Honig aus einem toten Löwen.
Simson ging hinab nach Thimnath und siehe, da kam ein junger Löwe, das will sagen, ein Löwe in seiner besten Kraft, brüllend ihm entgegen. Wer denkt da nicht an Satan, der umhergeht, wie ein brüllender Löwe, um zu suchen, welche er verschlinge. Simson hatte gar nichts zur Abwehr in seiner Hand; aber der Geist Gottes kam über ihn, und in seiner Krast konnte er den Löwen zerreißen. Nach etlichen Tagen kam er wieder des Weges daher und fand den Leichnam des Löwen und in seinem Leibe einen Bienenschwarm und Honig. Von dem Honig nahm er natürlich und aß und gab auch seinen Eltern, daß sie aßen.
Satan, der brüllende Löwe, macht den Erden⸗ pilgern viel zu schaffen. In ihrer eigenen Sünde kommt er ihnen entgegen und beunruhigt sie tief. Dann gibts Kämpfe. Werden dann Siege er— rungen, so finden die Überwinder Honig genug für sich und andere.
Ist nicht vergebene Sünde ein toter Löwe? Solange ein Mensch sich nicht der Vergebung seiner Sünden bewußt geworden ist, hat er zu käwpfen vor innerer Unruhe. Ach, wieviel wird in eigner Kraft gekämpft. Man sucht die Sünde zu vergessen, zu entschuldigen, umsonst, der Sieg wird nicht errungen. Die Sünde ist vielleicht schon vor Jahren geschehen, der Löwe aber ist noch immer ein „junger“ Löwe. Ist das deine Erfahrung? Bist du noch nicht mit der Sünde deiner Vergangenheit fertig geworden? Dann sei doch heute offenbar für den Geist Gottes, der dir erklären will, daß du es mit einem überwundenen Löwen zu tun hast, weil Jesus alle deine Sünden auf Golgatha getilgt hat. Es bedarf eigentlich nur noch eines Glaubensaktes deinerseits, und der Sieg ist dein. Ja, glaube es, und deine Sünde vor dir sinkt tot in den Staub; du hast mit einem toten Löwen zu tun. Und die Gewißheit:„Sein Kreuz bedeckt meine Schuld“, ist Honig aus dem toten Löwen.
Eine überwundene Versuchung ist auch ein toter Löwe. Satan ist noch nicht in den Abgrund geworfen. Er tritt immer wieder an die Erlösten heran mit allerlei Versuchungen. Aber, wenn du dann zu deinem Heiland Zuflucht nimmst im Gebet, so wird Sein heiliger Geist dir helfen, den höllischen Geist zu meistern. Und kannst du dann deine ungöttlichen Wünsche— mag ihr Inhalt Fleischeslust oder Augenlust oder hoffärtiges Wesen sein— in den Tod geben, so hast du große Sieges— freude: Honig aus einem toten Löwen. O, wie wohl tut es dem Ueberwinder hernach, wenn er seine Begierden zügeln, seinen Zorn dämpfen, seiner Bequemlichkeit entsagen, seinen Stolz brechen lonnte! Was ist süßer, denn Honig? Ueberwinder nehmen Honig in Fülle; teilen ihn aber auch gern
stube lebte und sehr arm war. einige der besten Jahre zu diesem Werk, und
mit andern. Simson gab davon seinen Ef Man sagt also andern nicht nur davon, sondern man gibt auch. Ein heiliges, fröhliches, siegreiches Christenleben ist die beste Predigt! die wirst du halten, wenn du in Wahrheit sagen kannst: 85 „Deinen süßen Frieden, schmeck' ich täglich nun, „Darf in deiner Liebe Stund' um Stunde ruh'n!“
H. Warm. N28
Er starb für sein Werk.
In der Galerie der Künste in Paris befindet sich ein schönes Standbild, das eine seltsame und rührende Geschichte hat. Der Bildhauer war ein unbekannter Mann, der in einer Dach— Er verbrachte
nach vielen Enttäuschungen und Fehlern wurde es zu seiner Zufriedenheit fertig. Er kittete die einzelnen Teile zusammen und legte sich dann zur Ruhe nieder. Aber um Mitternacht erwachte er mit einem Ruck. Ein schrecklicher Frost war über die Stadt gekommen, und er fürchtete, daß sein Lebenswerk verderben würde. So stand er auf und umhüllte das Standbild schützend mit dem dürftigen Bettzeug, das er besaß. Darauf legte er sich wieder nieder und schlief abermals ein, um niemehr zu erwachen. Als am nächsten Tage in seiner sonst so geschäftigten Werkstatt alles still blieb, erbrachen die Nachbarn die Tür, und als sie sahen, wie er sich für sein Werk aufge⸗ opfert hatte, da traten ihnen die Tränen in die Augen. Man begrub ihn, doch sein Werk lebt noch und wird fortleben als ein Wunder für die, die es staunend betrachten. f
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Wie kommen wir zum Frieden?
Schmerz über die Sünde reicht noch nicht; ebensowenig, wie der Kranke damit geheilt ist, daß er dem Arzt seine Leiden berichtet. Nein, Vergebung ist die Tat göttlicher Gnade; und diese Gnade kann nur im Glauben gesucht und ergriffen werden; ohne Glauben führt Reue und Schmerz über die Sünde zur Verzweiflung. In der Buße sich von der Sünde abwenden, und im Glauben
sich zum Heiland hinwenden— das gibt Frieden!
Der Glaube hilft. Der Glaube, der zum Kreuz hinaufschaut mit dem Gebet:„Erbarme dich unser, gib uns Deinen Frieden, o, Jesul“


