Ausgabe 
5.2.1914
 
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»Ir. 3l*

Seile 2.

Hone ist es für den Richter nun Wohl ohne weiteres klar, daß rin Kaufmann nicuiandem die Lieferung eines größeren Warenpostens versprechen würde, wüßte er bei der Abgabe des Lieferungsversprechens von der absoluten Zahluiigsun- fahigkeit des anderen. Tenn ein vernünftiger Mensch wirft eben sein Geld nicht absichtlich auf die Straße. Also kann der Verkäufer dem Käufer gegenüber die Erklärung, mit ihm einen Kaufvertrag abzuschließen, aufechten. Eine solche An- scchtungserklürung ist an keinerlei Form gebunden; sie kann vielmehr mündlich wie auch schriftlich erfolgen. Nur ist es natürlich ratsam, sie vor Zeugen oder eingeschrieben ab- zu geben, damit der Gegner im Prozesse später ihren Ein­gang ableugnen kann. Besonders ist aber rsicksichtlich jener Erklärung noch eins zu beachten. Sie inuß nämlich uuver- ziiglich abgegeben werden. Nachdem wir von der Zahlungs­unfähigkeit des Käufers erfuhren, haben wir also ohne jedes Zögern dem Käufer mitzuteilen:Meine Erklärung, mit Ihnen einen Kauf über fo und soviel abschlicßen zu wollen, fechte ich hiermit an." Erst dann sind wir aller Sorge um den Schuh vor Verlusten ledig. Fassen wir die Voraus- sehnngen für den hier auscinandergesehtcn Rechtsschutz zu­sammen, so kommen wir zu den* Satz:Die einem Kredit- unwürdigen gegenüber abgegebenen Erklärungen können wir anfechten, wenn wir bei der Abgabe der Erklärung die Kreditunwürdigkeit de? anderen nicht kannten **nd tuen» angenommen werden darf, daß wir die Erklärung bei ver­nünftiger Würdigung nicht abgegeben hätten. Gesetzt also etwa folgenden Tatbestand. Jemand schließt mit einem guten Bekannten, dessen schlechte Vermögenslage ihm frei- lich nicht fremd ist, um der Bekanntschaft willen, einen größeren Kauf ab. Danach verfeinden sich Käufer und Ver» käuser. De: Käufer klagt nun auf Lieferung. Ist der Ver- käuser hierzu verpflichtet, oder kann er seine Erklärung an­sechten? Nach dem Urteil des Richter? würde er zweifel­los liefern müssen. Ansechten könnte er vielmehr, wie wir sahen, nur, falls ihm bei Kaufabschluß des Käufers un- günstige Kassenocrhältnisse unbekannt gewesen wären. Tie- ser Fall trifft indes bei deni letzterwähnten Beispiel nicht zu.

Hiermit soll das erste Rechtsschutziniftel, das uns das Bürgerliche Gesetzbuch beschert, sattsam gekennzeichnet sein. Gehen wir jetzt zu dem zweiten, hier vorzuführenden Rcchts- behclf über. Er handelt von der nach Anschluß deS Vertrages er st eingctretcnen Ver mögen s- verschlechterungdesSchuldnerS. Bisher haften wir den Fall im Auge, daß die inißliebe Vermögenslage des Schuldners bei Abschluß des Vertrages schon bestand, uns aber unbekannt geblieben war. Nunmehr soll die Not­wendigkeit einer reinlichen Auscinandcrhaltung veranlaßt mich zu der Wiederholung der Fall betrachtet lverden, in dein unser DcrtragSgegncr sich damals,, als wir mit ihm abschlosscn, tatsächlich in solch günstigen Verhältnissen be­fand, wie wir es von ihm glaubte»; sein Vcrniögenssall fällt vielmehr in die Zeit nach iinsereir Verhandlungen mit ihm. Hieraus ergibt sich folgendes Beispiel. Das Telephon des bedeutenden Hauses Schulz & Co. klingelt in unserem Kontor an und erklärt uns, die Firma möchte einen bedeuten­den Abschluß mit uns tätigen. Als vorsichftge Geschäftsleute wenden wir uns indessen, bevor wir entgültigen Bescheid geben, an eine gewissenhafte Auskunftei. Erst auf die außerordentlich befriedigende Antwort drahten wir zurück. Laß wir an dem gewünschten Termine das Geforderte an- fohren lassen würden. Da erfahren wir kurz vor der Lie­ferungsfrist, daß der Krach einer bekannten Bank unsere ur­sprünglich so gut fundierte Käuferin plötzlich ans schwanken- den Boden gestellt hat. Wir möchten darum den Verftag am liebsten rückgängig machen und schreiben deshalb einige i n diesen, Sinne gehaltene Zeilen an Schulz & Co. Die

ZINN Pfiilfleiser».

Roman von M. P r i g g e - B r o o k.

15 (Fortsetzung).

SI)t Teint sah gelblichem Maruior ähnlich; ohne eine Spur von Farbe, wirkte er befremdend in dem Kindergesicht. Rosemaries unbefriedigtes Herz wandte seine Liebesfähig- tcit den, Kinde zu, das unter ihrer Pflege ausblühte. Es dauerte nicht lange, so hatte Erna die Heimat vergessen, und Rosemarie dachte nicht daran, sie hcrauezugeben, obgleich der AmtSrat ssil) nach der Kleinen sehnte. Er kam zuweilen auf flüchtige Stunden hinüber, küßte und herzte sein Kind und frischte ängstlich, ob Erna ihn nicht vergesse. Ihre Rückkehr verlangte er nicht.

Vater und Tochter waren bei seinen Besuchen herzlich zueinander, aber Rosemarie enipsing die tiefste Zärtlichkeit des verwaisten Kindes. Neidlos trat Luise an die zweite Stelle, sie gönnte dem Kinde das tröstliche Gefühl, sich im siflugeiseii daheim zu wissen, und Rosemarie, deren Hcr- iensariiiut sie ahnte, das Glück unentbehrlich zu sein.

Heinz benalim sich zurückhaltend gegen die kleine Erna Sie nahm seine Mu zu selbstverständlich in Anspruch. Als sic gar Roseinarie mit dein Kosenamen naiinte, den er ihr beigelegt und als sein Recht hütete, wurde er patzig und verdat sich das. Erna lachte den großen Jungen aus.

Ich kann Tacitc Rosemarie nennen, wie ich will", sagte sie schnippisch,lind jetzt sage ich gerade Mu zu ihr."

Untersteh' Tichl" drohte er.

Als sie Ernst niachte, erging es Heinz seltsam. Sein Zorn verflog, und Bewunderung blieb siir das kleine, tapfere Mädck>en, das keine Angst kannte. Er stellte sie von nun a» manchmal ans die Probe, und immer zeigte es sich daß sie wirklich ein tapseres Mädchen und keine Memme wie die incisten ihrer Altersgenossen war.

Sie petzte aiich nicht, wenn er etwas tat, was nieinand z» wissen brauchte, wie, auf deni Boden rauchen oder aus der Schanlel an der Winde über deni Abgrund schweben. ,Vcn der oftene» Luke lab man weit über da? Land und den

9ltut Tageszeitung. Donnerstag, »e» S. Fedrnar 1311

Firma geht aber auf nichts ein, sonder verlangt unter Klage- ondrohung von uns, daß »wir genau unserem Versprechen ge­mäß liefern. Sind wir gezwungen, an dein Vertrage fest- zuhalten? Jawohl; denn eine Anfechtung wegen Irrtums ist ausgeschlossen, da wirns bei Vertragsabschluß angesichts der damaligen guten Vermögenslage von Schulz & Co. ja gar nicht geirrt haben. Indessen sollen wir auch setzt nicht gänzlich wehrlos sei». An sich müßten wir zwar zunächst das Gekaufte sende», ehe wir die Zahlung verlangen können. Diese Sachlage ändert sich jedoch jetzt. Ten» das Gesetz be- stiiiimk, daß der, der zunächst zu leisten hat, (also wir als die Lieferanten) unsere Leistung dann, wenn in den Ver- mögensverhältnisscn des anderen Teiles eine wesentliche Verschkechtcrung eingclreteii ist, solange verweigern können, bis der andere seine Pflichten aus dein Pertrage erfüllt oder die Erfüllung durch Sicherheiten verbürgt hat. Also können wir zu Schulz & Co. zwar nicht sagen:Wir liefern Ihnen das Bestellte und Versprochene überhaupt nicht, weil wir uns an den Vertrag bei Ihrer gegenwärtigen Vermögenslage nicht mehr gebunden fühlen." Dagegen können wir schreiben: Jawohl, wir liefern, aber in Anbetracht Ihrer Verhältnisse kitten wir zuvor um Berichtigung des Kaufpreises oder um eine Kaution dafür, bevor wir den verkauften Posten an Sie abgehen lassen." Tic Vermögensverschlechternng des anderen Teiles ni»ß allerdings so bedeutend fein, daß unser Anspruch dadurch ernstlich gefährdet wird. Verliert also etwa ein Millionär die Hälfte seiiies Reichtums, so können wir, die wir ihm für 20 000 M Ware zu liefern haben, ob seines geschilderten Vermögensrückganges noch lange nicht fordern, daß er erst zahlt, bevor wir liefern.

Airc. aller Welt.

Seinen Prozeßgegner und sich selbst erschossen. In einem Hotel beim Hauptbahnbof in Hambiirg hat gestern morgen der Möbclfabrikant Hase ans Jüterbog ans den Hamburger Kanstnann Otto Henfel mehrere Schüsse obge- geben. Hase tötete sich darauf selbst durch eineit Schuß in den Kopf. Henfel starb im Krankenhaus bei der vorgcnomme- ncn Operation. Den Beweggrund zur Tat bilden Prozesse, die Henfel gegen Hase führte.

Großer Schcckschwindel. In München wurde ein großer Schcckschwindel entdeckt. An einem Schalter der bayerischen Vereinsbank erschien ein gut gekleideter Mann, der einen Scheck über 20 000 zur Zahlung präsentierte. Das Papier wurde für echt gehalten, und die Sumine so­fort ansgezahlt. Durch eine nachträgliche Rückfrage stellte sich eher heraiis, daß der Scheck gefälscht war. Trotz aller sorgfältigen Nacbforschnng der Polizei ist es den: Schwind­ler gelungen, mit dem Gelde zu entkommen.

Großes Schadenseuer in einer Zementfabrik. Ein Groß­feuer zerstörte einen Teil der ZementwerkeGermania" in Ennigerloch. Der Betrieb ist gestört.

Verhaftung Berliner Jnwelensiebe in Hamburg. Iw Hamburg »vurde, nachdeni bereits gestern zwei Berliner Jnwelendiebe verhaftet worden sind, beute noch ein dritter festgenommen. Tie von den Dieben gestohlen:» Juwelen sollen zusammen einen Wert von 18000 ,M repräsentier n.

Raubmord in Breslau. Gestern morgen wiicde der 60 Jahre alte Gärtner Gottfried Hase, Weinbcrgstraße 66 in Breslau wohnhaft, in seiner Wohnung an Händen und Fritzen gefesselt, ermordet oufgefunden. Der Tod ist durch Schläge auf den Kops hcrbeigeführt. Von dem Mörder, der unter Mitnahme eines Kassenbuches im Werte von 34 000 flüchtete, fehlt jede Spur. Die gräßliche Tat wurde gestern morgen gegen 0 Uhr von einer verheirateten Tochter des Hase, die öfters nach zu setzen kam. entdeckt. Sie fand

Fluß, wo die Schisse zogen. Und wenn man scliaukelte, flog man über den Abgrund hin, und blickte tief in den düsteren Hof hinein. Es war grausig schön. Heinz konnte stunden­lang auf der Schaukel sitzen, Erna mit ihm. Sie war ein gutes Kind und immer um ihn herum. Oft paßte dem Juiigeii ihre Anhänglichkeit nicht. Er war etzt Oberfekun- daner, da schickte sich's nicht, daß man ihn in Gesellschaft der Kleinen sah.

Im Hanse litt er sie um sich, half ihr auch gutmütig bei itzren Schularbeiten, die sie fenfzen) erledigte.

So verging ein volles Jahr. Da erschien eine? Tages der Amtsrichter !m Pfliigeisen. Er erzählte verlegen vor Rasenianes betroffenem Blick, er habe ein gut enipsohlencs Fräulein eiigagiert, damit Erna ihr Recht werde. Er hoffe, das Kind werde sich glücklich fühlen. Er habe sich nämlich verlobt und wolle sein Kind gleich nach der Hoheit wieder haben.

Die Nachricht traf Rosemarie wie ein Schlag. Aber auch Erna jammerte und sprach in der ersten Zeit nur von der Stiefmutter, die sie nicht liebhaben könne. Die Tante tröstete aber das Kind.

Böse Stiefmütter gibt es nur in Märchen, in Wirk­lichkeit liebt jede gute Mutter ihr Kind."

Sie sprach zuversichtlicher, als sie emvfand. in Wahr­heit fürchtete sie für das empfindliche zarte Mädchen, das ihre Liebe verwöhnt hatte.

Als Erna nach einjährigem Aufenthaltc vom Pflugeisen schied, trau eite ihr nicht nur Rosemarie nach, das ganze Hans vermißte das kleine Mädchen, das Leben und Fröh­lichkeit um sich verbreitet hafte. Selbst Heinz vermißte sie, obschon er es nicht zugab. Beim Abschied hielt er Ernas kleine Hand in der seinen.

Wirst Du mir schreiben, Maus?" ftagte er sie.

Sie umfaßte ihn plötzlich.Latz mich bei Dir bleiben", schluchzte sie,bei Dir und Mu."

Na, ja doch!" knurrte der Junge unbehaglich. Tränen waren ihn, zuwider. Das kleine Ding tat ihm leid, cs war k» nett niit ihp, lo unterhaltsam,

ihren Vater als Leiche im Bett vor; Hände und Füße waren mit Stricken ziisaiiiniengebundeii. Das linier mehreren Decken verpackte Gesicht zeigte mehrfache auf Schläge zursich führende Verletzungen. Tie sofort benachrichtigte Polize» entsandte eine» großen Stab von Benniten. die eine genaue Lokalinspektio» Vornahmen und zunächst feststellte», daß ein Bank-Kontobuch für den Schlesijchen Bankverein, über dir Suinme von 34 000 .M lautend, fehlte. Ob »nd wieviel Bargeld noch geraubt wicrde, konnte vorlänfig »och nictzl frstgestellt werden, da der Ermordete in Geidanweleaenheiten auch seine nächsten Angehörigen nicht auf de»> Laufenden zu halten pflegte. Der Ermordete galt als Sonderling: er hatte die Gewohnheit, allerlei Gesindel bei sich zu beher- bergen, Hase war gestern abend mehrmals ansacgangen und es ließ sich bisher noch nicht mit Sicherheit feststrllen. wann er heimkehrte. Eiic Bewohner des oberen Stackwe-ks, ein Renteneinpsänger. hat in der Nacht, er glaubt, es kan» zwischen 1 und 2 llhr gewesen sein, mehrere Hilferufe ge­hört, war aber der Meinung, daß es sich niii eine Schlägerei ans der Straße handelt, und hat daher der Sacke weiter keine Bedentnng beigemessen,

Verhaftung eines Leipziger Rechtsoninnits in Main ad. Ter seit einiger Zeit in Mailand ansässige Leipziger Rc.ßie- anwalt Paul Martin Große ist von der Mailänder Pc i ,ei verhaftet worden. Das Leipziger Gericht batte Große, >r i. erinnerlich sein wird, wegen Sittlichkeitsverbrechens , 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Große flüchtete jedoa« da­mals nach Mailand, wo jetzt seine Festnalnne ans Bernn- lassung des deutschen Konsuls erfolgte.

Der Mörder des Kaufmanns Hcnsel. Zn dem Mord, der gestern früh an dem Möbelsabrikanten Hensel in Hz-,: bürg verübt wurde, wird noch gemeldet: Der Mörder iir nicht der Möbelhnndler Hase aus Jiiterbogk. sond'-n heißr Ungcr »nd ist Tischlergeselle, llngcr wor jedoch in dein Hotel unter dem Namen des Möbelhändlers Hase ans Fiitrr- bogk abgestiegen lind batte Hensel, von dem er wußte, daß er niit Hase in Gcsckiäsrsverbindiing stand, unter desseii Nanieii telephonisch ins Hotel bestellt. Der Mörder wor früher Inhaber einer Tischlerei und hat die Tat ans Rache versitz! weil er einen Prozeß, den er gegen Henfel nngrstr-ngt lyrtte, bereits in der zweiten Instanz verloren batte.

Prinzessin Metscherski gefunden. Tie seit einigen Tngcn vermißte russische Prinzessin Meffchcrski, die unter eineni Pseudonym in einem Pariser Theater anstrat, aber keine großen künstlerischen Erfolge zn erzielen vermochte, ist jetzt, wie dieLiberty" zu melden weiß, in Bandol. im Tr partement Dar, entdeckt worden. Als Grund für ihr 1 'er liches Verschwinden ans der französischen Hauptstadt, oil! die Prinzessin an, daß sie sich entschlossen habe, Paris cc.g kurze Zeit den Rücke» zn kehren, da es ihr dort nicht ge­klingen sei, erfolgreich ans der Bühne wirken. Sie sprach ihre Verwunderung über die Aiifregnng ans, die ihre ll reise hervorrief, zninak sie ihrer in Paris weilenden ?>oi einen Tag nach ihrer Abreis; einen Brief geschickt tzabe. Wie sich jedoch jetzt heransstellt, ist dieser nicht an seine Adresse gelangt, was bei den bekannten französischen Post- Verhältnissen nicht Wunder nehmen kann.

Schwere Gasexplosion. Bei einem Bäckermeister tu Dort>- hanseu erfolgte eine schwere Gasexplosion, wobei ein Kostgän­ger getötet und der Bäckermeister schwer verletzt wurde. Die Explosion erfolgte dadurch, daß Ga» au» einem durch den Frost geplatzten Rohre in die Räume des Hauses eingedrungen war, durch Unvorsichtigkeit entzündet wurde. Die Explosion war f» heftig, daß zwei Zimmer völlig demoliert wurden.

Die Ernnewald NuIoltratze. Die Erunewald-Autostroße, be kanntlich die erste Speztal-Automobtlstraße der Welt, die von Berlin-Charloftenburg nach Wannsce führt und im Oktober d, I. eröffnet wird, erhält an ihrer Einfahrt aus Berliner S.'-.-e

Eigentlich hatte er sich recht an sie gewöhnt »nd war -ich nicht mehr eifersüchtig. Mn hatte ihm gesagt, sie hätte ihn doch ganz anders lieb,

Was soll ich tun, Maus?" ftagte er zärtlich, als Erna zu weinen fortfubr und sich enger an ihn schmiegte.

Den Papg bitten, baß er mich hierlassen soll,"

Heinz' weiche? Herz wor gerührt. Er zog das Kind fest an sich.

Sei ruhig, Man?, in den Ferien besuche ick, Dich, und wenn sie dann nicht alle sehr nett mit Dir sind, dann dann

Er ballte drohend die Faust und fchütetlte sie, etwa? anderes fiel ihm nicht ein.

Auf das Kind hafte diese fyinbolischc Handbewegung eine tröstende Wirkung. Sorgsam betupfte sie ihr Gesicht mit denr Taschentuch»

Du kommst aber sicher?" erkrmdigte sie sich.Adieu, Heinz!" Sie hielt ihm ihr Mündchen hin..

Und Heinz, der sich sogar Rosemaries Liebkosungen ent­zog, weil er sie für unmännlich hielt, fand nichts daran, Erna herzlich zu küssen.

Rosemarie sah dem Wagen, der das geliebte Kind ent- führte, traurig nach. In der Sorge >nn Erna war sie glück­lich gewesen, nrm fing die Leere wieder an »nd das Geftihl, niemandein nötig zu fein. Ein kräftiger Aruc schob jick, iit ihren zarten.

Wollen wir spazieren gehe», Mn?"

Der prächtige, liebe Junge, wie er erriet, was ihrv'vbl- tat: ei» Stündchen innigen Austausches mit ilun. Schnell nah», sie Hut und Tuch und folgte dem Bruder ans die Heide, wo eben die Sonne unterging. Heinz war verständig und lieb, trotzdem enttäuichtc er seine Schwester. Sie be- griff nicht, daß er sich sortsehnte, daß ihm die Firina nichts

Du vergißt, daß Du keine Wahl hast", tvidcrsprach das Mädchen. «Dich biiidet eine heilige Pflicht."

Doch nicht an den alten Kasten, Rosemarie. Das alanbst.D» selber nicht."