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Donnrrstafl, den Lrr. Januar 1!I14

7. Jalirganfl

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*fl«nun «onoiliih 60 PI«, fitiyu tritt Posigedutzr Un Trage, lohn. )», eigen: lienndieile '20 Big. lokale 15 Pig. An, eigen von auowon» werden durch BoNnachnahme erhoben kkriilllimgeori Frieds»»» »chvMleitaag and Verla, Friedberg <besten», honouerstratz« 12. Feeniprechee «8. Poltlche«-Lont» Br «85», Amt Fronst»« a. m.

urvrrslcht.

Der Verteidiger des Gijimörder» Hopf, vr. St«,, heimer, halle gestern eine längere Unterredung mit dem , 11,11 Tode verurteilten Verbrecher. Dieser ist nach wie vor voll­ständig verschlossen und in sein Schicksal ergeben. Dem Verteidiger ist es nicht gelungen. Näheres aus Hops heraus- zubringen. Hops verzichtete aus Einlegung der Revision. TaS Urteil wird am Samstag rechtskrästig.

Aus den, Flugplatz Echlkisjhrim bei München, ist gestern vorniittag der Mililärslugschüler Alfred Schweizer aus Nürnberg beim zn scharscn Nehmen einer Kurv« mit seinem Otto-Doppeldecker aus 40 Meter Höhe abgestürzt und aus der Stelle tot geblieben. Das Flugzeug wurde zer­trümmert.

In Berliner eingeweihtcn Kreisen n-igt man der An­sicht zu. daß die Hausdurchsuchungen in Dresden daraus zu­rück,»führe» sind, daß die drin Trust angehörendcn Firmen sich geweigert haben, der Regierung dos Material zu der geplanten Enguete über die Beziehungen der deutschen Ziga- re. "ändustrie zum Trust herauszugeben.

Der Zentrolausschuh der Reichsbai,k ist für heute 'Vormittag 10'/i> Uhr zu einer Sitzung einberufen worden. Wie verlautet, wurde eine A>A>ige Diskoutermätzigiing be­schlossen.

Tie elsässische» Abgeordneten haben im Reichstag ebrnlallS einen Antrag belr. Wasfengebrauch und da« Ein- greisen der bewassnelen Macht bei Unruhen «ingebracht.

Die Sussraqeiien hielten in London eine stürmische Versammlung ab. in der sie erklärten, daß sie die kriegerische Methode wieder ausnchmen würde». Das Jahr 1914, so wurde versichert, solle in der Geschichte der Sufsragettcn- lalen z» einem historischen werden. Die Suffragetten er­klärten. dag sie sämtliche Staatsgrbäude in die Lust spren­ge» würden, wenn man ihren Forderungen nicht stattgebc.

Tie japanische Regierung teilte der Bundesregierung mit. daß ihre Erklärungen über di« Behandlung der Japaner ungenügend leien.

Meldungen aus Veracr», zufolge haben die mexi­kanische» Rebell n der intcroceanic Railway Company mit­geteilt. Last die Rebellen alle Brücken der Gesellschast mit Dnnamil in dir Lust sprengen würden, falls nicht die Liese- rungen an Petroleum für die Bundestruppen aushörten.

ssin llrtril übrr die ponlrroatiurn.

Man wird wohl allgemein zugebe, 1 , daß der jetzige Reichskanzler, im Gegensatz zu dem ersten entschlußstarken Kanzler des Reiches eine Persönlichkeit ist, die sich nur schwer «u totkräslige» Entschlüssen durchdringen kann. Es soll ihni daniil kein persönlick»cr Vorwurf gemacht werden, denn Herr von Belhmann-Hollwcg ist zweifellos, als Charakter ange- ichen. eine offene lautere Persönlichkeit, die sich gibt, wie sie ist und denkt, aber die Tatsache steht nun einmal außer jweisel, vor lauter Erwägen aller denkbaren und uudcnk- oarc» Gründe und Möglichkeiten kommt er nur lchwer, oder »och langer Zeit, oder überhaupt nicht zu einem Ent- ichiiiß. Das ist sur einen Staatsmann in leitender, poli- lischcr Slclluiig ein äußerst bedenkliches Manko. Man weiß das natürlich allgemein und ganz besonders osfenkundig :st dnse nicht z» verschleiernde Tatsache in den verschiedenen Paria,neutcn, mit denen er stete Berührung hat, also im Reichstag und »n prcußisckicn Abgeordneten- und Herren­haus.

Naturgemäß ersckiwcrt diese oft bemerkte schiverc Ent- ichlußlähigteit, die zuweilen geradezu in Entschluhlosigkeit ausziiartcn droht, die Stellung des Kanzler» gegenüber de» Parteien beträchtlich, zumal dort wcnigcnsts in einigen Parteien wirkl>ä»e M ä n » e r führend sind und dem Rcickis- lauzler gegenüber mit herzerfrisck>cder Lfscnheit und, wenn es tritt muß, goldener Rücksichtslosigkeit ihre Sack»e und Meinung vertreten. Daß das bei den Konservativen ganz V, sonders der Fall ist, daß dort wirkliche Männer sitzen, die mal eiuc Lippe riskieren und auch nicht immer nack» dein Wohlergehen, was der dazu sagen wird, ist zwar eine längst bekannte Tatsache, wird aber nur seUen i» den liberale» Zci- liuigru zugegeben und auch nur daun, wenn man mit diesem ilrieil eine beiondere Nebenabsicht verbindet, wenn n>an etwa den libcialen Spießbürger wieder einiual gruseln machen >v,U vor de» bösen Konservativen, die noch so rückständig sind, ovii einer reinen Parlainenlsherrschast. bei der der Kaiser nur wenig oder gar nicht mehr zu sagen hätte und Herr Ltabthagen wohl gar Kriegsininister würde so etwa nach , anzösiick»ein Muster nichts wissen zu wollen. Sie wisse» wahrhastig. waruink Die Reden der Freisinnigen und ganz besonders die der Herren Roten, sind sogenannte Friislerreden, d. h. sie sind dazu bestimnit, zum Fenster hin- ittS lür die Galle gesproche» zu werden, aus eine wirklich giiuidltche und vorurteilsvolle Prüfung einer Sache kommt 's da hl , diesen Herren gar nicht an. Wenn sie nur draußen den Beifall der Masse finden, dann ist ihren Zwecken ae.

dient und sie sind zufrieden. Wie ganz anders bei den Kon- servaliven namentlich auch bei de» Konservativen dcS in gewissen Kreisen, so besonders verschrieenen und dabei in jeder Beziehung wirklich vornehmen preußischen Herren­hauses die an eine Sache mit überlegener Ruhe »ud bc- herrsck»endcr Sachlichkeit Herangehen und daun ihr beson­nenes. wohlbegründetes Urteil abgeben, unbekümmert um die Konsequenzen und um die Meinung des Berliner »ud anderen Großstadlpöbels, der sich in gewisse» Zeitungen breitmacht. Etz gibt nämlich auch gebildeten Pöbel, und der ist fast noch schlimmer als der von der Gasse.

Auf die bösen Konservativen ist nun der angeblich so un­parteiische und cbenso angeblich parteilose Frankfurter General -Anzeiger im allgemeinen recht wenig gut zu sprechen, und namentlich sein etwas sehr nach links neigender II. F. Mitarbeiter versäumt so leicht keine Ge­legenheit, wo er ihnen etlvas am Ze»ge flicke» kann. Nun jader .Fwrtcilosc" und übcrzcugungStüchtige General- Anzeiger muß eben Rücksicht auf die Stimmung gewisser in Frankfurt sehr zahlreich vertretenen Kreise, denen das Wortkonservativ" schon, wie es scheint, einen geradezu körperlichen Schmerz verursacht, so etwas ähnliches wie Bauchweh. So hagelt es denn gelegentlich Schläge auf die bösen Konservativen, auf die des Nordens wie die des Südens. Es gibt nämlich auch merkwürdigerweise im Süden Konservative, und mit diesen wird sich der General- Anzeiger vielleicht nock» mehr beschäftigen müssen, als ihm lieb ist. Er nannte sie übrigens gelegentlich der badischen Landtagswahlcnlandfremd"! I Vorzüglich! Wir kennen landfremdere Elemente.

Herr kk. F. gibt nun in der SamStag-Nummer vom 17. Januar im General-Auzeiger rin Urteil über die Konservativen ab, das so treffend und richtig ist. daß wir nicht verfehlen möchten, dieses Urteil auch solchen Kreisen zugänglich zu machen, die die Lektüre deSpartei­losen" Frankfurter Blattes sonst entbehren müssen und daS sind hoffentlich recht viele von unsercn Freunden! Natürlich ist dieses Urteil nicht in der Absicht geschrieben, etwa den Koiiservativ->n eine Liebenswürdigkeit zu sagen, und noch weniger läßt der Artikel etwa auf konservative Neigungen schließen, da? ganze ist vielmehr zweifellos als Hieb gedacht und cs soll nur gezeigt werden, daß die kon­servativen Führer nicht etwaMenschen von weichherziger Stiminung" sind, sondern rücksichtslos auf ihre Ziele los- gehen und daß Herr v. Bethmann an ihnen Gegner hat, die nötigenfalls, wenn Herr v. Heydcbrand besiehst, cinschwen- ken wie die Untcrofsizicre. Herr H. F, schreibt also über die konservativen Führer:

Sie sind Männer der harten Not­wendigkeiten: gerade durch ihre männliche unbeugsame Haltung machen sie, auch wenn man ihre Meinung »ud Ziele nicht billig:» kann, als Persönlichkeiten in unsere kompromißsrohcn Zeit eine gute Figur. Ihre politisck>cu Erfolge verdanken sic avsschließlich ihren »vohlerWogenen Arbeits­plänen und ihrer straffen Fraktionsdisziplin. S i e

sind Soldaten auch i in Parlamcn t." -

Wir haben diesem äußerst interessante» Urteil über die preußischen Konservativen zumal es aus Gegners Mund kommt nichts hinzuzufiigcn und möchten nur die Frage daranknüpfen, loaun endlich werden >vir auch in Hessen so männlich unbeugsam« Charakrere ein Wort mitredeu hören in der Politik unseres Landes ES wäre wahrlich nicht zu unsere,» Schaden! Oder fürchtet man sich in Hessen wirklich iiumer noch vor dem Namenkonservativ"? Wir Hessen sind deck» sonst nicht so ängstlich. Gewöhnen wir »ns also auch diese Furcht abl v.

Lveljrbcilrliß uni» JJfuijtlrtnt».

In unsere» Beispielen die wir jungst zur Wehrbeitrags­abgabe verössentlicht haben, hat ein Fall gefehlt, der gerade in unserer Heimat sehr hüusig vorkommt, und den wir dek- halb nachholen müssen. Es handelt sich um Landwirte, die neben ihrem eigenen Land auch noch Pacht ko nd bewirt­schaften. Würde in diesem Falle, bei der Berechnung noch de,n Ertragswert, das eigene Land allein zur Berechnung gezogen werden, so würde das lebende und tote Inventar nicht im Verhältnis zu dem wah.r» Werte stehen, es muß deshalb, zum Teil wenigstens, ob Betriebskapital der Pachtäcker zugezoge» werden. Tielcr Anteil ist verhält­nismäßig umio größer, je größer die Fläche der Pachtäcker ist. Besteht die Wirtschaft nur al Pachtgut, so ist, wie wir schon früher an einem Beispiel gezeigt haben, dasgesainte lebende und tote Inventar: Vieh, Geräte. Maschine», Vor­räte uslv. als Permögenobesland aufzuführen. Besitzt ein Landwirt 40 Morgen eigenes Laud u»d er hat noch 5 Morgen dazu gepachtet, jo ist das Betriebskapital, das er zu dercir Bcw:rlsck>astli»g aufwenden muß, nicht groß. 120140 A kür den Morgen dürkken vollauk genügend lelu. Nelnuen

wir 120 A an, fo würde der Landwirt also 10 Morgen mit dem Ertragswert einstellcn und dazu 5 Morgen zu 120 A = 5 X 120 600 A als Betriebskapital für das gepachtete Land zäh'en.

Belvirtschastet ein Landwirt nur 10 Morgen eigen«! Land und dazu 10 Morgen Pachtland, und er hat 4 JHilji und 6 Schweine, so ist in Betracht zu ziehe», daß er au! eigenein Lande nur die Hälfte diese« BichstandeS ballen könnte, 2 Kühe und 3 Schweine sind also ohne Weiteres iw Betriebsvermögen aufzuführen. Dagegen wäre es unbillig, wenn der Wert der Holreitc und der der landwirtlchastlichen Geräte auch mit der Hülste eingesetzt würde, da die Gebäude und die Geräte nötig und vorhanden wären, auch wenn da: Pachtland nicht niitbewirtschastct würde. Der 3. r 4. Teil de« Werte« dürste als Anteil genügend sein. Ist die Hos- reitc 8000 A »nd sind die Geräte 1000 A wert. Io würden etwa 3000 A cinznstellcn sein. Ter Erklär»,ig würde al'a lauten:

10 Morgen eigenes Land

Ertragswert 4b A 1125 p. Morgen 11 250 Y (Bei dieser Berechnung ist die Hälfte des VichstandeS und der größte Teil der Hof» reite »nd der Geräte cinbegrifsen)

2 Kühe d 550 A 1100.

3 Schweine ü 80 A 240

Betriebskapital für 10 Morgen Pachlland 3000

15 590 .4

Deutscher Deichstay.

166. Sitzung vom 21. Januar, 1 Uhr,

Am Biiiidesratstischc: vr. Delbrück.

Das Hans setzt die allgenicinc Aussprache über den Etat des Reichsamt des Jniieru

fort.

Abg. Weilnböck (fonf.): Wir erkennen an, daß drr

Staatssekretär da« bisherige System unserer W>rljü)>isiS- Politik und die untrennbar dazu gehörende Einrichtnug bei Einfuhrschcine in diirchaiis zntressenden Darlegungen per tcidigt hat und sich namens der Reick-Sleitung zu dem Schutz der nationalen Arbeit bekannte, der unbedingt und in vollen. Umfange aufrecht erhalten werden muß. Hierbei wird rr imnicr unsere volle Unterstützuug haben. Wir hassen, daß die Regierung auch aus den, Gebiet des Seu>t«cnschutzcS un­beirrt an den bisherigen Maßnahmen scsthalten wird. Ter Staatssekretär hat aber auch gesagt, daß sowohl hinsichtlich dcS Zolltarifs wie der Handelsverträge Verbesserungen mög­lich seien, die sich ans der sortlchrcilendeii wirtschastlichen Ent­wickelung ergeben, niich könnte eine Ergänzung des Zoll- torisschenias in Frage konnnen. A,,ch nach linscrer Sn:- fcffmtfl ist das fiit das Gebiet der Industrie, des Handelt und der Landlvirtschait »nd der ihr verwandten Berns« durchaus zutresfeiid. Wir erheben zurzeit gegen die gestcin abgegebene Erklärnng keinen Einspruch, insolveit vorläufig die Vorlegung einer Zolltarilnovellc und eine Kündigung der ablausende» .Handelsverträge nicht beabsichtigt wirk. Nach der Angabe des Staatssekretärs sollen aber Umsiäude rintreten können, die z» einer Aeuderung der Zollgcsetz- gebung uiid zur Turchsührung nötiger Verbcsiernngen die­nen würden. Da? kann unmöglich in der Absicht der Re­gierung liegen. Wir bedauern, daß man ans eine selbsl- ständige Bcrsicksichtiginig der Notwendigkeiten des eigeiu 1 Landes und die Ausiiützung von eigenen Erfahrungen be,< zichtel, die drr Auslausch des wirtschaftlichen Schutzes mit der Handelsgesetzgebung in andere» Ländern dielet Zl einer lolchen Politik werden wir »nS nicht entschließe:, könne». lBeisall rechts.) Tic letzte Viehzählung beweist daß die Viehbestände im ganze» Reiche erheblich zugenom ,n«n haben. Wie kann man noch behaupten, daß die deutsch: Landwirstchast nicht iuistaude ist, unser Volk mit Fleisch nd Brot zu nersoigenl Die Einschleppung der Maul- mu Klauenseuche mich duich weitergehende Sperrmaßrrgela gegen das Ausland verhindert Iverden. Wir bedauern miß, r- ordentlich daß die große» Slädie mit den kandwirkfchafk- lichen Organisationen nicht langfristige Licserungsvertr für Fleisch gcschlosien haben. Die kleine Landwirtlchast an den sozialen Lasten schwer z» tragen Dazu konmik M« Erhöhung der Löhne. Tie Frage LeS Gertteiizolles !el!lc derart gcrereglt werde», daß alle ans dem Auslände ei:!,'., führte Gerste zu de,»leiben Zoll abgrserligt und für d>,- jeuige. die zn Brauzwecken nicht verbraucht wird, der Zoll zurückerstaltct würde. Slolt der Gerste könnten wir > ' nohl andere Futtermittel verwenden. Unser Hopse»! geht infolge ausländisä/cr Konkurrenz nach und nach za rück. Er bedarf des Zollschutzes, wie der anderer Länder Ebenso tut dem Tabak, das Sorgenliiid unserer süddeutsche, . Landwirlschast, Schutz not. Auch der Grmüs-bau hat Re,' aus Schutz, in »nsercr bayerischen Heimat n:: Wege» : Söolserveilvillnissc Meerrettich gebaut werde». Er >0 : ü.