamten Einwohnerschaft Seulbergs rüstet sich alle? um die Turner des Feldberggaues im Orte würdig zu enipfan- gen. Das Fest wird am Samstag durch einen Fackeluzg sämtlicher Ortsvereine Seulbergs und der bereits ringe- trosfenen Turner eröffnet und hierauf folgt auf dem Festplatz am Seulberger Schiehplah der Kommers. Hierzu und für den ganzen Verlauf des Festes hat der Turnverein ein schönes Festbuch herausgegeben, das allen Festbesnchern zu empfehlen ist. Sonntag früh »in 7 Uhr beginnt das Wett- turnen, zu dem 250 Turner angemeldet sind. Mittags an dem Festzuge werden ficfi über 40 Vereine beteiligen. Von 3 Uhr mittags finden die allgemeinen Freiübungen nebst Mettnrnen und Spielen der Dereinsriegen statt. Montag findet mittags ein Festzng der rOtsvereine und Schulkinder statt und hieraus folgen auf dem Festplatze große Volks- und Jugendspiele.
* Bad Homburg v. d. H., 23. Juli. Einer Frankfurter Dame, die gegeirwärtig in einer Pension der Kisseleffstrahe zur Kur weilt, wnrden gestern nachmittag ans ihrem Wohnzimmer Brillanten und Schmncksachen im Werte von etwa 10 000 Jt gestohlen. Unter den Sachen befand sich u. a. ein Ring im Werte von 2000 M und ein Ohrgehänge im Werte von 3500 Jl. Ein sehr kostbarer Schmuck, der neben den gestohlenen Gegenständen lag, wurde von dem Diebe ganz auffälligerweise unberührt gelassen. Die Polizei verfolgt bereits eine besfimmte, offenbar nach Frankffirt führende Spur.
* Bad Homburg v. d. H., 23. Juli. Im nahen Dorn- holzhausen stieß ein Motorrad mit einem Automobil zusammen. Der Motorfahrer wiirde zu Boden geschlendert nnd erlitt am Kinn erhebliche Derletznngen.
* Nirtzerhöchstadt a. T., 23. Juli. Am Samstag fand hier die Wahl eines neuen Bürgerineisters statt. Da sich zwei Parteien scharf gegenüberstanden, kam eS auf jede Stimme an. Eine Partei übte nun folgenden Trick: Sie schickte zu einem Wähler der Gegenpartei zwei Vertrauensleute, die ihm (dem Wähler) einen Acker abkaufen mußten. Der Kauf kam zustande. Und just zur Wahlstunde wurde der Verkäufer bewogen, mit einem Automobil zur gerichtlichen Feststellung des Kaufes »ach Königstein zu fahren. Wie von ungefähr erlitt aber das Automobil unterwegs eine Panne. Alle Versuche, den Wagen statt zu machen, waren erfolglos. Jetzt ging dem Dauern ein Licht auf. Er merftc, daß man ihn absichtlich seiner Wahlpflicht entziehen wollte. Aber er ließ sich nicht einschüchtern. Nasch zog er Rock und Kragen aus und lies spornstreichs zurück nach hier. Er kam gerade noch recht, um „seinen" Kandidaten wählen zu können.
Starkenburg.
* Darmstadt. 23. Juli. Durch die Darmstädler Nahrungsmittelkontrolle wurden im Monat Juni 2965 Milchrevisionen vorgenommen. Acht Proben wurden teils wegen geringen Feltgehaltes, teil? wegen starkem Wasserzusatz beanstandet und dem chemischen Untcrsnchungsamt übergeöbn. Auch wurden verschiedene Stallproben entnommen. Im ganzen wurden 28 Liter gewässerte Milch dem Verkehr entzogen.
* Darmstadt, 23. Fnli. Die Landwirtschaftskammer für 8vs Grobherzogtum Hessen veranstaltet Anfang Septenrber »ine landwirtschaftliche Studienreise zur Besichtigung süddeutscher Deinbaugebiete. Dir Reise wird sich auf di» Dauer einer Woche erstrecken. Ani ersten Reisetage wird die Pfalz, am zweiten ein badisches Weinbaugebiet betucht. Dev dritte Tag ist zmn Bewürbe der staatlichen Weinbanan- ><agen in Laauenero und des Gebietes um Metz vorarteben.
Ae«« D»«»er»t«», otn 21. Uati 1914
Es handelt sich hierbei u. a. uni die Besichtigung von Weinbergen. die mit Hilfe Amerikaner Reben rekonstruiert sind.
An den folgenden Tagen wird dem Weintauinstitut in Eol- mar und dem Weüibaugebiet in der Nähe Colmars ein Besuch abgcstattet- Den Schluß der Reise macht die Besichtigung des Weinbaugebietes in der Umgegend von Twann und auch deswegen, weil die Höchstzahl der Teilnehmer eine Bc- weitere Auskunft zu erteilen, zweckmäßig und zwar besonders schränkte sein muß.
* Darmstadt, 23. Juli. Herzog und Herzogin Johann Albrecht zu Mecklenburg trafen am Samstag zu Besuch nai Neuenburg in der Schweiz. Die Reise wird eine zahlreiche Beteiligung finden und ist daher baldigste Anmeldung bei der Landwirtschastskammcr in Darmstadt, die auch bereit ist- Eroßherzoglichen Hofe hier ein, nahmen im Jagdschloß Wolfsgartcn Wohmmg und besuchten gemeinsam mit den Großherzoglichcn Herrschaften wiederholt sowohl die Ausstellung der Künstler-Kolonie, wie auch die Jahrhundert- Ausstellung im Residenzschloß. Die Herrschaften sind gestern ftüh halb sieben Uhr wieder nach Schwerin zurückgereist.
* Darmstadt, 23. Juli. Die hiesigen Sommer-Flug- zeug-Wcrke, welche auf dein Besitz des einen Teilhabers des Architekten Müller an dem Karlshof im Laufe des letzten Jahres errichtet wnrden, haben nunmehr, wie sie ihren Gläubigern mitteilen lassen, ihre Zahlungen eingestellt, da sie nicht mehr in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Der von ihnen gebaute Flugapparat hat ke- kanntlich nach verschiedenen gerade nicht schlechten Flugver- suchen bei der diesjährigen Prinz-Heinrichsahrt versagt und konnte nicht starten. Da keine verwendbaren Aktiven vorhanden sind, werden die Gläubiger nichts erhalten, da nicht einmal zur Eröffnung des Konkurses die Mittel ansreichen.
* Bürstadt, 23. Juli. In einem Ziegclteiche bei Bürstadt ist gestern der bei den Vereinigten Ziegelwerken seit einiger Zeit beschäftigt gewesene 28jährige Arbeiter I. I. Rauwle ertrunken. Er wollte baden und verschwand beim Eintreten in das Wasser sofort vor den Augen seiner Kollegen in der Tiefe. In der letzten Zeit sind in demselben Wasser schon zwei ähnliche Todesfälle vorgekommen.
Ans aller jUJev.,
Entsetzliches Verbrechen. Ein entsetzliches Verbreche» ist gestern in dem Hause Warthestraße 13 in Reu-Kölln verübt worden. Der 26 Jahre alte Hutmacher Paul Beständig hat am Sonntag ein in demselben Hause wohnendes dreijähriges Mädchen Margarete Rapp-Sprenger in seine Wohnung gelockt nnd an ihm einen Lustmord verübt. Die Leiche des Kindes hat der Mörder in einen Sack gesteckt und in der Nacht zum Montag im Garten vergraben. Der Unmensch ist gestern nachmittag verhaftet und die Leiche ausgegraben tvorden. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge hielt Haus und Straße belagert und versuchte, den Mörder zu lynchen.
Fuhrwerk und Insassen in einen See gefallen. Die Geschwister Doebler aus der Essenhagener Mühle in der Uckermark fuhren gestern mit einem Fuhrwerke noch Ringswalde. Unterwegs wollte man im Teniner See die Pferde kühlen. Dabei schule das eine Pferd. Der Wagen schlug um und sämtliche drei Personen stürzten ins Wasser. Die beiden l8 und 20 Jahre alten Schwestern und das Pferd ertranken. Der 15jährige Bruder, der das Fuhrwerk gelenkt hatte, konnte sich durch Schwimmen retten.
Sturmvcrhccrungru in Südrußland. Der Orkan in Südrußland hat kolossale Berwllnstungen ongerichtet. An den Eisenbahnlinien wurden Telcgrophenpsosten nicdergc- brachen und Signale zerstört und infolgedessen kam es zwischen den Zügen zu Zusammenstößen, wobei zahlreiche Fahrgäste verletzt wurden. Von heftigen Windstößen wurden Waggons von den Stationen auf dem Gleis sortgetrie- bcn, die dann den Zügen den Weg sperrten. Der Telegraph konnte nur noch auf einigen kurzen Strecken benutzt werden. Der gesamte Verkehr war 24 Stunden lang behindert.
Tödlicher Fallschirmabsturz. Während der zur Feier des belgischen Unabhängigkeitsfestes aus dem Flugselde vom Stöckel bei Brüssel veranstalteten Flugvorführnnge» zeigte eine junge Fliegerin, Frau Cajat de Easiella, einen Absturz vom Acroplan mit einem Fallschirm. Am Sonntag ging die Dorfichrnng glatt von statten. Der mit zwei Lustkammcrn versehene Schirm öffnete sich automatisch und die junge Frau kam sanft zu Boden. Am Moniag abend gegen sechs Uhr stieg sie mit dem französischen Aviatiker Chonet auf, und als sie sich in einer Höhr von etwa 600 Metern sich her- abfallcn ließ, öffnete sich der Fallschirm nur zur Hälfte, »nd sich übcrschlagend, stürzte die unglückliche Frau ab. Das prächtige Wetter hatte ein« ungeheure Menschenmenge nach dem Flugplätze gelockt. Sie brach in einen tausendstimmigen Schreckensschrci aus, als die Fliegerin nicdersauste. Der Konstrukteur des Fallschirmer warf sich verzweifelt über die Leiche.
Unwetter in Bayern. Ueber ganz Ober-Bayern gingen am Montag nachmittag schwere Gewitter nieder. Große Verheerungen wurden in den schnittreifen Feldern angerichtet. In Dietendorff bei Schönsee schlug der Blitz in ein Hans und zündete. Das Feuer konnte sich in dem ausgc- trockneten Hol, schnell auSbreiten, und ehe noch die Feuerwehr zur Stelle war. sprangen die Flammen auf die auliezeuden Gehöfte über. Die Löscharbeiten hatten infolge des heftigen Windes geringen Erfolg. Mehr als 30 Anwesen sind nie- dergebrannt.
Folgen der Dürre. Die seit vielen Wochen im Weichsel- gcbiet herrschende Dürre in Verbindung mit einer geradezu tropischen Hitze in den letzten zwei Wochen beginnt direkt verhängnisvoll zu werden. Selbst in den Rächten geht die Temperatur nur auf 20 Grad herunter «Horten- iifl*» 1
fruchte, sogar die großen Bäume sterben infolge Fcuclüig- kcitsmangels ab. Die Viehweiden in der Weichselniedcruug sind völlig verdorrt. Großer Futtermangel ist unausbleib- sich. Die Brunnen sind an vielen Stellen versiegt.
^Tragischer Tod einer Künstlerin. Die bekannte Beüssc- ler Schauspielerin Manetje Simonet machte mit zwei Freunden aus der Brüsseler Bankwelt eine Spazierfahrt im Automobil. An der Chaussee, nahe bei Lonvain, wollte der Besitzer dcs Wagens, der seinem Chausfeiir die Führung d»s Wagens abgenonrmcn hatte, einem Karren ausweichcii. Er fuhr da- bei ein anderes Fuhrwerk an. Da? Automobil übcrfchlug sich und stürzte in einen Graben. Sämtliche vier Insassen wurden heransgeschleudert. Die Künstlerin erlitt einen Schädelbrnch. dem sie nach einer halben Stnnde erlag. Beide Herren wurden ebenfalls bedenklich am Kcp'e verletzt. Der Ebausfeur blieb unversehrt. Die Sch aisoielerin Manejete Simonet war in Brttsiel eine sehr bekannte Persönlichkeit.
Verurteilung eines betrügerischen Bankangestellten. Vor der Strafkammer in Dortmund hatte sich gestern der nach Unterschlagung von 37 000 Jl flüchtig gewordene Angestellte der Rhcinisch-Wesffälischen Diskonto-Gesellschaft, Hcrrmann, zu verantworten. Herrmann wurde bekanntlich kurze Zeit nach der Veruntreuung in Mannheim verhaftet, wo er sich Zechprellereien hatte zu schulden koinnien lassen. Dag Gericht verurteilte den Angeklagten mit Rücksichr auf seine bisherige Unbescholtenheit zu einer Gesamtstrafe von 18 Monaten Gefängnis.
Wie man 10 000 Jl klein kriegt. Var einigen Wochen brannte der 17jährige Laufbursche Strehlau einer Firma in Königsberg i. P. mit einem Betrage von mehr als l00<s0 durch, „nd alle Nachforschungen der Polizei „ach ihm waren vergeblick), bis er sich dieser Tage der Polizei selbst stellte. Er wurde sofort in Hast gcnomnicn und durchs:.chc, aber von der ganzen veruntreuten Summe fand nian nur noch 1,39 Jl bei ihm. Und nun erfuhr inan auch, wo das vielversprechende Bürschchen die ganze Zeit Über gewesen tvar nnd wie er die 10 090 Jl durchgebracht hatte. Er fuhr zunächst per Automobil von Königsberg nach Brannsborg. Von dort benutzte er die Eisenbahn und fuhr nach Danzig, wo er sich als Reisender Fritz Meißner in einem Hotel einlogiertk nnd drei Tage lang herrlich und in Freuden lebte. Als ei dann merkte, daß seine Bekanntschaften wegen des vielen Geldes mißtrauisch wurden, fuhr er nach Berlin „nd von dort nach Bremen, um nach Anierika zu dampfen. Da ei aber keine genügenden Austveispapiere besaß, konnte er keine Schiffskarte bekommen und so scheiterte hier wie'auch in Hamburg, wohin er sich nun begab, sein Pia», nach Amerika zu entwischen. Er begab sich deshalb wieder nach Berlin zurück und blieb dort neun Tage, in welcher Zeit er dort ein ausschweifendes Leben führte. In lustiger Gesellschaft in der es auch an „Domen" nicht mangelte, hielt er Abend für Abend Sektgelage ab, bei denen er durchschnittlich 250 J bis 800 W ausgab. Seinen toeiblichen Bekanntschaften schenkte er Juwelen, seidene Kleider und auch Bargeld. Auch Automobilsahrten kosteten mehrere hundert Mark. Als ein „vollendeter Weltmann" mußte er sich natürlich auch am Spieltische beteiligen und verlor so an einem einzigen Abend 1200 Jl. Als er gerade noch so viel besaß, um nach Königsberg z» fahren, trat er die Rückreise an und suchte, nachdem er sich mehrere Tage obdachlos herumgetricben hatte, seine Mutter auf, der er seine Verfehlungen eingestand. Diese bewog ihn schließlich, sich der Kriminalpolizei zu stellen. — Es erscheint bei der scharfen pol!zeilick>en lleberwachnng der Auswandererstädte wie auch der Berliner Nachtlokals, geradezu unverständlich, daß dieser grüne Junge wochenlang unerkannt rund 10000 'Jl in lustiger Gesellschaft dnrchbkin- gen konnte, ohne dabei ertappt zu werden.
Der schlagfertige Geschäftsreisende. Eine niedliche Geschichte von der Schlagfertigkeit eines Geschäftsreisenden erzählt man sich aus einem Städtchen in der Nähe von Königsberg i. P. Ein Reisender, der seit Jahren mit einem Oie- schäftsmann in dieser Kleinstadt Ostpreußens gute Geschäfte gemacht hatte, entdeckte plötzlich, daß offenbar ein Konkurrent in der letzten Zeit glücklicher als er getvcsen war, denn der Kaufmann suchte ihm bei jedem Besuche auszuweichen. Auch als er dieser Tage mit seinen neuesten Musterkollektionen bei glühender Hitze jenes Geschäft betrat, sagte ihm die anwesende Tochter, daß ihr Vater leider nach Königsberg gereist sei. Ein Geschäftsreisender von altem Schrot und Korn läßt sich aber nicht so schnell abwcisen, und so bat er, da da? Fräulein seine reizenden Neuheiten durchaus nicht ansehe» wollte, sich wenigsten; eftvaS ausrnhen zu dürfen. Tos wurde ihm auch gestattet und der Reisende zeigte sich nun- mehr dadurch erkenntlich, daß er die allernenesten Scherze und Witze zum besten gab. Dabei gingen seine Augen aber durchs ganze Geschäftslokal und bald hatte er entdeckt, was er suchte: in einer Ecke hinter einem grünen Vorhang bewegten sich ungeduldig ein paar Männerstiefel. Als der Reisend« sich nach einem Aufenthalte von mindesten? dreivicrtel Stunden endlich entschloß. wieder weiterzuwandern, bat e> die Tochter des Hause«, ihren Vater bei der Rückkehr sch«!» zu grüßen »nd fügte boshaft hinzu: „Und wann er wieder fährt nach Königsberg, daun sagen Sie ihm, er möchte nicht vergessen mitzunehmen seine Fießl"
Gedenktage.
23. Jnli. 1824 Professor K. Fischer geb. — 1827 I. K. O Ribbcck, Philolog, geb. — 1896 Untergang de:. Kriegs schisfes Iltis. v ... . j
Frankfurter Wetterbericht-
Voraussage: Iriib und regnerisch, kühler, nordwestlich»
Winde, später Abnahme der BewöUung.


