wie sehr schwer war es! Nicht nur räumlich würden wir bald getrennt sein, ein, der neue Stand würde mir die Freundin auch innerlich entfremden, das spürte ich deutlich. Andere Interessen, andere Beziehungen wird sie haben, in anderen Kreisen verkehren, und ich sollte mich mitfreuen!“
Es trat eine Pause ein. Dann fing eine junge Frau an zu sprechen, aber ein leises Zittern klang deutlich durch ihre Worte:„Daß Mitfreuen bitter schwer werden kann, erfuhr ich damals, als meine jüngere Schwester ihr erstes Kindlein zu mir brachte, und mir, ach, blieb ein solches versagt!“
Alle schwiegen, bis endlich eine ältere Dame mit einem Seufzer begann:„Ja, leicht ist's nicht immer, sich mit den Fröhlichen zu freuen. Mein Mann ist so tüchtig, unermüdlich tätig in seinem Beruf; wir hofften in der Jugend, durch Sparsamkeit und Fleiß etwas eigenes Vermögen zu erwerben— ach, der Nachbarsfamilie gelang es doch so gut! Sie waren mit uns befreundet und erzählten harmlos von ihren Erfolgen: da ein günstiger Einkauf, dort glückliches Zusammentreffen der Umstände, stets ging's voran, und bei uns war's gerade das Gegenteil, immer Hemmungen, immer Mißgeschick. Gern wollten wir uns ja mitfreuen, aber das mußte allemal erst errungen werden. Viel leichter ist's gewiß, ehrlich teilzunehmen am Leid der andern.“
„Ja,“ fuhr eine Diakonisse fort,„das bestätigt sich auch bei den Kranken. Nur selten sind solche, die bei eigener Schwäche und Hilflosigkeit selbstlos sich freuen am Anblick ganz gesunder Menschen oder über deren Arbeiten, Erlebnisse, Erfolge.„Ach, wie
habt ihr's gut!“ heißt es da, und dann kommt sicher
der klagende Nachsatz:„Ich dagegen...“ Es ist auch wirklich keine Kleinigkeit, wenn z. B. im Kran⸗ kensaal eins die ganze Nacht schlaflos liegt und alles ringsum schlummert süß, da nicht brummig zu wer— den. Aber glücklicher Weise gibt es dennoch solche Helden, die am Morgen verkünden:„Ich habe mich so gefreut, daß wenigstens die anderen schlafen konn— ten.“ Leider findet sich aber dieses Heldentum selten. Warum wohl? Weil wir, ach, gar selbstsüchtige Leute sind! das„Ich“, ob gröber oder feiner, spielt doch immer die erste Rolle, bis ein anders„Ich“ auf den 5 kommt:„Ich, doch nicht ich, Christus lebt in .
Die kleine Gesellschaft war nachdenklich geworden, jeder fühlte Wahrheit und Erast des Gesagten. Dann fuhr die Schwester fort:„Nun, wir wollen nicht stehen— bleiben beim leichteren Mitleiden sondern durch Je— sum und bei ihm mutig das Mitfreuen lernen, auch da, wo anderen in den Schoß fällt, was wir ersehn— ten und was uns doch versagt blieb.“
Ob nicht auch für jeden von uns im Laufe der
Zeit viele Gelegenheiten kommen werden, das Mit—
freuen zu probieren?
Will es dir, lieber Leser, auch manchmal schwer werden? So ruhe nicht, bis das„Ich“ entfernt und Jesus zur Herrschaft gelangt ist. In seinem Dienste kommen häufig Gelegenheiten, sich zu freuen mit den Fröhlichen und zu weinen mit den Weinenden. Beides kannst du mit ganzem Herzen, und dein eigenes Le— ben wird selbst dadurch um so reicher werden.
„Komm mit.“.
Cersammlungs-⸗Anzeigen 10
(Versammlungen innerhalb der Landeskirche)
Bezirk Gießen.
Stadtmission Gießen, Löberstraße 14. Jeden Sonntag 1½ Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr Jungfrauenverein; 8 ¼ Uhr: Versammlung. 4½ Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 8½ Uhr: Bibelstunde. Grünberg(Frankfurterstr. 23.): Jeden Sonntag abends 8 Uhr: Versammlung. Sonntag, den 21. Dezember: Beuern und Altenbuseck. 1. Weihnachtstag, nachm. 4 Uhr: Weihnachtsfeier des Jungfrauenvereins, Gießen, abends 8/ Uhr Versammlung. 2. Weihnachtstag, abends 7 Uhr: Weihnachtsfeier der Sonntagsschule. 5
Bezirk Lich. Lich, Butzbacherstr. 17. Jeden Sonntag 12% Uhr: Sonntagsschule. 4 Uhr: Jungfrauenstunde, 8 Uhr: allgemeine Versammlung. Sonntag den 21. Dez. Villingen, nachm. 3½ Uhr und Lich, abends 8 Uhr, 23. Oberbessingen, 25. nachm. Ettings⸗ hausen, abends Lich, 26. Lich, Sonntagschulfeier, 27. nachm. 3 Uhr und abends 7 Uhr f Jahr-sfest der Gemeinschaft in Lich, wozu die Geschwister herzlichst eingeladen sind.
Bezirk Friedberg. Sonntag, den 21. Dezember nachmittags 3 Uhr: Leidhecken, 22. Nauheim, 23. Fauerbach b. Friedberg; 25. nachm. 3 Uhr Erbstadt und 8 Uhr Stammheim. 26. Dez. nachm. 3 Uhr Schwalheim und 8 Uhr Vilbel.
Bezirk Sellurod. Sellnrod: Jeden Sonntag 12 Uhr: Sonntagsschule, abends 8¼ Uhr: Versammlung. Mittwoch, den 24. Dez. abends 7 Uhr: Wohnfeld Sonn- tagschulfeier.* 25.(1. Christtag) 2½¼ Uhr: Wohnfeld, Klein-Eichen, Unter⸗ Seibertenrod, Helpershain, abends 8 Uhr Sellnrod. 26.(2. Christtag) 2¼ Uhr: Ober-Seibertenrod, Groß-Eichen, öddingen. abends ½7 Uhr: Sellnrod Sonntagschulfeier.
Bezirk Niederweisel. Sonntag, den 21. Dez. Fauerbach, Niederweisel, Kirchgöns,
23. Kirchgöns. 25. nachm.: Fauerbach, abends 7 Uhr: Weihnachts- feier der Sonntagsschule in Niederweisel.
26. Gambach, Butzbach.
Bezirk Alsfeld.
Stadmission Alsfeld(am
Sonntag um 11 Uhr: Sonntagsschule; Versammlung. Freitags Bibelstunde.
Kreuz). Jeden abends 8¼ Uhr


