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Angriff der Rebellen von Norden her, nachdem sie dort durch
Prcnk Bib Dodas Abzug den Rü-ken freibekommen haben, und vor allem, weil die Kriegsschiffe dorthin über den Bergrücken hinweg weder lcinhten noch schießen können. Die Malkfforen
drohen nun ebenfalls mit dem Abzug, falls die Wiener Freiwilligen kommen. Damit waren die Schützengräben so schwach besetzt, das; die Verteidigung ernsthaft gefährdet wäre. — Der
Bestand eines selbständigen Albaniens beruh« nach den Mißerfolge» mit der Spekulation auf einen albanischen Patriotis- mus, ein Nationalbcwußtsein, jetzt einzig aus der Schaffung lärkerer, aus Ojfensive cingcübter fremder Truppcnkörper, wenn nicht die Mächte die internationale Besetzung des ganzen Landes beschließen. — Di- jetzt vorgcschlagene Lösung der Krisis durch Auslösung der selbständigen Regierung und ihre Ersetzung durch die internationale Kontrollkommission wäre eine Derlegenheitsaushilfe, die das letzte Ansehen der Mächte begraben müßte. Etwas aber muß rasch geschehen. Denn zweifellos ist durch Prcnl Bib Dodas Verrat die Stellung des Mbret in aller Augen geschädigt und di- Lage der Hauptstadt obendrein gefährdeter denn je.
:: Bevorstehende Abdankung des Fürsten Wilhelm? Wie in Wiener unterrichteten Kreisen verlautet, befindet sich Fürst Wilhelm von Albanien in einer so gefährlichen Situation, daß ;eden Augenblick eine Krise eintreten kann. Die Mächte sind sich darüber einig, daß für den Fall einer krisenhaften Wendung die internationale Kontrollkommission die Rcgicrungsgcschäste übernehmen wird. Die Mächte werden hierauf in Besprechungen über die Person des Nachfolgers cinireten. Ueber diese Frage sollen schon heute unverbindliche Diskussionen im Gange icin. Aus den Bewegungen und Schritten, die der Fürst in ocr letzten Zeit unternahm, ist zu ersehen, daß er selbst seine Situation als aussichtslos ansieht. Die Lage des Fürsten ist eine solche, daß ein Regierungswechsel in den nächsten Tagen eintreten kann.
Mexiko.
:: Der Zwist zwischen Carranza lind Billa. Wie aus Jua- rez gemeldet wird, nimmt der Bruch zwischen den Rebellensllh- rern immer schärsere Formen an. Carranza hat jetzt Obrcgon und Conzales zu Divisionsgenerälen ernannt, während Villa dem Rang nach immer noch Brigadier ist. — Auf Veranlassung des obersten militärischen Führers des Heeres Carranzas, General Conzales, werden jetzt Vertreter Carranzas und Villas zusammentreten, um die zwischen ihnen herrschenden Mißverständnisse au crlediaen.
Ans dem hesi. Landtag.
Darmstadt, 1. Juli.
Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer trat heute Nachmittag nochmals zusammen, um über die Regierungsborlage betr. den Erwerb der Solms-Braun felssichen Braun- ohlengruben, sowie den Ausbau des Kraftwerkes Ludwigs- lofsnung bei Wölfersheim zu beraten.
Wiederholt wurden von verschiedenen Seiten Bedenken verschiedener Art geltend geniacht. Zunächst will man es licht verantworten, eine derart wichtige Vorlage noch kurz >or Landtagsschluß zu verabschieden. Des weiteren scheinen >ie Dertragsverhältnisse mit Rücksicht auf die Tatsache, daß üe Erwerbung der Gruben nur zu dein Zwecke erfolgen kann, i-ic weitere Elektrisierung Obcrhessens vorzunehmen, nicht hinreichend geklärt und beschloß man daher die llorlaac obzulchnen, resp. auf diesem Landtage nicht mehr zu beraten, in der Voraussicht, daß auf dem nächsten Landtage die Lage hinreichend geklärt erscheint.
Weiter wurden noch die Ausführungsbestimmungen zum Bcamtenbesoldungsgesch besprochen, jedoch Beschlüsse nicht besaßt.
Die Vcreinfachungskonimission beschäftigte sich heute Nachmittag in Anwesenheit des Stantsministcrs, mit dem Antrags der Abgeordneten Wünzer und Genossen, betr. ,üe Schaffung von sieben neuen Amtsrichtcrstellen. Nach ein- rchcuder Beratung wurde dann die Neuschaffung von fünf »eucn Stellen und zwar bei den Amtsgerichten Darmstadt II, Mainz, Gießen, Offenbach und Bad-Nauheim beschlossen und die Negierung ermächtigt, die Besetzung alsbald vorzu- nehmen.
^m'Ermordnngdesösterrtichischert
§1iror»fo!gerpaarcs.
Ankunft der Leiche» in Wie».
Wien, 3, Juli. Viele Tausende hatten sich gestern Abend in den Straßen ausgestellt, die der Leichenzug des ermordeten Thronfolgers und seiner Gemahlin vom Dom nach der Hofburg-Pfarrkirche passieren mußte. Auf dem Süd» oahnhofe hatten sich sämtliche dienstfreien Ofsiziere, an ihrer Spitze der nunmehrige Erzherzog Karl Franz Joseph eingc- funden. Punkt 10 Uhr rollte der Zug in die Bahnhosshalle. Die Leichen wurden aus den Wagen gehoben und von neuem cingesegnct. Der Einsegnung wohnte der junge Thronfolger mit tränenden Augen bei. Dann wurden die Särge auf die Trauerwagcn gehoben und der Zug ging unter lautlosem Schweigen der Menge über den Meißen Platz vor dem Süd- oahnhos an Schloß Bclvedre, der Residenz des verstorbenen Erzherzogs, vorbei durch die Prinz Eugcnstroße über den Ring zur Hofburg, wo das Traucrgesolge im Burghofe zu- rllckblieb. Nach der nochmaligen Einsegnung in der Halle der Botschafterstiege wurden die Särge in die ganz schwarz ansgcschlagenc Hosburgkapelle getragen und auf die Schau- beiten gehoben. Während die Sänger der Hoskapclle das Mlsercrc sangen, übergab Baron RumerLkirch dem Hofmeister die beiden Sargschlüssel, worauf die Kirche geschlossen wurde.
Heute früh 8 Uhr begann die Zulassung de-s Publikums zur Besichtigung und dauerte bis zum Mittag.
Kundgebungen vor der serbischen Grsandtjchast.
An der Wohnung des serbischen Gesandten, der in der Näbe der Gesandtschaft wohnt, war eine serbische Trikolore
Neue Tageszeitung. Arairag, d«n 3. 3«H 1314.
mit einem kleinen Trauerflor ausgefteckt. Unter den Bewohnern der Umgebung herrschte darüber große Aufregung und auf Intervention hin wurde ein längerer Trauerflor an der Trikolore befestigt. Gegen Abend wiederholten sich die Kimdgebungen vor dem Gebäude der serbischen Gesandtschaft und der Wohnung des Gesandten. Die Straßen wurden durch Polizei abgesperrt, jedoch gelang es einigen, den Polizeikordon zu durchbrechen. Der kommandierende Polizeioffizier ließ telephonisch von dem zur Spalierbildung ausgerüsteten Polizeimannschaften etwa 60 Mann herbeiholen und die Ruhestörer wurden zerstreut. Nachdem der Leichenzug die Ringstraße passiert hatte, vermehrten sich die Lärm- szenen. Aus der Menge wurden gegen die Wachen Steine geworfen, und die Polizei mußte blank ziehen, um die Radaumacher zu zerstreuen.
Die Lkichenfeierlichkeiten in Wien.
Wien, 3. Juli. Die außergewöhnliche Stille und das Fehlen jeglicher Repräsentation bei der Beisetzung des Erzherzogs-Thronfolgers wird in Oesterreich allgemein, nach der „Neuen Freien Presse", als ein seltsamer Widerspruch zu der Stellung einpfunden, die der verstorbene Erzherzog im militärischen und politischen Leben bekleidete. Es kann jedoch sein, so schreibt das Blatt weiter, daß die Trauerfeier deshalb auf das nach altem Brauch gerade Notwendigste beschränkt wurde, weil das hohe Alter des Kaisers und auch der Umstand, daß er erst vor kurzer Zeit eine schwere Krankheit durchgenracht hatte. Es werde vermutlich nicht möglich gewesen sein, den Kaiser vor Ucberanstrengungen zu schützen. Die Aerzte dürsten deni Kaiser weitgehendste Schonung geraten haben, und es kann sein, daß dieser Wunsch die Abkürzung und besondere Vereinfachung der Leichenfeicrlich- kciten verursacht hat. Diese Umstände mögen es wohl bewirkt haben, daß die von dem Verstorbenen so hochgehaltene und gegen die bisherige Ueberlieferung in der österreichischen Geschichte bis zur ungewöhnlichen Macht entwickelte Stellung eines Thronfolgers in der Leichenfeier kaum zu sinnfälligem Ausdruck konunt und dem Publikum auch nicht zur Anschauung gebracht wird.
Die Untersuchung in der Serajewoer Attcntatsafiäre.
Von informierter Seite erfährt der Korrespondent der „Frankfurter Zeitung" in Serojewo, daß die Untersuchung nicht vorwärts kommt, da Prinzip und Gabrilowitsch bisher auch nicht einen in Bosnien lebenden, also polizeilich haftbaren Komplizen namhaft geniacht haben, sondern nur über Belgrader Beziehungen einige nicht allzu wichtigen Mitteilungen machten. Aus der türkischen Genossenschaftsdruckerei wo Gabrilowifich fünf Tage aushilfsweise beschäfttgt war, wurden sechs Seher verhaftet, zwei von ihnen wurden jedoch bald wieder freigelassen. Die Freigelassenen beklagen sich, im Militärgefängnis schlecht behandelt und von Soldaten beschimpft worden zu sein. Gabrilowitsch wollte noch am Tage vor dem Attentat wegen eines Streites iiber Serbien einen Arbeitsgenossen erstechen. In Blaznj, wo die Verwandten des Prinzip leben, fanden Haussuchungen statt, deren Ergebnisse geheim gehalten werden. Gestern hielt die Regierung eine Konferenz ab, an der auch die Landtagspräsidenten und Parteiführer tcilnahmen. Konkrete Beschlüsse wurden bisher nicht gefaßt. Es heißt, daß auf Wunsch des Kaisers Rctorsionspolitik gemacht wird. Angeblich sind auch austauchende Demissionsgerüchte mindestens verfrüht.
Die Quelle des Verbrechens.
Serajewo, 3. Juli. Der Attentäter Tschabrinowifich gibt an, die Bombe bei seinem Aufenthalt in Belgrad erhal- ten zu haben, gesteht aber auch bereits seine Beziehungen zur „Narodna Obrana", der bekannten grobserbischen Agitationszentrale, und läßt durchblicken, daß diese die Anstisterin des Verbrechens war. Es wird festgestellt, daß schon wiederholt namentlich toährend der Balkankrise, Versuche gemacht wurden, aus Serbien Bomben nach Bosnien einzuschmuggeln - Die Bomben waren ebenso wie jene, die an der Attentatsstclle aufgefundencn, sie waren mit einem Seidenstllck umwickelt und für die Verzollung als Scidensendung deklariert.
Rußland und Franz Ferdinand.
Petersburg, 3. Juli. Nachdem die ganze russische Presse offen und zwischen den Zellen erklärt hat, daß in dem ermordeten Erzherzog Franz Ferdinand ein Feind Rußlands dahingegangen sei, veröffentlicht jetzt der „Petersburger Kurier" eine Unterredung, die einer seiner Mitarbeiter mit A. Gerowski, einen! aus einem österreichischen Gefängnis geflüchteten Rechtsanwalt, gehabt hat. Was Gerowski aus Oesterreich „ausgeplaudert" hat, stellt alle Auslassungen der nationalistischen Blätter in den Schatten. Gerowski erklärte, der Erzherzog war nicht nur ein Feind der Serben, sondern auch der Russen und sympathisierte mit der Slavcnhetze in Oesterreich-Ungarn. Es war ein offenes Geheimnis, daß Franz Ferdinand einen Krieg gegen Siidcußland vorbereitete.
Partetnachrtchten.
* Gießen, 3. Juli. Ein kleines Beispiel, wie es im sozialdemokratischen Staat hcrgehen wird, wo jeder auf Kosten der Allgemeinheit leben will, bietet folgendes wahre Geschichtchen in Gießen. Da wendet sich ein sozialdemokratischer Verband frisch und so —ei an die Stadtoertretung, erklärt, es sei in Berlin eine schöne und interesianle Fachausstellung und da die Arbeiter kein Geld zur Hinreise und zur Besichtigung hätten, sollten die Steuerzahler in Eteßen und der Stadtvorstand die Kosten bezahlen. Man ftagt sich, ob diese merkwürdigen Bittsteller eigentlich noch normal denken, man kann so recht deutlich wahrnehmen, wohin die sozialdemokratische Belehrung die Genossen treibt. Rechte, Rechte, Rechte aber Pflichten? Das Wort gibt es nicht. Wenn der Stadtrat aus den Leim gelrab- bclt wäre, batte» im nächsten Jabre mindestens Eg G-Nvll.--,
mit Anschlägen und Anträgen aus Gott weiß was für Weltreise» gestellt.
Aus der Heimat.
* Fricbberg, z. Juli. Der Besuch der Kunstausstellung nimmt täglich zu, besonders seit die Ausstellung jetzt bis 8 Uh, geöffnet ist. Die Besucher sind sämtlich überrascht über dar viele schöne und Interessante, das dort geboten ist. Ein in die sen Tagen anwesend gewesener auswärtiger Kritiker sprach sich sehr lobend aus. Es ist erfreulich, daß besonders die Schulen fleißigen Gebrauch machen, ihren Schälern die Ausstellung zu zeigen. Im Ganzen waren jetzt schon über 338 Schüler in derselben. Es sei noch bemerkt, daß es in den weiten Räumen an- 8-nehm kühl ist. Die Lose gehen fleißig ab, und es wird möglich sein, drei Bilder oder Radierungen zu verlosen. Die Ausstellung wird auch in der nächsten Woche von 11—8 Uhr abend? geöffnet sein.
* Friedberg, 3. Juli. Nach Helgoland und Norderney fahren die Dampfer des Norddeutschen Lloyd vom 1. Juli d. Js. ab Bremerhaven-Lloydhall- 18 bis 15 Minuten später, als'in den bereits verösfentlichten Fahrplänen angegeben ist, weil in- folge von Fahrplanänderung die Ankunftszeiten der Eisen- bahnzuge bei der Lloydhalle Bremerhaven vom I. Juli d. Js. ab später gelegt werden. Die Dampfer haben nach wie vor Anschluß an alle in Bremerhavcn-Lloydhalle cintresfcndeu und von dort abfahrenden Badezüge. Durch die geringe Fahrplan änderung wird der Anschluß in Bremen an die Züge von und nach dem Binnenlande in keiner Weis- berührt, sodaß der Reb scweg über Bremen und Bremerhaven auch in diesem Jahre eine der günstigsten Verbindungen nach den Rordseeinscln dar- stellt.
* Bad-Rauhcim, 3 .Juli. Wie bereits bekannt, wird bei deni großen Bazar, der am 25. und 28. Juli im Großh. Konzerthaus zuni Besten des Roten Kreuzes abgehalten wird, für die Unterhaltung der Gäste durch Spiel und Tanz auss Beste gesorgt sein. Eine Reihe von Künstlern und Dilettanten hat stch bereits in den Dienst der guten Sache gestellt. Tänze, musikalische und deklamatorische Ausführungen, meist heiterer Art, werden das bunte Bild noch lebhafter machen. In dem Programm ist noch Raum für einige Darbietungen. Es werden alle diejenigen Damen und Herren, die ihre musilalischcn, de- klamatorischen oder schauspielerischen Fähigkeiten dem Allgemeinen Besten an diesen Tagen widmen wollen, gebeten, sich bis zum 15. Juli bet Frau Medizinalrat Nebel in Fricdbcrg oder Frau Rechtsanwalt Scriba in Bad-Nauheim melden zu wollen.
* Vilbel, 3. Juli. Seine Kgl. Hoheit der Croßherzog haben Allergnädigst geruht: am 23. Mai d. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Vilbel Adam Wilh. Schmidt und Hrch. Schröder in Vilbel dar Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" zu verleihen.
* Bingenheim, 3. Juli. Am verflossenen Sonntag (28. Juni) war unser Ort der Schauplatz eines bunt bewegten, festlichen Treibens. Unser Krtegerverein beging nämlich die Weihe seiner neuen Fahne und zugleich auch sein 48jährigcs Stiftungsfest. Es war dies fett 34 Jahren das erste größer« Fest, welches hier gefeiert wurde. Begünstigt von dem herrlichsten Wetter nahm es einen großarttgen Verlauf. Schon die Borfeier am Samstag abend brachte das ganze Ort auf die Beine. Roch glänzender gestaltete stch der Sonntag. Böllerschüsse, sowie das Spielen von Chorälen leiteten den Festtag würdig ein. Um 8 Uhr war Festgottesdienst, dann begann um 11)4 Uhr der Empfang der auswärttgcn Vereine. Sie waren alle ziemlich vollzählig erschienen. So bewegte sich denn um 3 Uhr ein stattlicher Festzug durch die Hauptstraße des Ortes nach dem gestplatz. Dort wurde die Versammlung von dem Bezirksoorsitzcnden Herrn Lehrer Jung von Ober-Mockstadt begrüßt. Die eigentliche Festrede hielt Herr Pfarrer Wiegel. Er hob die Bedeutung der Kriegervereine hervor und erwähnte besonders, wie unser Kriegerverein auch schon für Bingenheim vorbildlich gewirkt habe. Im Anschluß daran wurde dann die neue Fahne geweiht. Sie stammt von der Firma Arnold in Coburg und ist zur Zufriedenheit des Vereins ausgesallen. Sodann wurde noch ein von den hiesigen Frauen und Jungsrauen gestiftetes Bandelier überreicht. Das Präsidium war vertreten durch Herrn Kammerdircktor Der» von Asienheim, der auch einige anerkennende Worte sprach und besonders der Bingenhcimer Veteranen gedachte. Dann folgten die Volksbelustigungen, worunter besonders auch die Aufführung eines Festreigens unter der Leitung des Herrn Schmidt von Dorheim erwähnt werden muß. Es war -n Allem als ein gelungenes Fest zu bezeichnen, wozu besonders auch noch die großartige Ausschmückung des Ortes beigetragcn hatte. Die Zahl der Festtcilnchmer wurde aus ungefähr 3880 geschätzt und so kann man sich denken, daß auch eine beträchtliche Masie Steinhäußer Bier getrunken worden war. So möge denn auch das Fest seinen Zweck erfüllen. Möge es die Kameradschaft unter den Kriegervercinen festigen und die Liebe zu Kaiser und Reich dadurch gekrästigt worden sein. Dann ist es nicht umsonst gefeiert worden,
* Gießen, 3. Juli. Ein Wasserläuscr, A. Kolidziej aus Potsdain, produzierte sich gestern mittag auf der Lahn. Er hatte zwei Boote, je 1,80 Meter lang, an die Füße geschnallt. Die Boote sind vorn ganz spitz und haben genau die Form eines Zeppelin-Lilftschiffes. Sie sind aus wasserdichtem Segeltuch angefertigt, das über ein Stahlgerippe gespannt ist. In der Mitte ist je eine Oesfnung, in welcher der Fuß durch eine Feder festgehalten wird. Vorn und hinten befinden sich zwei luftdichte Kannen. Bei der Fortbewegung benutzt er ein Doppelruder, wie cs beim Grönländerfahren verwandt wird. Schreitet er mit dem einen Fuße vor, so würde naturgemäß der andere mit dein Boot zurückgleiten, um dies zu verhindern, hilft er nun abwechselnd links und rechts mit dem Ruder »ach. Auf diese Weise bewegt er sich schnell und sicher fort. Die Lahn hatte einen ruhigen glatten Wasser- spicgcl, doch behauptet er, auch bei starkem Wellengänge marschieren zu können. Nu- >>->' starker See. wenn sich di? Wel-,


