Ausgabe 
14.2.1914
 
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Jir. 38

9(cu( zlageszenung. toainstao, »« ,y«bruat lall,

-eriiüche Propagierung der Volksversicherungen eine über- rus wichtige Aufgabe ist, und daß alle jene, die sich dieser

Aufgabe unterziehen, angemessene Förderung durch die Be­iden erfahren müssen. Ich habe mich bemüht, den Bolks- 'uncherungen ihren gemeinnützigen Charakter zu sicher», > eil ich aus den Kreisen der großen Arbeiterorganisationen earuni gebeten wurde. Wir Ivaren uns auch darüber einig, es in hohem Maße unheilvoll wäre, wenn die beiden Un- ternehmungen sich bekämpfen würden. Ich bin redlich be- nu'iht gewesen, rechtzeitig eine Einigung zwischen den Betei­ligten herbeizuführen, was mir bis jetzt leider nicht gelun­gen ist. Ich boffe, daß sich in nicht allzu ferner Zeit die Einigung vollziehen wird. Eine Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen, wie sie in den beiden Resolutionen gewünscht wird, erscheint mir nickst tunlich. Wir sind nicht in der Lage, 'ine Organisation, die der Aufsicht der preußischen Behörden untersteht, auch der Aufsicht einer Beirbsorganisation zu un­terstellen, Die Betsirchtung, es könnte durch das Ncber- greifcn einzelner Versichernngsunternebmnngen in andere Bundesstaaten eine Rcckstsnerwirrimg entstehen, ist kaum berechtigt. Praktisch durchführbar sind derartige Unter­nehmen in mehreren Bundesstaaten durchaus. Es besieht -wischen den: preußischen Minister des Innern und mir Einigkeit darüber, daß derartige Versicherungsanstalten un­eingeschränkt der Rechtsprechung des ordentlichen Gerichtes unterstehen. Ich trage also nach dem Gesagten Bedenken, ein Gesetz in Aussicht zu stellen, das die Befugnisse des Aussichts- amtes für Privatverfichernngen ansdehnt auf öffentlich-recht­liche Unternehmungen, die über die Grenze eines Bundes­staates hinaus betrieben werden. Im übrigen stimme ich mit den Rednern ans dem Hause darin überein, daß Ausschrei­tungen im Konkurrenzkämpfe von der einen oder anderen Partei nach den gleichen Grundsätzen und mit gleicher Schärfe geahndet werden müssen.

Abg. Rupp-Marbnrg (w. Dgg.) empfiehlt zwei Resolu­tionen zur Annahme. Die eine wünscht einen Gesetzentwurf, der auch die öffentlich-rechtlichen Vorficherungsunternehmun- gen den« Kaiserlichen Aussichtsamt unterstellt, während die andere Resolution verlangt, daß diese Unternehmungen bei ihrer Propaganda die vom Auffichtsamte ausgestellten Grundsätze beobachten und den Staats- und Gemeindebeam­ten untersagt, ihren amtlichen Einfluß zugunsten iggend iner Lebensversicherungsform geltend zu machen.

Abg. Kildenbraiid (Soz.): Die nationale Dolksversiche- rnng ist nicht ins Leben gerufen, um denr Volke zu dienen, ländern um unserer Volksfürsorge zu schaden. Herr Kapp wollte mit seiner Bcrfichcnmg nur Geld für agrarische Zwecke sanrmeln. Nur der von uns gegründeten Dolksfüc- lorge ist es zu danken, daß man jetzt den längst bestehenden Mißständen in der Volksversichenmg zu Leibe geht.

Abg. Schwarz-Schweinfurt (Zentr.): Die sozialdemo­kratische. Dolksfürfocge ist nicht ans idealen Interessen ge­schaffen worden, sondern ans dem Wunsche heraus, weite Kreise zu beeinflussen und die Arbeiter fester an die Ge­werkschaften zn fesseln, (Zwischenrufe der Soz.: Das ist ja fasscht) Rein, richtig. Sie behaupten wohl was anderes, aber denken es nicht.

Samstag: Fortsetzung. Schluß nach 6 Uhr.

^reichlicher Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Auf der Tagesordnung stand zunächst der Antrag der Ee- tchäftstoinmission, das Urteil gegen den Redakteur Alb. Wachs, der dar Haus ein« Affenkomödie genannt hatte, imVorwärts" ZU vcrösfentlichrn. Wachs war zu sechs Wochen Gefängnis oer. erteilt worden.

Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) wünscht ebenfalls die Ur- teilsvcräffentljchung, damit das Verhalten des Hauses gegen >ir Abgg. Borchard und Leineit der Dergesienheit entrissen verde.

Der Antrag fand einstimmige Amrahme.

Fn der fortgesetzten Beratung des Etats des Ministerium» >ez Innern erklärte Abg, Frhr. v, Zedli tz (fonj.), daß seine urcundc gern dem nationalliberalen Aufruf zur gemeinsamen Lelämpsung der Sozialdemokratie folgen werden, er wies aber darauf hin, daß die Fortschrittliche Volkspartei dies erschwer«. Sic liefere Alaudate an di« Sozialdemokratie aus und schon Bismarck l>abc si« eine Vorfrucht der Sozialdemokratie genannt.

Abg. Dr. R o e s i ck e (kons.) wollte namens seiner Freund« ruter allen Umständen das Recht aus persönliche Arbeitsfrei- h-il gesichert sehen. Dem Bund der Landwirt« sei Boykott -or. gkworseu worden, aber trotz der vom Hansabur.de eingesetzten Kommission habe man bis heut« noch nichts Vorbringen kön- aru. Unrichtig sei cs, daß der Bund der Landwirt« die Basis der Konfervat.ven sei. Wenn dies« sich gern« auf di« Land- I irte stützten, so täten sie dasselbe wie die Rationalliberalen ent dem Bauernbund. In vielen Dingen könnten die Parteien Zusammengehen, doch nicht in der Art, daß die Konservativen nnmei nachgäb-n. Bei d-r heutigen politischen Lag« sei er ge. ladezu unverantwortlich, wenn lein« Verständigung erfolgen rürde.

Abg. Dr. v, Lampe lRatl.) meint«, Dr. Roestcke werde vi« Verquickung des Bundes mit den Konservativen nicht aus der Welt schassen. Die Nationalliberalen würden gern Füh­lung mit dem Freisinn, dem Zentrum und den Konservativen suchen.

Abg. Dr. Steputat (Litauer) erklärt« den Polen, daß die Litauer stets auf Seiten der Regierung stehen wurden im Kamps gegen die Polen. Dies« hätten ihre Macht gegenüber den Litauern seit altersher mißbraucht. ch

Abg. I m b u s ch (Ztr ) forderte die Besetzung der Stellen In den Versicherutgsämtern mit Männer» von praktischem Wis­sen. Die Gener-Idebott« wurde hieraus geschlossen.

In einer nunmehr cinsctzenden Eeschästsoidnungsdebatt« erhielt Abg. Dr. Liebknecht kSo.z.) einen Ordniunasruf.

weil er ausführt«, Freiherr v. Zedlitz sei als Verteidiger der bewasstieten Offiziersfeigheit ausgetreten.

Nunmehr begründet« Abg. Dr, Schmedding (Ztr.) et. ncn Antrag, der uiu einen Gesetzentwurf bittet, wonach die Fürsorge für die gemetngesährtichen Geisteskranken, soweit sie nicht den Landarmenverbänden obliegt, vom Staat zu überneh­men ist.

Minister v, Dallwitz bezeichnet« cs als unzutreffend, daß die Bestimmungen über Entlassung und Unterbringung von Geisteskranken in Irrenanstakten unzurcichrnd seien. Auch in der Fürsorge sei «irre Aenderung des bestehenden Zustandes nicht vonnöten.

Das Haus vertagte sich auf Tarnstag 11 Uhr. Fortsetzung. Schluß y, 5 Uhr.

iLirgesnkersrch t.

Deutsches Nsich.

:: Die Entsendung drs Penedikiinilrpaters Jansen nach Deutschland. Zn der Meldung des Mainzer Jorrrnals, daß der Papst die Absicht habe, d-r, Benediktinerpater Jansen nach Deritschlond zu entsenden, schreibt dieEssener Volks- zeitnng": Es handelt sich um den dem Franziskanerorden an- gehörenden Pater Jansen, dem die deutschen Verhältnisse sämtlich, auch die der christlichen Gelverkschasten, nicht unbe­kannt sind. Er würde die richtige Persönlichkeit sein, einen Ausgleich herbeizuführen, wenn das überall ernstlich ge­wollt wird.

Frankreich.

:: Schwerer Dffziplinbruch in der Armee. In dem

Fort St. Jean, in dem eine Anzahl vorbestrafter Soldaten untergebracht war, die strafweise in algerische Regimenter versetzt werden sollten und die Abfahrt des nächsten Dampfers abwarteten, hat sich gestern Nacht ein blutiges Draina ab­gespielt. Beim Zubettgehen bemerkte der Unteroffizier Ronssin voni 32. Infanterie-Regiment, daß ein Soldat sich zwei Zeltdecken angeeignet hatte und befahl ihm. eine her­auszugeben. Darauf stürzte sich der Soldat auf seinen Vor­gesetzten und versetzte ihm einen heftigen Messerstich in den Kopf. Der Verwundete wurde in bedenklichem Zustande in das Garnisonlazarett gebracht. Der Täter leistete bei seiner Festnahme verzweifelten Widerstand.

Schweden.

:: Kabinettskrise. Baron de Geer hak gestern dem König mitgeteilt, daß es ihm unmöglich sei, ein Ministerium zu bilden, da die von ihm bei der Bildung des liberalen Kabinetts erachteten Voraussetzungen nicht vorhanden seien. Ter König hat darauf den Regierungspräsidenten von Np- land, den geniäßigten Liberasen Hammerskjöld ersucht, die Bildung des Kabinetts zu übernehmen. Dieser hat dem König unter Hinweis auf die Lage, die dadurch entstanden sei, daß die liberalen Parteien des Reichstages bei der Bil­dung eines Ministeriums nicht Mitwirken wollen, geraten, sich an die Konservativen zu wenden. Der König hat sedoch Hammerskjöld nochmals gebeten, die Angelegenheit ein­gehend zu prüfen.

Vom Balkare.

:: Lösung der Jnselsrage. Gestern Abend wurde die Note der Mächte von den Gesandten der Großmächte dem Minister des Aeußeren übergeben. Alle von Griechenland besetzten Inseln mit Ausnahme von Jmbros, Thenedos und Castelorizo sind Griechenland zugesprochen worden. Von der griechischen Regierung werden genügende Garantien für die Nichtverwendung der Inseln zu Flotten- und militärischen Zwecken verlangt. Die Zuweisung der Inseln wird erst dann endgültig sein, wenn die griechischen Truppen das Al­banien zugewicsene Gebiet geräumt haben. Die griechische Regierung wird aufgefordert, weder direkt noch indirekt den Widerstand der Epiroten zu ermutigen. Die Räumung wird mit Goritza beginnen und bis zum 31. März beendet sein müssen. Zuletzt wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß scwohs die Türkei als auch Griechenland sich dem Schieds­spruch der Mächte fügen werden.

Südafrika.

:: Aus dem Parlauicnt. Im weiteren Verlaufe der Beratungen über die von der Regierung eingebrachte Indem­nitäts-Vorlage nahm General Hertzog das Work, um in einer groß angelegten Rede einen hefffgen Protest gegen die Poli­tik der Regierung einznlegcn. Ec griff sie wegen ihrer gan­zen Haltung in der Arbeiterfrage außerordentlich heftig an und sprach sein Bedauern darüber ans, daß sich eine Regie- rung dazu verleiden lasse, das Gesetz derartig zu verletzen, daß sie Jemand auSweise, ohne ihm Gelegenheit zu geben, in einer ordentlichen Gerichtsverhandlung seine Unschuld nachznweisen. Der Höhepunkt seiner Rede, die die größte Aufmerksamkeit auch auf Seiten der Regieningsparteien fand, war, als er seinen ehemaligen Lagergenossen, General Emiits mit Nero verglich. Um der Opposition weiter Ge- legenlwit zu geben, die Poliffk der Regierung zu kritisieren, trat Hertzog für eine zweite Lesung der Vorlage ein.

Kanada.

:: Ein Panama. Die kanadische Parlamentskommis- sion stellte fest, daß bei dem Bau der tcanskontinentalen Bahnen 160 Millionen Mark verschleudert worden seien. DieTimes" meldet, daß diese Summe bei dem Bau zweck­los ausgegeben worden sei. Die elf Firmen, an welche die Arbeiten vergeben worden seien, hätten sich allein durch Wei- tcrvergebung eines Teiles der Arbeiten einen Gewinn von 35,2 Millionen Mark gesichert. Der Bau der Strecke durch Ncu-Braunschweig sei überhaupt völlig unsinnig angelegt.

Ans der Heimat.

* F-icdberg, 14. Febr. Die Einbrecher, dt« es ia letzter Zeit

auf unsere Gastwirtschaften abgesehen hatten, sind soweit fest- aenommcn. Gestern wurden hiesigen Wirt« in Frankfurt a. M.

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verschiedene gestohlene Sache» vorgelegt. Mehrere Gegenstände konnten als hier gestohlen sestgestellt werden.

* Frledberg, 14. Febr. Am Sonntag, den 15. Februar 1814 nachmittags 2K Uhr findet «in« Gelände-llcbung der hiesigen Ortsgruppe Zungdcutschland statt. (Siehe heutiges Inserat).

* Friedbrrg, 14. Febr. Das hiesige Eentraltheatcr hat für

di« Zeit vom 14.17. Februar folgenden Spielplan aufge. stellt:Pathe Journal 27,3 b".Um «ine Erbschaft".Köpke auf der Jagd".Das Glück des Hauses",Britannische Land­schaften",Pepitas Streiche",Vogel als Magnetiseur". Path« Journal erhält un, mit den neuesten Tagesereignissen auf dem Laufenden. Das dramatische SchauspielUm eine Erbschaft" geben wir auszugsweise wieder:Der Ansiedler

Nelson vermacht seiner Tochter Maria auf seinem Sterbebette sein ganze, Vermögen unter der Bedingung, daß sie Thonias Jen,rings heiratet. Der Advokat aber, der das Testament be­glaubigt, will das Vermögen für sich retten, und weißach dem Tode Nelsons auf geschickte Art sich selbst als Icnnings auszu. geben. Sein Plan wäre ihm auch gelungen, wenn nicht der alte indianische Diener bet der Teftamentsausfcrtigung mit zu­gegen gewesen wäre. Es gelingt diesem treuen Indianer die Scbliche des Advokaten aufzudecken und so den Abenteuerer zu entlarven. Die HumoreskeKöpke auf der Jagd" wirkt auf die Lachmuskeln. Der Hauptschlager betitelt sich ,Das Gluck des Hauses", cs ist ein großes Drama, das den Kampf zwischen Leidenschaft und Pflicht schildert. Auch das übrige Programm ist sehr reichhaltig, genußreich und darstellerisch ein Meister­werk.

* Fvicdbrrg, 14. Febr. (6. großer B ü r g « r m a S ke n . ball). International" sst das Leitmotiv des S. großen Bür. germastrnballs am Fastnachtsdienstag rnr Hotel Trapp, Es möge jedes Land, jede Provinz charakteristischer zeige». Jede schon« und originell« Maske wird von einem Preis altbewähr­ter Komiteemitglieder geprüft bezw. der entsprechende Ehren­preis zugeteilt. Ebenso sind Eruppenpreise vorgesehen. Die Ehrenpreise kommen im Laufe dieser Woche im Schaufenster der Hofbuchhaiwlung Bindeinagel zur Ausstellung. Es werde» in diesem Jahr« weder Kosten noch Mühe gescheut, um sämt. liche ober« und unteren Räum« de» Hotel Trapp denr Fest ent­sprechend herzurrchten und verdienen noch die Frirdens-Sekt- laubc, die Holländischen Likörstuben besonderer Erwähnung. Di« vier Musikkapellen werden zur Unterhaltung ebenfalls be­stens mit beitragen und wird sich der 6. große Dürgerinasken- ball feinen Vorgängern würdig anschließen. Der Eintritt ist auf Mk. 1.50 für Maskierte und Mk. 2.50 für Richtmaskierte (einschl. Kopfbedeckung) festgesetzt.

* t. Friedberg, 14. Febr. Am Donnerstag Abend fand in Gegenwart der Heuen Bürgermeister Stahl und Dozent Sta» chowiak durch den ernmgelffchrn Kirchenvarstand un» den Vor­stand des Swdtkirchenbauvereins die Abnahme der Arbeiten zur Herstellung der elektrischen Beleuchtung unserer Stadtkirch« statt, die von der heimischen Firma Fr. Fuendeling aufs zweck­entsprechendst«, sorgfältigste und sauberste al,-geführt morde» sind. Die Besichtigung, die sich bis in den Ehor und bi» zur Orgelempore hinauf erstreckte, gelangte denn auch zu einem all geniein sehr befriedigendem Ergebnis. Der Vorsitzende sprach am Schluß Herrn Fuendeling den Dank der Vorstände aus sür die besondere Mühe und den Eifer, den er daran gefetzt hat. um die Lichtanlage allen Wünschen entsprechend zu gestalten. Da die ganze Anlage eine wohltätige Zuwendung und Gab« des Stadtkirchenbauvereins an die evangelische Gemeinde ist, so erweiterte er seinen Dank namens der ganzen Gemeind« auch aus diesen Verein und all« sein« ihm treu gebliebenen Mitglie­der. Der Verein wird auch in Zukunft noch manches Schöne und Nützliche an unserer Stadikirche tun und leisten tonnen und darum wollen wir ihm auch feiner gern unseren Jahres­beitrag spenden.

* Friedbcrg, 14. Febr. Morgen Sonntag von 4 Uhr ab findet im Eafä Trapp großes Künstler-Konzert bei freiem Eintritt statt.

* Doru-Assenhrim, 15. Febr. Wie bereits schon bekannt, fin­ket kommenden Sonntag (15. Febr.) «in großer tarneoalistischer Umzug durch die Straßen unseres Dorfes statt. Nicht weniger als 18 verschieden« Gruppen lverden sich daran beieiligen. Der Empfang des Prinzen Carneoal, sowie die doraaschließcnden Musikkapelle, dasNeue Wiener Safe", sieSchnitter", di« Drescher", di-Metzger", di«Tiroler", derZeppelinsUeger", dieHein-rlmänner" und noch viele interessanten Abteilungen werden den Zuschauern vorgesührt. Di« Ausstellung des Zuges beginnt nachmittags 2 Uhr 11 .Minuten mit dem Empfang des Prinzen. Rach Beendigung desselben wird durch einen daraus, folgenden Ball im Gasthaus .Lnr Krone" die närrische Feier fortgesetzt. Abends 7y, Uhr durch einen Fackelzug Prinz Kar- nevol wieder in seiner Wohnung abgeholt und nach einem Um. zug durch die Hauptstraße in die närrischeKrone" verbracht. Hieraus wird dann die feierliche Verleihung der Orden statt- sinden. (Ent-Stuß).

* Holzheim (Kr Gießen), 14. Febr. Bei der heute hier stattgefundrnen Wahl zum Kreistag wurde sür den Wahl­bezirk Holzheiin Herr Heinrich Wetz II. von hier gewählt.

* Gießen, 14. Febr. Das kürzlich in dem Beleidigungs­prozeß Troß gegen die Redakteure derOberhesiischen Dolks- zeitung" und derKleinen Presse" Frankfurt a. M. ergan­genen Urteil, soll außer der Firma Krumm & Go. auch einen hiesigen Journalisten, der an der Sache gar nicht direkt be­teiligt war, sehr unangenehm berührt haben. Ein Nachbar von ihm schreibt uns, er sei ganz aschgrau und verstört nach Hause gekommen und als seine besser Hälfte die Ursache er­fahren, habe sie erst in Prosa und mit Händen und Füßen aus ihn eingeredct, dann aber habe sie zur Poesie gcgrifsen, einen Stuhl bestiegen und ihm in einer Aufregung das Herr- liche Gedicht:Vor allem eines, mein Kind, fei tceu und wahr" vorgetragen. Noch am späten Abend hätten die Vor­übergehenden in einem fort und im stärksten Fortissimo die Klänge des Klaviers und die Melodie:Ucb' immer Treu und Redlichkeit" vernommen. Ob cs etwas nutzt?

* Lollar, 14. Febr. Bei der hier stattgehabten Kreistags, nmhl für die Orte Lollar, N»1ten»5"»>-»' Daubrinaen und