Ausgabe 
6.7.1913
 
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man weiß: Meine Sünden sind mir vergeben;

Er ist mein, ich bin Sein; niemand kann uns

scheiden.

Ein 400 Mark-Schein für 10 Pfennig.

In London konnte man letzten Sonntag am belebten Trafalgar Square einen Mann beobachten, der ein Bündel von Fünfpfundnoten in der Hand hielt und diese für einen Penny den Vorüber gehenden anbot. Achtlos gingen die meisten Leute an ihm vorüber. Einige hielten ihn für verrückt, andere meinten, es handle sich um nachgemachte Noten, deren Rückseite irgendeiner Reklame diente. Auch vor dem Piccadilly-Hotel und später an Orford-Street wurde der Mann gesehen. Das Bündel Banknoten schien sich nicht verringert zu haben, kein Mensch schien 99 und 90 Pf. so leicht verdienen zu wollen. In der Tat waren es echte Banknoten, die der Mann da für einen Penny das Stück ausbot. Es war der als Hau sierer verkleidete bekannte Schauspieler Elder Hearn, der da eine Wette zum Austrag brachte. Herr Hearn hatte im Garrickklub vor einigen Tagen behauptet, daß, wenn man echte Fünfpfund noten in den Straßen Londons ausbiete, man keine Abnehmer finden werde, während die Lon doner sonst auf jeden Schwindel hineinfielen. Ein Theaterdirektor nahm die Wette auf. Zwei Stunden lang hat Mr. Hearn mit seinen Banknoten hausiert und nur drei Kunden gefunden. Einer war der Generalpostmeister von Britisch-Nord-Borneo, der zweite dessen Frau und der dritte ein bekannter Pelzhändler.

Was hätten Sie, lieber Leser, gemacht?

Denken Sie sich den Fall ins Deutsche übertragen.

Da geht durch die Hauptstraße von Berlin ein Mann und hat ein Bündel Hundert Mark Scheine, die er den Vorübergehenden für 10 Pf. das Stück anbietet.Reichsbanknoten zu 100A jedes Stück nur 10 Pfennig! so ungefähr würde er rufen. Welch ein Gelächter würde auch bei uns entstehen! Doch darf ich Ihnen Banknoten nennen, die viel mehr Wert haben wie Hundert und Tausend W,. Scheine, und an denen die oberflächliche Menge achtlos, gedankenlos vorübeegeht. Es sind die Verheißungen der Bibel, die Worte Gottes. Greifen wir aus den 3000 Verheißungen der Bibel nur einige

heraus. Joh. 3. 16 steht: Also hat Gott die Welt

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geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab,

auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Wie hoch taxieren Sie, o Leser, diese Verheißung? Ist das nicht eine Banknote der himmlischen Bank, die Millionen übersteigt? Wie oft haben die

Knechte Gottes Ihnen dieselbe angeboten und noch

haben Sie vielleicht nicht zugegriffen?

Ewiges Leben! was ist das doch so wertvoll.

Ich gebe Ihnen eine Million, wenn Sie mir mein Leben um einige Stunden verlängern, sagte ein bekannter Millionär im Sterben zu seinem Arzte. Doch er hatte umsonst solch einen hohen Preis für einige Stunden Erdenleben geboten. Und Gott gibt der Welt in Jesu, dem Heiland, ewiges Leben. Wie sollte da nicht jeder zugreifent Ja-

wenn der Unglaube, der törichte Spott der ge⸗

dankenlose Menge nicht wäre, wenn Satan dir nicht immer seine frechen Fragezeichen vor die Seele stellen würde. Wenn die alte Schlange dir nicht immer wieder ins Ohr flüstern würde: Sollte Gott gesagt haben. Und doch hat Gott so klar, so wahr, so ernst gesprochen. Wer's pro- biert, erfährt, daß alles Wahrheit ist, was die

Bibel sagt. So gewiß der deutsche Staat jede i

von ihm ausgestellte Banknote mit echtem Golde einlöst, so gewiß, ja viel gewisser, erfüllt Gott seine Verheißungen. Denken wir an die Verheißung Jes. 46, 4,Ich will euch tragen bis ins Alter, ja bis ihr grau werdet. Ist diese Banknote nicht

von sehr großem Wert? Der Mund der ewigen

Liebe spricht hier vom Tragen, und wir quälen uns mit Sorgen und Lasten ab, statt uns auf den Armen der großen Liebe tragen zu lassen. Wann wollen wir Ernst machen mit den Ver heißungen Gottes? Die Sodomsleute zogen die

Worte Gottes ins Lächerliche, bis der Feuer- und 4

Schwefelregen ihr Lachen in Heulen verwandelte. So nimm doch mit Freuden, was Jesus dir beut! Er gibt dir das ewige Heil

O glaub es gewiß, o ergreif es noch heut.

So bleibt es dein ewiges Teil.

Geiz, eine Wurzel alles Abels.

Im Hause Weihergartenstraße 22 zu Mainz wohnt seit langen Jahren die in sehr ärmlichen Verhältnissen lebende Witwe Schweickhart in einer

kleinen Wohnung. Die Witwe bezieht eine kleine

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