Ausgabe 
12.2.1914
 
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Mir, 3«

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-teilt -cageszritniig» »eny.etoiHg, oen 12. Fevruar 1814

leiti Recht, di« Beamten so zu nennen. Und wenn hier im Haus« all die» verteidigt wird, dann sind nicht die Beamten Eideobrecher, Lugner und Heuchler, nein, dann sitzen sic hier! (Beifall bei den Soj.).

Vi^präsident Dr, o. Krause: Wegen dieses Ausdrucks

rufe ich Sie zur Ordnung,

Nachdem der Abg, Hofsmann geendet, füllt sich der Saal 1 ,'ieder,

llnierstaaisselretär H o l tz : Im Namen und Auftrag: des Ministers des Innern und der preußischen Staatsregierung habe ich auf das nachdrücklichste Verwahrung einzulegen gegen die Auslassungen, die sich der Vorredner gestern in bezug auf den Minister des Innern gestattet hat, (Beifall b, d, bürqerl. Parteien), Wenn ich davon Abstand nehme, diese Auslastun­gen als das zu bezeichnen, was sie sind, und sie damit zu brand- marlen, so tue ich dosmit Rücksicht auf di« Würde dieses Hau. ses und die Schranken, die mir parlamentarisch gezogen sind. Welchen Eindruck der Abg, Hofsmann mit diesen Ausdrücken gestern erweckt hat, darüber mag wohl nach der Stimmung des Hauses kein Zweisel sein. Der AusdruckPfui" ist beranntl-ch ein Ausdruck des Ekels und der Verachtung, (Zuruf Hofsmann: Habe ich auch!) Wie da- Vorgehen des Abg, Hoffmann selbst in weit linksstehenden Kreisen beurteilt wird, darüber möchte ich Ihnen aus derBerliner Dolkszeitung" eine Probe vor- lesen, dos Blatt schreibt:Wir sind di« letzten, di« di« parla­mentarische Redefreiheit beschränken wollen, aber gerade darum haben alle Redner im Parlament nicht unter ein gewistes Ni­veau herabzustcigrn. Sie mögen in der Sach« so scharf sein, wie sic wollen, das ist ihr gutes Recht, aber der Anstand must unter allen Umstanden gewahrt werden! Zweideutigkeiten mästen stets vermieden weiden. Gerade di« sozialdemokratisch» Fraltion der preustischen Zweiten Kammer sollte peinlichst da. rauf sehen, datz sie aus diesem Gebiete reinen Tisch hält. Solche Entgleisungen wie nehme» an, dost es Entgleisungen waren wie sie gestern der Abg, Hoffmann zu Schulden kommen liest, sind unter allen Umständen verwerflich!" Mit dieser vernich­tenden Kritik kann ich den Abg. Hoffmann in diesem Punkt ver­lassen. (Lebh, Bei?, b, d, bürgerl. Parteien), Widerspruch und Unruhe b, d, Soz,, erneuter verstärkter Beifall rechts). Auf di« Einzelheiten der Red«, vielfach unbedeutender Art, zum Teil veraltet. kann ich nicht eingehe». Diese Ding« können nicht ans ihre Richtigkeit kontrolliert werden. Was er über di« Kölner und dir hiesig« Polizei gesagt hat, ist bereits gestorn vom Mi­nifier behandelt worden. Solang« wir «in« Bewegung im Land« haben, bi« sich gegen die Monarchie und Derfastung rich­tet. und sie untergräbt, so lang« beLarf die Polizei derartiger Kiöflr, um staatsvcirätlschen Umtrieben «ntgegentreben z« kün- nen, (Unruhe b, d, Soz,) Das ist nicht ein Bedürfnis der preustischen Regierung allein, sondern das war di« Pflicht jeder Regierung zu allen Zeilen und in allen Ländern, Ju den Fragen der Kunst kann ich dem Abg, Hoffmann nicht weiter folgen. Das liegt zum Teil an der Eigenart seiner Anschau, ungen, und ferner Darstellnnzswcif«, zum Teil an der gänzliche» Unbedeutendheit der Dinge, die vielfach schon Jahre alt find, teilweise auch an der Unmöglichkeit aus Ausschnitten und aus Zitaten, die aus dem Zusammenhänge losgelöst find, sich irgend ein Urteil zu bilden, wie d!« Zensur gearbeitet hat, Wen,, di« Genossen des Herrn Hofsmann denDorwärts" lesen, dann ha­ben sie kein« Ahnung wie das Material zustande gekommen ist, sondern denken, daß Abg, Hofsrnann wieder einmal mit Keu­le, ischlägen die Staatsregierung und ihr« Beamten vernichtet. (Lebh. airh, Beifall rechts. Starke Unruhe links Ruf«: Ruhe),

Abg Gras v, d, Groebrn (kons): Ich nröchke mein leb- hasies Bedauern ausfprechen für di« arm«n Stenographen, die gestern so lang« ohne Stärkung ihrer Amtes walte» mußten. Es wird die Frage erörtert werden mästen, ob solchen Fällen in Zukunft nicht vorgebeugt werden kann durch ein« bestimmt« Rcdcfrift, Meine Freund« haben sich schon vor einem Jahre dazu bereiterklärt und es wird von den anderen Fraktionen ab. hängen, ob sie daran Mitarbeiten wollen. Auf die Red« des Abg, Hossman» «inzugehen, verbietet mir di« Wärd« dieses Hauses, Mit Entschiedenheit wandte «r.sich dann gegen den Abg, Dr, Pachnicke, der eine» Unterschied Mischen Neu- und Echtpreutzen konstruieren wollte. Das Bestreben der Reupreu- zen des Abg, Pachnicke, die parlamentarische Macht, zu erwei. tern, sei zu bekämpfen. Am preußischen Wahlrecht dürfe eben, sowenig gerüttelt werden wie an den Grundlagen des Reiches.

Minister v Dallwitz erklärte auf Anfrage des Abg Gras v, d, Eoeben, daß aus der schnellen Genehmigung der llm- satzsieuerordnung der Staatsregierung kein Vorwurf gemacht werben lönn«, Di« Zustimmung zum Ankauf der Herrschaft Lau!« sei im Juli erfolgt, die Berliner Siadtverordnetenver- sammlung sei sich aber erst im September schlüssig geworden,

Abg Fuhrmann (Natl.) geihelte ebenfalls den Mist- brauch der Redefreiheit durch di« Sozialdemokratie. Das sei ein« Verhöhnung des Hauses, Bei der Neuregelung der Han. drlsverträge müste die Landwirtschaft Hand in Hand gehen mit dem Handel,

Minister v, Dallwitz wünscht«, datz der Terror der So- kialbemolratie vor allem in den Fabriken durch di« Arbeitgeber bekam pst werde. In der Rheinprovinz sei schon der Versuch mit neuen Polizcivorschrrsten bei Streikunruhen gemacht worden.

Abg, Herold (Ztr.) bemertte, Latz die R-iionalliberaen kei­nen Anlatz hätten an der Königstreue des Zentrums zu zwei­fln, bei ihm gäbe er leinen demokratischen Flügel wie bet den kattonallib« raten.

Dar Haus vertagte sich um 5 Uhr auf Donnerstag 12 Uhr: Fortsetzung,

6agesüberslcht.

Denl'ches Reich.

:: Die Einstellung edo Bersahren» gegen de« Massenmörder Wagner. Aus die Anfrage des Abgeordneten Eiset« (95p.) me. ge» der Behandlung des Mastenmörders Wagner hat der Iustiz- mintllkl folgende Antwort gegeben:Das Justizministerium hat die Absicht, in der Strafsache gegen den vormaligen Hanptlehrer Ernst Wagner von Degerloch wegen Mordes und Brandstiftung den Beschluß der l, Slrastammer des Landgericht-! töeilbronn

UM t:« Autzriperfalgsetzitirg der Angrichuldigten, soweit sein

Inhalt zur Aufklärung der Orsfentlichkeit von Bedeutung ist, dem Wortlaut nach bekannt zu geben, sobald ihm die Alten, die zurzeit bei der Strajkammer nicht entbehrlich sind, oorgelrgt sein werden."

Holland.

:: Die a. Haager Friedrnslonsereaz. Wie die ZeitungH-t Vaterland" ans guter Quelle erführt, erwartet man i» zuftän digcn Kreisen die Einberusung der 3, Friedenskonferenz nicht vor 1917. Die vorbereitenden Arbeiten für diese Konferenz nehmen l»,::.' Zeit in Anspruch, Auch soll die Konserenz nicht vor der engültsg-n Erledigung cer Balkan^ragen, besonders der albanischen, erössnet werden,

Schweden.

:: Studentisch: Kundgebungen in Stockholm. Die Masten, kundgebungen in Slockholm nehmen kein Ende, Gemäß einem von der Heimdal-Sludenlenschast in Upsala gesastlen Beschlüsse versammelten sich gestern kurz nach 12 Uhr zwischen :>0üü und 1090 Studenten von allen Hochschulen des Landes vor dem Zentralbahuhof nnd marschierten geschlost.-n durch die Haupi- ftratzen zum Schloß, Hier sangen sie den Königsgesang und an­dere patriotische Lieder, um dem König« zu huldigen. Der. nig zeigte sich am Fenster und dankt« durch eine lurze Ansprache, die er mit einem Hoch aus Schweden schloß.

Rußland.

:: Die Demission Kokowtzows, Der Rückiritt Kokowtzows : und Kastos ist grundsätzlich beschlossen, doch dürfte der Finanz- minister zur Erleichterung des Uebergangs der Geschäfte diese einstweilen, vielleicht bis nach der Budgetberatnng, weitsrfüh. reu, , Die Presse der Rechten macht veizwcifelte Versuche, Kastos zu halten, was aber nach dem neuen Aufsehen, das der Selbst- nlord des jungen Dcnisows erregte, unmöglich erscheint,

:: Gegen den Tango. Der Metropolit Makarius hat den Tango in Acht und Ban» getan. In seiner Botschast an die Eeistlichteit Moskaus crtiärt der Kirchenfürst, den Tanz für das größte moralische Uebel, das zu einer Siüenocrwilderung, wie sie in Sodom und Eomorrah geherrscht habe, führen müste. Die Geistlichkeit wird zu einer wirksameren Bekämpfung des Tango mit allen Mitteln aufgefoltert, Eerüchiweis« perlau- tct, datz nötigenfalls alle Metropoliten Rußlands «ine gemein­sam« Erklärung in dieser Angelegenheit zu erlösten gedenken, Griechenland.

:: Eine Rede König Georgs bei Eröffnung des Parla­ments. Das Parlament ist gestern narhmittag 2 Uhr mit dem üblichen Zeremoniell vom König eröffnet worden. Die Eröffnung erfolgte mit einer Ansprache des Königs, in der er seine Freude darüber aussprach, daß cs ihm möglich sein würde, durch seinen bevorstehenden Besuch in Paris de» herzlichen Beziehungen zwischen England und Frankreich Ausdruck zu verleihen. Er drückte ferner die Hofnung aus, daß die Ratschläge der Mächte in der albavrßhen Frage Wür­digung finden mögen, was dazu beitragen würde, den Fric- den im Südosicn Europas zu erhallen. Er kam weiter auf die Verhandlungen zwischen Deutschland und der Türkei über Mesopotamien und die Bagdadbahn zu sprechen, die einen äußerst günstigen Verlauf nähmen und in Kürze ein befrie­digendes Ergebnis erwarten ließen.

Südafrika.

:: Rücktritt des Gencralgouvernenrs von Sädasrlla. Im

Parlament kündigte gestern nachmittag der Staatssekretär der Kolonien Marcourt an, daß der Generalgouverneur von Süd­afrika Viscount Eladstone >m Juni sein Amt niederlegen wird. Er fügte dieser Mitteilung hinzu, daß der Rücktritt Gladstones lediglich mit häuslichen Gründen seine Erklärung find« und nichts mit den Arbeiteiunruhen in der Transval-Koloni« zu tun habe.

Die Deiltzsiaaskrlatzwalil i» Imdicni.

Das vorläufige amtliche Ergebnis der Reichstags-Ersatz­wahl ist folgendes: Es crhilten Rittergutsbesitzer Schiele- Schollene (kons.) 12 089, Fleischermeister K o b e I t - Magde­burg (sortschr. Dp.) 6909, Expedient Haupt- Magdeburg (Soz.) 12 667 Stimmen.

Die Hrffnustg. daß cs gelungen sei, die Sozialdemokratie znriickzudrängcn, ist also leider nicht in Erfüllung gegangen, sie hat im Gegenteil über 600 Stinunen gewonnen. Ein Zeichen, daß die Urteilslosigkeit in deutschen Landen noch nicht im Schwinden ist. Erfreulicherweise beträgt der Zu- wachs der konservativen Stimmen noch mehr, als Nie zuerst erkannt wurde. Sic sind gestiegen von 9870 auf 12 089, also um mohr denn 2200, Ter freisinnige Stimmen­verlust beträgt 1382. Es bestehen die besten Hoffnungen, den Wahlkreis, der einstens den jungen BiSmarck in den preußi­schen Landtag geschickt und später den Sohn des eisernen Kanzlers, den Fürsten Hebert v, Bismarck in den Reichstag gesandt hatte, der roten Internationale zu entreißen.

Wir können diesen Gegenstand nicht verlassen, ohne wieder einmal die Unparteilichkeit desparteilosen" Frank­furterGeneral-Anzcigcrs" hervorzuheben. Wer sich für den Ausfall der Wahl interessiert hat, und das Ergebnis int General-Anzeiger" gestern Abend gesucht hat, iiiußte lange suchen. Endlich fand er an versteckter Stelle folgendes:

D i e W a h l i n I e r i ch o w. Die meisten Stimmen erhielt bei der Wahl in Jerichow der sozialdemokratische Kandidat Haupt, der mit etloa 700 vor den Konser­vativen in der Vorhand blieb. Den Ausschlag geben bei der Stichwahl die 6000 Fortschrittler, die ein Drittel der Gesamtwählerziffec auf sich vereinigt haben."

Großartig fürwahr l Man merkt, daß demparteilosen" General-Anzeiger der Wahlaussall nicht gepaßt hat. Wie so ganz anders hätte die Sprache gelautet, wenn der Freisinn einen Sieg zu verzeichnen gehabt hätte. So aber wird dem Leser das charakterisfischstc Merkmal der Wahl, da» Anwach­sen der konservattven Stimmen, verschwiegen und noch dazu objektiv eine Unwahrheit gesagt, daß nämlich der Fortschritt- ler ei» Drittel aller Stimmen ans ljch veceiniot habe.

während es in Wahrheit nur ein Fünftel g-rr.jcn sind

Es geht inchts über die Parteilosigitit desGeneral-

Anzeigers."

Ans der Heimat.

* Friedberg, 12. Febr. Am Dienstag Abend gegen 7 Uhr

kletterten zwei hoffnungsvolle Bürschchen im Alter von 13

Jahren (Karl Lindcnan und Georg Jkler) über die En-frie- digung des Christian Rcnß'schen Anwesens in der Haagstraße nnd drangen in den Hinterbau (Wurstküche) ei». Hier eig- neten sie sich ein« Anzahl Würste an. Der dritte im Bunde, E. Jordan, stand dabei im Hose des Schwimmbades Schmiere. Das Vorhaben wurde aber gestört und die jngend- Uchon Diebe erwischt, Sic werden jetzt für ihre leichtsinnige Tat büßen müssen.

* Fricdbrrg, 11. Febr. In letzter Zeit wurde von der. schiedenen Lesern der von uns zun, Abdruck gebrachte Roman Ich lasse Dich nicht" von Hedwig Courths-Maler in Buch- form gewünscht. Wir kommen diesem Wunsche nach und baben eine Anzahl Romane bestellt, welche vom Verlag der Neuen Tageszeitung" zu beziehen sind, (Siehe heutiger Inserat.)

* m. Fricdbrrg, 12. Febr. lieber Flugapparate, Lust ballons und lenkbare Lnftschisfe sprach am Mittwoch Abens Herr Vr, Fürstcnberg ans Berlin im hiesigen SSoIfsOil- dnngsvercin. Der Wunsch der Menschen, dem Vogel gleich durch die Lüfte zu fliegen, ist uralt, und schon im Altert»,, fehlt es nicht an Versuchen, den Vogeiflug praktisch no(fi;n ahmen. An der Hand prachtvoller, zuni größten Teil far­biger Lichtbilder führte Redner gewandt nnd sachversländ!-: die Entwickelung aller Flugwerkzeuge von thron ersten An­fängen bis zur Jetztzeit vor. Heute können wir sagen, jener Wunsch ist in Erfüllung geangen. Ucbcr Gebirge und Meere fahren die Flugzeuge mit rasender Geschwindigkeit dahin, die Luftschiffe ziehen, dem Steuer gehorchend, ihre Bogen und Schleifen am Himmel, und mit fast fahrplanmäßiger Sicher- heit erreichen sie den Ort ihrer Bestimmung. Schon weiß jeder Schüler mit den Flugzeugen und Luftschiffen Bescheid, und ein Blick genügt ihm, den Typ zu erkennen. Verhält­nismäßig spät hat man in Deutschland mit dem Bau der Flugzeuge begonnen, die beispiellosen Erfolge der Lustschifsc und die Unzuverlässigkeit der Flugzeuge hatten dazu beige- tragen. Aber jetzt haben die deutschen Flieger, in richtiger Erkenntnis der hohen Bedeutung de: Flugzeuge, das Ver­säumte mindestens nachgeholt. In Bezug aus die Lustschisse nimmt Deutschland die führende Stellung ein. Hier ist es das starre System, das die größten Erfolge errungen hat. Es ist unzertrennlich verbunden mit dem Namen des nie rastenden, heldenmütigen Grafen Zeppelin, der durch kein Mißgeschick von der kleberzengung nbznbringen war, daß sein Werk gelingen müsse. Mit dem Wunsche, daß die Er­folge des jugendlichen Greifes, dessen wohlgelungencs Bild auf die stattliche Zubörerschast herniederschaute, immer größer, die Opfer an Menschenleben immer geringer werden möchten, schloß der Redner seinen anderthalbstündigen mit lebhaftem Beifall aufgenonunenen Vortrag.

* Fricdbcrg, 12. Febr. Während des diesjährigen Kaiscrmanöwers wird das Kaiserliche Hauptauartier aus Schloß Homburg v, d, H. sich besinden, der Großherzog von Hessen wird auf Schloß Friedberg während der Manöver- tagc Aufenthalt nehmen.

* Friedbrrg, 12. Febr. Die hiesigen, dem Jungdeutsch- landbund angehörenden Vereine planen für nächsten Sonn­tag Nachmittag ein Geländespiel, Die Teilnchnrerzahl wird sich auf etloa 250 belaufen, Zeit und Ort der Zusammen­kunft wird noch bekannt gegeben. Den Teilnehmern ist zu empfehlen, sich mit festem Schuhwerk und mit einer Kleidung zu versehen, die eine kleine Strapahe vertragen kann.

* Fricdbrrg, 11. Febr. (Schösfengerichtssitzung.) 1) Ein Taglöhner von Ilbenstadt erhielt wegen Beleidigung des dortigen Nachtwächters fünf Tage Gefängnis und wegen Ruhestörung 3 Geldstrafe. 2) Zwei Kauflcnte in Fricd- berg hatten einen Strafbefehl über je 1 Geldstrafe erhal­ten, weil sic die Straße vor ihrem Lagerplatz in der Faner- bncherstraße nicht haben reinigen lassen. Hiergegen erhoben sie Einspruch mit der Begründung, daß zwischen ihrem Ge­lände nnd der Krcisstraße noch ein schnraler Strcifon Ge- lände liege, der Eigentum der Stadt Friedberg sei. Daraist erfolgte Freisprechung, weil die Rcinigungspflicht den an­grenzenden Eigentümer hier die Stadt treffe. 3) Eir 17jährigcs Dienstmädchen von Friedberg wurde wegen Bet telnS mangels Beweises sreigesprochen. 4) Ter Geschäfts führcr der Ortskrankcnkasse Friedberg ist ongcklagt von End, 1912 ab fortgesetzt aromatische Eisentinkturen (Haematogen, Bioson, Eisentropon und Athcnsa) die dem freien Verkehr entzogen sind, ohne polizeiliche Erlaubnis an Mitglieder der -Ortskrankcnkasse abgegeben zu haben. Der Angeklagte er- klärte als ausführende Person de? Vorstandes gehandelt zr baben; die Mittel seien als Kräftigungsmittel auf ärztliche Anweisung hin an die Mitgliederpatienten abgegeben wor­den, sie seien dein Verkehr freigcgeben, da sie nur als Kräs- tigungs- nicht aber als Heilmittel angewiesen worden seien. Nach der Vernehmung zweier Aerzte als Zeugen wurde der AngeNagte sreigesprochen; die Kosten des Verfahrens, ein­schließlich der Verteidigung und der dem Angeklagten er- Wachsenen notwendigen Auslagen Wurden der Großh Staatskasse auferlegt.

* Friedberg Fauerbach, 12. Febr. Die hiesige Eoangel Vereinigung halt ihren diesjährigen Faniilienabend nächsten Sonntag im Sang'schen Saal, Herr Missionar Gsell, den die Gemeinde an> verflossenen Sonntag in den beiden Gottes­diensten hörte, wird eine große Anzahl farbenprächtig Bilder von der evangelischen Mijsionsarbeit in Ascikc zeigen. Zur Decknna der Unkosten zahlen die Erwachsener