noch Antwort. Was ist es, daß ihr ihn suchet?
Man findet Jesus, man findet seinen Gott, wenn man ihn in rechter Weise sucht.„Suchet in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das, ewige Leben darinnen, und sie ist es die von mir zeugt.“
„So ihr mich von ganzem Her zensuchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ Das sind 2 göttliche Anweisungen.
Wieoiel Mühe, wieviel Sorge, wieviel Schmerzen hätte Marias Mutterherz sich sparen können, wenn sie ihren Sohn gleich am rechten Platz gesucht hätte. Das eine konnte sie sich doch sagen wie auch sein Vater:„Unser frommer Sohn kann nicht anderswo sein, als da, wo sein Herze ist, im Tempel, da, wo Gottes Wort verkündigt wird, und da, wo man im Gesetz des Herrn unterrichtet.“ Gott ist nicht anders zu finden, als in seinem Wort und mithin da, wo sein Wort verkündigt wird. Suchet in der Schrift, ihr Gottsucherl Viele haben in dieser Weise gesucht, und das „Heureka“ d. h.„gefunden“ ist von ihren Lippen gekommen, Heureka rief nämlich ein griechischer Forscher, der sich mit einem Problem beschäftigte und nachdem er dasselbe gelöst hatte, in voller Freude sein Haus verließ und durch die Straßen seiner Heimatstadt lief und fortwährend ausrief: „Heureka!“ Darum aber, weil viele die Schrift abweisen, darum kommen sie nicht zum Finden und bleiben immer Suchende. Gottes Person ist mit Gottes Wort unzertrennlich verbunden. Im Worte Gottes sehen wir das Bild unseres Gottes, erkennen wir sein Wesen. Ihr Gottsucher, die ihr mit sehnsuchtsvollem Herzen ausruft: Wo find' ich Jesum, wo find' ich Frieden? Sucht ihn nicht in den Büchern gelehrter Menschen, in denen vielfach steht, daß sie Gott nicht gefunden haben. Sucht euren Gott auch nicht in der vergänglichen Lust der Welt. Suchet in der Schrift. Sie zeigt euch als rechter Wegweiser den heiligen und ge— rechten Gott.
Willst du deinen Gott finden, du Gottsucher, so suche ihn auch von ganzem Herzen. Die Eltern Jesu haben den Knaben auch von ganzem Herzen gesucht.„Wir haben dich mit Schmerzen gesucht,“ so sagte ja die Mutter Maria. Und wer in dieser Weise sucht, wessen Gedanken nur auf das eine gerichtet sind, Jesum, seinen Gott zu finden, dem läßt es Gott gelingen. So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. Was will denn die Schrift damit sagen, wenn sie spricht, von ganzem Herzen suchen? An einer andern Stelle spricht sie von „doppelherzigen Menschen“, die an der gefährlichen Herzkrankheit der geistlichen Doppelherzigkeit leiden. Wenn man die Sünde sucht und zugleich auch den Heern, Weltgunst und Gottesliebe, das ist kein von ganzem Herzen suchen.
Von ganzem!
Herzen suchen heißt, nur ein Ziel vor Augen zu
haben, nur einen Wunsch im Herzen zu tragen, nur von einem Gedanken beseelt zu sein, von dem einen: Wo fi sid' ich Jesum, wo find ich ihn. Wer so ssecht, der wird ihn finden und mit ihm Leben und Frieden. Da kann es dahin kommen, daß auch von ihm gesagt werden kann: Und er— Jesus— ging mit ihm. Ludwinski.
Dn mußt eine Fahrkarte haben.
Es ist uns ganz selbstverständlich, daß wir,
wenn wir mit der Bahn fahren wollen, uns zu- erst eine Fahrkarte lösen. Sie allein berechtigt zur Mitfahrt. Es wäre töricht, wollte jemand dem Beamten an der Sperre sagen:„Ich habe einen so guten Namen, bin so sehr geachtet, lassen Sie mich mitfahren.“ Der Beamte würde ihn einfach zurückweisen. Ebenso töricht wäre es, wenn jemand auf Grund seines schönen Kleides mitfahren wollte. Und doch, so töricht wir das auch fänden, im Blick auf den Gnadenzug, der zur Ewigkeit führt, geschieht das immer und immer wieder. Da hat Gott als einzig gültige Fahrberechtigung das Blut seines Sohnes gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben. Aber es gibt noch viele Menschen, die in den Himmel zu kommen hoffen, weil sie Christen heißen. Andre bilden sich ein, ihr schöner Anzug, das tugendhafte Leben, das sie geführt haben, berechtige sie zur Mitfahrt in den Himmel. Sie wähnen, alles sei in Ord⸗ nnng. Aber, wie werden sich diese guten Menschen täuschen! Nicht nach dem Namen wird dort ge⸗ fragt, nicht nach Deinem tugendhaften Wandel, sondern nach der Fahrkarte. Hast du denn keine, oder eine falsche, dann bleibst Du trotz deiner Vorzüge draußen stehen. Der andre neben Dir im schmutzigen Kleid, auf den du mit Verachtung geschaut hast, fährt mit, weil er die einzig giltige Fahrkarte hat: Seine Sündenschuld ist gesühnt durch das Blut Jesu. Zu vielen, die meinen, fromm zu sein und sicher sind, selig zu werden, wird Jesus einst sagen:„Ich habe Euch noch nie erkannt, weichet von mir, ihr Übeltäter.“
Wie steht es mit Dir, lieber Leser? Hast Du die Fahrkarte schon? Täusche dich nicht, sondern hole sie Dir jetzt. Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht dich rein von aller Sünde. Diese berechtigt dich zum Einsteigen in den Gnadenzug, der nach oben fährt und dessen Endstation„Ewiges Leben“ heißt. 8
f Jung.


