Nr. 58
5Jmc Tageszeitung. Samstag. Otn 7. März 1911.
jc- r Verhandlung im löertchlsgcbäuvr, hat ab« an der Sitzung
nicht teilgrnommrn"
Ans der Heimat.
» «i-tz-n, 7. Stär 5 . (Studtthatter). «an# außeroit»ent»chtt
Selisbtheit erfreut sich bereits die neue Eesangsposie „Wie einst im War"; für die dritte Aufführung des Wertes am Sonntag Abend liegt wieder eine grast: Angahl Befüllungen vor. Aus. sührung wie Ausstattung an unserer Bühne unterstützen noch einmütigem Urteil die Neuheit in hervorragendem Stahe und allgemein geht die Meinung dahin, doh ,Wie einst im Mai" eine der hübschesten und liebensroüiDigstei, Eesangspossen sei. die man unbedingt gesehen haben müsse. — Am Sonntag Nachmittag wird bei Bolkspreisen dos bekannte Lustspiel „Krieg im Flieden" gegeben, auch für diese Vorstellung zeigt sich lebhaftes Interest«.
* Wetzlar, 7. Mürz. Für den Kreis Wetzlar plant eine Bereinigung von Lehrern, Missionaren und Pfarrern die Erbauung eines Missionarheims. Ein, Werbe- und Ban- ausschnß wurde gebildet. Doch ist es noch unbestinunt, an welchem Orte das Heim seinen Platz findet.
* Brauiifcls, 7. März. Im Schloßhotel explodierte die Acetylenanlage und flog durch das Dach ins Freie. Verletzt wurde niemand, der Materialschaden ist bcdentend.
* Frankfurt a. M-, 7. März. Bei dem bekannten Der. steigerer R. Bange! wurde neulich ein Gemälde für 38 Mark versteigert. Wenige Tage nachher verkaufte der Besitzer sein Bild für 69st Mark an einen Kunsthändler. Und diesem wurden jetzt dafiir mehrere tausend Mark geboten: doch der Kunsthändler will dös Werk für diese Summe noch nickst ent- äußern. Der eiste Besitzer, der das Bild fiir 38 Mark erstand soll über die rasche Preissteigerung feines einstigen Eigentums wenig erfreut sein.
* Frankfurt n. M., 7. März. Zur Vorbereitung auf die Berliner Olympiade 1916 bcganti hier in der Kaserne des Infanterie-Regiments Nr. 81 ein Sportlehrlrirsus, an dein außer Sportleuten und hiesigen Feuerwehrmännern auch Offiziere und Soldaten teilnahmen. Den Unterricht erteilen Lehrer die in Berlin ihre Ausbildung erhielten. — Vom Herbst an wird für die Mannschaften der 81er die Ausbildung in der Leichtathletik als obligatorffches Unterrichtsfach eingeführt.
* Frankfurt «. M. 7. März. Das Büfettfräulein Johanna Eipe aus Mannheim erschoß sich infolge Stellen- losigkeit in seiner hiesigen Wohnung. — Gestern früh entleibte sich der 20jährige Grischkat aus Leipzig in der Bocken- heim« Anlage durch einen Schuh in die Schläfe.
* Frankfurt a. M., 7. März. In einerTrogenhandlnng der Großen Fricdbergerstraße entstand beim Abfiillen von Natronlauge eine Explosion, bei welcher der Lagerist Bücher im Gesicht und an der Brust erheblich verbrannt wurde. Ein zweiter Gehilfe kam mit leichteren Wunden davon.
* Frankfurt a. M., 7. März. Der Landwirffchaftliche Verein plant die Verlegung der landwirtschaftlichen Halle «nd hat bereits Unterhandlungen wegen des Erwerbs eines
große» Geländes a» der Mörfelder Landstraße mit dem Freiherrlich von Bcthniannschen Fideikommiß eingeleitet. Auch das Gesuch uni Erteilung des Baubescheidcs ist dem hiesigen Magistrat bereits zugegangen. Sobald die notwendigen Formalitäten erledigt sind, dürfte mit den Bauten, die u. a. Rauni für 1500 Pferde bieten werden, begonnen worden.
* Frankfurt o. M., 7. März. Eine fremde Dame, die
von Ostpreußen nach Basel reisen wollte, wurde auf dem Hauptbahnhof in Schutzhaft genommen, da sich Zeichen des Irrsinns bei ihr bemerkbar machten. Ihre Personalien konnten noch nicht festgestellt werden.
Hrffkn-Nasia».
* Fechenheim, 6. März. Als gestern der Milchhändler Zeller ans Wachenbrichen auf dem Bischofsheimer Weg über die Bahngeleise fahren wollte, wurden plötzlich die Schranken geschlossen. Der Mann besaß noch so viel Geistesgegenwart und lentte sein Gefährt auf das freie Geleise. Kaum war dies geschehen, als auch schon der Zug heranbrauste und haarscharf an dem Wagen vorbeifnhr. Der Schrankenwärter hatte die Ueberfahrt nicht rechtzeitig geschlossen.
* Griesheim a. M., 6. März. Seit zwei Jahren trieb hier ein anonymer Brieffchreiber sein Unwesen und richtete durch seine Karten und Briefe viel Aufregung tind Verdruß au. Die Polizei konnte trotz aller Schriftvergleicho und Hausstichunaen den Uebeltäter niemals erwischen, bis es ihr jetzt gelang, das Netz über einem jungen — Mädchen zusam- menzuziehen. Dieses gestand nunmehr auch unter der Wucht des Beweisniaterials seine Sünden ein, die es nun bitter bereuen muß.
* Griesheim n. M., 6. März. In der zweiten Klasse siegten bei den Gemeinderatswahlen die Kandidaten der Fabrikpartei I>r. Geiffenberger und Christian Pier über die Kandidaten der Bürgerpartei, Hochheimer und Wagner. Ohne Gegenkandidaten wählte man für die erste Klasse Ga. Müller und Heinrich Mahler.
* F. C. Höchst a. M., 7. März. Ein Sabotageakt, der zu den unglaublichsten Folgen hätte führen können, hatte die Schreinergesellen Johann Richel aus Cronberg und Georg Kilp aus Kelkheim, beide in Kelkheim wohnhaft, vor die Wiesbadener Straftainmer gebracht. Als in der Nacht zmn 29. Jnli 1912 der Schreinernieister Maier mit Fra» und Kindern nach Kelkheim von auswärts zurückkehrte, stieß er in der stockfinsteren Nacht kurz vor Kelkheim auf der Straße nach Fisckchach mit dem Fuße gegen eine auer über die Straße gelegte zirka 10—12 Meter lange Telegraphenswnge. Er beseiftgte das Hindernis, machte aber bald daraus der Polizei von dem Vorfall Mitteilung. Erst nn Frühjahr 1913 kam man durch eine Aeußerung des Schreiners August Schiffer, der am ftaglichen Abend mit dabei war, aber nachdem er von dem Vorhaben dringend abgeraten hatte, weqgegangen war, auf die oben bezeichneten Täter. Jedem der beiden, die am genannten Sonntag Abend noch mehr solcher Streiche, wie Schlüssellöcherverkitten, Türaushängen usw. verüben wollten, wurde wegen groben Unfugs ein Strafbefehl über
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15 Mark jugefteDt. Auf ihren Einspruch erkannte das König steiner Schöffengericht auf eine Woche Haft. Dagegen ver. folgten sie an die Wiesbadener Strafkammer Berufung, dort ihre Unschuld beteuernd. Ohne Prüfung der Schuldfrage kam das Berufungsgericht zur Einstellung des Verfahrens, da die Sftastat verjährt ist. Alle Kosten, auch die notwen.' digen baren Auslagen der Angeklagten, wurde» der Staats- kaffe auferlegt, da von vornherein wegen Verjährung eine Bestrafung hätte ausbleiben müssen.
* x. Obernrsel, 7. Mär;. Dem hiesigen Turnverein wurde von dem Bezirk sausschuh rn Wiesbaden die Konzession zum Wirtschastsbr trieb im „Kaisergarten" erteilt. — Vor einigen Tagen wurden aus dem zur Zeit leer stehenden Zimmerschen Sägewerk am Oberstedterweg zwei Treibriemen im Werte doii mehreren hundert Mark gestohlen. Nun fft es gelungen, de., Tieb in Homburg zu erwischen. Die Riemen hotte «r bereits ,n kleine Stücke geschnitten, um sie so besser verwerten zu können.
* Dornholzhaiisen, 6. März. Bei der Gemeinderats- wahl zur dritten Klaffe siegte der Metzgerineister Hisserich mit 6 Stimme» Mehrheit über den Buchdrucker Karl Meyer. Die Wahlbeteiligung war sehr flau.
* 7. Wehrheim, 7. März. Dt« Installation Sorbetten zu der elektrischen Anlage siild soweit beendet und somit konnte Wehr, heim seit dieser Woche in elektrischer Beleuchtung erstrahlen.
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unter weichem wir früher ganz ungeheuer zu leiden hatten. — Ich habe noch etwas Vorrat, bestelle aber gleichzeitig hiermit wieder eine Kanne von etwa. . . kg. Mlttelgründan b. Büdingen, den 15. Juni 1913.
Otto Rullmaou.
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