Nr. 168
Neue Tageszeitung. Dienstag, ven H. I,» isi«.
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werden: für die Regierung Asquith und Lord George, für dt« Opposition Lord Lansdowne und Bonar Law, für die Nationalisten Redmond und Dillon, und für die Ulsterleute Etr Edward Carson und Cray. '
Rußland. _ w -
:: Der Besuch Poincaröe. Präsident PoincarS ist gestern lachmittag 3 Uhr an Bord des Linienschiffes „France" in Kronstadt ringetrosfen. Der Kaiser begrüßte de» Präsidenten an Bord der Kaiseryacht „Alexandria". Er empfing den Präsidenten an der Schissstreppe und begrüßte ihn äußerst herzlich. Am Großmast ging die Flagge des Prcüdentcn hoch. In Begleitung des Kaisers befanden sich der Hosmarfchall, der Minister des Auswärtigen und der Marine. Der französische Botschafter, der französische Militär- und Marincattache, der russische Botschafter i» Paris und das Gefolge des Präsidenten Poincarö betraten in Begleitung des Marinei.nnisters Gregorewitfch die dacht „Alexandria", die dann die Rölffahrt nach Peterhof antrat.
Rumänien.
:: Rumänisch-bulgarische krenzlämpsc. Gestern nachmittag in Bukarest ausgcgcbene Extrablätter melden, daß sich an der rumänisch-bulgarischen Grenze ernst- Känipfe zugetr-agen haben. Lei einem Angrisse auf eine bulgarische Grenzwache wurden 3 bulgarische Grenzsoldaten getötet. Die Rumänen hatten keine Verluste. Die bulgarische Regierung verlangt die Einsetzung rtner internationalen Kontrolllommission. Bon der rumänischen Regierung wird ein« derartige Kommission abgelchnt, da Zwischenfälle beider Staaten ohne Zuhilfenahme anderer Mächte geregelt werden sollen.
Albanien.
:: Neue Verhaudlungcn mit de» Rebellen. Das erbitterte Gefecht am Samstag hat dargetan, daß di« Stadt Durazzo bei Wachsamkeit nud unter den Schutz der Scheinwerfer der Flotte auch einen Nachtangriff nicht zu fürchte» braucht. Eine eigenartige Beleuchtung aber erhält der Ueberrumpclungsversuch durch den wenige Stunden vorher von den Rebellen übermittelten Antrag auf Zusammenkunft mit den Vertretern der Erotz- inächte in Schiak, wohin einige Gesandte einen hinterlistigen Plan vermuten und zunächst ablehnten. Trotzdem will man aus anderer Basis verhandeln, um keine Möglichkeit zu einem Einvernehmen zu versäumen. — Die Antwort der Gesandten lautet ablehnend. Sie stellen den Rebellen anheim, nach Durazzo zu kommen oder einen Platz an der Küste für eine Aussprache zu wählen.
:: Montenegrinische Propaganda. Reguläre montenegrinische Truppen sollen nach Einnahme der bedeutendsten Päsie und nach Einäscherung von über 30 Dörfern bis in das Gebiet von Hafzt elngcdrungcn fein. Die Truppen sollen im weiteren Vorgehen begriffen sein. Die montenegrinische Propaganda macht sich immer mehr bemerkbar, angeblich, um den Fürsten Wilhelm zu unterstützen, haben unter Führung Jsmale Ke- mals Delegierte aus den südlichen Landesteilen eine öffentliche Wohlfahrtskommifsion gebildet. Die Delegierten schlagen vor, ob es nicht möglich wäre, die Kontrollkommission zur Regierung zu machen. Sie erblicken darin das beste Mittel, um der gegenwärtigen unhaltbaren Lage ein Ende zu machen.
Kanada.
:: Aufsässige Hindus. Aus Toronto wird nach London gemeldet, datz dort eine schwere Meuterei gegen die Schiffsleitung aus dem Passagtcrdampfer „Komato Maru" ausgebrochen
ist. Die an Bord besindlichen Hindus sollten aus Befehl der Behörden wieder zuriickbesordcrt werden. Die Hindus verhinderten den Kapitän des Dampfers, das Signal zur Abfahrt zu geben, indem sie ihn gefangen setzten. Infolgedessen sandten die Einwandcrungsbehörden «in Boot mit 130 bewaffneten Polizisten, um dem Kapitän beizustehen. Die Hindus ließen jedoch gar nicht die Polizisten an Bord kommen, sondern bombardierten das Boot von oben mit schweren Gegenständen, wodurch zwanzig Polizisten zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden.
Haiti.
:: Unruhen auf der Jnjcl. Äeußerst beunruhigende Melsungen kommen in Ncwyork aus Haiti an. Bei Port-au- Prince haben sich uens blutige Zwischenfälle ereignet. Die Aujsiändische» sind nach Port-au,Prince marschiert und ein heiliger Kampf hat sich um den Besitz der Stadt entwickelt. Während der Feindseligkeiten wurde das Haus der deutschen hesandtschast angegriffen. In das Innere desselben hat sich kinrr der hervorragendsten Führer der Rebellen geflüchtet. Die llegierungstruppen verlangte» die Auslieferung desselben, Kurze Zeit hindurch kam cs zu einem Handgemenge zwischen den Wächtern der deutschen Gesandtschaft und den Regierungstruppen. — In Ncwyork verlautet, daß di« Vereinigten Staate» in anbetracht dieser besorgniserregenden Ereignisie interveniere« werden.
Mexiko.
:: Die Zwistigkeiten zwischen Villa und Carranza. Be
richte aus Mexiko besagen, der neue provisorische Präsident Carbajal gewinne die Sympathien der ordnungsliebenden Elemente. Seine erste Ausgabe sei gewesen, die vernachlässigte Bahnlinie »ach Vera Cruz z» verbessern. Wie cs heißt, drän- len die Führer der in der Hauptstadt besindlichen Truppen «us Widerstand gegen den Einzug der Rebellen in di- Hauptstadt, falls nicht vorher Vereinbarungen über die schwebenden Fragen getroffen seien. Die Rebclleir inr Süden verweigern die Anerkennung Carbajals. Die inilitärischen Operationen in Rord-Mexiko sind Ins Stocken geraten. Villas Untätigkeit wirkt auch in Washington befremdend. Vielfach werden neue Streitigkeiten Villas mit Carranza erwartet, wofür auch ein Anzeichen spricht, daß Billa von Carranza gcmaßregelte Offiziere befördert. Huerta besindet sich jedenfalls noch ln Puerto Mexiko.
Ans der Heimat.
*(*« Friedberg, 21. Juli. Die Wehrbeiträge sind bis Mitt- August l. I. an Eroßh. Bezirkskasi« Friedberg zu bezahlen. Sn den gegenwärtig ruhigen Zahltagen kann dieses.ohne lan- ges Warten geschehen
* Bad-Rauhei«, *1. Juli. Morgen Mittwoch nachm, von
—6 Uhr und abends von 8—10 Uhr ist auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Nachm. 4 Uhr im Konzerthau» Zauber-Vorstellung für Kinder, gegeben von Herrn Hofkünstler Bellachini au» Marburg. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: «Die spanische Fliege, Schwank in 3 Akten von Franz Arnold und Ernst Bach.
* Nieder-Florstadl, 21. Juli. Beim Baden ertrank hier in der Nidda ein achtjähriger Sohn des hiesigen Maurermeisters Kehr. Der Knabe wurde von seinen Mitkameraden erst vermißt, als nach dem Anziehen die Kleider und da» Hütchen des Ertrunkenen übrig blieben. Den schwer geprüften Eltern wendet sich allgemeine Teilnahme zu.
* Reichelsheim, 21. Juli. Mit dem heutigen Tage hat man hier mit dem Gerste- und Roggenschnitt begonnen. Dagegen steht in manchen Wiesengründen des Horlofstal» das Heugra» noch auf dem Halm, weil diese noch immer nuter Waffer stehen. Da hier immer noch recht starke Regengüsse niedergehen, kann man nicht daran denken, tn den nächsten Tagen mit dem Mähen des Heugrases zu beginnen.
* Gießen, 21. Juli. Trotz der warmen Witterung beginnt die Getreide-Ernte dieses Jahr etwas später wie sonst. Erst heute wird an einzelnen Kornäckern mit Schneiden begonnen, während sonst schon in der Regel am 12. Juli die ersten Garben auf dem Hardtberg glänzten.
* Gießen, 21. Juli. Unsere Stadt steht zur Zeit ini Zeichen der Feste. Die Gewerbeausstcllung bringt täglich Konzerte und in den beiden Festrestaurants Darbietungen von Musik, Komikern, Tirolern und heute auch Kinderfest. Gestern fand außerdem noch Schützenfest mit Preisschießen und auf der Lahu große Ruder-Regatta statt. Bei dieser hat die Gießener Ruder-Gesellschaft große Erfolge erzielt. Sechs mal verkündete ein Kanonenfchlag, daß der sestgcbende Verein wieder ein Rennen gewonnen hatte. Im großen Achter, Wanderpreis de? Großherzogs, Sieger von 1908 Gießener Rndergesellschaft, von 1910 und 1912 Offcnbacher Rudergesellschaft Undine, gelang es diesmal, der Frankfurter Ruder- gesellschoft Sachscnhausen an erste Stelle zu rücken. Offen- bacher Rudcrverein 1874 ging als zweiter durchs Ziel.
* Gießen, 21. Juli. Wegen des am Donnerstag im Philosophenwald stattfindcnden, von der Stadt arrangierten großen Jugendfestes, findet die dieswöchcntliche Stadtver- ordnetensitzung heute Dienstag nachmittag statt. Dom 1. August ab hat die Stadtvcrordnetensitzung sechs Wochen Ferien.
* Franfurt n. M„ 21. Juli. Das gestern berausge- gebene Vorlesungsverzeichnis der Universität Frankfurt für das Winterhalbjahr 191-H15 bringt in der Einleitung einen Uebcrblick über die einzelnen Fakultäten und die in diesen tätigen Lehrern. Die Universität umfaßt danach fünf Fakultäten: die juristische, medizinische, philosophische, naturwissenschaftliche und wirtschafts- und sozialwissenschastliche Fakultät. Es werden vorlänfig lesen in der juristischen Fakultät 7 ordentliche Professoren, 1 außerordentlicher Professor, 3 Privatdozcnten und 3 mit Lehraufträgen versehene Herren: in der medizinischen Fakultät: 15 ordentliche Pro- fefforen, 1 ordentlicher Honorarprofessor, 4 außerordentliche Professoren, 2 außerordentliche Honorarprofessoren und 3 Lehrbeauftragte: in der philosophischen Fakultät: 10 ordentliche Professoren,! außerordentlicher Professor, 6 Privat- dozentcn und 10 Lektoren und Lehrbeauftragte: in der naturwissenschaftlichen Fakultät: 11 vrdentliche Professoren,
3 außerordentliche Profefforen, 7 Privatdozenten und 1 Lektor! in der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät:
7 ordentliche Professoren, 3 Privatdozenten, 9 Lehrbeauftragte und 3 Lektoren. Insgesamt wird der akademische Lehrkörper umfassen: 50 ordentliche, 9 außerordentliche Profefforen, 16 Privatdozenien,, 26 Lehrbeauftragte und Lektoren. — Neuartig ist die Einreichung der Psychologie unter die Naturwissenschaften.
* Frankfurt a. M., 21. Juli. Nach Mitteilungen der statl- stifchcn Amtes ist die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. unter Berücksichtigung der feit der längsten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu- und Abwanderungen sowie der entsprechenden Ueberschusies der Geburten, über die Sterbefälle am 1. Juli d. I. mit rund 448 700 anzunehmen.
* Frankfurt a. M., 21. Juli. Ein auftcgender Vorfall er
eignete sich im Bockenheimer Sommertheater. In der Paus« zog plötzlich ein junger Mann einen Revolver und schoß sich in die Schläfe. Er war sofort tot und seine Leiche wurde von der Polizei nach dem Friedhof abgeholt. Ueber die Gründe, die de» jungen Mann zu der Verzweiflungstat getrieben haben, ist nichts bekannt. V- . - -
* F. C. Frankfurt n. M., 21. Juli. Das Sinken der
Schweinepreife machte sich auf dem gestrigen Viehmarkte be- inerkbar. Es gingen gegen die Vorwoche die Preise Jüt Schweine in den bessern Qualitäten um je einen Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht zurück, während Fettschweine über drei Zentner 3—4 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht fielen und 52—55 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht (42—41 Pfennig Lebendgewicht) notierten. Trotz der Baisse war der Handel gedrückt und es verblieb bei einem Auftrieb von 2696 Schweinen ein bedeutender Uebcrstand. Trotz dieser niedrigen Preise öffnen die Landwirte noch fortgesetzt ihre Ställe, da sie befürchten, daß der Preisrückgang noch weiter anhält " . !»->» ;«KVs, i
Aus dem Kreise Hanau.
* Großkrotzenburg, 21. Juli. Nachdem bereits zwei Versammlungen mit den hiesigen Grundstückseigentümern wegen Ankauf ihrer Grundstücke bczw. Teilgrundstücke, die zum Schleu- fenbau benötigt werden, ergebnislos verlaufen waren, wurde in einer dritten Versammlung, i» welcher Vertreter der Bauamts für die Mainkanakisterung tn Aschaffenburg anwesend waren, eine Einigung erzielt. Dt« Grundbesitzer erhalten 1,80 Mark pro Quadratmeter, während Ihre Forderung 2,10 Mark betrug. Mik den Arbeiten toll bereits In 14 Tagen begonnen werden.
— Heffen-Rassa».
* Ried o. SW., 21 . Juli, Dieser Tage stieg der weil bekannte Besitzer der Kunst- und Handelsgärtnerei, die sich längs der Bahnanlagen Nied-Erierhcim hinzteht, Julius Kropff, gesund und munter in ein Abteil der Zuges nach Frankfurt ein. Als ein Paffagier in Griesheim zufällig in dieses Abteil ein- stieg, fand er Kropff, der feine Gärtnerei in Griesheim besuchen wollte, leblos am Boden liegen. Man brachte ihn aus dem Abteil und sofort wurden Wiederbelebungsversuche vorgcnom- men, die jedoch ohne Erfolg blieben. Ein Herzschlag hatte auf der kaum drei Minuten währenden Fahrt Nied-Griesheim dem 33jährigen Manne einen raschen Tod gebracht.
* Unterlicderbach, 21. Juli. Nachdem der Arbeiter Will seine Frau durch einen Schutz zu löten versuch! hatte, erschoß er sich selbst. Die Ursache der Tat soll Eifersucht gewesen sein.
* Obrrursel, 21. Juli. Unsere Stadt rüstet wieder einmal, um ein glanzvolles Fest zu feiern. 450 Jahre sind verflossen, seit Herr Eberhard, Herr zu Eppstcin-Königstein, dem Schützenvcrein in Oebrursel die erste Schützenordnunz ausfertigen ließ. Leider ist diese Ordnung im Original nicht erhalten geblieben, bei einem Brande im Jahre 1645, als die Franzosen in Oberursel hausten, ging sie zugriinde. Durch die ganzen Jahrhunderte hindurch zieht der Name des Vereins, und besonders in den Kriegsjahren waren die Schützen fast der einzige Schutz der Stadt. Als im Jahre 1813 sich der Herzog von Nassau vom Meinbund lossagie und den Verbündeten beitrat, wurde auch in Oberursel der Schützenverein als Kern für das Schützenbataillon Oberursel verwendet und ihm vom Herzog von Nassau im nächsten Jahre eine Fahne verliehen. Diese trägt auf einer Seite das gestickte Nassauische Wappen, den Löwen mit den sieben Balken, auf der anderen Seite die Inschrift „Schiitzen- bassaillon Oberursel 1814", Nachdem in den zwanziger Jahren der Verein immer mehr das Militärische abstrciste, wurden die Uebungen zum friedlichen Wettkampfe und find es geblieben bis zum heutigen Tage. Zwar nahm der Verein 1848 auch an der Bewegung teil, und aus dieser Zeit stammt seine zweite Fahne in den Farben schwarzrotgold. Die Inschrift 3. März 1848 mußte auf behördliche Anordnung entfernt werden. Heute noch sind beide Fahnen im Besitze des Vereins und stolz scharen sich die Schuhen um ihr Panier, um zur Feier des 450jährigen Bestehens und 100- jährigen Fahnenjubiläums wieder in Wettbewerb mit ihren auswärttgen Kollegen zu treten. Ueber 100 Ehrenpreise im Werte von zirka sechstausend Mark sind bereits gesttftet uni mehren sich täglich, und auch von den Schießgeldern findet ein erheblicher Teil als Geldpreise Verwendung. Die mit einem Kostenaufwand von zirka 35000 M erbaute Schieß- tmlage im „Rosengärtchen", Haltestelle Waldlust der Linie 24, ist mustergültig und dürste wohl den Beifall aller Schützen finden. Ein Festzug mit historischen Gruppen wird sich mittags 1 Uhr durch die Straßen der Stadt nach dem Festplatz bewegen. Aber auch unser als gastfreundlich bekanntes, herrlich gelgenes Städtchen bietet alles aus, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Auf dem Festplatz selbst ist für die Dauer des Festes für reichliche Unterhaltung gesorgt. Die Frankfurter Lokalbahn hat für die Inhaber von Dauerkarten und Festabzeiche» die Fahrpreise nach dem Festplatze ganz bedeutend ermäßigt und kann man denselben von Frankfurt aus für 50 Pfennig, von Oberursel aus für 10 Pfennig erreichen. Es ist also alles vorbereitet, und nur zu wünschen, daß den Oberurselei Schutzen das Frankfurter Schühenwetter von 1912 für ihr» Festtage beschert werden möge. Gut Ziell
* Bad Homburg v. d. H„ 21. Juli. An den Kaisermanövern wird auch, hier eingegangenen Nachrichten zufolge, Prinz Heinrich von Preußen teinlehmen und beim Landrat von Marx Wohnung nehmen.
* Idstein, 18. Juli. Der 23jährige Taglöhner Phil. Müller
Nahm in Frankfurt den günstigen Augenblick wahr, als ein Radfahrer sich zum Rasieren in einen Barbierladen begab, um ihm, während er cingeseist da saß, das Rad zu stehlen. Der Radfahrer ließ sich aber nicht in diesem Falle „einseifen", sondern veranlaßte die sofortige Festnahme des Diebes. Müller, der schon vorbestraft ist, wurde von der Frankfurter Strafkam- mer zu der empfindlichen Strafe von 9 Monaten Gefängnis verurteilt. .
* F. C. Wiesbaden, 21. Juli. Der Buchhalter Ferdinand Scherf aus Wiesbaden war im März d. I. zu einer militärischen Uebung beordert worden. Drei Tage vor der Hebung reichte er nun seine Abmeldung nach Berlin ein, fuhr jedoch nicht dort hin, sondern tat dies nur, um sich von der Uebung zu drücken. Der Schwindel kam indessen heraus und nun muß Scherf obendrein noch zwei Jahre Gefängnis dbmcüchen, weil er sich, um sich der Erfüllung der Wehr- Pflicht teilweise zu entziehen, eines zur Täuschung der Militärbehörde bestimmtes Mistel bediente.
■ * F. C. Wiesbaden, 2l, Juli. Das Domänen-Vorwerk Hof Krempel im Kreise Westerburg 89,26 Hektar fassend, wurde gestern von der Königlichen Regierung, Abteilung sur direkte Steuern, Domänen und Forsten dahier für die Zeit von Johannis 1915 bis 1. Jnli 1933 verpachtet. Eine größere Anzahl Jntercffenten hatten sich clngefuuden. Höchstbietender blieb Verwalter Schreff mit 3610 , Die seitherige Pacht betrug 2950,08 J(. Ter Minister ’iii Landwirtschaft, Domänen und Forsten hat nunmehr noch die Genehmigung dieser Neuverpachtung an den ncuen Päsi ter zu erteilen.
" F C. Wiesbaden, 20. Juli. Der Kornschnitt in- „Goldenen Grund" hat in den Gemarkungen Riederscltecs, Lberbrcchcn und Niederbrechen seinen Anfang geyommn, Die Ernte ist hier recht befriedigend. >
* F. C. Cassel. 21. Juli. Gestern siörmistag traf Prinz Alexander Ferdinand von Preußen, da? Söhnchcn des Prinzen Auauft Wilbelm von Breußcik zum nmbrwöchiaen BeluM


