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4 F. (5. WieLbrrde», 20. ^-i». st.nvr Zehre und s.-^S Monate Gcftiiignisstrase wurde» irr der ersten diesjährige» Schwirrgerichtsperiode, die am Soiustog zu Ende ging, verhängt. Zuchthausstrafen wurde» am Landgericht Wiesbaden nicht arrsgesproä>en, auch nicht in einem einzige» SsalXc aus Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt. Dein Schwurgericht standen sieben Fälle zur Aburteilung, die eine Fülle der verschiedenartigste» Strafdelikte aufwiesen. wie: Meineid. Münzvcrbrechen, Brandstistnng, Karperverlchung niit Tader-ersolg, Fälschung öffentlicher Urkunden, Betrug, Widerstand, Bedrohung, Beleidigung »sw. In einem Falle der Fälschung öffentlicher Urkunden erging gegen eine der dieserhalb Angeklagten ein Freispruch, während in einem Fell, des Meineid? der Angeklagte mit Strafloserklärung ansging. Von den verhandelten Fällen entticlen allein k>7 Prozent auf den AintSgerichtSbezirk Höchst a. M. Ke ein Fall ereignete sich in den AmtSgerichtsbezirkrn Wiesbaden, Langenschwalbach und Eamberg. Nur in einem Falle warnen bezüglich der Dauer der Verhandlung größere Anfor- derungen an die Geschworenen gestellt, in diesem erstreikte sich nämlich die Verhandlung mit einstfindiger Mittoasponse auf über 12 Stunden. Die VerhandlnngSstihrnng durch den seit kurzem hier tätigen Landgerichtsdirektor Hegener. zeichnete sich, wie auch fast alle Verteidiger in der Periode anerkannten, durch strenge Objektivität ans. Don allen Fällen ist zu berichten, daß der Gerichtshof bei den Strns- »umessungen mehr das Herz als den kalten und starren Gesetzesparagravhen, das ilrteil sprechen ließ, was auch daraus hervorgeht, daß fast jedem der Angeklagten, soweit ste in IlnIersnchungShaft sich befanden, die ilntersnchnngshaft znm größter, Teile auf die Strafen angereckrnet wurden.
4 F. (5 Wiesbaden, 20, Jan. Der Vorstand der Land- ivirttchaftskamnier für dini Regierungsbezirk Wiesbaden trat uir das Weiterbestehen der jetzt in Liauidativn besindlichen Zentrale für Diehverwertung, eingetragene Genossenschaft nit beschränkter Haftung, in Berlin, ein und ihre ilmwand» lnna in eine Gesellschaft niit beschrankter Haftung. Er ist der Ansicht, daß ihr Weiterbestehen im Interesse der Land- wirtichast liege. In Anerkennung der bisherigen Arbeit der Zentrale und zur tlntcrstiitznng der neu gebildeten Gesellschaft beschloß er weiter zwei GeschästSanstuse zu zeichnen.
4 F <S. Wiesbaden, Ist. Jan. Der 40 Jahre alte Bauunternehmer Karl Adam Dörner, gebürtig ans Biebrich, wehnbnst in Wiesbaden, ging, nnchdem er bis ?n feinem 23, Lebensjahre als Metzger tätig gewesen, unter die Baminter- nehmer. In dieser Stellung wurde ihm Ende 1012 die Ha husche Mühse bei Seitzenhahn zu eigen, ein recht beden- ^crrdes Besitztum, in dem früher eine Wäscherei betrieben :-rde. Dg dirsrs Besitztum nicht mehr so viel abworf, wie rüher, es andererseits mit über 80 000 ,M bei der Naisau- schen Brairdversicheningsanstalt versichert war. legte Dörner an 10, Oktober v. I. in der Scheune des Besitztums derae- ialt Feuer an, daß er eine Zigarrenkiste mit eineni Licht ni Herr versteckte, das nachdem es gegen Morgen ziemlich -bgebrannt, die Scheune in Flamen,» geletzt hätte. Das ncnende Licht wurde aber bereits, nnchdem es eine halbe stunde gebrannt, bemerkt und gelöscht. Dörner stand min -or den Geschworenen in Wiesbaden, .stner legte er noch anfänglich hartnäckigem Leugnen nach elfstiindiger Verband- Iniig niiler dem Truck der Beweisaninahme und um sein Gewiilen zu entlasten, ans Zureden seines Verteidigers ein reumütiges Geständnis ab. Das ilrteil nahm ibn in acht Monate Gefängnis, abzüglich 2 Monate ilnterfnchling, nachdem ibn die Gelchworenen unter Zubilligung mildernder Ilmstünde der versuchten Brandstiftung schuldig gesprochen hatten,
4 Frililnr, Ist, Jon. Der Rekrut B, von der ersten Batterie der reitenden Abteitnng des Feldartillerierea'ments Nr. 11, der leit vorigen Dienstag flüchtig wa-, wurde, al? liicTi't’re Soldaten Stroh vom Boden der Kaserne bernnter- warsen, in dom Stroh versteckt aufqefnnden. B, wurde lo- sort eineni eingehenden Verhör unterzogen. Er sagte an?, dasi er sich seit Samstag ans dem Boden befände, die Tage vom Dienstag bis Samstag aber in einer unweit der .Kaserne siebenden Strohdieine zngebracht habe. Die Furcht vor dem Reiten habe ihn vcraninsit, zu desertieren. Dem jnngen Manne sind, während er sich in der Strohdieme anfhielt, wahrscheinlich beide Beine erfroren.
Ans Starkenhnrg.
4 Darinstadt, 20. Jan. Gegen den nnalücklichen Neuste rsichiitzeri. den Oiesanaenenaiifseher M. W^tzrich daliier, der durch einen scharfen Fehlschuß ans einem Werderaewrbr den Biichhallcr Törianr erschoß, wird nun von der Staats- anwaüichaft wrarn fahrlässiger Tötung angeklaat. da die l?. ieht fortgosiihrtcn Erniittesnnge» an seiner Täterschaft Totncn Zweitel mehr ergab. Var allem aber wrrd'er sich ieegen nnersanbtc» Schießens mit einer scharfen Waffe an eineni bewohnten Rlatze z» verantworten haben.
Dnrinstndt, 20. Jan. Ein mächtiges Grrßsencr war gestern nachmittag in der Dersstätte der Deutschen Fakirol- rerke hier in dcm Hintcrhanie der Niederranrstädterstraße n ichrinend durch Selbstentzündung entstanden, iodnß rasch 'er ganze Hofroum ein Flammenmeer bildete, da die Vorrand,-nen Vorräte an Benzin. Wachs. Pctrolenin »sw., die imiit in großen Blechfannen aiifbewahrt waren, nachdem die -Kannen durch die Hitze aiiiivrangcn, in Brand gerieten »nd me Vorderhäuser, wie ai-ch die anstoßenden Häuser der Rück- nite sehr gesährdctcn. Tic niit aller Anstrengung unter der -.' nng >s Branddirektor? Fächer, mit der neiw» Dnrnpf- Writze arbeitende Feuerwehr hatte die größte Mühe, des äeuers Herr z» werden. Der Schaden ist sehr bedeutend: .nrn Gluck wurde nur der eine Arbeiter Rode im Gesicht -eicht verwundet. Auch di- fertige,, Fakirolsabrikate sind nie,st vernichtet.
Darmstadt, 1 !>. Jan. Die Ausstellung zürn Kampf gegen 1 Nintz und Schund in Wori und Bild, verunstaltet non
pjeue Tageszeitung, wttttwoch, den 21. 5o„uar »81«,
dem „H-ffischen Polksjchrrsrenvcrein" n, den Aussteliuazsrau- nien der Künstlerkolorrie, die aus drei Woche» vorgesehen wurde, ist an, Samstag nach mittag unter sehr Icdhaster Beteiligung eröliuet wurden. Anwesend waren u. a. der Minister des Innern v. H.'!»bergt, der Leiter der Hcsi. Schnlabirilung Staais- rat Süfstrt, Provinzialdirektor Geheimrai Fey, Ob:rl-u'-sto- riatpiäjident D. Flörirrg. Bürgennetster Müller und zu c
Vertreter von sonstigen Behörden, der Hochschule usw. r.er
BerciiiLvorsitzend« Oderlandesgerrchlsrat Lang verbreitete sich in reiner Begrüßung jfi:r den Zweck des «Vreins, wie der tzlns- ftelUiidg, die man in der Notwendigkeit steht, den literarisch kinernatographischen Schinutz und Schrrnd zu bekämpfest „nd geeignete Mittel und Wege dazu vorzuschlogeu. In den drei Provinzen sollen im Lause des Winters 120 Wandere« ssicllvn, gen dieser Art vargefiihrt rorrden. Zur Ausstellung gelangten «mpschlenrwcrlc Zugend- «nd Volksichristen, dt« Sammlung des Dürerbunder zur Bekämpfnng der Schundliteratur. Plakate von Filmausschni.lt«», die auf die Ziels des Kampsts gegen de« Kino-Schund Hinweisen. Auch die Vsrbreitung eines gediegenen Bildcrschmvües für das Volk wird angestrebt und hatte zu diesem Zwecke der Karlsruher Kiinstlerbund eine Reihe vorzüglicher Sleinzeichnungen. Lithographien. B-dlerun- gen und Holzschinit« seiner Mitglieder zur Ausstellung gebracht. Kunstmaler P. Puhonny in Karlsruhe, sowie Leh-er Haßling-e hielte« erläuternde Vorträge, woraus Profeffor Dr. Brunner, pädagogischer und literarijcher Beirat am Polizsl- prästd.utn in Berlin, einen längeren Vortrag hielt über: Der Kinematograph von heute eine Volksgefahr. Die sehr lehrrei. chen und packende« Ausführungen wurde» durch gut« Lichtbilder in geeigneter Weife illustriert. Die Ausstellung fand den lebhaftesten An klang IN allen Kreis«.
4 Aus dcm Ried- 20. Jan. Zu dem Automobilungliick Krischen Geinsheim und Wallerstätten erfahren wir, daß am vtrgnngenen Samstag in Anwesenheit der maßgebenden Be- Hörden, bei denen die Staatsanwaltschaft durch Krirninal- kcmmiffar Repp vertreten war, eine Ortsbesichtignn.g statt- send, die ergeben hat. daß der 17 Jahre alte Landwirt A. Wilhelm, die Schuld an dem Unglück trägt. Er fuhr am Hagl'-tst-n Tage mit dem Fuhrwerk seiner Mutter der Witwe mit Eis nach Groß-Gerau, wu-de aber dort länger, wie vorgesehen, aufgehalten, da erst am Nachmittag das Eis von der Uuionbraucrei abgenoinmcn wurde. Auch der Landwirt PH. Wedel von Geinsheim hatte Eis nach Groß-Geian gebracht und fuhr sonderbarer Weise etwa 100 Meter hinter dem jungen Wilhelm, obwohl er eine brennende Laterne hotte während W. ohne Licht war. Ter das Auto führende Chauffeur K. Heldmann aus Wolsskehlen, dessen Zustand es gestattete. daß er der Ortsbesichtigung beiwohnen konnte, gibt an, daß er in der Ferne drei Lichter gesehen habe, als er plötzlich die beiden Pferdeköpie direkt vor sich sah und rasch bremste »nd nach der Seite lenkte. Da? eine Pferd sprang in die Höhe, riß die Deichsel mit sich und demvorwärtS ge- ichleuderten Ingenieur W. Schlott direkt in den Leib, fodatz er mii dem Wege nach Groß-Gerau starb Der Ebanisenr halte mit dem kaum beschädigten Auto Herrn Scholz ioiort i» das Krankehhavs gefahren. Schlott lag nach dem Zn- sammenprall einige Schritte hinter dem Wagen, während der Chaiiffeur vor dom Auto lag. Die iestgestellt wurde, iah der Chaiifiour das Licht, des hinter Wilhelni fahrenden Wagens Wedels, sowie ziocs auf gleicher Hölw mit diesem fahrende Radler, die Arbeiter Vollhardt imd Bockhardt au? Geinsheim, die von ihrer Arbeit nach Hanse fuhren. Schlott hotte sich aut einer Revisionsiohrt zur Besichtigung der elektrischen Lichtanlagen. Das Auto hatte nur eine Ec- ichwindigkeit von etwa 30 Kilometer und hat nach dem Zu- inmmenstoß sofort gehalten. Nach allen Feststellungen wird sich der junge Wilhelm wegen Körperverletziing mit töllichem Erfolg oder fahrlässiger Tötu ag zu verantworte» haben.
4 Winterkastcn i. Od., 20. Jan. Aus der hiesigen Lungenheilstätte sind am Sonntag etwa 80 dort nntergebrachte Patienten „auSgerückt", nachdem sie seit letzten Donnerstag einen Hungerstreik wegen angeblich schlechter Behandlung und des ichlecbten Essens in Szene gesetzt und sich ohne Er- feig bei der Anstaltsleitung beschwert hatten. Gestern vormittag hat eine Abordnung sich bei dem sozialdemokratische» Abgeordneten Hartmann und eine andere Abteilung bei dem Vorsitzenden der hessischen Landesversicherungsanstolt Ge- heimrat Pr. Dietz persönlich Beschwerde geführt Don a»- dcrer Seite »vird dazu behauptet. die Klage» seien unberech- tigt und nur von einigen Unzufriedene» angezettelt worden, und diese Lesart dürste wobl die richtige sein.
Hellere Dorfbilder ans bem obcrhesiiichen Volksleben. Verlag: Selbswerlag bes Verfassers, Worms. Herzogrnstraße 10. — Preis 1 Mark- Rollendeste pr. Heft 50 Pig.
Unter diesem Titel Hai Herr Lehrer W. Vonalt-Worms, etn geborener VogelsbcrAer, ein Volksstück in oberhessischer Mundart geschrieben, das soeben im Selbstverlag d-s Veisas- lers erschienen ist. Der Vcrsasstr zeig! sich darin als vorzüglicher Kenner oberheisischcn Volkslebens, der mit Sitten und Eebräuchen aufs innigste vertraut und sie in humorvoll.unter- holtender Weise zu verwerten weist. Das Theaterstück, das de» Vorzug hat, auch auf den kleinsten Dorfbühnen sich aufführen zu laßen, letzt sich aus vier in losem Zuiammenhang stehenden Handlungen zusammen, die sowohl einzeln, als auch zuiammen zu» Aufführung gelangen können. Der 1. Teil, eine Liebes- idylle, führt uns aus die hermatlickp: Flur, der 2. Teil i» eine humorvoll« Gemeinderatssitzung, die deil VoNscharakter des Vogelsbeiges trefflich zeichnet, der 3. Teil zur liederfrohe» Spinnstube, der letzt« Teil zur lustigen Docshochgeit. Die Aufführung dieses Theaterstückes kann alle» Dirigenten von Vereinen, die sich theatralisch betätigen, warn» empfohlen werden.
Spielplaii des Sladttheatcrs in Gießen.
Dom, eistag, den 22. Jan., abends 8 Uhr in Marburg: „Die Journalisten". 12. Abonnementsvorstellung.
Freitag, den 23. Jan., Gastspiel der Gr. Hosoper und der Hosmustk in Darmstadt: ..Lohengrln".
Bereinigte Stabttheoier Franllurt a. 3JI
Opernhaus
Ton,!.,Stag, den 22. Jan., abends halb 8 Uhr: Don Juan
II. Vorst-Ilung im Donnerstag-Abonn. Gew. Preist.
Freitag, den 23. Jan. abends 8 Uhr: Bolksvorstelluiig bei ermäßigten Preist«: .Die Braut van Messina". Auß. Abmr».
Samstag, den 24. Jan., abends 7 Uhr: „Tannhäuscr". ,3 Vorstellung im Samstag-Bbonn. Große Preist.
Schouiptelhavs Donnerstag, den 22. Jan., abends 8 Uhr: „Wie einst im Mai". Außer Bbonn. Gew Preist.
Freitag, den 23. Jan., abends 8 Ahr: „Pggiiialio«". Auß. Abonnrwmt. Ermäßigte Preise.
Samstag den 24. Jan., nack)m. 1 Uhr: Volksichulervorstel- luiig bei ermäßigten Preisen: „W lhclm Tcll" Außer Abopn. Abends 8 Uhr: „Ehrlstiane". 13. Vorstellung im Samslag- Abonn. Gew. Preist.
Hst TM §m[]m kfommcu!
Mer, letzt 14 Monate altes Söhn chen Gottfried, tfr heute ei
kräftiges Bübchen, läuft seit ieiuem 13. Wonaie und >ßi alle was inan ihm vor etzi. Dabei nar er von Ge UN an rer ichwächlrch. Wenn ich heu e ae^ragl werde, was ist denn mir de.i K einen vorgegangen, daß er sich i» wiser Erwane i prächiro eni- wrckeir Hai, >o iage ich: Der bar Scait» Lviulfiou ve.onn n! Tnliäck'Iich ist der KI-ine erst zu dem grwororn, was er heule rjt, seit.-cm ich ilp, Scotts Emnlsto» nehmen laste. Dir Zähl'chen — bis jetzt !4 Stück — stno 6:t dein Bübchen o,me r-chmer rn und ohne llnrnle durchgebrochen, Die er Er olg an meiner» Kinae ta- mich von der vorrüolrchcn Ällirkungsk af, von Bcet.s Emulsion für immer überzeugt.
lge^l Oberichwcizer Eoitirred Rtsieuegger Domäne Roßwisfe bei Landsbcrg a. W., 22. Mai 1912.
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