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Nr. 67

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9)eae lag«^«tt»»g. Feeitag. ven 2». Mär, 191t.

Aus der Heimat.

* Friedbcrg, 20. März. Die Beratungsstunden der

Großh. Zentrale fiir Mutter- und Säuglingssürsorge in Hessen finden in jeder Woche ani Mittwoch von 1A3 y<A Uhr in dem Saale über den städtischen Pferdeställcn statt. Jede Mutter erhält dort unentgeltlich ärztliche Beratung über die Pflege und Ernährung des Säuglings. Im ver­gangenen Jahre wurde die Beratungsstelle von 150 Kindern bestickst. Ter Arzt der Beratungsstelle erteilte 6-12 Beratun­gen. Tie Helferin der Zentrale machte in dem Jahre 589 Hausbesuche.

* Fricdberg, 20. März. Man nimmt vielfach wahr, daß in diesen Tagen die Vögel die Frucht und Knospen an Obst- bäumen und Beerenobst-Sträuchern abpicken. Dieses ver­hütet man durch wiederholtes Bespritzen der Gehölze mit Kupferkalkbrühe.

* Friedbrrg, 20. März. Das hiesige Toppelauartctt veranstaltet am 22. März l. Js., abends 8*4 Uhr, im Saale des Hotel Trapp ein Konzert unter Mitwirkung von Frau Paula Wehr-Wincklcr, Cassel (Sopran) und Herrn Chr. Schmidt. Friedberg. Wie weit der gute Ruf unseres Doppcl- onartctts reicht, geht aus den, nachstehenden Artikel, den wir denRheinischen Volksblättcrn" entnehmen, hervor. Ter Artikel lautet:Alzey, 9. März. Das gestrige Konzert des ersten Fricdberger Doppclquartetts erfreute sich eines sehr guten Besuches. Die Leistungen der uns in guter Erinne- rung stehenden Sänger waren wieder auf der Höhe, herzer­frischend die Lieder heiteren Inhalts, ergreifend und wuchtig die anderen. Die Pianos sind bis in die feinsten Nuancen prachtvoll ausgeglichen, klangvoll und rein sind die Forte- particn. Nur ein eifriges Studium und eiserner Fleiß kann den Chor seit seinem ersten hiesigen Auftreten auf seine heutige Leistungsfähigkeit gebracht haben, denn nicht nur das gute Stimmcnmaterial, sondern auch die Dynamik der Vorträge stellen die Fricdberger aus die Höhe der Kunst. Für die Solopartien in den Gesäugen fand der sympathische Bari­ton des Herrn Konrad Strauch vorteilhafte Verwendung, der erst recht zur Geltung kam bein> Solovortrag:Zu Straf,bürg aus der langen Brück" (Ter Deserteur). Dem Dirigenten gebührt besondere Anerkennung, gab er uns doch auch eine wohlgelungene eigene Komposition:Volkers Nachtgesang" zu Gehör, eine Arbeit, die von großem Talent zeugt und Herrn Kuhn hoffentlich veranlassen wird, auf dein betretenen Wege erfolgreich weiter zu schreiten. Den Fried- berger Herren allesamt aber sei herzlich gedankt fiir ihre un­eigennützige Tätigkeit zuni Besten unserer freiwilligen Sani- tätskolone und für die gcnußreicl>en Stunde», dis sie uns bereitet haben.

* Friedberg, 20. März. Dieser Tage wurde auf dem Bahn- bof Astenheim ein leerer Wagen vom Sturm fortgetrieben und lief einem von Erbstadt-Kaichen kommenden Personenzug ent­gegen. Der Wagen entgleiste und siel um und sperrte das Gleise. Verletzt wurde niemand. Di« Störung war in einigen Stunden beseitigt.

* Obcr-Rosbach, 20. März. Eine überaus langwierige Gemcinderatsßtzung wurde gestern wegen Vergebung der nie­deren Gemeindeämter abgehalte». Allein die Gehaltsfrage des Fcldschlltzcn nahm den hohen Rat zirka 2 Stunden in An­spruch. Es wurden solgendc Beschlüsse gefaßt: Die eine Nacht­wächterstelle soll infolge Ablehnung des bisherigen Nachtwäch­ters wegen zu hohe» Alters neu beseht werden, ebenso die Reinigung der l. und 3. Schule. Für den Schwcinehirtendienst werden 200 Mark,- Straßenreinigung 35 Mark und das Orgclbalgtretc» 30 Mark festgesetzt. Das Reinigen der Schul- iäle nebst Fortbildungsschule wird fiir ,30 Mark vergeben, die 2. Rachtwächtcrstelle sür ,20 Mark. Aus ,80 Mark wird der Gehalt des Faselwärters bemessen, derjenige des Feldjchlltzen aus 033 Mark mit der Bedingung, daß die Nebeneinnahmen von Wicsewäffcrn, Schußgeld und Eteinmessen einem zweiten anzustellcndcn Schütz später zugewiesen wird. Brunnenwärter | Roßbach erhält 5 Mark, Polizeidiener Warner 30 Mark, Ge­rätewart Marz 10 Mark Zulage. Für den Eänsehirtendienst stnd 2,3 Mark ausgeworfen worden. Damit find, bis auf zwei Posten, die Gemeindeämter wieder in den bisherigen Händen geblieben und kann somit der Gemeindewagen, welcher an ein- zclncn nötigen Stellen etwas besser geschmiert worden ist, so ziemlich im alten Gleise dem neuen Etatsjahr entgegenfahren.

* Nieder Weisel, 20. Mürz. Nächsten Sonntag feiern die Eheleute Samuel Krämer-Nieder-Weisel das Fest der goldenen Hochzeit.

* Ließen. 20. März. Es ist so vieljoch der Wunsch ausge­sprochen worden, es möchte die reizende Aufführung vonAlt­heidelberg" im hicstgen Stadttheater nochmals wiederholt wer­den, sodaß die Direktion sich cntschlosic» hat, dieses Stück am nächsten Sonntag Nachmittag statt der angekündigtenSchmct Icrlingsschlacht" zu geben. Die Vorstellung von ..Aliheidcl- berg" findet bei Volkspreisen statt. Am Sonntag Abend fin­det die vierte Aufführung der jo überaus beliebten Eesangs- poffeWie einst im Mai" statt. Der Kaüenerfolg dieses Wer­kes ist der größte, den bis jetzt ein Stück dieses Genres in Gie­ßen zu verzeichnen hatte und allgemein wird bedauert, daß der Schluß der Spielzeit bald weitere Wiederholungen unmög­lich macht.

* Alsscld, 19. März. Hier wurde am Samstag voriger Woche vielfachen im Anschluß an die 50jäl>rigc Jubiläums­feier der Alsielder Realschule in 1911 zutage getretenen Wünschen entsprechend einAlsfeldcr Oberreolschulverein" gegründet. Sein Zweck ist, durch Verrnstaltung von Zusom- inenkünften den jeweils noch lebenden Angehörigen der ehe­maligen Realschule sowie de» ehemaligen Angehörigen der nunmehrigen Oberrealschulc in regelmäßig wiederkchrendcn Zwischenräumen ein gemeinsames Wiedersehen zu ermög­lichen. Zugleich soll der' Verein der Pflege der Beziehungen zwischen der Schule und ihren eheiualige» Schülern dienen. Dementsprechend lvar das Lehrerkollegium der Anstalt bei der Vereiusgründuug beteiligt. Vorsitzender wurde Herr Fabrikdirektor Gustav Ranispeck 17. Der Verein hält jährlich eine Versanunlung ab, zu der die in Alsfeld und nächster Um­gebung wohnenden Mitglieder öffentlich eingeladen werden. Me fünf Jahre hält er eine größere Feier ab, zu der tllc Vereinsmitglieder Einladung erhalten (erstmalig 1916). Mindesi-Jahresbcitrag 50 Pfennig, höhere Jahresbeiträge sind willkommen. (Zu senden an den Rechner C. C. Waldeck.)

* Frankfurt «. M.. 20. März. Die Erösfnungskammer der Strafkammer hat beschlossen, den unter der Beschuldigung, seine Frau in Philadelphia ermordet zu haben, in Haft befind­lichen Italiener Pallantrini aus Ersuchen der Behörde in Phi­ladelphia nach Amerika auszuliesern. Ein amerikanischer Be­amter ist bereits in Frankfurt eingetrosfen, um den Trans­port Pallantrinis nach Philadelphia zu übernehmen.

* Frankfurt a. M., 20. März. In der Offenbacher Landstraße sprang der Witwer Deimling von einem fahren- den Straßenbahnwagen. Er stürzte und erlitt einen Schädel­bruch, dem er nach kurzer Zeit erlag.

* Frankfurt a. M-, 20. März. Seit einer Woche haben sich in der Stadt die Selbstmorde so gehäuft, daß ihre Zahl den gewöhnlichen Durchschnitt bei weitem übersteigt. Durch Lysol endete ein junges Mädchen, ein 85jähriger Greis er­schoß sich, in der Nibelungen-Allee machte ein ftemder Müh­le,ibesrtzer aus Sorgen uni geschäftliche Verluste seinem Leben durch einen Schuß ein Ende. Ein Tapezierer erhängte sich gestern aus Lebensüberdruß: heute ftüh endete auf die gleiche Weise ein Gastwirt in Dackenheim, der sich einiger Verfehlungen schuldig gemacht hatte.

* Frankfurt n. M., 20. März. Der lang andauernd« un­gewöhnlich Hobe Wasscrstand des Mains verhindert einen regelrechten Abfluß der Nebenflüsse. Infolgedessen führen diese fortgesetzt noch große Wassermengen über die Uferrän­der in die Talebene, sodaß von einem Nachlassen der Uebcr- schwcmmungen, besonders im Niddatal, vorerst nicht die Rede fein kann. Erst wen die Mainspiegcl sinkt, werden im Niddatal bessere Verhältnisse eintreten. Am schlimmsten sieht es bei Harheim aus, das seit 20 Tagen nach drei Sei­ten von jedem Verkehr obgeschnitten ist. Wenn nicht bald das Wasser aus den Niederungen verschwindet, dürften die ganzen Winterfruchtbestellungen verloren sein. Auch aus den Taunustälern werden schwere Ueberschweminungen gemel­det, die erheblichen Schaden anrichten.

Hrllen-Nasiau.

* Bob Homburg, 20. März. Beim Abspringen von einem Straßenbahnwagen erlitt eine Frau aus der Station Bonames erhebliche Verletzungen an den Beinen.

* Stierstadt, 20. März. Zum 29. Male benutzte der An­streicher Heinrich Heilhecker die günstige Gelegenheit, seine lieben Mitmenschen um Geldbeträge zu bestehlen. Er wird nun trotz seiner jungen Jahre zum 29. Male vor dem Straf­richter erscheinen müssen.

* Grieshrim a. M., 20. März. Eine seit Jahren schwer nervenleidende Frau Pleiderer machte ihren Schmerzen durch Erhängen ein Ende.

Todes-Anzrige.

Verwandten, Freunden und Bekannten teilen wir tiefbetrübt mit, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat meinen lieben und treubesorgten Gatten, un eren lieben Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Hm» Konrad Brücke! II.

im 47. Lebensjahre, heute Morgen um 11 Uhr nach langem und schwerem

aber in Geduld ertragenem Leiden zu sich zu rufen.

Pohl Göns, den 19. März 1914.

Um stille Teilnahme bittet

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Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. März, nachmittag, um 2 Uhr statt.

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* Flörsheim, 20. März. Die Erncuerungskosten der katboliichen Kirche stellen sich auf 20 000 , wovon bereit? der größte Teil durch Sammlungen und sonstige Beiträge aufgebracht wurde. Zur Bestreiiung der Restschulden be­schloß der Kirchenvorstaud eine Erbübimg der Kirchensteuern von 12 aus 16 Prozent für da? Rechnungsjahr 1911.

* Wicsbadc», 20. März. Ter liier geborene -8jährige Kanfniann Kar! A. Menz stahl in Frankfurt seiner Logis Wirtin eine goldene Uhr und erpreßte von ihr, indem er fr mit Erichießen bedrohte, nach und nak 80 M. Er wurde verhaftet.

* Wcilmünster, 20 März. Einer armen Fra», die ein Paket selbstgestrickter Strümpfe einem Wcilburger Gesch-ist zur Abnabme überbringen wollte, wurden auf deni Babnhof die Strümpfe von einem Unbekannten gestoblen. der sie da»:: in der Umgegend verkaufte. Tie Fra» erleidet einen schwerer Verlust.

Neueste und Drahtnachrichten.

Schisssuntrrgang. 50 Personen ertrunken!

Venedig, 20. März. Ein italtenisches Torpedoboot stieß nach einer Meldung aus Venedig mit einem kleinen vor Lido kommenden Passagierdampfer zusammen, der fofor. sank. Nur wenige Personen konnten gerettet werden: nege, 50 ertranken, darunter der russische Dizekonsul Nerkenski.

Venedig, 20. März. Um 1 Ubr nacht? waren bereit? über 20 Leichen geborgen. An der Rctlimgsaktion beteiligten sich die Mannschaft der kaiserlichen RächtHohenzollern" und das KriegsschiffGäben." Unter den Gereltelcn befinden sich auch zwei Berliner, ein Herr Nenmann und ein Herr Kar Walz. Schuld an dem Unglück trägt der Kapitän de Dampfers, Daporctlo, der achtlos dem Kur-? des Torpedo bootes folgte. Infolge des stürmischen Wetter? hielten lick die meisten Passagiere in den Kajüten auf. Tie? isi auch der Grund, weshalb so viele Personen ihr Leben einbüßen nmßten.

Glimpflicher Flikgernbstnrz.

Höchst n. M., 20. März. In der Nähe von Edders- beim sftirzte gestern ein mit zwei Flugschülern besetzter Mili tärflugapparat aus beträchtlicher Höbe ab. Der Untcrofti zier sprang aus einer Höhe von 20 Meter zur Erde und blieb unverletzt. Auch ein mitfliegender Soldat kam ohne Ver letzungen davon.

Gelandete Mädchcnlciche.

.:. Frankfurt a. M., 20. März. Gestern wurde unter, halb bei Staffel, Kreis Limburg, in der Lahn eine völlig nackte weibliche Leiche gelandet. Es bandelt sich um ein etwa 18 bis 20 Jahre altes Mädchen, dessen Identität nock, nicht festgestellt werden konnte. Die Leiche trug nur Schube und Strümpfe und war ohne jedes Kopfhaar. Rote und blaue Flecken am Halse werden als Strangulationsmerk,nale ge­deutet. Die Leiche muß bereits längere Zeit im Wasser ge­legen haben. Sie ist infolge des Hochwassers abgetrieben worden. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung ein- geleite.

Vereinigt« Stadttheater Frantturt a. M Schauspielhaus.

Samstag, den 21. März, abends 8 Uhr:Emilia Ealotti". 2t. Vorstellung im Samstag-Abonn. Gew. Preise.

Spirlplan des Stadttheaters in Gießen.

Samstag, den 21. März, abends halb 9 Ubr:Eesellschafts- abend mit buntem Programm".

Heu und Steohmarkt zu Franksurt. Heu kostete 2,80 3,20 Angefahren waren 7 Wagen Heu. Zufuhren aus den Kreisen Dieburg, Hanau und Oberhcssen. Geschäft ruhig

Frankfurter Wetterbericht.

Boraussagc: Wolkig, meist trocken, Nachts rühler, südwest­lich« Winde.

Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirfcbel, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl S ch m i d t. Friedberg. Druck und Verlag derNeuen Tages zeitung", A.-G., Friedberg i. H.

Holjversteigerrmg

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Die Zusammenkunft ist vormittags 9»/. Uhr am Steinbruch tter dem Salzberg.

Ober-R-sbach. den 19. März 1914. ,

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