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Was kastet es dich?
Des Meisters Lehre ist, daß wir sterben müssen, um zu leben. Der Tod ist das Tor zum Leben. Wenn wir andere retten wollen, müssen wir uns selbst opfern. Der Töpfer Poussa gab nach vielen vergeblichen Versuchen endlich die Hoffnung auf, ein für die kaiserliche Tafel würdiges Porzellan zustande zu bringen und stürzte 50 selbst in den heißen Ofen, wo er sein Porzellan
glasierte. Die chinesischen Sagen erzählen, daß nie zuvor das Porzellan von solch himmlischer Schönheit und mit solch wunderbarem Glanz ver— goldet gewesen wäre. Sie sprachen damit eine Weisheit aus, die ihnen selber verborgen war. „Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bringel's viele Früchte.“
Die Lehre ist die, daß alles, was nichts kostet, auch nichts nützt. Ein Dienst ohne Opfer erzielt keinen Erfolg, und bringt nichts Rechtes zustande, geschweige denn einen nennenswerten Sieg. Wenn wir unser Leben behalten wollen, dann müssen wir es verlieren, aber wenn wir es aufgeben im Dienste der Liebe, so machen wir es damit zu einem dauernden Segen für die Welt. Nichts Großes kann ohne Mühe und Kosten voll— bracht werden. In Gottes Arbeit verzehrt zu werden als„ein lebendiges Opfer“ heißt glühen und verbrennen. Das Licht brennt kürzer, während es leuchtet. Wir werden von dem Eifer um Sein Haus verzehrt, während wir denen Licht und Heil bringen, für die Er starb.
Vorwärts.
Voor vielen Jahren stand in der bedeutendsten Garnisonstadt Englands, in Woolwich, ein Evan— gelist vor einer großen Schar Menschen, die an— scheinend aufmerksam seinen Worten lauschten. Plötzlich hörte man eine Musikkapelle, die ein Regiment, das in die Kolonien gehen sollte, zum Hafen begleitete. Alles lief der Musik nach, so daß bald dem Prediger keine Zuhörer mehr blieben.
Der Evangelist war sehr betrübt darüber. Doch in den Reihen der vorüberziehenden Soldaten be— fand sich auch ein Gotteskind. Als er den Evan— gelisten allein stehen sah, rief er ihm fröhlich zu:
„Sprich nur weiter, Bruder, der Vater hört es
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gern, wenn von Seinem Sohne gesprochen wird.“
Das war für den Evangelisten eine große Er—
munterung. Auch für euch kann es eine solche
sein. Denkt daran: Der Vater liebt es, wenn von
einem Sohne gesprochen wird.
Einst war ein Missionar in der Südsee sehr entmutigt; er sah keinen Erfolg seiner Arbeit und dachte, es wäre vernünftiger, wenn er nach Hause ginge. Als er nun die Insel verlassen wollte, versammelten sich die Eingebornen in großer Zahl am Strand, um ein eigenartiges Lied zu singen: „Vorwärts, vorwärts, vorwärts!“ in immer gleicher Wiederholung. Da mußte sich der Missionar sagen: Nun keinen Schritt weiter zurück, sondern auf dieser Insel vorwärts! Der Herr gab jetzt auch viel Gnade, daß Seelen für Jesus gewonnen wurden.
Wir wollen uns immer daran erinnern lassen, daß wir vorwärts und nie rückwärts gehen sollen. Die chinesischen Soldaten hatten eine ganz eigen— artige Kleidung. Auf dem Rücken des Gewandes war das chinesische Zeichen für„Tiger“ gemalt. Sie sollten also mutig sein wie Tiger. Sobald sie zur Flucht umwandten, konnten die Feinde das Wort„Tiger“ sehen. Das reizt uns zum Lachen, aber es ist eine sehr ernste Sache. In Epheser 6 lesen wir von der Waffenrüstung Gottes. Da ist ein Brustharnisch genannt, aber nicht ein Panzer zum Schutze des Rückens. Der Herr hat
nicht vorgesehen, daß Sein Volk zurückweichen soll.
Darum denkt immer daran, daß unsere Losung ist: Vorwärts gehen und dabei wachsen!
Auf einer Missionsversammlung in England wurde der Kollektenteller herumgereicht. Als der Kirchenälteste damit zu einem kleinen Knaben kam, sagte dieser:„Setzen Sie, bitte, den Teller auf den Boden.“ Der sammelnde Bruder wollte erst nicht, aber endlich gab er dem Verlangen des Knaben nach. Dieser stellte sich nun selbst in den Teller und sagte:„Ich will mich dem Heiland zum Dienst in der Mission zur Verfügung stellen. Das ist meine Gabe.“ Der Herr möge es schenken, daß viele solcher Knaben und Mädchen sich Gott ganz zur Verfugung stellen, und daß Eltern sich bereit finden, ihre Kinder dem Heiland zu geben. a
Es ist schon lange her, als Herr Hudson Taylor einmal in Kanada Versammlungen hielt. In Toronto waren Eltern, die eine einzige Tochter hatten, die gern nach China gegangen wäre. Dazu die Er- laubnis zu geben, war für die Eltern nicht leicht; doch taten sie es. Fröhlich zog die Tochter hinaus, um nach wenigen Jahren draußen zu sterben. Als Herr Taylor das nächstemal nach Kanada kam, besuchte er auch dies Elternpaar. Die Mutter war tief betrübt und weinte. Er dachte nicht anders, als daß sie den Verlust ihrer Tochter betrauerte, die in China gestorben war. Er suchte sie zu trösten. Da sagte ihm die Mutter:„Ich weine nicht um meine heimgegangene Tochter, sondern weil ich kein anderes Kind habe, das ich als Ersatz für sie nach China senden kann.“
Unsere Losung heißt: Vorwärts, vorwärts, vorwärts!


