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*tie IjfiitigrJlnmmrr umfaßt 12 Seiten.
llcbcrfidit.
— Ter Rhein führt iusolgr dt» Eisgangr» Hvchw»sirr. <?cile Strecke» sind überschwenniit. Ruch die Nahe führt bei t'innen Hc>ckstr>aiser, ihr Wasierspirgel ist um 1 Meter gestiegen.
— I,» Garniionsazarett 5:1 Zittau tjt ncjtern ei» Solbnt bee 102. Iesanterie Regiincnt« gcslvrbc». Ter Jnjanterist 1 u«ir vor drei Togen Wege» Brnspch,nerze» in» tsciriiiso,:- äzarett anigenonnnen worden. Weitere Fälle von Geii'ck- larre sind dort nicht ermittelt worden.
— Einer Meldung der „Politische,' Korespondenz" aus Pari« zufolge, haben die Großmichle beschlossen. i„, Rolfe, dost die Türkei oder Griechenland den Wünschen der euro raischen Kabincllr in der Jnsrlsragr nicht Folge leisten, ge- ngnete Maßregel» z» beraten, die dem Willen der Mächte Geltung zn verschlissen in der Lage sind.
— Ein schwere» Verbrechen ist in Melnn verübt worden. Tort fand inan de» Pariser Aeibrikanten Leon und seine Fra» in ihrer Villa ermordet aus. Die beiden Leichen waren von inehrere» Revolverkugeln durchbohrt. Alle Türen der Billa lind erbrochen. Sieben den Leiclten fand man einen Revolver liegen. In der Wohnung selbst wir nichts in Un- »rdnung. so daß angenommen wird, daß hier ein mysteriöser Racheakt vorliegt.
— Essad Pascha, de» gestern in Nom mit anderen albanischen Delegierten angekomine» ist, ist plötzlich erkrankt und 1 , uß das Bett hüten. Er soll an einer schweren Influenza leiden.
— In Nrwvork herrscht eine surchtbare Aalte, die seit »tehreren Tagen anhält. Ein Heer von ArbeitS- utib Cb- »r.chlosen hosst aus den von der Wetterwarte angekiindigten Lchneesturin. der ihnen Arbeit bringen wird. Bisher sind in der Stadt 20 Menschen erfroren. An der Küste herrscht ein furchtbarer Sturm.
— Tie Erkrankung de» Präsidenten Wilson ist schwerer, als inan zuerst angenommen hatte. Es Hot sich eine leichte Erkrankung von Divbterie herausgrstellt. Die Lungen st»d nicht angegrisse». Auch ist die Teinperatur des Patienten n'cht besonders hoch. Voraussichtlich wird Wilson noch mehrere Tage das Bett hüte» müssen.
— Wie der „Newyork Herold" meldet, ist gestern der deutsche Meeujer „Bremen" vor Kap Haiti eingetrossen. Nach einer Konferenz des Kommandanten mit dem anierikanischen Konsul überzeugte sich der erstece davon, daß die vorhande- re» amerikanischen Streikraste zur Aufrecksterhaltung der Sickyrkeit genügte». Die „Bremen" lichtete darauf wieder die Anker.
kirr Müliflniln; im tluidwiMallsral.
Am Mittwoch Abend um 6 Uhr fand im Hotel Adlon in Berlin da« Festessen deö Deutschen Landwirtschastsrat.'s statt. Es nahmen ». a. daran teil Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, der frühere Regent von Brannschweig. Reichskanzler I'r v. Bethmann.Hollweg, Staatssekretär des Reichsamts des Inner» Iw. Delbrück. HandelSminister Iw. Sydoto, Finanzminister Iw. Lentze, Landwirtschastsniinister Freiherr v. Cchorlemer-Lieser, Staatssekretär des Reichs- sclonialamts Iw. Solf. Ter erste Redner war der Bor- ätzende des Landwirtsclmstsrats, Piäsident des Abgeordnetenhauses Graf v. S chw e r i n - L ö w i tz . der zum fünf- zehnten Male dem Festmahl präsidierte. Freiherr v. E e 11 0 hielt einen Trinkspruch auf die Gäste..
Sodann ergriff
Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollwcg >as Wort zu folgender Ansprache:
Eure Hoheit! Meine HerrenI Ich bitte um Erlaubnis, tem Tank der Gäste, die den Deutsche Landwirtsckx>ft»rat an dieser festlichen Tafel um sich versammelt hat. herzlichen Ausdruck zu geben.
Ihr verehrter Herr Vorsitzender, der Graf v. Cchwerin- Lölnitz. hat uus von dem gegenwärtigen Stand der deutschen Landwietscktzift ein erfreuliche» Bild gegeben. Wir alle, die wir den Hein,ticken Boden behauen, sind es zufrieden, daß die Zeilen voriiber sind, wo die Landwirtschast scharf um hcen Platz, uni die Anerkennung ihrer Bedeutung im nalio- naleii Wirtschaftsleben Deutschlands zn kämpfen hatte. Die Besserung der Zeiten kann die deutsche Landwirtschast um so ,[jener anerkennen, als sie dabei gewiß sein darf, dah darum • it Regierung in ihrer Fürsorge für die LandwirEchast nicht . aüasien wird. Im Gegenteil, der Erfolg der Maßregeln ,ir Förderung und zmn Gedeihen der landwirtschastlichen ileit bestärkt sie nur in dem Vorsatz.
aus dcm bewährten Wege weiterzuschrciten. Lebhafter Beisoll.)
Nu» hat »ns aber der Gras von Schwerin über den Kreis der Iandwirlsc!>->jUiri»e,> Interessen lanausgesührt auf das weitere politische Feld Gut» Ernte, ernste voliliick»'
Zeiten I So schien mir die Gesamt.entsnr zu sein, die er dein abgelaufene» Jahre an-stellte. Ich will nicht die Scisvierig- keiten unserer inneren Zustände geringer darstellen, als sie sind. In einem, in den» Hauptpunkt, sind wir jedenfalls alle einig. Das ist der durch große Wstrhlersolge gesteigerte Hoch- niut einer Partei, deren Bestrebungen daianf hinanSgehen, die ,Fundamente des Reick >>» und unserer Monarchie zn mi- terhöhlen. Da gibt e» kein Paktieren, londer» nur .Kamps. tBeiiall.) Ich nehme die enlsck ledenen, mutigen und sieg- beumhten Worte de:- Grasen v. Sanoetin cum Pfände dafür, daß die dcutschrn Landwirte in diesem Kaiiipic immer i» vorderster Reihe stehc» werden, lind er hat reckst meine Herren, denn mit Miß,»nt. mit Verdrossenheit können wir i» diesem Kauipfe nickst siege». Wir leben in einer Zeit der llnlust an dem Gang der innerpolitischen Gescksäfte. Ich will inich, in ihre,» Kreis und als ein gern »nd dankbar gekoni- mener Gast. nicht jchärser ausdrncken. Draußen im Lande sind wir ja auch andere Töne entgegengeschlageii. I» solchen Zeitläuften pflegen wir Deutsche „ns leider besonders liebevoll in unsere eigenen Schwächen z» vertiefen Und so bat sich anckr jetzt wieder, ebenso wie es bei schlechte», Wetter alte Leibesschäden »nd auch schon vernarbte Wunden tun, die alle deutsche Rationalsünde des PartikulariSmus neu gemeldet. Die Jtio in Partes ist zwar ein alles Institut, aber es versagt, wen» der Gegner maskiert dasteht. Mit staatlicher Absonderung and Vereinzelung legen wir nur
dir Kräfte, dir wir gcsammrlt brnuchr», immsrnchlbare» Gegensätzen fest. Hier, meine Herren, im Kreise des Teutscltz'ii Landwirlschastsrats. das zeigen deuilich die sympithische» Ausführungen deS Freiherr» v. Cetto. die so lebhaften Anklang fanden, fragen wir jedensalls nicht nach Stamm und Art. Hier arbeiten wir an gemeinsame» Ausgaben in dem Bewußtsein, damit staatserhaltende Arbeit für dos ganze Reich zu tun. iLebhafter Beifall.) In diesem Kreise wird es dann auch richtig verstanden werden, iveim ich frage: sollen wir gegen die
Ausartung dimokratischrr Einrickstungr»
die die Sckwpser des Reiche« in der ausgesprochenen Absicht geichasfen haben, die partikularistische» Neigungen der deutschen Stämme niederzuhalten, sollen wir da Hilfe und Abwehr suckln in der Neubelebnng ebensolechr partikularislischen Tendenzen? Erinnern wir uns doch an das, was uns in den letzten Jahrzehnten auch über die politiscktzm (stegensätze hinweg einig und stark gemacht hat und uns auch in der Gegenwart einig und stark erhält und erhalten muß. Das ist die Arbeit, in der die Gesamtheit der wirtschaftlichen und politischen Kräfte der Nation frei geworden ist und im Dienst jedes heimischen Fleißes wie weltumspannender Unternehmungen rastlos nach immer neuer Betätigung drängt. Dabei ist manches Alte, manck^s Gute, manches Liebgewordene zerstört worden in der Hast und Intensität unserer Entwickelung. Ich entsinne mich — es niag ein Jahrzehnt her sein. — von einem märkischen Landwirt gehört zu haben: Zuckcr- lüben baue ich nicht. Dann ist es mit dcr alten Freude, mit dem alten Behagen des ländlichen Lebens vorbei. „Ter Mann niag vielleickst mit dieser Absage an die Intensität nicht so unrecht gehabt haben, aber unser heutiges Leben zwingt uns in andere Bahnen. Wie
viele neue Ausgaben jeder neue Tag jedem Berns stellt, darüber brauche ich vor Ihnen nicht zu sprechen. Tie gewaltigen Fortschritte der deutschen Landwirtschaft sind ein beredtes Zeugnis dafür, mit neuen Erfindungen, mit neuen Entwickelungen, mit neuen Zuständen sich nicht abziifinden, sondern sie auSzimiltzen, sie zu meistern, das ist die
uns täglich neu entstehende Aufgabe. Und der Geist solcher Arbeit, der aus allen Gebieten deS wirlschastlichen und kulturellen Lebens sck)aftend und neu ausbauend wirkt, der wird in, Zusamcmnschluß aller brsonncnrn und von Staaisbc- ivußtsrin gctragrnru Elcmrnte im ganzen Reich auch stark genug sein, uni die Kräfte niederzuhalten, die in der gärenden Entwickelung unserer Zeit das Gefüge unseres staatlichen Baues nicht festigen »nd bessern, sondern lockern und nicderrcißen wollen. Gras Schwerin hot gut getan, zu erinnern, daß der Deutsche Reichstag im vorigen Jahre in starker Entschlußkraft die größte aller Wehrvorlagen zum Schutz des deutschen Reiches bewilligt hat. Und meine Herren, wen» Sie sich dem Ergebnis Ihrer eigenen Tätigkeit zuwenden : ein guter Teil bleibt Jahr tür Jahr dem Segen oder Unsegen höherer Gewalten Vorbehalten. Don dem übrigen, was als Ihre eigenste Leistung verbleibt, k nnen auch Sie mit stolzer Besricdigung sagen: auch hier ist deutscher Fleiß, deutsches Dissen, auch hier die ewig frische Tüchtigkeit unseres Volkes. Daß dos immer so bleiben möge, das ist unser aller Wun'ch. Ich bitte Sie, erheben Sie Ihre Gläser »nd stimmen Cie mit mir ein in den R»s: Tie deutsche Lond- wirtichaft und ihre Vertretung, der Deutsche Landwiitschasts- rat, sie leben hoch, hoch, hoch." (Lebhafter Beifall.)
Drnllchcr rreichstn,,.
Das Haus beschäftigte sich „nt Freitag zunächst mit einige» kurzen Anfrage». Aus eine «»srage des »bg. Frhi. v. Richthefe» (»all.), ob von der Aushebung de« amerikanilcher Verbot» der Wasscnaussuhr noch Meriko Schädignngrn denk- ick», Interessen, l>eso»der« des Lebens dort wohnender Drin lebe» zu erwarte» seien, erwiderte
llnterstaatssekretär Zi««erm»nn, daß die Bereinigten Staaten die Anfhebung des Waisenanssubrrerdots anitlich istitgeteilt und dabei der Ansicht Ausdruck gegeben hatten daß niemand außerhalb Mezikos imstande sei, die Angelege,,- hcite» des Lande» zn ordnen. Tie amerikanisckie Regierung N olle ihre cataatSangehörige» lediglich in dieselbe Loge versetzen. wie die anderer Länder, die nach Mexiko frei verkaufen kennten. Ten Scknitz ihrer Staat-.„»gehörigen hat die deutsche Regierung sofort in die Hand genommen, auch zwei Kriegsschi,,°e nach Mexiko gesandt. In, Innern de« Lande» ist ei nach Lage der Dinge nicht möglich, Schuh zu gewähren. Selbstversländiich wird die inexikainickze Regierung nach völkerrechtlichen Grundsätzen für den entstandenen Schade» auszukoininen habe».
Auf eine Anfrage des Abg. Eolvhvrn (Welfe) erwiderte
Ministerialdirektor l>r. Easpar, daß e» allgemeine Regel nicht lei, daß bei der Versicky-rung von Kindern i» Land krankenkassen der Nackzweis eine» bestiminte» Verniögens oder die Erlegung einer Sick>erheit gefordert wird.
Nunmehr setzte das Hans die Einzelberatnng des Etats für das Reichsanit des Innern fort und stimmte über die Resointionen zum Reichsversicherungsamt ob, die angc- nouinien wurden. Die Denkschrift über die Riccklagen der Berufsgenossenschaften überwies das Haus einer Koinniis- sion von 1-1 Mitglieder». Beim Kapitel Aulsick,tSomt für Privatversick-eruug bem,ingelle
Abg. Giebel (soz.) die Beleihung von Jndnstriewerke,' von den eingehenden Kapitals:n durch das Bersickstrungsamt »nd die Anstellung zahlreick,er Ptilitöranwärter.
Münsterialdiiektor Dr. lkaspa, bezeichne!«! di« Beleihung von Jndustriewerken als »nznlässig. Die Anstellung von Militüranwäetern sei gesetzlich dadurch geregelt, daß ein Drittel der Angestellten daraus bestehe» niüsie. Jedoch tollen tüchtige Leute auch nicht abgewiese.i werde», wen» da» Drittel schon erreicht ist.
Abg. v. Wintrrskld-Mkuki» (kons.): Selbstverständlich wehrt man sich, wenn ein anderer sich in einen alten befestig, tcn Besitzstand eindrängen will, dagegen und wird zornig Wie es im Sprichwort heißt: Der alte Kater beißt den jun- gen. Die öffentlictjcn Versicherungen haben in einer gewissen Notiveyr gegenüber der privaten gehandelt. Die Versicherung der ersteren weist in nock, kurzer Zeit recht erhebliche Zahlen ans. Sie können sehr wohl zu einer AuSgestallumi drr Lebensversickyrrung beitrage». In biejer Beziehung kann, wie England und Amerika zeigen, bei uns »och setz, viel geschehen. Die Lebensoersicherung ist die beste Gelege» heit, zu spare». Die Ausdehnung der össentlichen Versiche rungeu aus die westlichen Provinzen ist durck>iuS natürlich Wir werden aber in Zukunft alles auSschalten, was diese Zwistigkeiten unterhalten kann. Die Arbeit einer einzigen Persönlichkeit, de» Dr. Kopp, hat die öffentlicf>cn Anstalten i» ungeahnter Weise entwickelt. Man wird trotz einzelne, Ausstellungen dieser Tätigkeit Bewunderung nicht versage» können. (Beifall rechts.)
Abg. Ur. Toormann (Fortschr ): Auch wir bedauern den Streit zwisck,en den privaten und öffentliche» GeseUlchal- ten. Wir wünschen, daß sobald als möglich eine Eiiiigliii,, herbeigeftihrt wird. Wir sind nicht Gegner der össentlichen Versicherungen, glauben aber die Sache zu fördern, wenn wir beide fördern. Für einen friedlichen Wettbewerb ist Raum genug.
Abg. Itr. Junck (natl.): Ter Streit zwisck-en den össcnt lichen und privaten GeseUschasten soll mibt aus das Niveau eines gewerblichen Konkurrenzkampfes komme». Tie crsterc» habe» die Unterstützung der staatlichen und lilemeindebehor- den in Preußen. Die öfsenllichen Veesicherungen habe» durch ihr Verhalten die Sozialdeiiiolratie unterstützt.
Staatssekretär L>r. Delbrück: Bei dem ttonkurrenzstec,: Epischen öftentlich-rechtlicben und privaten Versicherrnig! :■ sellschaften ist es zu Ausschreitungen gekommen, die di • Aufsichtsbehörden häusig genug mit oller Sdjorfe zuruck.. wiesen haben. Nun hat sich au» der Tatsache, daß die - sicht über den einen Teil der Unternehmungen da» Auftick- amt der Privatvcrsicherungc» sührt, über den. anderen Teil der Unternehmungen das Aussichtsanit der Privatveesick. - rungen sühet, über den anderen Teil das preußische 2.in.' sterium de» Innern, mit Reckst oder Unrecht die Vorslel!-. » entwickelt, al» ob die verschiedenen Aiissickstsbehörde,, die eia> oder andere Partei begünstigen. Diese «ussailung muß i«"i mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Die Angelege >! - . ist von Anbeginn in engster Fühlung zwischen it" 1 ’ preußischen Minister des Innern und mir behandelt Word Wir bnbrri von Ansano an darin üb-reinaestimmt, daß eins


