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die amerikanische Konkurrenz bedroht. Ebenso sollte die Milchwirtschaft geschuht werden. Rußland hat an Handelsbertagen mit unS ein viel größeres Interesse als wir. Wir alle in unsere Fraktion sind für innere Kolonisation. (Sebr richlig! recht.) Nur muß sie vernünftig, nicht svnmgweise überhastet durchgeführt werden. Es sollen nicht bloß kleinste, sondern kleine, mittlere und selbst größere Besitze geschaffen werden. Die innere Kolonisation, wie sie Freiherr von Wangenheim angeregt hat, hat kolossale Werte geschaffen. Sie kann aber nur erhalten bleiben, wenn unsere Wirtschaftspolitik die gleiche bleibt. Sie allein kann unS auf unserer nationalen und wirtschastlichen Höhe erhalten. (Lebhafter Beifall rechts.)
Ministerialdirektor Müller: Ich bi» beauftragt, namens des Staatssekretärs zu erklären, daß der Seuchenschutz in derselben Weise weiter gehandbabt werden wird, wie cs bisher der Fall gewesen ist. (Lebhafter Beifall.) Langfristige Lieferungsberträge, für die landwirtschaftliche Organisationen in Frage konimen konnten, haben wir stets aufmerksam verfolgt nnd begünstigt, soweit eS in unseren Kräften stand. Die Derbältniste an der russischen Grenze haben sich einigermaßen verschoben, unser Export von Roggen ist stärker geworden als wir angenommen hatten. Rußland ist autonom und kann seine Handelsverhältnisse nach seinen Bedürfnissen regeln. Wir müssen daher das Weitere abwarten. Einstweilen sind wir überrascht worden.
Abg Gothcin (fortschr.) hielt eine Ruhcvanse in der Sozialpolitik für notwendig nnd nannte die Wirtschaftspolitik eine Politik der nationalen Knute. Die Zölle haben lediglich eine gesetzliche Steigerung der Dodenpreise bewirkt. Der Großbetrieb entvölkere das Land und schädige damit den militärischen Nachwuchs. Deshalb müsse innere Kolonisation gefordert werden. Redner bemängelte die Darstellung des Staatssekretärs, daß die Wirtschaftspolitik ausschlag- aebend für die allgemeine Enftvickelung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse sei.
Ministerialdirektor Müllers Der Vorredner hat bemängelt, daß der Staatssekretär übersehen habe, daß auch roch andere Faktoren für die wirtschciftliche Entwickelung noßgebend sind. Daß diese anderen Verhältnisse vom Staatssekretär berücksichtigt worden sind, kann keinem Zweies unterliegen. Selbswcrständlich ist die Zollpolitik nicht allein für die Entwickelung der wirtschastlichen Verhältnisse msschlaggcbend. Es handelt sich dabei nur um die Frage, ab unsere derzeitige Zoll- und Wirtschaftspolitik die Grund- iage mit abgegeben hat ftir die Entwickelung der Verhältnisse, wie sic sich bei uns gestaltet haben, ob der innere Narkt gekräftigt worden ist. Redner führt eine längere sicihc von Zahlen an nnd kommt z» dem Schluß, daß die Frage bejaht werden kann.
Abg. I>r. Arendt (Rp): Die Rede des Abg. Gothcin laben wir hier schon recht oft gehört. (Sehr richtigI rechts.) -llencs bat er nicht gesagt. Er ist die letzte Säule der alten Freihandelspartei, denn die Anschauung vom Nutzen der Zölle hat sich unter seinen Freunden sehr verbreitet und befestigt. Bei Einführung unserer Zölle hätte sich niemand von der Linken einen solchen Aufschwnng träumen lassen. it’i damls 1 oK Zoll eingcsiihrt werden sollte, sprach man davon, daß das deutsche Volk nun verhungern müsse. Heute hört man von allen Seiten, daß die Zollpolitik einen großen Aufschwung mit sich gebrailrt habe. Dein Staatssekretär negeniibcr muß ich fragen: War es nötig, jetzt das Ausland in unsere zollpolitischen Karten sehen zu lassen? Die wichtigste Voraussetzung unserer Sozialpolitik ist die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Unternehmer. Die Sozialdemokratie verkennt die? und stiftet klnsrieden zwischen Arbeitlebern nnd Arbeitnehmern. Dieser linfrieden schädigt aber reibe. DaS Zurückgehen des Streiks ist nicht auf eine schlechte wirtschaftliche Lage zurückzuführen, sondern auf die Erkenntnis der Arbeiter, daß ihr; Interessen bisher nicht richtig wahrgcnommen worden sind. Die Herabsetzung der Altersgrenze auf 6b Jahre gelangt hoffentlich bald zur Einführung.
Donnerstag: Fortsetzung. Schluß nach 6 Uhr.
PrrnsMchrr timdtng.
Abgeordnetenhaus.
Das Haus fetzt« oin Mittwoch die Beratung des landwirt- fihaiiüchen Etats fort.
Abg. Dr. Faßbender (Ztr.) begründete den Antrag: Die Ciaatsregierung zu ersuchen, ein Gesetz zu schassen, das 'uiu Sck-utze der Landwirtsachst und des reellen Handel» di« Mißsiände beseitigt, die im Handel mit Futter- und Dünge- tn.ttcln und Sämereien bestehen.
Nachdem di« Abgg. v. Kessel (Ions.). Lieber (Nl). Dr Varenhors, (sieikons), Ehlers (Fortschr.) dem Antrag zugcstimmt hatten, erilaite Laudwirischastsminister efiht. , Cchorlemer - Lieser, daß den Wünschen der AntragsteUer jedenfalls nochgegebin werden könne, und daß di« in Frage kommenden Mittel gesetzlich bestimmt und solckff, di« den Bestimmungen nicht «ntjpiechen, vom Handel ausgeschlossen wer- den sollen. (Beisall).
Weiter stimmten dem Antrag« zu die Abgg. B r o r S und Dr Becker (Ztr), und einstimmig nahm ihn das Haus an.
Abg. Dr. v. Campe (Nl.) bat den Herrn Landwirr- schaslsminister, beim Kultusminister dahin zu wirken, daß die in der Schwei, approbierten Tierärzte den Titel Dl. med. vet. auch in Preußen führen dürfen.
Abg. Ba er ecke (lonj): Auch wir wünschen eine solche Anstalt. Die Bedeutung und Förderung der Milchwirtschaft ist für die landwirtschaftlich« Bevölkerung sehr groß.
Abg. Hoff (Fortschr.): Nach dem Vorschläge der Land- wlilschastslammern nahmen wir bisher an, daß es sich empfehle eine Reicksanstalt nacki dem Muster anderer Rclchsanstal-
yitat Tageszeitung. D»u»«r«rag, den Z2. Januar 1914.
ten zu errichten. Dann würden auch die kleineren Einzelstoa- ten hieraus Nutzen ziehen lönnen. Wir stimmen aber auch dem Zentrumsantrag zu.
Abg. Westermann (Nl): Auch ich stehe dem Antrag« sympathisch gegenüber.
Landwiitschaflsminsitee Frhr. v. Schormeler: Der
Gedanke, ein Zcntralinstilut für milchwirtschaftlich« Forschun» gen zu schassen, ist an sich gewiß erwägenswert. Seiner Ver. wlrliichung in Preußen steht jedoch das Bedenken gegenüber, daß schon jetzt für solche Institut« bet den Landwirtschastskam- mcrn 190 000 Mark ansgeworfen finb. Bei Schaffung einer Zentralinsiiluts würden wohl dies« Zuschüsse gekürzt werden müssen. Anzuerlennen ist, daß die wistenschastliche Seite der Frag« in einem Zentralinstitut zweifellos gründlicher behandelt werden könnte als jetzt, wo die Leiter der Institut« meist noch anderswcit stark in Anspruch genommen sind. Dem steht aber das Bedenken gegenüber, daß ein solches Institut leicht die unbedingt erforderliche enge Fühlung mit der Praxis verliert. Die Berwaltung behält di« Frag« im Auge und sucht sie so zu verwirkliche», wie sie de» Wünschen der Landwirtschaft entspricht.
Der Antrag auf Errichtung der inilchwirtschaftlichcn Zerr- tralairstalt geht an di« Agrarkomin.ssion.
Der Antrag Faßbender wird einstimmig augenomine».
Abg. Dahlem (Ztr.): Die Lehranstalt für Wein-, Obstund Gartenbau in Geisenheim muß weile- ausgcstaltet werden. Vor allem muß sie sich mehr als bisher mit der Reblausforsch rüg besaßen. Gegenwärtig müssen sich di« Wetn-bauern vielfach der Obstkultur widmen, wert der Weinbau in den letzten Jahren nicht rentabel war.
Abg. Wolfs- Lisia: Die Lehrer an den ländlichen Fortbildungsschulen müssen endlich denen an den städtischen Schulen gleichgestellt werde».
Abg. v. Pappenheim (kons.) begründet den Entwurf: die Staatsregierung zu ersuchen, dort, wo auf Antrag der Gemeinden religiöse Unterweisung in den Lehrplan der Forlbib- dungsschulen ausgenommen wird, die Genehmigung des Lehrplanes lediglich aus diesem Grunde nicht zu versagen. Ich habe früher mit den Herren vom Fortschritt über dt« mannigfachen Eingriff« der Negierung in die Selbstverwaliung gesprochen und mich prinzipiell aus ihren Standpunkt gestellt. Auch in dieser Sache geschieht das. Wir wünschen aber, daß der Rels. gionsuntcrricht so weit wie möglich in den Fortbildungsschulen ausgenommen wird, daß der ganze Unterricht durchlränkt wir» mit christlich^religiösem Geist. Beschlossen wurde, wie erinnerlich. daß es den Gemeinden überlassen bleiben muß, ob sie den Religionsunterricht einführen wollen oder nicht. Gegen die Wünsche der Zentrums, den Religionsunterricht obligatorisch «inzufühnen. habe ich mich für meine Fraktion entschieden ausgesprochen. aber sch habe verlangt, daß man ihm ba, wo er ge- wünscht wird, keine Hindernisse in den Weg legen solle, daß der gesamte Unterricht von ernst religiösem Geist beseelt werden muß. (Lebh. Beifall rechts).
Abg. Dr. Kaufmann (Ztr.): Rach wie vor stehen wir auf dem Standpunkt der Erteilung des Religionsunterrichts in den Fortbitdunigsschulen Wir können nicht die Gründe «!n- sehen. warum man sich gegen den obligatorischen Unterricht sträubt. Gerade weil di« Fortbildungsschule als Fortsetzung der Volksschule gedacht ist, ist der Religionsunterricht unerläßlich In dem Antrag können wir nur eine minimal« Abschlags, zohlung sehen. Je mehr der Religionsunterricht beschränkt wird, um so mehr blüht der Weizen der Sozialdemokratie. (Beisall t. Ztr.).
Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schormeler: Ich
Hab« in der Sitzung vom 18. Januar nicht davon gesprochen, daß eine künstliche Erregung in di« Beuüllerung hineingeira- geu worben sei. Ich machte mein« damaligen Ausführungen mit Rücksicht ans bestimmt«, mir bekannt geworden« Vorgänge, daß bereits in verschiedenen Kreisen di« Ortsgeistlichkeit sich bei der Einrichtung der Fortbildungsschulen über die Erteilung des Religionsunterrichis mit den Behörden verständigt halte, nnd daß diese «ist durch den Beschluß der sogenannten Unteirlchtskommisston der Zenlrumsftaktion genötigt waren, die Sache ln anderer Weise zu erledigen. In der Frag« des Religionsunterricht, an den Fortbildungsschulen stimme ich mit dem Handelsminister vollkommen darin überein, daß ich unter keinen Umständen einen Zwang zur Beiwohnung des Re» ligionsunterrichis «ingefiihrt wissen will, dagegen bin ich jederzeit bereit, die Genehmigung zur Aufnahme de, Religionsunterrichis zu erteilen, wenn ein solcher Zwang nicht ausgesprochen wird. Von der Wichtigkeit des Religionsunterrichts bei der Erziehung der Heranwachsenden Jugend ist die Regierung durchaus durchdrungen. Der ganze Widerspruch zwischen den Konservativen sowie dem Zentrum und der Regierung beruht eigentlich lediglich aus dem Zwange. Eine Aendeiung des Standpunktes der Negierung, daß ein Zwang zur Teilnahme am Religionsunterricht nicht statuiert werden kann, ist ousgeschlosien. Begnügen Sie sich mit dem, was die Regierung Ihnen angeboten hat, und Helsen Sie uns. aus dem Weg« der Fortbildungsschule die Heranwachsende Jugend zu staatstreuxn und kirchlichen Männern zu erziehen. (Beisall).
Abg. Di. ». Campe (Rl> bezctchnete die Feststellung des Lehrplanes als Sache der Schulaufsichtsbehörde un» nicht die der Gemeinden.
Di« Abgg. Grau« (Fortschr.) und Hossmann (Soz.) lehnten den Entwurf ab.
Abg. Marx (Ztr.): E ist «in peinliches Gefühl für mich gewesen, di« Rede des Herrn Hojjmann zu hören, und die Regierung sollte nun doch ernstlich prüfen, ob ihre Stellung richtig ist. Wir dürfen unser christliches Gefühl nicht so begeifern, wie cs erst anläßlich der Weihnachtsseste, durch den Abg. Hoff- mann geschehen ist. Die Ersahrung hat gezeigt, daß da, wo ein religiöses Volk wohnt, kein Boden für die Sozioldemokr-. ti« ist.
Abg. Frhr. v. Richthofen (kvnf.) sprach den Wunsch aus. daß Liberale un» Orthodoxe zusammenstehen möchten und sagen, wir schämen un, des Evangeliums Jesu Christi nicht.
Abg. Dr. v. Campe (Rl.) wandte sich aeaen den Abg.
Seite i
Marx, der kein Recht habe, Angriffe aus den evangelijl , Bund zu richten.
An der weiteren Debatte beteiligten sich seiner der A! - Styrzynski (Pole) und der Abg. Frhr. o, Zeblitz i> die sich für den Antrag aussprachen.
Dagegen sprach nochmals Abg. Hofsmau „ (Soz)
Der Antrag wurde schließlich mit große, Mehrheit a - nommen.
Donnerstag II Uhr Fortsetzung. — Schluß halb <! Uhr
Tages Übersicht.
Deutichrs Ueich.
:: Das Ergebnis »er Haussuchungen bei den Dresden« Tabalsabriken. Die Haussuchungen bei der Zigaretleufabrit Georg A. Jasmatzj A.-G. und versichedenen anderen Dresden«, Zigarettenfabriken haben «in überraschend umfangreiches Material ergeben, das di« Erwartungen der Gerichtsbehörden bc weitem übertrofjen hat. Es sollen Firmen betastet sein, von denen man bisher geglaubt halte, sie hielten sich vom ainerika- nlschen Tabaktrust fern. Vor allem sind die bei der Iasmatzl Aktiengesellschaft beschlagnahmten Briefschaften von höchstem Wert, da Iasmatzt den Mittelpunkt des amerikanische» Trusts kn Deutschland bildet, Hebe, das Ergebnis der Untersuchungen wird vorläufig nichts in die Oeftentlichkeit dringen, da alle beteiligten Personen flch jum Stillschweigen verpflichtet haben
:: Eine neue Kammrrdebatte in München. In der baaer! schen Abgeordnetenkammer kam es heut« beim Mikitäretat zu- erneuten Debatte über den Preußentag. Alle Parteien des Hauses beteiligten sich daran. Abg Dr. Günther (lib.) sprach an Stelle de, Fraktionsvorsitzenden Dr. Easielmann und als Mitkämpfer an der Leine über dt« Rede des Generals von Kracht, dessen nachlräglich« Entschuldigung nicht glanbhast klinge Wenn Exzellenz behantpete. so wie er jetzt nachträglich gesprochen habe, dann passe seine Red« garnicht in die ganze Situation. Abg. Beckh (kons). früher atkiver Ossizier, versuchte unter großer Unruhe de, Hauses und unter fortgesetzten höhnischen Zurufen die Rede de» Generalleutnants von Kracht zu verteidigen. Freiherr v. Jreyberg (Ztr.) erklärte, di« ganz« Situation auf dem Preußentag sei eine bedauerliche gewesen,- insbesondere bedauerlich seien di« Bestrebungen des Preutzen- bnndrs zu einer Zeit, ln der sich erwiesen habe, daß der vieb- gepriesene Preußengeist in mehr als 40 Jahren in den mii deutschem Blut erkämpften Reich standen seine Ausgabe nicht zu lösen vermocht habe.
:: Kein Regierungswechsel in den Reichslan»en. Die „Köb ner Zeitung" meldet au, Berlin: Di« in mehreren Blättern bereit, erfolgte Namhaftmachung von Nachfolgern für die höheren Regierungsstellen der Rctchelonder wird auf Erkundigung an zuständiger Stelle als reine Beimutung bezeichnet. Ein Beschluß über Personenveränderunzen in der Verwaltung Elsaß-Lothringen» ist nicht gefaßt.
Frankreich.
:: Die Pariser Presse zum Präfideutenbesuch -aus der deutschen Botschaft. Die Pariser Presse kommentiert den vorgestrigen Besuch der Präsidenten Poincaree aus der deutschen Botschaft nur sehr spärlich. Di« offiziellen Bläiter zeigen ganz offen da» Bestreben, di« Angelegenheit al» «ine rein private Sache zu betrachte« vn» bringen dir Nachricht fast sämtlich unter der Rubrik: „Aus der Gesellschaft". Auch die unabhängige Presse ist durchaus »ich, geneigt, die politische Tragweite des Besuchs zu übertreiben und begrüßt den Besuch als ein Zeichen des guten Einvernehmens, da, augenblicklich zwischen Deutschland und Frankreich herrscht. Di« nationalistischen Blätter natürlich sind mit diesem „Staatsstreich" Poin- carees sehr unzufrieden und die „Libre Parole" kommentier' ihn mit verschiedenen unhöflichen Randbemerkungen.
England.
:: Auffindung de, „A. 7". Nunmehr ist es de» verzwekfeb ten Anstrengungen der englischen Marin« gelungen, das vor einigen Tagen vor Plymouth gesunkene Unterseeboot „A. 7" ausfindig zu mache». Di« Annahme, daß das Boot von der starken Strömung nach dem Fundort fortg rissen worden ist hat sich bestätigt: Da» Boot wurde in einer Tiefe von 200
Fuß liegend aufgesunden. Infolge der großen Tiefe erscheint es mehr als zweifelhaft, daß er jemals gelingen wird, de» Rumpf des Schisses an Ketten zu befestigen und so ein« Hebung des Schiffe zu bewerkstelligen.
Vom Balkan.
:: Kriegerische Vorbcrcitiiiigcn in der Türkei. Die Tür^ kei macht umfangreiche Ankäufe für Hcereszwccke, so daß kein Zweifel besteht, daß sie sich ernsthaft für den Kriegsiall porbcreitet. Die Bestellungen von Kriegsmaterial haben schon unter dem Kriegsminister Jzzed Pascha begonnen nnd werden unter Enver Pascha lebhaft fortgesetzt. Um eine beschleunigte Aussiührimg der Aufträge zu erzielen, wurden die Bestellungen in verschiedenen Ländern gemacht. So steht die Regierung augenblicklich in Verhandlungen mit Frankreich wegen Ankaufs von Patronen nnd anderen Ausrüstungsgegenständen.
:: Tie Jnselfrnge. Da? offiziöse Dlaft „Ton in" wendet sich in einem äußerst heftigen Artikel gegen die Absicht Italiens, wirtschaftliche nnd materielle Kompensationen z» verlangen, welche die Rückgabe der 12 Inseln an die Türkei bezwecken. Das Blatt weist entschieden jedes derartige Anerbieten zurück »nd sagt, es sei ftir die Türkei leicht, ans der Frage der 12 Inseln eine ruropäischs Angelegenheit ,u machen. Denn falls Italien auf diesen Inseln bleiben wo • würden dann England, Rußland und Frankreich zustinm.. Auf der gegenüber den Dardanellen befindlichen Insel Tone doS entfalten die Griechen eine eifrige Tätigkeit, Die I::- sek wird stark amtiert »nd mit Lebensmitteln versehen. Rings um Tenedos wurden Minen ausgcle» t. — Auch ans lkhios und Mytilene bemerkt man eine eifrige Tätigkeit, um die Inseln gegen einen Handstreich zu sichern.
:: Der Regierungsantritt des Fürste» zu Wied. Entgegen den Blättermeldunaen dass der Prinz zu Wied in die-


