Ausgabe 
19.2.1914
 
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Nr. 42

neue Tageszeitung. Donnerstag, den IS. Februar 1914

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Meister Luppe-Frankffirt a. M. begrüßte die Versamniclieii »nd hob hervor, daß der zu grünende Verband absolut nicht regen die Interessen Frankfurts gerichtet sei und erklärte daß die Stadt Frankfurt o. M. die Bestrebungen des Ver­sande?- in jeder Beziehung unterstützen werde. Bürgermeister Facobs-Königstein referierte sodann über die Notwendigkeit der Gründung eines nassauischen Verkehrsverbnndes. Der Referent hob hervor, daß jede weitsichtige Gemeindeverwal­tung den Fremdenverkehr heben, jeder Ort einen rührigen Berkehrsvercin haben, der mit der Geiileindcverwaltnng Sand in Hand gehen und von der Gemeinde unterstützt wer- scn muß. Wie der Fremdenverkehr wirke, zeigte der Redner an Beispielen. So hätten die Geschäftsleute in Königstcin wahrend der regnerischen Augusttage im Jahre 1912, wo der Frcmdenverkebr stockte, in wenigen Wochen einen Ausfall von 50000 <M gehabt. Was ein umsichtig geleiteter Frciii- ocnverkehrsverein ansmache, beweise die Fahl der Fremden im Jahre 1910 in Frankfurt a. M., wo sie aus 500 000 ge­stiegen. und die Entwickelung des Fremdenverkehrs in Wies- baden, der von 52 000 im Fahre 1867 auf 176 000 im Jahre 191.1 cmporgcschnellt. Ter Nassauische Verkehrsverband wolle die Erreichung seiner Zwecke anstrebcn durch Wahrung und. Vertretung aller für den Verkehr und die Ansiedlung in dem Berbandsgebiet gemeinsamen Interessen nach außen durch Regelung der dazu geeigneten inneren Fragen auf gemeinsamer Grundlage, aber bei völliger Wahrung des Rechtes uneingeschränkter Verwaltung der lokalen Inter­essen: durch Verbesserung der Verkehrscinrichtungen: dnrch Errichtung eines Zentralbllros in Frankfurt a. M., dnrch planmäßige Verösfentlichnng von Gejamtprospekten unter besonderer Berücksichtigung der im Verband vertretenen Orte: dnrch Ausgestaltung einer gemeinsamen Propaganda und durch gemeinsame Beschickung von Ausstellungen. Hieraus wurde der Verband mit Sitz in Frankfurt a. M. debattclos gegründet. Bürgernieister Alberti-Rüdesheim a. Rh. stellte die Frage, ob Rüdesheini, das dem Rheinischen Verkehrsverein angehöre, auch dem Nassauischen VerkehrSoer- band beitreten könne. Bürgermeister Jacobs bejahte dies. I>r. Hofmann-Fronkfurt a. M. beantragte die vorliegenden Statuten en bloc anznnehmen. Bürgermeister Lnppc- Franküirt a. M. wünschte ebenfalls en bloc-Annabme bis zur nächsten Generalversammlung, ebenso Dr. DöngeS- Dillenbnrg. Bürgermeister Dr. Oppermann-Weben wider­sprach dem und verlangte, die wesentlichen Progrommpunkte beute noch festzustellen. Bürgermeister Haerten-Limburg a. L. schlug vor, wenigstens die wesentlichen Gründnngsfragen. wie groß der Umfang des Verbandes, wie die Organe und die Finanrdecknng sich gestalten,, zu beraten. Beigeordneter De. Külb-Mainz, der die Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Götlrlmann-Mainz übcrbrachte machte darauf aufmerksam, oaß nach den Statuten nur Vereine dem Verband anqehören können, die im Regierungsbezirk W-esbiden ihren Sitz haben die Stadt Mainz, die sehr gerne dem Verbände beitrete, nülse sonach ihm fernbleiben. Landrat Wiigner-Rüdesheim und Bürgernieister Hervell- St. Goarshausen .--iinschen eine Klärung des Verhältnisses zwischen dem Nassauischen Ver- kchrSverband und deni Rheinischen VcrkchrSverein. Bürger­meister Jacobs wies nochmals daraus Inn, daß der Nassanische Verband dem Rheinischen Verein keineKonkurrenz" mache, sondern beide Verbände gemeinsam ihre Interessen verfcl- gen würden. Verkehrsdirektor Kffsestrina W!»zbaden meint, e? l'ege kein Grund vor, den einen Verband gegen den an­deren anszuspiclen. Er bemerkte weiter, daß bereits im Jahre 1901 die Handelskammer Wiesbaden den Gedanken, einen Nassauischen DerkchrSverband zu gründen, propagiert, iber auf Schwierigkeiten gestoßen lei, jetzt solle man ihn zur Äussübrnng bringen. Der Antrag Hae-wn wurde hierauf angenommen. Die Versammlung beschloß, daß dem Ver­band nicht allein die Verkehrsvereine angehören, die im Re­gierungsbezirk Wiesbaden domizilieren, sondern auch die in seiner näheren llmgebung. Mainz kann also beitreten. Als Organe des Verbandes bestimmte die Versammlung den VerbandStag, den Verwnltnngsrot und den Vorstand, lieber d:c Beschaffung de" Mittel zur Bestreitung der Ausgaben de? Verbandes soll der Verwaltungsrat demnächst beschließ >n. Folgende Derwaltnngsratsmitglieder wurden zur Wahl cmpwblen Landcsökonomierat Sichert, Handelskammer- sr.ndikus Trumbler. Stadtrat Laran, Tarl Borgni. die Ver- i>e»dcn de; Taunus- und Westerwaldklubs, rCanier und Wüienbach, Stadtverordnelcr Fromm, sämtlich in Frankfurt a. M.. die Oberbürgermeister Gläising-WieSbaden, Göttcl- mann-Moinz, Lübke Bad Homburg v. d. H.. Herbert v. Meister-Sindlingen, die Bürgermeister Pielsch-Cronberg und Jacobs-Königstein. Beigeordneter Fcger-Falkenstein, Bürge, meifter De. Schubert- Bad Enis. Oberbürgermeister Tn 5 Bad Homburg, Bürgermeister Kartbans-Weilburg, e.rmeistcr Alberti-Rüdesheim, Ritzel-Sindlingen und ö acrmeist.r Haerten-Limburg widersprachen dieser Wahl.

"er stellte den Antrag, vorläufig eine Kommission aon ie 5 Mitgliedern aus Frankfurt a. M., dem Rheingan, dem Lahn- Wetlerwalk- und Tillachiet und dcm Tannnsaebiet l"wie ie einen Ve-trcter der Städte Wiesbaden und Mainz » wählen, die die Statuten dnrchberaten und der nächsten Olrneralversammlnng über das Ergebnis berichten loll. Dem tlinimte man einstimmig zu und wählte in die Kommission an? Frankfurt a. M.: Siebert. Trumpier, Saran. Cramer, Willenbech: aus dein Rheingan: Landrat Wagner-Rüdes- l einl. die Bürgermeister Alberti-Rüdesheim, De. Krantz- H-ttenbeim. Herpell-St. (üoarshausen und Stadtältestcr Vcter Baller-Hochheim a. M.: aus dem Lahn-, Westerwald- d Tillgcbiel: Landrat Freiherr v. Marschall-Montnbaur, V iraermeffter Hncrl--».Limburg, Hnsenclever-Nalsau, 'mewald-Biedegkopf, Birkendahl-Herborn: aus dem Tau- ' gebiet: Bürgermeister Saucr-Oberreitenberg, Dr. Höh- ' Dr. Kgusmann.N>ebr"wiz?rs 9fiv-Kipfc" Meuaes-

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Albanien, der durch den Balken* Krieg erstandene neue Staat.

Durch den Balkankrieg ist ein Staat entstanden, der sich des größten Interesses erfreut. Albanien, das sich im Augen­blick rüstet, seinen Fürsten zu enipfangen, hat den Großinäch- Icn in seinen Angrenzungsfragen viel Kopfzerbrechen ge­macht und jetzt scheint innerer Streit neue Schwierigkeiten hcrvorzurufen.

Lberursel, Bürgermeister vr. Jankc-Höchst a. M.; aus Wies­baden: Verkchrsdireftor Kesscbring: ans Mainz: Beigeord- neter vr. Külb-Mainz.

* Frankfurt a. M., 18. Febr. Die Forderungen der Aerzte, Zahnärzte und Apotheter, die diese auf Grund der Reichsver- sicherungsord-nung an die Krankenlassenverbänd« des Gröbster- zegtums Hessen stellen, wurde tn ein« von mehr als 200 Abge­ordneten aller hessischen Krankenkassen besuchten Versammlung i» ausgiebiger Wels« erörtert. Auch sämtliche Bersicherungs- ämter Hessens hatten zu der von Krieghoff (Wovms) geleiteten Tagung Vertreter entsandt. Von dem hessischen Acrztevercin wtrd für jedes Mitglied pro Fahr ein« Pauschale von 5.506 Mark gefordert: daneben verlangen sie besonder« Entlchädigun gen für all« Verrichtungen, di« in der hessischen Gebührenord­nung mit 3 Mark bezw. 5 Mark und hoher, je nach der Bcdeu. tung der Krankenkasse, verzeichnet sind. Die Versammlung er­klärt« sich nur für eiuen Höchstsatz von 5, Mark und übeilieh es den einzelnen Verbänden aus Grund dieser Festsetzung mit den Aerzten ihre weiteren Vereinbarungen zu treffen. Die Epezial- ärzt« ließen einen Vertrag überreichen, in dem für jeden Besuch 2 Mark gefordert wird, wobei alle Sonderverrichinngen bis 5 Mark vingeschlossen sein sollen. Für Spezialoperationen in den Krankenhäusern lautet die Forderung bis zu 30 Mark in jedem Cinzeffall und rin« Mart pro Tag für die Nachbehandlung. Die Versammlung behielt sich die Entschließung über diese Forder. ungen für eine spätere Beratung vor. Die Zahnärzte gewähren aus die Minbefisätze eine Rückvergütung bis zu 13 Prozent. Ebenso erklären ssch die Apotheker bereit einen Rczcplurrabatt von 12 Prozent und auf den Gesamtbetrag, wenn er innerhalb vier Wochen nach Ausstellung der Rechnung bezahlt wird, zwei Prozent Abzug zu gewähren. Mit den größeren Krankenkassen sollen besondere Rabattsätzc vereinbart werden. Die Beratun­gen über die Dienstordnung mutzten wegen der Schwierigkeit der Maierie und der vorgerückten Zeit einer späteren Tagung überwiesen werden.

Vereinigte Sladkiheaier Frankinr! a. M. Opernhaus.

Donnerstag, den 19. Febr., abends halb 8 Uhr: ,>Hofs-

nianns Erzählungen". 15. Vorstellung im Dounerstag-Abonn. Gewöhnliche Preise.

Freitag, den 2g Febr., abends halb 8 Uhr: Vorstellung

bei kleinen Preisen:Der Freischütz". Außer Abonu.

Echonipielhouo.

Donnerstag, den 19 Febr., abends 8 Uhr:Wie «inst im Mai". Außer Abonu. Gew. Preis«.

Freitag, deu 20. Febr.. at'ends 8 Uhr: Abonnementsvor-

stellung für den am 25. November 1913 ausgefallenen Dienstag: ,Das Glück im Winlel." 18. Vorstellung im Dienstag.Abonn. Gewöhnliche Preis«.

Spielplan des Stadtthcaters in Gießen. Donnerstag, den 19. Febr, abends 8 Uhr in Marburg: Der Kammersänger".Die Bäuerin".Blau". 14. Abonne. menisvorstellung.

Freitag, den 2V. Febr., abends 8 Uhr:Schneider Wibbel". 18. Freitag-Abonnementsvorstellung. Gew. Preise.

Aus den AisiliuisillGiß.

Kreis Friedberg.

Betreffend: Vorträge über Obst, «nd Gartenbau.

Bekanntmachung.

Ich bringe zur Kenntnis der Interessenten, daß Herr Gortcninspcktor John im Laufe dieses Monats in nachvcr» zeichneten Orten des Kreises Fricdberg Vorträge über Obst- und Gartenbau, verbunden mit praktischen Unterweisungen halten wird, wozu die Mitglieder des Vereins sowie sonstiac Lrruudi- bierrvit höflichst eingeladen werden:

Freitag, den 20. Februar in Rendel,

Freitag, den 27. Februar in Massenhcim.

Nähere Mitteilungen gehen den Herren Bürgermeisterin. Vorsitzenden bezw. Obmännern zu.

Friedbcrg, den 6. Februar 1914.

Ter Vorsitzende des Kreisobst- und Gartenbauvereins Friedberg.

F r h r. S ch e n ck.

Kreis (lUesteir.

Betr.: Tie Kosten für cnntsticrärztffche Verrichtungen.

An den Hrrrn Lberbürgeruikister zu Gießen und «» die Großh. Bürgeriuejitereien der Laudgcmcindcn des Kreises.

Es hi'! sich ergeben, daß cs für Diehinarktbeiucher zu um- stündlich ist, wenn stc die Quittungssormulare. deren !ie nach unserer Bekonntmachiiiig vom 5. September 1913 (Kreisblatt Nr. 72) bedürfen, bei der staatlichen Hebe stelle lösen. Zur Vereinfachung hat Großh. Ministerium der Finanzen iolgendes Verfahren unter der Vorausictzung zu­gelassen, daß die Genieindcvcrwaltiing, die die Viehinä'ktc veranstaltet, zustiinint und keine Vergütung für den Ver­kauf der Ouittungsformulare beansprucht.

Die zuständige BezirkSknsse oder Untererhebestelle gibt an jcdein Markttage auf Ansuchen des GemeindefStadt). rcchners eine dem voraussichtlichen Bedarf ciitsprechcnde An­zahl von Oliittiingsformiilarcn an diesen gegen Empfangs» bescheinigung ab. Den Verkauf der Formulare an die Vieh­händler besorgt der städtische Bedienstete, der das Markt- siaiidsgeld erhebt oder der Marktstandzeichcn abgibt. Dieser Bedienstete hat auf den verkauften Onittiingsformularcn den Namen des Käufers einzutragen und unter Streichung des VordruckesGroßh. Bczirkskaise-Untererhebcstellc" «ainens der Gemeinde(Skadt)-kasie unter Angabe des Da­tums unterschristlich zu quittieren. Nach Benndigung des' Marktes hat der betr. Bedienstete die nicht verkauften For­mulare und den Erlös für d>e verkauften OiiittungSformil- larc alsbald !wm GeineindelStadlj-rechner abzuliefern, der beides gegen Einpfangsbefcheinignng der staatlichen Hebe­stelle weitergibt. In deren Hilfstngeblich ist als Einplänger der verkauften Ouittunge» die Gemeinde(Stadt)-kaise ein- zutragen.

Die Geliicindeverwallnng hat. wenn ste von vorstehendem Verfahren Gebrauch machen will, dem zuständigen beamteten Vctcrinärarzt, sowie der zuständigen staatlichen Hebcstelle vorher Kenntnis zu geben,

Gießen, de» 12. Februar 1914.

Großherzogliches Kre!sanft Gießen.

I. D.: W e l ck e r

Bekanntmachung.

Betr.: Ma»l- und Klanenseiickie.

Die in dem Gehöfte des Ediiard Diehmann in Rumpex heim, Kreis Offenbach. auSgebrockieiie Manl- und Klauen­seuche ist erloschen. Die Gehöttsperre ist aufgehoben. Gießen, den 14. Februar 1914.

Großherzogliches Kreisanit Gießen.

I. D.: Langermann.

Bekanntmachung.

Einstellung von Drei und Viersährig-Freiwilliacn fitr »a» III. Seebakaillon in Tsingtau mib das Ostassaffkche Marine- Detachement in Peking nnd Tientstn (Ehina).

Einstelliing: Oktober 1914, Ansreiie nach Tünata»: Januar oder Frübiahr 1918, Heimreise: Frühjahr 1917 bez. 1918. Bediiigiingen: Mindestens 1.65 Meter groß, kräftig.

gesunde Zähne, vor dein 1. Oktober 1895 geboren (sünacre Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwickelung).

Angenomme» werden Leute aller BcrusSarten: er­wünscht sind: Elektrotechniker, Mechaniker, Cbauffeure,

Schilbn'.acher, Schneider. Gärtner und schreibgewandto Leute.

Das IIT. Seebataillo» besteht aus: 5 Koinpannien

Marine-Jnsaillerie (davon ist die 5. Kompagnie beritten). 2 Maichinengewebrzügen, 1 Marine-Feldbattcrie (reitende Batterie). 1 Marine-Pionierkompagnie.

Die Vierjübrig-Freiwilligen sind in erster Linie für die 5. (berittene) Koinpagnie besffmint.

In den Standorte» in Ostasien wird allster Löhnung »nd Verpsleguiig eine Ortszulage aon täglich 05,0 gewährt, die Vierjährig-Freiwilligen erstatten im vierten Dienstjabre eine Ortszulage von täglich 1.50

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Bcifügiina eines vom Zivilvorsttzenden der Ersatzkomnüision ansarOall- ten Meldescheins ziiin freiwilligen Dienstcintritt ans drei bezw. vier Jahre zu richte» an:

Koiiunando des III. Stammseebataillons in Curhaven. Die flloicfK Bekanntninchnng geht vom Koininnndo der Stamiiiabteilüiig der Matrosen Artillerie Kianffchon in Cur- haven ffir 3- und 4jähr!g.Freiwillige für die MatroseiiAst- teiliiiig Kiautichou (Küstenartillerie^ in Tsingtau (China) aus.

Kreis Küdinften.

Bckannlmachiiiig.

Der Voranschlag der Genieinde Haingründau ffir 1914 ist vom 18. Februar an acht Tage lang ans unterem Bureau offcngclegt. Bemerkt wird, daß eine Umlage beschloiseu wurde, zu der auch die Ausmärker berangezogcn werden.

Haingründau, 15. Februar 1914.

Großh. Bürgenneisterei Haingründau.

K a l k h o f.

Dieselbe Bekanntmachung gilt auch für die Bnraer- nieistcreien Hirzenbain und Nieder-Mnckstadt