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*». 69 vieue Tageszeirvng. Montag, den 23. März 1914,

Jaulen, die hohe Summen verschlangen. Lurchgeführt hat.

Ter Srcuerzuschlag beträgt nach wie vor 105 Prozent zur (Ein,

>ommensteuer und 130 Prozent für Grund- und Betriebs-

teucrn.

* Wiesbaden, 20. März. Große Schwindeleien, die von (cm 1SG9 in Main-Castcl geborenen Kaufmann und Berg- wcrlsdirektor Adolf Schmidt in Wiesbaden ausgeführt, bilde- ien am 18. März den Gegenstand einer Verhandlung vor der Wiesbadener Straflammer. Zn dem ersten Betrugsfall, in dem der Baron v. Hermann aus Kochtfchütz IN Obcrschlesien mit 20 000 Mark hineingclegt wurde, handelt es sich um fol­genden Tatbestand. Der deutsche Konsul in Quid», der Haupt­stadt der südamerikanischen Repubilt Equador, Alberto Her­mann, ist der Besitzer einer Konzession zur Ausbeutung eines dort befindlichen 500 000 Hektar großen Eummibaumwaldes. Da die Ausbeutung nur einem Eingeborenen gestattet wird, wurde ei» gewisser Salazo vorgeschoben. Bei der dem Schmidt i vertragenen Finanzierung des Unternehmens, gelang es vie­lem zunächst, des Amazoncs Syndikat zu schaffen, das sich aus­löste, und der El Oriente equador minnig decelopment com- panie Platz machte. Aber auch diese sogenannte Röber-Com- nanic kam zu keinem Ergebnis der verschiedensten Umstände öalber. Baron v. Hermann, der bei diesem Unternehmen in- lercssiert wurde, glaubte, der Betrieb sei bereits im Gange, und gab 20 000 Mark hin, für die ihm 1000 Pfund Waren zur Verfügung gestellt werden sollten. Er erhielt aber nichts für sein Geld. Der Gras Hermann zu Dohna-Schlodien aus Groß- Kotzenau trat bei einem anderen equadorianischen Unterneh­men des Schmidt mit diesem in Verbindung und gab diesem 25 000 Mark, die sür die Ambato-Bahn in Equador bestimmt gewesen waren. Dieses Unternehmen, so wurde dem Grasen Dohna versichert, sei fest verkauft an die Tastern contract and finance companie. Als Sicherheit wurden dem Grafen Shares gegeben, die hoch im Kurse stehen sollten, tatsächlich aber nicht gehandelt wurden. Als der Graf weitere 25 000 Mark geben wollte, wurde ihm abgeraten und die Unternehmungen als Schwindel bezeichnet. Dies sollte sich später bestätigen uni führte zur Verhaftung Schmidts im September v. Z.. Schmidts bestritt jegliche Betrugsabsicht. Das Urteil der Strafkammer lautete auf 1 Zahl 5 Monate Gefängnis.

Kassel, 21. März. Bei Sprengarbeiten rm Gudens- bergcr Steinbruch wurden infolge eines vorzeitig losgegan­genen Schusses sechs Arbeiter so schwer verletzt, daß sie nach Kassel in? Notekreuzkrankenhaus gebracht werden mußten. Zwei von ihnen sind sehr lebensgefährlich verletzt.

Aus Starkcnburg.

Sprendlingen, 21. März. Stuf der Musterung der Militärpflichtigen in Sprendlingen ries der untersuchende Stabsarzt einen etwas schmalen, zukünftigen Vaterlands­verteidiger an:Aber Mensch, wo haben Sie denn Ihre Brust gelassen?" und dieser lies spornstreichs hinter die Gar­dinen des Auskleideraumcs und holte sein von der Mutter qiwaschenes und neu gestärktesBorhemd", das hierBrust" genannt wird, und zeigte es der Aushebungskommission liiuniphlerend. Es hat Minuten gedauert, bis das also hei­ter unterbrochene Musterungsgcschäst seinen ruhigen Fort­gang wieder nahm und der untersuchende Stabsarzt wieder andere Wendungen gebrauchte, als die falsch verstandene und so slott und naiv beantwortete:Aber Mensch, wo haben Sie denn Ihre Brust gelassen?"

* Darmstadt, 21. März. Zn einem hiesigen Wassengeschäst ist in einer der letzten Nächte anscheinend durch mehrere Diebe rin schwerer Einbruch verübt worden. Sie drangen durch «in im Hose gelegenes Fenster der Werkstätte in die Räume, er­brachen die Pulte und die Kasse, fanden aber nur einige Mark Kleingeld. Sie durchwühlten dann Len ganzen Laden, der ein buntes Chaos darstellte. Die Diebe entwendeten soweit sich bis jetzt feststellen läßt, etwa 10 automattsche Revolver im Wert von etwa 400 Mark, ebensoviele Pistolen, verschiedene wert­volle Busch-Zagdgläscr, eine Anzahl Zagdmäntel, Zagdjoppen, Zagdschuhe, teuer» lederne Zigarrenetuis, Chriftall-Kognak- ssaschcn und sonstige Gegenstände. Grötzere Flinten und Ge­wehre, sowie andere, teilweise sehr wertvolle Gegenstände, lie- ßcn sie liegen. Außerdem durchsuchten sie die ganzen Patro- nenvorräter, um geeignete Patronen für die gesiohkeneh Waf- sen zu besitzen, nahmen aber salsche mtt. Eie scheinen lägnere Zeit in dem mit elettrischcm Licht versehenen Laden gehaust zu haben. Die Kriminalpolizei stellte sofort die nötigen Er­mittelungen an, aus denen sich aber ergibt, daß die Tat wahr­scheinlich schon Vormitternacht ausgesllhrt wurde.

* Tarmstndt, 20. März. In der Lampectheimer Dieb- stohls- und Hchlergcschichte, die seit gestern die hiesige Straf, kommer beschäftigt, wurde heute die Beweisaufnahme mit der Zeugenvernehmung fortgesetzt. Aus den Zeugenaus­sagen wurden die in der Anklage behaupteten Punkte im All­gemeinen bestätigt. U. a. kam zur Sprache, daß die Ange­klagten Dichlmann und Griesheimer, welche vielfach vorbe- straft sind, keinen guten Ruf genießen, sodaß Jedermann missen konnte, daß sie beim Verkauf von Frucht usw. jeden­falls nicht ganz einwandfrei handelten. Tie Unsitte, daß Bauernsöhne hinter dem Rücken ihrer Eltern für eigene Rech­nung Frucht beiseite schaffen ließen, um sich dadurch ein be- sondercs Taschengeld zu verschaffen, wurde nicht widerlegt und eine an einen solchen Zeugen gerichtete Anftage, ob er hierzu einen der Angeklagten angcstiftet habe, bestätigte dies dadurch, daß er die Aussage verweigerte. Staatsanwalt Bernhardts hob in seiner Anklagerede hervor, daß man in Lampertheim seit der Aufdeckung dieses jahrelangen Unfuges erleichtert aufatme. Das äußerst dreiste und freche Vor­gehen einzelner Angeklagten verdiene strenge Ahndung. Er beantragte u. A. gegen Tiehlmann 3 Jahre Zuchthaus, gegen Griesheimer 3 Jahre Gefängnis und gegen Heß und dessen Zhcsrau wegen Hehlerei je ein Jahr Zuchthaus, außerdem Verhaftung der aus ftciem Fuß befindlichen Ehefrau Heß. Rach den Playdoirs der vier in der Sache tätigen Anwälte wurde die Urteilsverkündung auf abends 6 Uhr festgesetzt. Um 7 Uhr wurden dann folgende Strafen ausaesvrochen:

Es erhält wegen Diebstahl, Einbruchsdiebstahl, Unterschla­gung usw. Dichlmann 2 Jahre Gefängnis, Griesheimer 1 Jahr Gefängnis. Beiden werden je 4 Monate Unter­suchungshaft angerechnet. Schön 5 Monate abzüglich 1 Woche, Weber 3 Monate abzüglich 5 Wochen, Kellermann 6 Wochen abzüglich 5 Wochen, Feth 16 Tage, S. Wilhelm 3 Wochen und Fr. Kraus 2 Wochen Gefängnis. Wegen Heh­lerei erhalten: F. Schäfer für 6 Fälle 8 Monate Gefängnis abzüglich 4 Monate Untersuchungshaft, eine milde Strafe, obwohl das Gericht sehr dazu neigte, ihn wegen gewerbs­mäßiger Hehlerei mit Zuchthaus zu bestrafen. Seine Ehe­frau Margaretha Schäfer gilt nur in zwei Fällen für über­führt und erhält 3 Wochen Gefängnis.. F. Boxheimer erhält 7 Wochen, CH. Glaiber 3 Wochen, G. Oberfeld 2 Wochen und Frau Marg. Hartmann 2 Wochen Gefängnis. Die Ange- klagten Hering, Marg. Hamm, Ph. Peisch, Marg. Tauben- schmidt und Dav. Heß werden fteigefprochen. Bci Letzterem kontc sich das Gericht nicht davon überzeugen, daß er im eige­nen Vorteil gehandelt hat, obwohl er Kiffen mußte, daß die Frucht nicht auf reellem Wege erworben war. Tie in Haft befindlichen Personen erkannten die Strafe an.

Aus Rheinhessra.

* Lbcr-Jngelheim, 21. März. Erschossen hat sich der in den siebziger Jahren stehende ftühere Jagdhüter Phil. Haus. Am Samstag hatte er mit einer Familie, welche mit ihm dasselbe Haus bewohnt, Streit bekommen, bei welcher Ge­legenheit er eine Frau so mißhandelte, daß sie jetzt noch schwer krank darniederliegt. Man nimmt allgemein an, daß er sich aus Furcht vor den Folgen das Leben genommen hat.

* Nieder Saulheim, 20. März. Der in der Pflegcanstalt Hcidesheim untergebrachte 65jährige Taglöhner Wilhelm Weindorf entwich aus der Anstalt und bezog hier seine leer­stehende Wohnung, in der er sich aus RahrungSsoraen er­hängte

Ans aller Welt.

Der Zusammenbruch der Olmützer Kreditbauk. Ueder den

Zusammenbruch der Olmützer Kreditbank herrscht in der Stabt ungeheure Auftegung, die noch dadurch gesteigert wird, daß bei einer vorgcnommenen Revision der Depots konstatiert wurde, daß dieselben leer und von dem durch Selbstmord ge­endeten Direktor Loew unterschlagen worden find. Es zirku­lieren ferner zahlreiche gefälschte Wechsel, die von Loew aus­gestellt worden find.

Liebestragödie. In der Rahe des Kaiser Wilhelms-Tur- mes im Grunewald hat sich eine Liebesttagödie abgespielt. Der 33 Jahre alte Kaufmann Willi Haase aus Schmölln in Sach- Icn-Altcnburg hat, sowett bisher sich festftellen ließ, feine Ge­liebte Erna Wagner aus Kirchbarkau bei Kiel durch einen Revolverschuß schwer verwundet und sich dann selbst erschossen.

Familienttagödie. Wie dieBraunschweigische Landes­zeitung meldet, wurde in dem Orte Salzdahlun die Ehefrau des Gutsbesitzers Löhr tot in ihrer Wohnung aufgefundeu. Der Ehemann hatte sich in demselben Raume erhängt. Es ist anzunehmen, daß Löhr feine Frau nach vorausgegangenem Stteite mit einem Beil erschlagen und sich dann selbst erhängt hat. Die Eheleute lebten in den besten Verhältnissen.

Ausgedeikter Vatcrmord. Der Bäckermeister Simeth aus Berching war im November vorigen Jahres in seiner Woh­nung erhängt ausgesunden worden. Es ergaben sich Ver­dachtsgründe, daß der Selbstmord nur vorgctäuscht worden sei und der älteste Sohn Simeths wurde als der Mordes verdäch­tig verhaftet. Nunmehr hat er eingestaudcn, den Vater aus dem Wege geräumt zu haben, da dieser sich zum zweiten Male verheiraten wollte.

Ermordung. Ein unerhörter Vorfall, der mit scharfem Schlaglicht die Folgen der polnischen Verhetzung im Osten be­leuchtet, wird aus Kalzig im Kreise Samtei-Birnbaum, dem Wahltteis des aus der vielbesprochenen Eattenmordassäre be- lannten Grafen Mielzynski, gemeldet. Der Viehfütterer Ur­ban, ein Deutscher, hatte die Teilnahme an einer polnischen Versammlung abgelehnt. Es kam deshalb zu einem Wort­wechsel zwischen ihm und dem polnischen Gutsarbeiter Ste- fanski, der schließlich zu Tälkichkeiten ausartete. Am Abend lauerte Ctefanski seinem Gegner auf, überfiel ihn und stach ihn mit einer Mistgabel nieder. Ulban wurde tot ausgefunden. Der Ermordete hinterläßt unversorgt eine Frau und 2 Kinder.

Von glühendem Eise» übergossen. Aus Beuthen a. S. wird gemeldet: Am 17. März stürzte auf der Juliushütte ein Kipp­wagen mit glühendem Eisen um und ergoß seinen Inhalt aus vier Arbeiter. Einer wurde sofort getötet, zwei starben im Krankenhaus, der vierte liegt in hoffnungslosem Zustande im Krankenhause darnieder.

Etraßcnkamps nach einer Arbeitslosenversammlung in London. Kapitän White, der Sohn des berühmte» Vertei­digers von Lady Smith im Burenkricge, Feldmarschall Sir John White, hat mit hervorragenden Londoner Bürgern eine Versammlung veranstaltet, um Mittel und Wege zu finden, den noch immer sehr zahlreich Ausgefperrten die notwendige Beschäftigung zu verschaffen. White schlug vor, die Ver­sammelten sollten sich nach der Bürgermeisterei begeben, um vom Stadtoberhaupt Abhilfe der Not zu verlangen. 250 Personen folgten der Aufforderung. Auf dem Wege dorthin suchte Kapitän White euren PoltwL?-'». der in den Zug hin­ein fuhr, aufzuhalten. '---------- ' Nt j

Der mißhandelnde Deserteur. Vor dem Polizeikommissai in Veiuon fand das Verhör eines deutschen Deserteurs namens Helmuth Wartenstein. eines 21 Jahre alten jungen Menschen, aus Hamburg gebürtig, statt, wo er beim 15. Husarenregiment diente. Er war am 4. März desertiert und kam in Zivil nach Paris, von wo er die Wanderung nach Rouen antrat, lknter- wcgs geriet er jedoch in einen derarttg erschöpften Zustand, daß er liegen blieb und in einer Bauernscheune aufgefuuden wurde. Der Körper Wartensteins wies zahlreiche Verletzungen auf, die nach seiner Angabe von Mißhandlungen seitens eines Unteroffiziers im Regiment derrübrten. Er wurde der Gen-

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darmerie übergeben und nach Evrcux geführt, wo er erklärt-, daß er in die Fremdenlegion einzulrctcn wünsche.

Mutter und Kind vom Auto üüersahren und getötet. In Rodewisch sprang das Töchlcrchen des Pflegers Engelmann aus der Haustür vor ein hcranfahrendcs Automobil. Du Mutter, die dem Kinde nachgccilt war, um es zu retten, wurde zusammen mit dem Kinde überfahren und getötet.

Rache eines Abgcwiescncn. Ei» Deutscher, namens Will,. Kölbel, begab sich zum deutschen Generalkonsulat in Paris und forderte die Mittel zur Rückbeförderung in die Heimat. Da ihm bereits einmal Hilfe zuteil geworden war, wurde er an die deutsche Hilssgescllschaft verwiesen Hierüber geriet er in solche Wut, daß er vom Schrcibpulte des Sekretärs Tintcnsaß und Schreibpapier nahm und in weitem Bogen aus dem Fen­ster schleuderte. Konsulatsdiencr benachrichtigten die Polizei die den Attentäter tns Gewahrsam absührt«.

Berufung in einem Mciucidoprozeß gegen Offiziere, Gegen das Urteil des Kriegsgerichts der 18. Division vom >8. März d. I., durch das Hauptmann Lintz vom Fußartillerie- rcgimcnt Nr. g und Hauptmann Dogcl vom Bezirkskommando in Loblenz wegen Meineids zu 5 Monaten Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt worden sind, habe» die angcklagten Offiziere und der Gerichtsherr Berufung erhoben. Der Ver­treter der Anklage hatte seinerzeit 1 Jahr Gefängnis und Ver­lust der Ehrenrechte auf die Dauer von einem Jahre und Dienstentlassung beanttagt. Die zweite Verhandlung findet demnächst vor dem Oderlriegsgcricht in Coblenz statt. Ti« beiden Hauptleute befinden sich in Coblenz in Untersuchungs­haft.

Familienzmist. Lin Familienzwist seltsamer Art spielt sich gegenwärtig in Süddeutschland ab. Professor Dr. Arthur von Bocthlingk in Karlsruhe gab vor einiger Zeit durch eine Zei­tungsannonce bekannt, daß ein Mitglied seiner Familie, Frl Ilse ». H., die Tochter eines Rechtsanwalts, entführt worden sei. Der Entführer habe die Dame ihres Vermögens beraubt Daraufhin erschien eine von Frl. v. H. Unterzeichnete Anzeige, in der erklärt wurde, daß die Behauptungen des Professors v, Bocthlingk auf Unwahrheit beruhten. Frl. v. H. gab aber in der Anzeige ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort, den man feit 5 Wochen vergeblich zu erfahren sucht, nicht an. Nun hat Professor v. Boethlingk neuerdings in einer Zeitungsanzeige erklärt, daß eine Beraubung des Fräuleins tatsächlich erfolgt sei. Der Entführer soll im politischen Leben Bayerns ein, führende Rolle spielen und ist angeblich Mitglied der bayeri­schen Kammer.

Schülerstandale in Marienburg. Im Gymnasium in Ma­rienburg haben sich sehr seltsam« Vorgänge zugettagen. Meh­rere Sekundaner warfen einem Lehramtskandidaten die Fen­ster seiner Wohnung ein. Vielen Lehrern wurden anonym« Briese zugeschickt. Dann aber wurde sestgestellt, daß seit län­gerer Zeit die Türen zum Konferenzzimmer mit Nachschlüsseln geöffnet und Korrekturen an den Arbeitsbogen vorgcnommen wurden. So sollen auch die Examen- und Vcrsetzarbeitcn nach, trägiich verbessert worden sein. Die Täter sind bekannt. Einer der jungen Leute wollte sich das Leben nehmen, konnte aber an der Ausführung noch gehindert werden.

Schifsszusammenjtoß im Hasen von Portsmouth. Der Oel- dampserRosalind" stieß bei der Ausfahrt aus dem Hafen bei heftigem Wind« gegen den aus der Reede vor Anker liegenden UeberdreadnoughtIran Duke"s Der Zusammenstoß erfolgte mit großer Heftigkeit. DerJron Duke" erlitt verschiedene ge­ringfügige Beschädigungen, während die ,R-3aliiid" so schwer beschädigt ist, daß sie zur Repcratur ins Dock zurückgebracht werden mußte.

Tollwut-Epidemie. In Saratow brach eine Tollwut-Eps- demie unter den Hunden aus, die einen erstaunlichen Umfang annimmt. Hunderte von tollwütigen Hunden treiben sich in den Straßen umher und fallen Passanten an. lleber 40 Men­schen sind gebissen worden. Unter der Einwohnerschaft herrscht Panik. Die Stadtverwaltung läßt jetzt die gefährlichen Tiere in Mengen einsangen uno vernichten.

Die Wischlappen im Bauche. Aus Budapest wird gemel­det: Im vergangenen Herbste wurde eine Frau aus einer Vu- dapester Universitätsklinik wegen eines llnterleibsleidens ope­riert. Vor kurzem erlag sie einer anderen Krankheit, einem Nierenleiden, und zur Feststellung der genauen Todesursache wurde die Oessnung der Leiche angeordnct. Bei der Obduktion fand man im Bauche der Operierten vier Wischlappen, welche der Operationsassistent Dr. F. beim Zunähen der Operations­wunde vergessen hatte. Wegen dieser verhängnisvollen Fahr­lässigkeit wurde Dr. F. von der klinischen Praxis ausgeschlossen

Selbstmord. Der Arbeiter Otto Heyer, der beschuldigt wird, den Raubllberfall auf eine Frau Wolter in Charlotten bürg begangen zu haben, wurde in dem Walde zwischen Klo. sterode und Emseloh als Leiche aufgefundeu. Bei der Leich­lag ein Zettel, worin Heyer behauptet, nicht der Täter zu sein, sondern aus Furcht vor der Untersuchungshaft sich das Leben genommen zu haben.

Festnahme eine» Eaunerpaares. Den Bemühungen Ser Kölner Polizei ist es gelungen, einem gefährlichen Diebcs- paar auf die Spur zu kommen, das jahrelang in Kölner gro­ßen Warenhäusern bedeutende Diebstähle ausgesührt hat. Di- grau trug stets eine große, aufklappbare Tasche, in der sie die gestohlenen Eegenstände verschwinden ließ. Eie trat äußerst elegant auf, trug ein Pelzjakett im Werte von 200a Stil, und große Federhüte, wodurch die Angestellten sicher gemacht wur­den. Sie kaufte selten und verschwand meistens jo mit ihrem gestohlenen Gut. Bei ihrer Verhaftung fand die Polizei be­deutende Vorräte gestohlener Waren in einem Keller, den die Frau eigens zur Verwendung desselben gemietet hatte und deren Wert sich auf etwa 15 000 Mark beläust. Insgesamt sollen sich die gestohlenen Eegenstände auf einen Wert von Ml 30 000 belausen. Bei verschiedenen Banken Kölns und bci bei. Sparkasse hatte das Paar ansehnliche Guthaben, die wohl den Erlös der gestohlenen Sachen darstellen. Ins Gefängnis ge bracht, stürzte sich die Frau aus dem Fenster auf den Hof, trug jedoch nur leichtere Verletzungen davon, sodaß sie aus dem Bürgerhospital, wohin sie gebracht worden war, bald ins Ge­fängnis zurüsicktransvortiert werden könnt«