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Gesundheit dieser hoffnungsvollen Bewegung, Im erfreu­lichen Fortschreitc» ist auch die evangelische Arbei- i ervcrcinssache begriffen. Jüngst feierte der cvan- gclische Volksvcrein in Posen unter überaus starker Beteili­gung der evangelischen Bevölkerung sein 8. Stiftungsfest. Er ist der älteste in Südposen. 'Heute bestehen im Rcgie- r-mgsbezirk Posen eine ganze Anzahl solcher Vereine, die durch Neugründungen beständig vermehrt werden. Ter Jobresbcricht des Posener Vereins zeigt die vielseitige fo- 5 '.stpraktische Tätigkeit desselben. So unterhält z. B. der Verein eine Geschäftsstelle für Nechtsauskuustssachcn, der ~ r retär Bördner versteht. Seit Bestehen des Vereins haben r > wie Superintendent Staemmler mitteilte, 10 269 Rat- - uide an ihn gewandt. 12 421 Schriftsätze find im Inter- der Ratsuchenden versaht worden. Daneben verfügt der -rein über eine Stcrbekasse, Krankengeldzuschntzkaffe, Milr- ürrcservckasse und Wöchncrinncnboihilsc. Auch in anderen Gegenden des Ostens z. B. in Pommern wo jüngst Paul stlingenberg eine Reihe erfolgreich verlaufene Versammlun­gen nbgebalten hat geht es vorwärts. Das Gleiche wird aus der Nordmark berichtet. Unter der tatkräftigen Leitung kes Vorsitzenden dos nordelbischen evangelischen Arbcitcrver- k'ndes, Pastor Lensch in Flensburg, entsteht in dielen legenden für die Arbeitervereinssache neues Jnte-esse. Das >e!gte sich auch gelgentlich der lebten Vortragsreise des Generalsekretärs Rüffer in der Nordmark. Neben diesen cr- srenlicheu Anzeichen fehlen leider auch nicht die mahnenden .strichen der Zeit. Nach wie vor nimmt die sozialistische Jugendbewegung das Interesse in Anspruch. Nericrdings bat der Jug>>nt,atzschh der Verwaltungsstelle Leipzig des Freien Metasturbeiterverbandes eine Lehrlingsstatistik aus­gemacht, an der sich 1817 jugendliche Arbeiter beteiligen. Besonderes Interesse bietet die Statisfik hinsichtlich der Be­rufe, aus denen die Lehrlinge stammen und hinsichtlich der sozialen Stellung der Eltern der sozialistischen Lehrlinge. Dem Berufe nach gehören die 1317 Lehrlinge vorzugsweise der Metallarbeiterbranche an, denn es find unter ihnen nicht weniger als 46b Maschinenschlosser, 11b Banschlosser und 250 Cisendrcher. Als Hilfsarbeiter sind 135 genannt. Vorzugs­weise find also die höher gelohnten Berufe vertreten. Won diesen Lehrlingen gehören 292 der Metallarbeiterjugend. 110 der Arbeiterjugend, 103 den Arbeiterturnvereinen, 6 den Arbeiterschwimmvereinen und endlich 3 anderen freien Gewerkschaften als Mitglieder an. Im ganzen sind also 309 sozialistische Lehrlinge anher ihrem Jugendverein noch an­deren Organisationen als Mitglieder angcschlosscn. Hin­sichtlich der sozialen Stellung der Eltern der 317 Lehrlinge gibt die Statistik folgende Auskunft: 116 Lehrlinge sind Söhne von Beamten und Staatsangestellten, von 184 Lehr­lingen sind die Väter selbständige Handwerker und Kauf- leute, von 264 Lehrlingen sind die Väter Metallarbeiter, von M33 Arbeiter und 116 Lehrlinge sind Kinder von Witwen.

Der Hauptzweck der Statistik ist natürlich die Agita- son bei den Eltern nnd Lehrlingen zu fördern. Das mühte äir die christlich-nationale Arbeiterbewegung ein neuer An- chorn sein, die Jugendfrage ebenfalls mit den Mitteln der Ltatistik nach Möglichkeit zu erforschen. Gerade die syste­matisch-statistische Arbeit hat auf dem Gebiete der Jugcnd- fragc besonderen Wert, denn sie erst eröffnet den Blick auf das weite Rekrutierungsgebiet der christlich-nationalen. Ar­beiterbewegung

Ans ^er Heimat.

* E. V. Fricdberg, 21. März. Die Sammlung für den Gemeindehausbaufonds, die auch bei dem lebten Familien- abend der Evangelischen Vereinigung am letzten Sonntag veranstaltet wurde, ergab die Summe von 43 M. Bei einem Familienabond im März 1910 wurde damit begonnen, und heute beträgt die Summe der auf diese Weise znsammenge- brachten Beiträge, zu denen noch einige Einzelgaben und die jeweiligen Ueberschüsse vom Programni-Verkauf komme, 87.3 J(.Viele Wenig geben ein Viel." Für den gleichen Zweck befindet sich in der Hand der Evangelischen Derenri- guna der Ileberschuh vom Luther-Festspiel vor drei Jahren: er ist inzwischen durch Verzinsung auf 2780 Jl angcwachsen. Die Hauptsumme des vorhandenen Barkavitass, darunter die grohe Rohbach sche Stiftung, befindet sich in der Verwal­tung des evangelischen Kirchenvorstandes. Aber es muh doch noch manche Summe zufliehen, wenn bis zum Rcfor- mationsjubiläum 1917 der schöne Plan verwirklicht werden soll. Darum freuen wir »ns, dah der juirge, rührige Evan- gclische Frauenverein auch die Gemeindehaussache zu der se-nigen gemacht hat und wünschen seiner Sammlungstätig, feil die schönsten Erfolge.

(Sieben, 21. März. In der hessischen Vereinigung für Volkskunde sprach Mittwoch abend Herr Bibliothekar Dr. Ebel über Alt-Gießen. Er führte aus, daß da, wo die heutige Stadtkirche steht, früher die PankratiuskapeNe sich befand und dah ganz in deren Nahe, wie sich auch vor einigen Jahren bei der Errichtung des Neubaues der Färberei Wallenfels bestä­tigt hätte, di- alte Burg, der Uranfang der Stadt, gestanden habe. Später seien diese engen Maucigrcnzeu erweitert wor­den und Philipp der Großmütige habe bei einer abermaligen Befestigung die Mauern wieder weiter hinausgerllckt und Io schon eine Stadterwciterung in Betracht gezogen. Ueber die innerhalb dieser Fcstungsmauern sich vergröbernde Stadt seien

ns nun von verschiedenen Chronisten, die in ihr gelebt, wenig rühmenswerte Eigenschaften geschildert, doch hätten auch einige andere, im Gegensatz dazu, nur gutes von der Stadt berichtet und ihre Schönheit sogar in überschwenglicher Weise, zum Teil in latem.nhcn Versen, von welchen Redner einige zum besten gibt, besungen. Die vollständige Riederlegung der Mauern sei später freilich geschehen, ohne daß bei der damaligen Erweite­rung fee» ^tadt ein dringendes Bedürinis hierfür voracleaen

SIcue Tageszeitung. Montag, den 23. März 1914

habe. Zu bedauern sei am meisten die Beseitigung der schönen Türme, von welchen bei jedem Tor, außer dem Walltor, einer zum Schutze derselben stand. Wenn sie nicht entjcrnt worden seien, wurde die Stadt heute ein viel malerisches Aussehen haben. Zum Schluffe bedauerte der Redner, daß auch in der Neuzeit durch Niederlegung alter Straße», die Stadt viel von ihrem charakteristischen Acußeren verloren habe und zeigte dann noch an Hand einer großen Anzahl Lichtbilder, was von alten Bauten und Etraßenzügen noch vorhanden und nach set- ner Ansicht erhaltenswert ist.

* Gießen, 21. März. Während sonst Freisinn und Sozial­demokratie immer den Bauer als Fleischverteurer und Brot­wucherer hinstellen, erklärte Beigeordneter Erünewald in der letzten Etadtoerordnetensttzung gelegentlich der Beratung des Titels Schlachthof und Fleischbeschau, daß der Preis für Schweinefleisch nur wenig zurückgegangen sei, obwohl sich die Preise für Schweine ganz erheblich verringert hätten. Der Oberbürgermeister stimmte ihm zu und bedauerte, daß auch bei Großvieh dieselben Zustände herrschen. Bei den nächsten Wah­len wird wohl der Sturm wieder aus einer anderen Richtung blasen und der Bund der Landwirte muß dann wieder den Sündenbock abgcbcn und bekommt daun Brot- und Fleisch- wuchcr sowohl als auch die Industrie- und Arbeitcrfeindlichkeit und noch mehr derartige schöne Dinge aus sein Konto gebucht. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten schienen noch gar nichts davon zu wiffen, sonst hätte Herr Vetters doch ein bis­chen sekundieren und auch Herr Orbig das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit in die freisinnige Wagschale werfen können. Umgekehrt verhielt es sich bei der Beratung des Titels Oktroi. Hier stellten die beiden sozialdemokratischen Stadtverordneten den Antrag, die in Einnahme vorgesehenen 45 000 Mark Ok­troi auf Brennmaterial zu streichen, doch sprachen verschiedene liberale Stadtverordnete dagegen und der Antrag wurde gegen die beiden sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt. Ein wert­volles Geständnis machte der Oberbürgermeister auch noch bei dem Titel Gemeindesteuer. Er teilte nämlich mit, daß der er­höhte Betrag an Gemeindesteuern auf den Eeneralpardon zu­rückzuführen sei. Also ist es doch Wahrheit, daß in den Städ­ten viel mehr Steuerhinterziehungen stattgefunden haben, als bei den Ost- und westclbischen Landwirten. DieFrankfurter Zeitung" weiß das ja wohl auch jetzt schon, sie wirds aber erst cingestehen, wenn die amtliche Statistik vorliegt.

* Gießen, 21. März. (Schöffengerichts. Ein eigenartiger Fall von Hausfriedensbruch. Am 8. Januar l. Zs. fuhr der Gemüsehändler Otto H. von hier mit einem Drückkarren in den Hof der Zeughauskaserne zu Gießen. Der Posten, der gerade präsentierte, forderte ihn, als er mit der Ehrenbezeugung fer­tig war, aus, zur Wache zu gehen. H. zeigte aber eine weiße Einlaßkarte vor und fuhr weiter. Da für den Posten strenge Vorschrift ist, daß die weiße Einlaßkarte aus der Wache vorzu- zeigcn ist, ehe von derselben Gebrauch gemacht wird, und der Posten bei Unterlaffung einer diesbezüglichen Aufforderung sich strafbar macht, war der Vorfall als Hausfriedensbruch aus- zusaffen und wurde H. zu einer Geldstrafe von 8 Mark evtl. 2 Tage Gefängnis verurteilt. Die Taglöhncr Justus B., Lud­wig H. und Wilh. W. von hier entwendeten gemeinschastlich beim Ausladen von Kohlen sür das städt. Gaswerk jeder einen Sack voll Kohlen. Sic sind geständig und schützen die durch den strengen Winter verursachte Not vor. Unter Zubilligung mil­dernder Umstände erhielten B. und H. je 2 Wochen, W. eine Woche Ecsängnis. Der Kausmann Adolf Eeiße von hier war durch Strafbefehl wegen Uebertretung der Polizeiverord­nung vom 2. Fcbr. 1912 zu 3 Mark Strafe verurteilt worden, weil er nicht dafür gesorgt hatte, daß sein Hund nicht von nachmittags 12 bis halb 1 Uhr durch fortgesetztes lautes Bel­len die Ruhe der Nachbarschaft störte. Er erhob Einspruch und rief die gerichtliche Entscheidung an. Das Gericht kam zur An­sicht, daß die erwähnte Polizeivorschrist als materiell rechts­gültig nicht anzusehcn ist, vielmehr die Strafbarkeit des ruhe- störenden Lärmes durch Paragraph 399 Ziff. 11 des R. St. G. 23. geregelt ist, soweit nicht reichsgesetzlich anderweite Vor­schriften zugelassen sind. Landesgesetzliche Vorschriften sind des- balb unzulässig. Es erkannte aus Freisprechung, indem es den Vorsatz, der zur Bestrafung nach Paragraph 369 Zisf. 11 erfor­derlich ist, verneinte. In gleichem Sinne hat auch wiederholt das Kammergericht zu Berlin entschieden. Der Arbeiter Emil W., der Taglöhner Hans H. und der Arbeiter Karl R. zu Gießen sind als Raufbolde bekannt. So verursachten sie wie­der zusammen am 18. Januar in der hiesigen Wirtschaft zum Ostend" Streitigkeiten und verschlugen ganz friedlich da­sitzende Gäste ohne jeden Grund. Auf der Straße setzten sie dann ihr flegelhafter Benehmen sort und rempelten ruhig des Weges kommende Paffanten an. Das Gericht schickte den 26. auf 3 Wochen, den H. auf 19 Tage ins Eesängnis. Die Ver­handlung gegen R. wurde wegen Ausbleibens des Angeklag­ten im heutigen Termin abgetrennt.

* Franffurt a. M 21. März. Unter der Vorspiegelung Besitzer eines wertvollen Patentes zu sein, hat der stellen­lose Kaufmann Georg Franz Schmittel ans Rödelheim zahl­reiche angesehene Bürger dieses Statteils um etwa 10 000 M beschwindelt und ist mit dieser Sumnie flüchtig gegangen. Schmittel war bereits seit Monaten anher Stellung, wußte aber seinen Angehörigen plausibel zu machen, er sei in einer Gricsheimer Fabrik in Stellung: er fuhr auch jeden Mor­gen fort und kehrte erst abends heim.

* Frankfurt a. M., 20. März, Die hiesige Staatsanwalt­schaft hat hinter dcni Oberleutnant d. R. Hans Rudolf Von- derlinden aus Bad Homburg v. d, H. einen Steckbrief er­lassen, Der Oberleutnant lieh sich von einem Berliner Herrn 10 000 auf wenige Tage und verschwand, als der Gläubiger gegen ihn klagbar Vorgehen wollte. Donderlin- den wohnte früher abwechselnd in Wiesbaden und Mainz, vielleicht hat er auch hier nach der Meinung der Staatsan­waltschaft weitere Betrügereien verübt.

* Frankfurt a. 53., 29. März. Im hiesigen Zoologischcu Garten hatte kürzlich das große Krokodil das Pech, den langen Oberkiefer vollständig zu brechen. Um bas sehr wertvolle Tier dem,Leben zu erhalten, griff man zu einer eigcnartiaen Ope-

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ration. Der Zahnarzt Fritz Frankel müßt- dem RcptiH vollständig neues Gebiß in täuschender Nachahmung des aba- brocheueu Kiefers und in möglichst gleichem Gewicht aus aiu' minium anscrtigen. Der Versuch gelang vollständig, das Ecbiß wiegt 51 Gramm, das echte 53 Gramm, Bis jetzt das Krotodil den Metallkiesei ohne jede Störung bei der Rab rungsaufnahmc gebraucht. Gelungen an der ganzen Sache jedoch der Uinstand. daß das Gebiß bei dem raschen Wachstum des Tieres mit jedem Jahr erneuert und vergrößert werde, muß. Wie stark in Frankfurt das Bedürsiiis ist, Wohltat,, keit zu übe», beweist das folgende Inserat in einer hiesigen Zeitung:Dame will ihre freie Zeit wahttäligen Zwecken wid­men, Oss. unter W. 123." Bei der sprichwörtlichen Fülle de- wohltätigcn" Einrichtungen Franlsnrts ist cs eigentlich ver wunderlich, daß die edle Wohltäterin zu dem Inserat greis, um ein geeignetes Feld für ihren Wohltätigkeitrdrang zu sin- den. Es dars nicht wundcrnehme», wenn nächstens ein Inse­rat erscheint, das eine hohe Belohnung dem zuftchert, der einer Dame Gelegenheit zur Wohltätigkeit gibt. Honni soit qui mal y pense!

* Franksurt n. M., 21. März. Durch eine folgenschwere

Verwechselung büßte gestern ein siebe,iwöcheutliches Kind sein Leben ein. Es erhielt von seiner Pflegemutter statt der vorgeschriebenen Medizin eine Dosis Morphium, dessen Wirkungen nach kurzer Zeit im städtischen Krankenhaus erlag.

* Franksurt a. M., 21. März. Eine Souderauffuhrung von ShawsTcufelsschülcr" durch das Rhein-Mainische Verband-, theater brachte am 17. März eine Reineinnahme von 2799 Mk; hiervon waren 1299 Mark durch freiwillige Zeichnungen aus gebracht. Damit ist der Fehlbetrag für das neue Geichäst­jahr gedeckt und der Fortbestand des Vcrbandstheatcrs, de- 259 Organisationen mit valksbildnerischcu Tendenzen Rhein-Maingebiet angehören, bis aus weiteres gesichert. " Würdigung der großen Bedeutung, die das Derbandslheat, sich als Trägerin einer guten Schauspielkunst für die weitest:- Kreise des Volkes errungen hat, ist der Erfolg der Aufführung in jeder Beizehung zu begrüßen.

* Frankfurt «. M 21. März. Die beiden Prozeffe um da» Salvarsan gegen denTürmer" und den Schriftsteller Was, man» gestalten sich bald zu einemKatze und Mausspieien' aus. Am Mittwoch erklärte Waßmann, daß das Verfahre» gegen ihn eingestellt sei. Am lg. März gab die Polizei aus Grund dieser Erklärung bekannt, daß von einer Einstellung des Verfahrens nicht die Rede sein könne, da die Vorunter­suchung noch schwebe. Der Prozeß getzsn denTürmer" komm« erst zum Austrag, wenn die gerichtliche Berhandlung gegen Waßmann stattgcfunden habe. Gegen diese polizeiliche Mit­teilung wendet sich Waßmann in einer abermaligen Erklär­ung, daß die Einstellung beider Prozeßverfahren in der Sal- varsansachc erfolgt ist, alle gegenteiligen Notizen seien Ber- tuschungsverluche. Da hier Meinung gegen Meinung stehen, darf man auf den Ausgang des Streites, wer nun eigentlich recht hat, wirklich gespannt sein.

* Franksurt a. M., 2t. März. Die Kiiegsbeorderungee» für das Jahr 1911-1915, die gegenwärtig den noch kriegspftich- tigen Reservisten und Landwehrleuten zugestellt werden, wei­sen in Bezug aus die Einberufung der Leute gegen früher eine wesentliche Verschärfung auf. Danach müssen die Landwehr- lcutc zweiten Aufgebots sich schon am sechsten Tage dem Heere stellen und nicht wie sonst eist am 14. Tage nach der Mobil­machung. Die Ersatzreservisten haben sich bereits am zweiten Tage zu stellen, während sie ehedem am sechsten Tage bei ihrer Truppe zu erscheinen hatten, Am 19. März wurde in Gegen­wart einer großen Festgcmeinde die neuerbaute katholische 8t. Ioscsskirche im Stadtteil Bornhcim ciugeweiht. Die Bene- diktion des Gotteshauses vollzog Dombekan Prälat Dr. Hil pisch aus Limburg. Zugleich fand die Einweihung eines neuen katholischen Schwesternhauses statt.

Hessen-Nassau

* Hanau, 21. März. (Berichtigung.) Vor einiger Zeit war auch in unserer Zeitung eine Nachricht enthalten, Iw nach der Direktor der Hanauer Kleinbahn, Herr Oito Visier, seinen Angestellten die Anweisung gegeben hätte, auf den Landstraßen HanauHüttengesäß nnd HanauLangenicl- bold, die von Arbeitern mit Fahrrädern benutzt werden, des Abends in Massen Schuhnägel aiiSznstreuen, damit d>: Giimmischlänche der Radfahrer beschädigt würden nnd ant diese Weise die Arbeiter-Radfahrer gezwungen würden, d Kleinbahn zu benützen, Herr Direktor Büßer hat, wie uu°- mitgeteilt wird, die Verbreiter dieser Nachricht strn>recbtl:ck verfolgt. Es ist daraufhin durch das Königliche Schöffen­gericht zu Hanau am 17. Februar 1914 diese Behauptung als vollständig unwahr nachgewiesen worden. Wir kommen der Aufforderung, die unwahre Nachricht richtig zu stellen gerne nach,

* höchst a. M 21. März. Am Bahnhof Eddershene stürzte ein mit zwei Soldaten besetztes Flugzeug der Coblcnzc, Fliegerschule aus beträchtlicher Höhe ab, Ter Apparat wurde vollständig zerschellt. Die Insassen kamen wie durch ein Wun­der mit dem Leben davon. Der Führer war schon während de« Sturzes aus dem Apparat abgesprungen und völlig unversehrt aus der Erde angekommcn. Der Mitinsaffe erlitt ebensall-, trotzdem die Maschine in tausend Trümmer zerschellte, nicht die geringsten Versetzungen.

* Eschenhahn i. T 21. März. Den zahllosen Opfern, d-e ein Unglücklicher Sturz vom Scheunengebälk bisher svrderie reihte sich hier ein neues an. Der hochbetagte Landwir: P ' Roth stürzte in seiner Scheune ab und starb kurze Zeit an e erlittcnen Verletzungen,

* Soden o. T 21. März. Daß eine Gemeinde ihren .. - haltsplan um nahezu 59 Prozent herabsctzt, dürste noch vorgelommen sein. Coden leistet sich für das Rcchnungsia 1911 dieses Vergnügen. Der Voranschlag sah für 1913 ,u ; 599135 Mark vor, sür 1911 ist er mit 299 955 Mark sestgo-.-' Auch der Kuretat sank von 395 255 Mark in 1913 auf 1'-* Mark für das lammende Jahr, Der Grund dieser aufta' Herabsetzung liegt darin, dab die Gemeind« zahlreiche