Ausgabe 
26.1.1914
 
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Tritt Z

9',9 der Nachprüfung baldigst dem Reichskanzler mitzuteilen.

l?in Zentrumsantrag fordert, daß die Voraussetzung für ms Einschreiten des Militärs übereinstimmend in einer die 3elt ' -ndigleit der Zivilverwaltung sichernden Weis« geregelt wert v

-Sfibent Kaemps empfiehlt die grineinfamc Beratung

der Anträge.

Alig Müller- tUieiningen (fortschr.) beantragt, den Lcnl . rontrag bcir. die bewaffnet« Macht sofort anzunchmen und die anderen einer Kommission von 21 Mitgliedern zu über....' n. Di« Erklärungen des Reichskanzlers haben nicht voll l .-friedigt. Wir muffen überhaupt dagegen protestieren, fctifs jo wenig auf die in Resolutionen niedergelegten Wünsche «mg.'gaugen wird. Die Antworten des Reichskanzlers sind »ine ununterbrochene Kette von Provokationen Ich denke, das Zentrum d-nli ebenso. (Lehr richtig! im Zentrum). Das wird jede Partei tun, die etwas auf sich hält. Er wäre ein Akt der parlamentarisechn Solidarität, von der ich nur die Rechte ausnehme, wenn wir uns derartige» nicht bielen las. sin. Südd-utschland kennt solche Bestimmungen nicht, wie sie zu de» Vorgängen von Zabern geführt haben. Deshalb ist ein Reit! . grfetz dringend notwendig. Er fall Frieden schaffen zwischen Zivil und Militär, um allen Exzessen und Reutcreien ein Ende zu machen. (Beifall).

Abg. Fehrenbach (3tt): Mit dem Antrag« des Vor­redners sind wir einverstanden. Wir wollen eine stark« Ein­flussnahme aus den Willen der Regierung. Hoffentlich kommt deshalb ein recht einmütiger Beschluss des Reichstages zustande. Wir müssen bei der Materie auf gewisse partikularrechtliche Strömungen Rücksicht nehmen. Es wäre zu befürchten, dass ein Neichsocjetz die vorzügliche Regelung stören würde, die die Materie bereits in Bayern und Württemberg gefunden hat. Wenn Preussen den Gegenstand in partikularrechtlichem Sinn« regelt, so mutz cs ebenfalls in diesem Sinn« geschehen.

Abg. Di. Müller- Meiningen lsortschr.) beantragt, auch den Antrag Bassermann sofort anzunehmen.

Di« Abgg. Bassermann (nl.) »nd Fehrenbach (Z) schließen sich an.

Abg. Haas« (Soz.): Dass di« Regierung die Resolutio­nen zur Wehrvorlag« nicht befolgen würde, haben wir immer vo-ousgcsagt. Der Reichstag wird ja immer von den Regie, rung.-n mit Fusstritten behandelt. (Glocke des Präsidenten).

Präsident K a e m p f: Ei« dürfen nicht davon sprechen,

dass der Reichstag mit Fusstritten behandelt wird. Ich rufe Sie zur Ordnung! (Lebhafter Beifall rechts).

Abg. Haas« (Soz.): Wir hatten ander« Erklärungen von dem Abg. Fehrenbach erwartet. Jedenfalls ist aber das Wich­tigste, dass di« Militärgewalt nur auf Requisition der Zivil- b.Hörde einschreitcn darf. Wir werden deshalb auch für di« Anträge eintrrten. Unsere» Antrag hat der Reichskanzler aus I hr durchsichtigen Gründen dargestellt, als ob er ein Akt revo« l--t-.onarer Betätigung sei. Wir fragen, ob es nötig sei, die l ürgerlichen Parteien zu sondern und seinen ganzen Angriff aus di« Sozialdemokratie zu richten, und damit di« Ausmerk- jumkeit abzulenken von der Schuld der Regierung und der Par­teien. Unser Antrag ist oft genug gestellt worden, wir brau­chen ihn daher nicht nochmals zu begründen.

Abg. Hauss (Elf.): Es ist erfreulich, dass der Reichskanz- t.r anerkannt hat, di« Kabineiksorder von I82Ü vertrag« sich nicht mit der Verfassung und den Rechten von Elfatz-Lothrin- g:n. Wir wollen aber den Tag nicht vor dem Abend loben, Irr Gang der Verhandlungen hat uns sehr schwer enttäuscht. Wir wissen nicht, ob wir den schwankenden Rechtsboden in ssiffass Lothringen wieder gewinnen. Wenn jeder Soldat sein Recht im Tournister mit sich trägt, so kann das nach Lag« de« 1'erhällnisse für uns verhängnisvoll werden.

Abg. Bassermann (nl.): Die Erklärungen des Reichs- tnnzlers konnten im allgemeinen befriedigen. Er hat d,e Tat- che anerkannt, dass Lücken bestehen, und dass eine Prüfung r-folgen werde. Das Ergebnis werde er uns Mitteilen. Die Rechtsfrage ist aber nicht zu beanstanden, er hat anerkannt, tass im allgemeinen rin Einschreiten der Militärbehörde nur »uj Re nisilion der Zivilbehörd« erfolgen darf. Ausnahme­fälle gibt ja auch der freisinnig« Antrag zu. Die Sachlage ist le-.u.-it klar. Wir hoffen, dass di« Ergebnisse der Prüfung dem Reiä-stage baldmöglichst vorgelegt werden.

Der Zentrumeanirag sowie der naiivnalliberal« werden

0 grn die Stimmen der Rechten angenommen, di« nnderen ci-

1 i Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.

tr » Deriazungsanirag wird angenommen.

Mittwoch, den 28. Januar, nachmittags 2 Uhr: Etat des Relchsamis des Innern.

Schluss 11 Uhr.

öngrs Übersicht.

Deutsches D»eich.

:: Keine dritte Wchrbciiragsquvic. Aus halbamtlichen ^ » > will dieAugsburger Poftzeitnng" erfahren haben, r , die bn.ssengen Feststellungen und Erklärungen über den !'-lird.ürag ein Resultat gezeitigt haben, das über den Rah»

;» di r ^ i »dünnen hinausgeht. Es sei hiernach nicht un< n »:! '.'kleinlich, dass die dritte Quote des Wehrbeitrages gar t "t -,::r Erhebung kommen w-rde.

:: Ein Schreib«, Generals von Kracht. Vom General tcu Kracht liegt, wie die bayerischeStao.tS-Zeitung" niit- :«!!, nunmehr eia Schreiben an den bayerischen Kriegsmini- ster vor, indem der General die mißversiändlick>e Auffassung llueviihrnngcn bei der Gründungsverjammlung des Prens.en- dn»> zu entkräften sucht, und den Leistungen der bayeri­sch!- Arnu.e in warmen Worten gedenkt.

Frankreich.

:: Bcrhajiung eines deuischeu Deserteurs. Die Pariser Pal, i veihaftete gestern ans denr Ofibahnhof einen Deut- rfici'. namens Christian Rosch, der im Begriffe stand, nach Deutschland zu fahren. Rosch war in einem Geschäfte in Nan.y tätig und halte dort feine,» Prinzipal 400 Franken ge- Öj&U'ii. Bei seiner Verhaftung ans der Polizei aab er an.

Reue Tageszeitung. Montag, den 28. Januar i»i*

mit seinem eigentlichen Namen Wilhelm Haag zu heißen und Deserteur des 22. Dragoner-Regiments in Muhlhausen

z» sein. Tatsächlich befanden sich auch Papier bei ihm, die auf diesen Namen lauten.

Vom Balkan.

dtzjn ueucr englischer Vorschlag in der Jnsrisragc. In

Londoner diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, datz die englische Regierung, um die Erledigung der albanischen Frage und der der ägäischcn Inseln zu beschleunigen, folgende Lösung i» Vorschlag bringen wird: Die englische Regierung wird den beteiligten Mächten in einer Note ihre Gesichts­punkte darlege», die ein Komptoiniß zwischen der ersten eng- fischen Note und den Gesichtspunkten dos Dreiverbandes dar- stelle. Die englischen diplomatischen Vertreter in Athen und Konstantinopel werden entsprechende Weisungen erhalten, jedoch nicht eher, als bis auch die Vertreter der übrigen Mächte von ihren Negierungen mit Instruktionen versehen sein werden. Man ist zwar auf einige Einwendungen italic- nisechrseits in der Jnselsrage vorbereitet, mißt aber diesen keine große Bedeutung bei. Die englische Note wird vor­aussichtlich auch einige Anregungen über die Maßnahmen enthalten, die erforderlich werden können, um den Entschei­dungen der Mächte den genügenden Nachdruck z» verleiben.

:: Die Haltung der Psorte in der Jnselsrage. Der Politi­schen Korrespondenz weiden aus Konstantinopel folgende Aen- ßcrungen einer führenden türkischen Persönlichkeit übermittelt: In der Frag« der ägäischen Inseln findet im Ausland« unge. achtet der wiederholten unzwetdeuiigen Kennzeichnung des türkischen Standpunktes dt« Meinung noch immer Anhänger, datz «ine Schwenkung der Pforte in Bezug auf Chios und My- tilene unter gewissen Voraussetzungen nicht ausgeschlossen sei. Von dieser Annahme geleitet, glaub! man im Auslande sich von der Wiederherstellung normaler diplomatischer Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland durch den Amtsaniriit der beiderseitigen Gesandten und von der dadurch «rösfnetcn Möglichkeit eine» unmittelbaren Meinungsausiausches ein« Klärung dieser Angelegenheit versprechen zu können. Diese An­nahme ist aber ein« irrige. E; bleibt vielmehr Tatsache, so­lange man sich in Athen sträubt, den Forderungen der Türkei inbczug auf Ehior und Mytilene Folg« zu geben, werde die Wiederherstellung der gegenseitigen diplomafischen Beziehun­gen auf di« Bedeutung einer blossen Förmlichkeli beschränkt werden und «in in Wirklichkeit normales Verhältnis ausge­schlossen bleiben. Di« wellrnischcn Staatsmänner können sich über dl« Stellungnahme der Pforte in der Jnselsrage wohl kei­ner Täuschung hingebrn,

:: Di« Bedeutung von Venizel», Europarcise. An konipe- tenier Stelle werden die Meldungen ausländischer Blätter üb«r den eigentlichen Zweck der Europareise des griechischen Mi­nisterpräsidenten in das Reich der gewagten Konjektnralpoli- tik verwiesen. Di« Reise Benizelos verfolg« ausschlietzlich den Zweck, die Kabinett« Europas von den friedlichen Absichten Griechenlands zu überzeugen und die mit französischen KapUa. listen eingelciteten Anleiheverhandlungen ein günstiges Ergeb­nis zu sichern. Es sei Venizclos auch gelungen, all« Hinder­nisse, die der Anleihe bei den französischen Geldgebern und bei der französischen Regierung enigegenstanden, zu beseitigen.

Vom Mittelmeer.

:: Eine Drohung der Mclkapilger. Der englische Dampfer Nith" hat immer noch nicht den von Malta verlassen

können, da die 800 Melkapilgcr drohenden Hafen in Brand zu stecken, falls er ausläust. Die Pilger sind von der fixen Idee befallen, datz der Dampfer unbedingt uniergehen würde. Die englische Behörde konnte bisher weder mit guten Worten noch mit Drohungen irgendetwas erreichen. Es findet sich jedoch 8Rn anderer Dampfer, der die Pilger weiter befördern will, da sie sämtlich an den verschiedensten ansteckenden Krankheiten lei­den und deshalb für jedes eine ernste Gefahr bilde».

Mexiko.

:: Die Lage. Die Nachrichten aus Mexiko laulen so beun­ruhigend, datz die Regierung der Vereinigten Staaten b-jchlof. fen hat, unter allen Umständen der Revolution ein Ende zu machen. Der PanzerkreuzerMontana" Hai Befehl erhalten, sich »ach dem Kampfplatz zu begeben. Der Grund zu der gro­ssen Sorge in Amerika ist nämlich der, datz, falls die Wirren länger fortdauern, die Negierung der Republik nicht in der Lage fein wird, den am 1. Februar fälligen Coupon ihrer Eijenbahnobligallonen, bezahlen zu können.

Bund der Landwirte.

Montag, dc 2l>. Januar, abends 8 Uhr,

Uersammlnny in Mdeshcim

bei Gastwirt Winter.

Tagesordnung: Der Wchrbeitrag.

Redner: Herr Redakteur HirscheI - Fricdberg.

Alle Interessenten sind hierzu freundlichst eingeladcn.

Vereinigte Landwirte.

An die Mitglieder!

Die Brauerei-GesellschaftFrankfurter Brau­haus" hat »US geschrieben, d-.tz sic sich dem Verband der Trauereieu anschließt und unseren Mitgliedern ebenfalls die eingeräumte Preisermäßigung bei Treber auf l,k,g Mark per Zentner cinräumcn wird.

Bei d'eser Gelegenheit teilen wir mit, daß verschiedene Brauerei» den Landwirten den ermätzigte» Preis beim Be­zug von Trebern nur dann gewähren, wenn die Mitglieds­karte vorgewiesen wird. ES liegt deshalb iin Interesse der Mitglieder, wenn die Mitgliederlisten, die diese Woche zum Versandt gekommen sind, recht bald ausgefüllt »nd an den Rechner zurückgefandt werden. Die Zusendung der Mit- aliedSkarie» wird dann unverzüglich erfolgen.

Der Vorstand.

Ans der Heimat.

* Friedberg, 28. Jan. Auf die heute Moniag abend, 8fi Uhr imGambrinus" (am alten Bahnhof) stalffindende Evan Männeroersammlung sei noch einmal aufmerksam gemacht

Thema:Religion und Gesundheit".

* Wiiitcrfelddienfiübnng in der Weiterau. Der ersten Winterfelddienstübuug an, Uniermaingebiet folgte am Samstag eine zweite in der südlichen Wcttcrau. An ib, nahmen die Garnisonen Frankfurt, Homburg, Friedberg Offenbach und einzelne Truppenabteilungcn aus Hanau teil Die Kriegslage war folgende: Eine rote Arniee sucht vor Wchrheim aus den Ilerbergang über den Taunus zu erzwi» gen und soll dabei d»rch eine von Mainz konimcnde rote Ab­teilung gesichert »verden. Eine feindliche blaue Armee, dir in der Linie Windcckc»Nieder-Florstadt aufmarschiert ist, soll den Ausbrnch aus dem Taunus verhindern. Blau Haiti sich auf der Schäscrkoppcl zwischen Kloppenheim und Nie dcr-Erlenbach festgesetzt und erwartete hier Rot, dessen T.rup pcnkörper sich in früher Morgenstunde bei Niedcrnriel ver- somniclt hatte. Der Anmarsch von Rot erfolgte über Bon» mcs, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlcnbach. Während ein Teil von Rot (das 80. und 81. Infanterie-Regiment, eine Abteilung der 63ct »nd eine Schwadron der 0. Ulanen) bei Feind direkt angriff, uniging eine andere die feindliche Stellung und siel dieser in die Flanke. Nach kurzem Sturm ongriff wurde das Gefecht abgebrochen. Die Truppen sam melken sich und wurden wiederum aus den Feldküche» ge kpeist. Für die 8ler lautet die Speisenfolge: Weißkraut mit Fleisch und Kartoffeln und als Nachtisch Kaffee. Das Este» war von ausgezcichneter Güte. Auch ichon auf dein Hin­märsche erhielten die Mannschafieii bei Niedernrsel reichlichen Kaffee mit Zucker. Der Rückmarsch der Frankfurter Garni­son erfolgte abends 5 Uhr über Harbeim, Berkersheiin »til Preungesheim. Obwohl an die Leistungsfähigkeit bei Truppe» bedeutende Anforderungen gestellt waren di> Marschleistungen errichten 40 Kiloineter kamen Ermüdun­gen gar nicht vor. Sänitliche Mannschaften trugen die feld­grauen Uniformen, die sich vorzüglich der Umgebung an- schmiegten. Beim Abprotzen eines Geschützes der 68ei wurden einen! linvorsichtigen Kanonier einige derb« Schraminen ziigefügt. Der Uebung, der bei reichlichem Schneefall »och eine dritte folgen wird, wohnte der komman­dierende General von Schenk bei,

* Die Samstag Uebung von unserem Bataillon. Seit wir in Friedberg wieder Soldaten haben, ist mein Interesse für das Militär wieder kolossal gewachsen und ich bin wieder init Leib und Seele Soldat geworden. Der beste Beweis für diese Behauptung ist die Tatsache, daß ich am Samstag schlechtbin nicht von meinem Entschlüsse abznbringen war, niich an der Uebnng unseres Bataillons als Schlachtenbumm­ler anzuschließen. wenn es auch morgens schon um 5 Uhr losging und die Temperatur unmittelbar an sibirische Win­terverhältnisse erinnerte. Ich hatte nach Informationen am Ausgange unserer Stadt nach Ober-Wöllstadt zu Ausstellung genommen und hatte noch kaum richtig kalte Eisbeine mir an­geeignet. als auch schon unser» stolze, stramme 9. Komvogni« angesiampf kam. Trotz des weiteren Weges war sie die erst« am Platze. Nach kurzen Worten begann die Wanderung mehrere Bataillons zum Schlachtfelde. Man war in beste« Sfimmung und bald erschollen aus kräftigen Kehlen frische Soldateulieder in die Nacht und in Ober-Wöllstadt mag man wobl d-'r Ansicht gewesen sein, die wilde Jagd bewege sich dnrch das Dorf, denn die Soldaten waren ganz entschieden der Ansicht, daß andere Menschen um diese Stunde, wo sie schon 3 Kilometer-hinter sich hatten, ohne irgendwelche Ge- sundheitsschädigung einmal aus ihrem Schlafe geweckt wer­den könnten. Der Wind blies eisig und bene'dete die Sol­daten »in ihre wärmenden Kopffchiitzer und ibrer wenn auch wenig eleganten, so doch um so praktischeren Handschuhe bei dieser Kälte und tippelte treu und gotte-ssürchtig immer bübsch hinten drein über Nieder Wöllstadt, Ilbenstadt und Kaichen, hinter dessen Mauer die erste Morgenrast gehalten wurde. Tausend Zigaretten-Wolken stiegen in die langsani bcllgewordcne Morgenluft und wer ein Frühstück bei sich batte, meinte, daß man derlei am unbcschwerlichsten im Magen mit sich bernmtriige, Heldenbergen, wo wir nach­her hinknmen, glich dem reinsten Militärlager, denn alle Rafsengattungcn waren hier vertreten, Artillerie es kann auch eine Maschincngewehrabteilung gewesen sein, denn zu meiner Zeit gab'S die noch nickst und so genau geguckt habe ich hu Mom'nt auch nicht Kavalleriepatrouillcn jagten emsiglich bin und her, dnS Eisenbahnregiment war vertreten, kurzum: Heldenbcrgcn wird seit langer Zeit nicht soviel Sol­daten auf einmal in seinen Mauern gesehen habe», ilns-l Bataillon niarschierte dnrch Heldenbergen dnrch, setzte biiitci dem Orte die Gewehre zusammen »nd nahm dann seinen Morgenkaffee ein. Ob er ganz erstklassig gewesen war, weiß ich nicht, jedenfalls war er ganz hervorragend warm und das war unter den obwaltenden Umständen am Ende die Haupt­sache. Ich kante gerade auch mit beiden Backen meine Schinkenbröte im Ehausseegraben und trank gefrorenen Rot­wein dazu, als der Ausbruch auch schon wieder besohlen wurde. Wiederum brach inline alte Soldatenuatiir durch, daß ich auch, obwohl ich noch richtig nriide und hungrig war, meine durchgefrorenen Glieder in Bewegung fetzte und burch's Dorf wieder zuriick meine edlen Gehwerkzeuge in der Richtung nach Groß-Karben z» in wärmespendende Be- wegung setzte. Es war ein großer Zug, an 1f«00 Meter ln»c von gemischtem Militär, Artillerie und Infanterie, Maschi­nengewehr und Feldküche. Ab und zu sausten die Ulaiie» guer durch? Feld und überbrachtcn Meldungen vom Herrn Feinde. Man merkt als alter Soldat an der ganzen Ans- machung, daß der Feind noch nicht so ganz nahe sein ko, »tr und wußte, daß die Wünsckie der Mannsckiaft. möglickyt ball- ins Gefecht zu kommen, nicht in Erfüllung gehen konnten

- Nnd so kam's denn anck>. Wir pilgerten durch Großkarben