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5(e«c Tageszeitung, »tontoj, Kn a. vonj 1314.
kurz bejindlichen I«jjtner Konto nol-Bank, Bacilieri, vechostot morden. Er soll ein« Summe von 300 000 Franken, die der Bank gehörten, dazu benutzt haben, mn Börsenverlustc zu decken.
l£s sollen noch mehrere Verhaftungen bevorstehcn.
Verhaftung einer geheimnis-ollen Dame. Russische Blatter melden die Verhaftung einer 30 Jahre alten, sehr elegante» Dam« in Petersburg, di« sich, ohne einen Potz zu besitzen, in einem Petersburger Hotel aushielt. Die Verhaftete gibt'«», ein« Prinzessin Vera Oboliusly zu sein, verweigert aber jede weiter« Auskunst, Li« trug bei ihrer Verhaftung erhebliche Geldsummen bei sich. Man erwartet hier sensationelle Enthüllungen.
Die operierten zusammengewachsenen Zwillinge, Di« beiden
Schwestern Rodioa und Dedioa, di« vor einigen Jahren in Pari» operiert wurden, haben Nachfolgerinnen in zwei niedlichen Dinen Pariserinnen Susanno und Margueritr gesunden. Die beiden jungen Damen, di« gleichfalls als inseparables vor drei Monaten das Licht der Welt erblickten, wurden in der Universität durch einen kühnen Schnitt des Chirurgen voneinander getrennt. Men glaubt, Latz beide mit dem Leben davoniommcn werden.
Drei Kinder geraubt. Bei KoleuHufen in der Nähe von Petersburg sind aus der Pension „Persctohl" unter rätselhaften Umständen durch den Mitauer Apotheker Paulit drei Nein« Kinder einer bekannten baltischen Familie geraubt worden. Die llntersnchnng ergab, daß di« Kinder über Wirballen noch Deutschland gebracht wurden. Wie es scheint, sind die Kinder im Aufttage ihres Vaters, der von der Mutter getrennt lebt, entführt nwrden.
Eine schwierige Hinrichtung. Aus Aden wird gemeldet: Der Tepoy, der am 20, Januar den Oberstleutnant Walker ermordet hatte, wurde am 3, März im Gefängnis zu Aden durch den Stvang hingerichtet, Di« Hinrichtung gestaltete sich infolge des Widerstandes des Deliguenten sehr schwierig. Noch im letzten Augenblicke versucht- der Gesängen«, seinen Henker anzugreifen. Nur mit Mühe lonnte er gebunden werden, Schließlich konnte di« Exekution ohne Zwischenfall vollzogest werden.
Der Bauernschreck getötet Ans der Kovalpe wurde der seit Jahresfrist veisolgt« Bauernschreck, ein Wols, von zwei Jägern getötet. Der Kadaver wurde nach Wolfsberg in Kärnten gebracht.
Von Schweinen aufgefresien. Als das Ehepaar Firschi in Ajaecio in sein« Wohnung zurückkehrt«, suchte es vergeblich noch seinem vierjährigen Kind« und muhte bald auf Grund der vor. gefundenen Blutspuien zu dem Resultat kommen, doh das kleine Mädchen, da» ohne Aufstcht den ganzen Tag über zu Haus« geblieben war, von Schweinen nufgefreffen worden ist.
Zw«! Jahr nrun Monaten Zuchthaus für einen Trainsoldaten. Das Kriegsgericht der 11. Diviston in Breslau unter dem Vorsitz des Majors Frhr, v, Rosen verurteilt« den Trainisoldaten Wilhelm Frommel wegen Verrats nrilitärifcher Geheimnisse, Unterschlagung .Diebstahl und Fahnenftucht zu 2 Jahren 8 Monaten Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere. Ferner wurde die Stellung unter Polizeiaufsicht verfügt und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf di« Dauer von 3 Jahren wberkmmt, Di« Verhandlung fand nirter Aus-fchinh der OesfentlicPeit statt, auch di« Urteilsbegründung war geheim.
Von der Förderschale zerschmettert. Da» Veisehen eines Oberingenieurs hat zwei auf der Nordgrube in Polnisch-Ostrau beschäftigten Taglöhnern das Leben gekostet. In einem Schacht der Nordgrube waren bi« Taglöhner Wiliczeck und Boreoki um. terhalb der Förderlchal« beschäftigt. Durch «in Versehen des die Aussicht führenden Obrringenieuis blieb die in diesen Schacht führende Fördersch.ile jedoch im Vetrieb und zersckxmet- iert« bei der Niedersahit di« unten bcschöstigten Arbeiter.
Li-besdrama in Beulen am Rhein. Ein« blutige Liebes- tragödie hat sich in Bowlen abgespielt. Der Italiener Antonio Dalcanto erschlug seine Geliebte, die ihn verlassen wollte, mit einem Küchenbeit. Der Täter wurde verhaftet.
hat der Gemeinde die alljährliche Nutzung des gemeindlichen Schachtclhalmbestandcs abgcpachtct wid erntet jedes Jahr zirka 500 Kilogramm. Die Gemeinde erzielt daraus einen jährlichen Pachterlös von 400 ,tf.
* Frankfurt n. M., 6. März. Auf Grund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft Berlin wurde gestern der Handlungsgehilfe Richard Friedrich, geboren 1889 zu Petersburg, verhaftet. Friedrich hat in Berlin zahlreiche Betrügereien verübt.
* Frankfurt o. M., 0. Mörz. In den Raunten der Aka- dcniie hielt gestern der Frankfurt-Nassauiichc Verband für Volkskunde seine Hauptversammlung ob. Nach dem Tätig- kcitsbericht, den der Vorsitzende Professor Panzer-Frankfnrt erstattete, ist der Verband mit den Vorarbeiten zu einem ganz Deutschland umfassenden Werk über Volkstrachten beschäftigt. Weiter ist eine vollständige Verarbeitung des deutschen Volksliedes geplant. Hierfür stellte der preuhische Staat bereits erhebliche Mittel bereit. An die Spitze des Sammelausfchusses trat Ministerialdirektor vr. Schmidt. Alle nach Text und Melodie sorgfältig gesichteten Lieder sollen dann in dem deutschen Volksarchiv in einer Zentrale vereinigt werden, als dessen Sitz Freiburg i. V. in Aussicht genommen ist und mit dessen Leitung Professor I. Meyer betraut wird. Sie Sammlung nassainscher Volkslieder übernahm Lehrer O. Stückrath-Biebrich: sie wird eine der vollständigsten unter allen deutschen Gausammlungen sein. Die Frankfurter Lieder stellt Rektor Wehrhan-Frankfurt zusammen. Ferner begann der Verband mit der Sammlung von Flurnamen. Professor vr. Stein empfahl dem Verband ein eingehendes Studium der Gasse mit ihren Liedern, Sagen, ihrer Geschichte und vor allem ihren sozial ansglei- rlu-ndcn Erscheinungen.
Hessen-Nass« u.
* Dörnigheim, 8 , März. Bei den Gerneindervtswahlen siegten in der dtttten »iw zwetten Klaffe die stHinldeinokvotischen und m der eisten Klaffe die bürgerlichen KoiÄndnten.
* Hanau, 7. März Am vergangenen Montag gegen Abend wurde in der Hochstädter Landstrahe ein wettvoller Bernhardi- nerhund ganz nahe bei dem Hause seines Herrn durch einen Schutz schwer verletzt. Das vor Schmerz laut klagende Tier muht« sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden und befindet sich in bedenklichem Zustande, Es wäre sehr zu wünschen wenn nicht nur dem in diesem Falle in Frage kommenden Heliosen Schieher, sondern allen jenen rohen Flobett- und Luftgewehr-Schützen, die besonders an unseren nützkichen, von allen Verständigen gehegten Vögeln großen Schaden anttchten, durch ein« exemplarische Bestrafung ihr gesetzwidriges Treiben für im- nier verleidet würde.
* Wächtcrsbach, 9 . März, Der seinerzeit hier entwichen« Wilderer Hermann Mann wurde in Zürich oerhafiet. Die Eie- tzener Staatsanwaltschaft wurde sofott von der Verhaftung in Kenntnis gesetzt, di« die Auslieferung veranlassen wird. Mann wurde mit einem Komplizen seinerzeit von Fürstl,, Jsenburgi- schen Förstern aus Büdingen beim Wildern überrascht, wobei die Ertappten auf die Förster Schöffe atzgaben, die glücklicherweise sehlgingen.
* Höchst a. M., 8 . März. Bei dem schweren Auwmobik- unsall, der sich am Montag nachniittag in der Nähe Sindlingens zutrug, hat der preuhische Bürokrattsurus wieder einmal die prächtigsten Blüten gezeitigt. Der Besitzer des Autos, Herr Spang aus Oberursel, erlitt bei dem Anfall dreifache Beinbrüche und schwer, Quetschungen und log hilflos auf der Strotze. Gern hätten ihm zahlreiche Hände sofott Beistand geleistet. Doch erst ntutzi« sich der Schwerverletzte ttnem hochnotpeinlichen Ber- hör durch einen Schutzmann uni erziehen lassen, das forgfäliig rns polizeilich« Tagebuch protololliett wurde: „Wie heihen Sie? Wann find Sie geboren? Wo sind Sie geboren. Wieviel Kt- lometer ift der Wagen gefcchven? ufw. bis bis Skala der Fra. gen erschöpft war. Erst als der Schwerverletzt« sich ein« wer- lcr« dcrattige Behandlung unter Berufung auf sein« Stellung und di« in seinem Besitz beftndlichon Papiere energisch verbat, hörte die Jnquisitivn auf. — Derartige Verhör« sollte man unter solchen Umständen, wie sie hier obwalteten, erst anftellen, wenn di« bedrohten Aienschenleben gerettet und di« ersten Hilfeleistungen vollzogen find.
* Flörsheim, 9. Marz. Der zunehmend« Handels- und in
dustriell« Verkehr des Ortes macht am 1 . Juli ein« wesentliche Aenderung der plfftalischen Verhältnisse nötig: das bisherig«
Postamt dtttter Klaffe wird in «in solches zwefter Klaffe mnge- wandelt. Der bishettgs Verwalter Orth verläßt am 1. J»li nach 25jöhttger Tätigkeit dar Amt, um das Postamt in Eppstein oder in Schierstem zu übernehmen. An seine Stell« tritt ein Poltmeiktcr.
Seiie I
* Oberursel. 9. März. Die höher« dishcr sechs Kl-,sin um»
fassende Mädchenschule wird zu einem Lyzeum mit 10 Klaffen umg«wandelt. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte
für die dazu nötigen Erweiteiungsbanten 10 V 000 Mark.
* F, E, Wiesbaden, 7. März. Nachdem der ArbcstsauS- fchutz für die Gcwerbeförderung im Ncigernng-bezirk Wiesbaden sich dahin schlüssig geworden war, die Bildung eines Gcwerbesörderungs-Ausschusses mit dem Sitz in Frankfurt a. M. den beteiligten Organisationen zu empfehlen und in diesem Ausschuß die Stadtverwaltung Frankfurt a. M. mit drei Stimnien, die Stadtverwalttmg Wiesbaden mit zwei Stimmen, die Königliche Regierung zu Wiesbaden und der Bczirksverband Wiesbaden mit je einer Stinnne, die Hantz- wcrlskammer zu Wiesbaden mit vier, das Kuratorium der Großen Meistcrkurse und der Technische Verein Franlfuit a. M„ mit je einer, der Gewerbevcrein für Nassau init drei, der JnnungsauSschutz zu Frankfurt a. M., der zu Wiesbaden und der zu Limburg mit je einer Sfimme vertreten zu scheu, ttatcn gestern im Regicrungsgebäude zu Wiesbaden die Vertreter der einzelnen Organisationen zu der konstituierenden Versamnilnng des Gewerbebeförderungs-Ausschusses für den Regierungsbezirk Wiesbaden zusammen. Sie fand in Behinderung des Regierungspräsidenten Dr. v. Meister unter dem Vorsitz des zuständigen Dezernenten Regirrnngsassessor Weiter statt. Vertreten waren der Be-irksverband Wiesbaden durch den Landeshauptmann in Nassau, Krekel, die Stadt Frankfurt a. M. durch die Stadträte vr. Levin, lir. Ziehen und Gewerbeschuldirektor Back, die Stadt Wiesbaden durch Stadtrat Meier, die Handwerkskanmier zu Wies- baden durch den Vorsitzenden Obermeister Jung-Frankfurt a. M. und Schröder-Wiesbaden, der Gewerbeverein für Nassau durch Landesbankassessor Reich, der Jnninig-Ausschusi Wiesbaden durch Stadtverordneten Kaltwasser, der zu Frankfurt a. M. durch Obermeister v. d. Emden, der zu Limburg durch die Herren Rausch und Kern der Technische Verein Frankfurt a. M. durch vr. Epstein-Frankfurt a. M. Die Vertreter erklärten, daß die sie vertretenden Organisationen grundsätzlich bereit seien, sich an der Bildung eines Gewerbe- förderungsausschusseS z» beteiligen, dessen Zweck ist, die Tätigkeit der bei der Gewerbeförderung im Regierungsbc- zirk Wiesbaden beteiligten Faktoren in zielbewußte, sich er- gänzende Bahnen zu lenken und durch Erniöglichung eines Erfahrungs-Austausches die Errungenschaften eines jeden einzelnen dem Ganzen zu Gute kommen zu lassen, sowie das im Bezirk ansässige Handwerk und Gewerbe in jeder geeignet erscheinenden Weise zu fördern. Die Statuten wur- den durchberaten, verschiedene Wünsche der Handwcrks- kammcr und des Gewerbevercins für Nassau berücksichtigt und genehmigt unter Vorbehalt der Zustimmung der Stadt- verordnetendersmnntlmiüen von Frankfurt a. M. und Wiesbaden.
* F. E. Wiesbaden, 6 . März. In den meisten Gemein- den des Bezirks, vor allem in den Groß- und Mittelstädte,,, wie in Frankftirt a. M., Höchst ufw. wird die Kirchensteuer mit den übrigen Steuern von der Stadt- oder Gemeindekasse auf demselben Steuerzettel erhoben. Wiesbaden macht lüerin eine Ausnahme. Don den zuständigen Kirchenknfsen nämlich gelangt die Steuer in Wiesbaden direkt zur Erhebung. Infolgedessen ist jeder Zahlungspflichtige gezwungen, anher den Gang zur Bezahlung seiner Kommunal- und staatlichen Steuern auch noch einen Gang nach der Kirchenkasse zu un- ternehmen, um dem Kaiser, was dem Kaiser und Gott was (tzottes ist, zu geben. Der Zahlungspflichtige erhält zu die- fem Zwecke einen besonderen Kirchensteuer-Zettel, nach welchem die Zahlung in halbjährigen Beträgen gefordert, während die Zahlung aller übrigen Stenern quartaliter fällia ist. Eine große Erleichterung und Bequemlichkeit für die Zahlungspflichtigen würde eS fein, wenn die Kirchensteuer zugleich mit den kommunalen ufw. Steuern wie gemeiniqlick auf ein und denselben Zettel verzeichnet und bezahlt würde In der Nachbarprovinz Rheinland ist dies zun, Beilviel durchgängig durchgeführt. Für die Kirchenkassen würden Boten und Vollziehungsbeamte in Fortfall komnien, außer dem dürfte durch die dorqeschlagene Erhebung der Steu- ein ganz erheblicher Steuerausfall vermieden werden. Fi-- die Stadtkasse selbst wird die Einführung eine ganz uner hebliche Mehrarbeit bedeuten, da nur eine Spalte in den Büchern und auf den Steuerzetteln mehr auszusüllen wäre, zumal die Stadt auch sowieso eine gewisse Arbeit mit der Kirchensteuer hat, da auf Grund einer von ihr an Hand der Staatssteucrsätze auloeitsllte Hebeliste die Kirchenkaiseu ihr«
Ans der Heimat.
* (tzicßcu, 7. März. Eine Neuerung, welche in unserer Stadt schon lange Bedürfnis ist, konmit eben zur Aus- führung, nämlich die Errichtung Lffentlichcr Feucrmelde- stcllcn. Seither wurde die Fcuermeldung durch Anschlägen der Sturmglocke oder, bei großen Bränden, durch Läuten sämtlicher Glocken bewerkstelligt, denen dann Alarni durch die Trommler und Hornisten der Feuerwehr in den Straßen folgten. Der Turmwächier durste nicht eher alarmieren, eis er Flammen sah, dadurch entstand iniiner eine große Ver- zögerung. Nunmehr wird die Turmwachc eingezogen und eine ständige Feuerwache in dem Feucrwehrdepot errichtet, welche wieder nüt einer größeren Anzahl Feuerwehrleuten in Verbindung steht und dieselbe auf jede Meldung hin sofort direkt anrust.
• Fttschboeu, 9. März. Seit einigen Wochen waren urnfang- rciche Untersuchungen gegen den hiesigen zweiten Lehrer wegen zahlreicher SittlichleitsverLrechen on Schulkindern im Gange. Gestern Ivat der Lehrer nun di« Flucht ergriffen.
* Frankfurt n. M., 7. März. Daß der Schachtelhalm in gewissem Sinne zu den Nutzpflanzen gehött, dürste nur wenig bekannt sein. Die benachbarte Gemeind? Oppenheim st im glücklichen Besitz einer Art Schachtelhalm-Plantage, die hr einen jährlichen Nutzen abwirft Es handelt sich um den n Deutschland bekanntesten Schachtelhalm, das equisetum jiemale, das in den Niederungen am Rhein einen besonders guten Boden findet, da infolge der jährlichen Flußüber- lchwemmungen große Mengen von Kieselerde bezw. Kieselsäure abgelagert werden. Tie Scho-'-' -lbalme weisen an ihrer Lbersläche, namentlich in den Gliederungen große Mengen von solcher Kieselsäure aus. Jeder, der einmal versucht hat, einen Schachtelhalm abznreisen, wird die Ersahrung gemacht haben, daß man sich an den scharfen Spitze» leicht verletzt. Bei manchen Arten ist der Kieselgehalt so groß, daß in der Asche bis zu 95 Prozent gefunden werden. Tiefe kieselhaltige Asche bildet ein vorzügliches Putzunttel namentlich für Silbersachen feinerer Art. Ein sindiaer Unternehmer aus Wien


