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M für Hessen.

Dieses Blatt erscheint wöchentlich einmal.

Juni 1913. 6. Jahrg.

Keine Heimat mehr. Sie sind im Elend gegangen in den Wüsten, auf den Bergen und in den Klüften und Löchern der Erde. Hebr. 11, 38.

Wenn böse Buben ein Vogelnest zerstören, dann fliegen die vertriebenen Bewohner der Lüfte

Seonntag, den 29

von einem Ast zum andern, bis sie wieder ein Plätzlein gefunden haben, wo freche Bubenhand

g so leicht nicht hinkommt. Auf unserm Bilde aber

finden wir zwei vertriebene Vöglein, die nicht so schnell ein neues, sicheres Haus gebaut haben. Es ist ein evangelischer Salzburger mit seinem Söhn- lein, den man um seines Glaubens willen von Haus und Hof gejagt hat. Die traute Heimat mit dem nach oben zeigenden Kirchturm im Rücken, wandern sie als Fremdlinge, als Ausgestoßene, als Ketzer schutzlos, heimatlos umher. Ach, was kann der Fanatismus und religiöse Unverstand aus den Menschen machen! Wenn eine Mutter ihre Kinder im Winter auf die Straße werfen würde, oder sie verhungern ließe, würde man dieselbe sicher in einer Irrenklinik auf ihren Geistes zustand untersuchen lassen. Doch wie viele Tausende, ja Hunderttausende evangelischer Christen wurden schon, von Haus und Hof vertrieben, dem Unter⸗ gang übergeben, weil sie die Bibel über alle Bücher der Menschen liebten. Doch sie sind nicht ver lassen. Auch unsre beiden Pilger wissen, wo ihr Ruheplätzchen ist. Wenn Menschen uns ausstoßen, uns verdammen, so dürfen wir zu Gottes Herzen fliehen. Alle eure Sorgen werfet auf ihn; er sorget für euch. Er, den man hinausstieß vor das Lager Jerusalems, den man so arm und bloß ans Kreuz hing, versteht euch, ihr armen Ausgestoßenen! Welch ein schönes Bild, Vater und Sohn kniend vor Jehovah!

Wie müssen sich die Boten Gottes freuen, die solche Tatsachen droben melden dürfen! Als der schnaubende Saulus niedergeworfen war von der Allmacht Gottes, klang es wie Siegesjubel auf Erden: Siehe, er betet! Und wenn zwei heimatlose, vertriebene Menschen im Blick auf ihre verlorenen Erdengüter vor Gott anbetend auf ihre Knie sinken, so tönt es droben von Engel munde: Sie haben den Raub ihrer Güter mit Freuden erduldet. O du glücklicher Knabe, daß du einen Vater hast, der mit dir die Knie vor Gott beugt! Ich habe dies Bild selten, doch andere desto öfter gesehen. Ich sah Männer mit ihren Knaben am Spöttertisch sitzen, auf Wegen