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Gemeinschaftsblatt für Hessen.
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Dieses Blatt erscheint wöchentlich einmal.
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Oktober 1913. 6. Jahrg.
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Der Prürienbrand.
Es war ein heißer Tag. Hie und da wehte ein sanfter, kühler Wind. In der Blockhütte ist alles wohl und fröhlich. Mit Zufriedenheit denkt der Farmer an dem angenehmen, kühlen Abend über seine Lebenslage.— Plötzlich sieht man am Horizont eine lange, dunkle Wolke, unmittelbar dahinter einen finsteren Glanz. Diese Erscheinung ist viele Meilen von der Niederlassung des Far⸗ mers entfernt, aber trotzdem sind alle Hüttenbe⸗ wohner erfüllt mit großem Schrecken. Die Prärien sind in Brand! Der Wind hat sich verstärkt und die Gefahr ist groß. Wie kann man dem Unheil wehren? O, könntest du nur einmal in einer Entfernung von einer Viertelstunde die wütende Flamme sich daher wälzen sehen! Eine fliehende Menge lebendiger Wesen eilt vor ihr her. Bären, Büffel, Antilopen, die verschiedenartigsten Tiere jagen und rennen in wilder Flucht, um ihr Leben zu retten. Keinem kommt in den Sinn, das andere zu verderben im Angesicht solcher Not. Welch eine Szene! Erinnert sie nicht an die Beschreibung des jüngsten Tages?„Und die Könige auf Erden und die Großen und die Reichen und die Haupt⸗ leute und die Gewaltigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in die Klüften und Felsen an den Bergen und sprachen zu den Bergen: Fallet über uns und verberget uns vor dem An⸗ gesichte dessen, der auf dem Stuhle sitzt und vor dem Zorn des Lammes, denn es ist gekommen der große Tag seines Zornes und wer kann bestehen? Offb. 6, 15—17.— Die in den wilden Präxrien Lebenden wissen, daß es nur einen Weg zu ihrer Rettung gibt. Mit einem Streichhölzchen setzen
sie das dürre Gras ihrer Umgebung in Brand.
Und noch ehe das große Feuer naht, stellen sie sich auf den geschwärzten Grund. Hier ist volle Sicherheit. Hier an dem Ort, über den das Feuer gegangen ist, hier sind die erschreckten Farmer und mit ihnen auch viele Tiere geborgen.— Diese geschilderte Scene ist nur ein schwaches Bild von dem großen Gerichtstag, da das Feuer des gött⸗ lichen Zornes über die Gottlosigkeit der Welt geoffenbart wird. Wer ist dann geborgen? Wer an dem Ort steht, da das furchtbare Feuer sein Werk getan hat. Christus ertrug am Kreuz frei⸗ willig den gerechten Zorn Gottes über die Unge⸗ rechtigkeiten und Sünden der Menschen als unser Stellvertreter. Gal. 3, 13; 2. Cor. 5, 21. Sieh Ihn an in Gethsemane und Golgatha! Aus Liebe zu dir gab Gott Seinen Sohn ins Gericht. Wer an Ihn glaubt, soll nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben. Joh. 3, 16. Es gibt keine Verdammung für die, welche in Christo Jesu sind. Röm. 8, 1. Willst Du Deine Seele retten? Fliehe heute zu Jesu und verbinde dich mit Ihm für Zeit und Ewigkeit durch Glauben, Vertrauen und Gehorsam, damit Du nicht an— kommst in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt. Offb. 21, 8.
Glaubenskraft.
Durch den Glauben ward Henoch weggenommen, daß er den Tod nicht sähe, und ward nicht erfunden, darum daß ihn Gott weg— nahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeug⸗ nis gehabt, daß er Gott gefallen habe. Hebr. 11 5.
Der Glaube ist ein Wunderding! Oft scheint er Toren zu gering; Und mancher Weise quält sich dran. Und stirbt, noch eh' ers glauben kann. Es gibt weltüberwindenden Glauben, davon zeugen alle Märtyrer, die sich eher um—
Nebeling.


