Ausgabe 
19.10.1913
 
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Seit mit einem andern Manne gesprochen hatte,dieser Herr wünscht, daß ich die kleine Bessie(Lieschen) singe, soll ich d 5 Ja, mein Kind, wenn man es wünscht und du es willst. Jetzt wurde das Uind auf einen Stuhl gestellt, und mit kindlich rührender Stimme sang es: Einst lebten wir glücklich, so froh und frisch, Wir kannten keine Not am Familientisch; Auf einmal, ihr Lieben, die Not brach herein, Mein Vater saß täglich beim Bier und beim Wein, Jetzt ist er verdorben ein Säufer mein Gott! Die Mutter ist tot und ich bin in Vot. Ach, gibt es denn niemand, der mit mir kann beten, Um meinen verlorenen Vater zu retten d Er lebt noch, und noch ist die Rettung vorhanden, Ihn zu befreien aus Satanas Banden. Erbarm' Dich, o Jesu! Erbarm' dich, mein Gott! Mein Vater ein Säufer und ich bin in Vot.

Sagt, wollt ihr noch länger solch Leben fort treibend Und täglich als Säufer im Wirtshause bleiben d Ach, rührt euch denn gar nichts, nicht Armut und Notd So hört es: Ihr müßt vor den ewigen Gott!

Dort müßt ihr sehr pünktlich die Rechnung geben, Wie hier ihr die Seit verbraucht habt im Leben.

Alle Spieler hatten ihr Spiel augenblicklich auf gegeben und sich dicht um die leine gestellt; einige aus Neugierde, andre mit Ernst, noch andere mit Sügen des Mitleids in ihrem Gesicht, angezogen durch die kindliche Stimme und das Aussehen des Kindes, welches eher in die Mitte der Engel gehörte, denn an solchen Platz.

Nach dem Gesange weinten viele von den Gästen; Männer die seit Jahren keine Träne vergossen hatten, die die Not der Ihrigen nie bewegen konnte, weinten wie die Kinder. Sin junger Mann, der mit Spott die Ermahnungen seiner Mutter, Geschwister und Freunde verachtet hatte, ergriff die beiden Hände des kleinen Kindes und sprach mit einem Strom von Tränen: Gott segne dich, mein kleiner Engel, du hast mich vom Verderben, von Armut und vom Grabe des Säufers gerettet! Was Mutter und Geschwister nicht vermochten, konntest du, Gott segne dich! Hierauf gab er der Mutter des Kindes einige Banknoten und sagte:Nehmen Sie diese Wenigkeit als Seichen der Dankbarkeit, und wenn Sie in Not sind, werden Sie an mir einen treuen Freund haben; denn Ihr Kind hat meine Seele gerettet, und dabei gab er ihr seinen Namen und seine Adresse.

Gott segne Sie, meine Herren, für die Liebe, die Sie einer armen hilflosen Frau erzeigt haben! Und ehe noch eine Antwort erfolgen konnte, war sie fort.

Meine Herren, diese Frau hat recht, und ich habe mein letztes Glas Branntwein verkauft, will jemand noch eins haben, so muß er wo anders hingehen, sagte der Wirt.

Und ich habe mein letztes Glas getrunken, sagte ein Jüngling, bei dem schon alle Zoffnung zur Rettung aufgegeben war.Hier ist ein Mäßigkeitsverein, dem werde ich mich sogleich anschließen. Wer geht mit mird

Ich ich ich und ich, und J5 Namen wurden gezeichnet.

Am nächsten Tage verschloß der Wirt seine Schenke, fing ein besseres Geschäft an und lebt jetzt glücklich mit

seiner Familie. Alle wurden gerettet und danken Gott für seine Liebe, daß Er sie vom Verderben erlöset hat.

Neu! Neu! Ende Oktober erscheint das 7. bis 10. kausend des so reich gesegneten Buches

C. H. Rappard, Inspektor

Ein hebensbild gezeichnet von seiner Gattin in einer völlig unveränderten

Polks ausgabe in hübschem Band für Mk. 2.

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Es eignet lich als Geschenk für jung und fllt und hinterläßt Segenslpuren.

Zeltgruß:Wir schauen in diesem kostbaren Buche sein Ceben, ein Leben so reich an göttlichem Erbarmen, so klar und sonnenhaft, ein Leben in Christo. Es ist überflüssig, das Buch zu empfehlen. In kaum 3 Monaten war die erste Auflage vergriffen. Während ich dies schrieb, empfing ich einen Brief, in dem man mir mitteilt, daß Gott in einem kleinen Kreis große Segnungen durch das Lesen dieses Bu ches gegeben. J. V.

heilig dem Rerrn:Ich habe schon viele Lebens⸗ bilder gelesen, aber dies Lebensbild ist mir ganz besonders köstlich gewesen. Ja, ich darf es bezeugen, daß ich einen ganz besonderen Segen davon gehabt habe. Selten hat mich ein Buch so bewegt und beschämt, so ermutigt und ermun tert, wie dies Lebensbild Rappards. Darum konnte ich es nicht in einer kurzen Besprechung in der Bücherschau an⸗ zeigen; ich mußte den l. Lesern mehr davon erzählen, um sie auch verlänglich zu machen nach diesem Buch, das nie mand ohne reichen inneren 6ewinn lesen wird.

P. Modersohn.

Leiden für uns.

König Zeleukus hatte ein Gesetz gegen den Ehebruch erlassen mit der Drohung, daß der Übertreter geblendet werden solle. Nun traf es sich, daß sein eigener Sohn das Gesetz übertrat. Das Rechtsgefühl wie seine väterliche Liebe kämpf⸗ ten in des Königs Brust. Als Richter wollte und mußte er gerecht bleiben, und als Vater konnte er nicht anders als Liebe üben. Er beschloß, beides zu tun. Er ließ dem Sohn eins seiner Augen ausstechen, und dann opferte er eins seiner eigenen Augen. Das ist ein Bild der Erlösungs tat. Gott ist Vater und Gesetzgeber; der Über treter ist die sündige Menschheit. Der Gerechtig keit mußte Genüge getan werden, und das Vater⸗ herz wollte Liebe üben. Beides geschah in der Hingabe Jesu.Gott war in Christo und ver⸗ söhnte die Welt mit Ihm selber und rechnete ihnen