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Sir. iS

Sri«, »

Zur Gefchästsordmmg schlügt

Abg. Gothein (F. Vp.) vor, um ctne Zerstückelung der i'iiitetie zu vermeiden, zunächst die sozialpolitischen Fragen Und sodann die wirtschastspolitrschen zu behandeln.

Abg. Grorbrr (Zentr.) ist mit einer derartigen Tren- inuug einverstanden, bittet jedoch, zuerst die wirtschastspoli- ti Debatte vorzunehmen.

Abg. Scheldemann (Soz.) schließt sich der Anregung des Abg. Gothein an.

In der Abstimmung spricht sich da? Hans dafür auS, zunächst in die Erörterung sozialpolitischer Fragen einzu- tl'rten.

Abg. Schmidt-Berlin (Soz.): Wir können nickt zuneben, di '; der Aufschwung in unseren wirtschaftlichen Dcrhültnisscn a' Erfolg unserer nationalen Wirtschaftspolitik zu be­zeichnen ist. (Glocke.)

Präsident De. Kaemps bittet den Redner, sich an die eben gefaßten Beschlüsse des Reichstages zu halten. Als der Red­ner seine wirtschaftSpolitischcn Ausführungen darauf fort- letzt. ermahnt ihn der Präsident wiederholt, diesen Teil sei­ner AiiSfübrimgcn zu unterlassen. (Heiterkeit.)

Abg. Schmidt-Berlin (Soz.): Der Zentralvcrband deut- scher Industrieller bat seinen Einftuß auf die Presse ver­stärkt. Es steht ihm jetzt derBerliner Lokalanzeiger" zu Dienste». Viel interessanter aber ist, daß der Reichskanzler persönlich an gioßindustrielle Kreise berangetraten ist mit dem Wunsche, man möge deni Scherlschen Verlage die crfor- derlicken 10 Millionen zur Verfügung stellen, damit der Lokalonzctger" nicht in die Hände von Masse oder Ullstein falle. Die Arbeitsverhältnisse in der schweren Industrie sind gänzlich ungenügend. Trotzdem wird gegen die Fortführung der Sozialpolitik von den Unternehmern ständig Propaganda gemacht. Der Beirat für Arbeiterstatistik sollte auch die ungewöhnlich ausgedehnte Arbeitszeit bei der Berliner Om- nibusgefellschast beachten. Seit 1805 ist nichts mehr zum Schutz der jugendlichen Arbeiter geschoben. Die Innungen üben ans die Unternehmer 'einen bedenklichen Terrorismus an?. Leider ist die Klassenjustiz bei nn? gang und gäbe. (Vizeprüfident l>r. Paasche rügt dies als Beleidigung de? deutschen Richterstande?.) Gewiß gibt eS in Deutschland Rich­ter. die da? verurteilen. Es wäre auch wirklich traurig, wenn es keine Richter gäbe, bei denen sich der Ekel gegen sollt °^ortrilichkeit geltend machte. (Beifall.)

Abg. Doormnnn (Dp): Roch nie ist soviel lozialpoli- tischc Arbeit geleistet worden, wie m den letzten zwei Jahren, und diele Arbeit ist noch nicht abgeschlollen. In der Frage der Aushebung des 8 100g nähern sich die maßaebenden H >odwevkerkreise unsere Auffassung. Die Frage rückt ihrer Lösung imnwr näher, lieber die Krankenkassenversichernng ko au man noch kein Urteil fällen. Man muß abwarten. wie sich die Landkrankenkasien bewähren. An qewisien Stellen waren aber die LandeSbehörden nicht auf der Höhe. Der Tarifvertrag ist auf dem Siegeszuge. Der Staatssekretär wird er.Aärrn muffen, ob die Zeit zur Regelung des Tnrif- 'rcht? noch nicht gekommen ist. Von einem Stillstand auf stzialvolitischem Gebiete ist keine Rede. Eine Ueberstürzung : nrde der Sozialpolitik selbst aber nicht dienlich sein. Die Sozialpolitik ist beim Staatssekretär in besten Händen. zBeifall.)

Das- Hans vertagt sich

Montag 2 Uhr: Fortsetzung. Schluß 2V4 Uhr

Prerrlnlcher Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Das Haus begann am Samstag keine Sitzung mit der Be­ratung der Verordnungen zur Betämpsung der akuten spinalen Kindeilähmung in den Regirrungsbeztrten Hannover und Wiesbaden. Di« Krankheit ist 1909 zum ersten Mal« aufgetre. ien. Die Ursachm sind unbekaimt. Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten Dr. Faßbender (Ztr.). Arning (Nl.) und einer Rgeirrunzskonrmjssars wurden di« Vorschläge erle­digt. Es folgte die erste und zweite Beratung eines Ersetze»», wurses betreffend die Zuständigkeit der Eertchtssckneibcr d:r Amtsgertchte für die öffentliche Beglaubiguivg einer Unter- ichrist

Abg. Delbrück (Kons.) erklärt« seiner Freund« Zustim. m»ng zu dem Entwurf. Doch befürchtete er di« Schmälerung des Einkommens Lei Aktuare

Abg. Bartschei (Ztr.) bemerkt«, daß dt, Entwurf dem znteresf« des Pablikums entspräche, er und die Abgg. Viereck (si-eckonf.f, Boisl, (Nl.) und Baerwald (Fortschr.) stimmten oem Entwurf zu, dcffen erste und zweite Beratung damit be­uchet war.

3, dem Entwurs eines Svohnuugsgefetzes bemerkt« Ha delsminifier Dr. Sydow. das Probten,, den mtnderbcmitt, Wohnungen zu schaffen, sei ein halb Zehihxnbert alt und durch di« starke Industrialisierung entsta den. Di« Regierung habe «Zucht, den Aibeiterwohnhoust» zu sordwn. Der neue Entwurf entspräche einem alten Wunsi des Hauses, er solle die Wohnungsjrag« lösen helfen die ei Kvllursrage ersten Ranges fei.

Abg. v. Hassel (kons.) vermißt« tu dem Entwurf die Be­rücksichtigung der unterschiedliche« B-rhättnissc aus dem platten Lande und der industriellen Städte. Daß die Wohnungsfrage aus dem Lande nicht so schlecht sei, das b:weise die «rheblich gärkere Anzahl gesunder Soldaten gegenüber d«n Städten. Bestimmungen, di« für das Land nicht paffen, müssen in Fort­fall kommen. Die Konservative» seien gern zur Mitarbeit be- :ett, würden aber das Interesse de, Mittelstand:, vertreten Abg. Dr. Wllrmeling (Ztr.) wünscht« rin« Kommis, sionsberatuvg für den seinen Freunden sympathischen Entwurf.

Abg. Künzer (Nl.) gab der Erwartung Ausdruck, daß der Entwurs nur «ine Abschlagszahlung bedeute »nd zur Schaf­fung der Regelung des Reolkredits.

Abg. Liidick« (freikoni t wo nickt» daß a»<- der Kommil-

den IS. Januar 131«.

Ne«« Tageszeitung. Montag,

ffon ein Gesetz herauownimcn möge, das den Interessen der

Mieter und der Hausbesitzer gerecht weide.

Ministerialdirektor Dr. Freund zerstreute di« Befürch­tungen, daß das (besitz der Polizei bei Festsetzung der Bau­fluchtlinien zu große Rechte et,«räumen würde.

Abg. Dr. F l e s ch (Fortschr.) bemerkte, daß auf dem Lande di« Wohnungsfrage ebenso brennend sei wie in den Stadien. Di« schlechten Aibeiterwohnungen seien der Grund drr Aus­wanderung vom Lande.

Abg. Hirsch (Soz.) erklärt«, daß fei,« Freunde an der Verbesserung des Gesetzes Mitarbeiten wollen, das Endziel müsse «brr ein Rclchswohnungsgesetz fein. Ein« Lösung der Wohnungsfrage könne nur unter gleichzeitiger Lösung der Grund- und Bodenfroge erfolgen.

Darauf wurde ein Schluß«,ckrag angenommen und der Entwurs einer Kommission von 28 Mitgliedern überwiesen. Montag: Landwirtfchaftsetat.

ssaftesüberüchk.

Deutsches Reich.

:: Ordensverleihung an Otr«ft v. Reuter. Aus Anlaß des

gestrigen Ordensfeftes ist dem Kommandeur de» Infanterie, regiments Nr. 99, Oberst v. Reuter, der Rate Adleroiden drit­ter Klasse niit der Schleife verliehen worden. Der Komman­deur der 30. Faldairtilleriebrigade in Straßburg, Generalmajor Kühne, hat den Roten Adleroiden zweiter Klasse mit Eichen­laub erhalten.

:: Ein Verbot de» Generals von Deimling. Wie verloirtet, hat General von Deimling durch Korpsbefehl feinen Offizie- rcn »nd Mannschaften verboten, Gastwirtschaften aufzusuchen, in denen französische Zeitungen austiegen. Die verbotenen französischen Blätter sind in dem Erlaß namentlich aufgefiihrt. Auch dasJournal Alsave-Lorraine" und derNouv lliste" be­finden sich unter ihnen. Ebenso ist der Besuch politischer Ver­sammlungen und Verein« verboten worden, in denen die fran­zösische Sprach? Unterhaltungssprache ist.

:: Die rcichsgesetzlich: Regctnng de, militärischen Wossen- grbrauchs. Ucbcr die Einbringung der Initiativantrag« auf rcichsgesetzlich: Regelung des militärischen Wasfengebrouchs fanden, wie dasBerliner Tageblatt" mitteilt, am Samstag im Reichstage Besprechungen zwischen dem Zentrum und den Itb. raten Parteien statt. Zu einer endgültigen Entscheidung ist es noch nicht gekommen, da di« Formulierung der Anträge Schwierigkeiten macht. Es wird darauf hingewiefen. gemein­sam« Anträge eingubringcn. Auch di« Sozialdemokraten be­reiten Anträge vor, di« sich auf di« Reform de» Militärstraf­rechts beziehen.

:: DieRardd. Bllgeni. Ztg."'zur Ueherreichung de« Ant- wortnotr de» Dreibundes. Die Rordd. Allg. Ztg." schreibt in ihr«r gestrige» üffochenrundschau zu der Ueherreichung der Antwortnote der Dreibünde« in London folgend?»:Boa d«n Botschaftern Deutschlands, Oesterreichs und Italien» in Lon. don sind am letzt n Mittwoch dem britische« Auswärtigen Amt die Erllärungen überreicht worden, zu denen Sir Ed. Gregs Vorschläge in der Inselfrage Anlaß geben. Dies« Erklärung«» die im Inhalt übr-einstimmen, nehmen auf die Herstellung eines europäischen E-nvernehm ns zur Regelung der Insirlfrag« Bedacht und stellen sich im wesentlichen als «ine Annahme der englischen Vorschläge dar. Mit Beziehung aus die von Grie­chenland besetzten Inseln bekennen sich nunmehr alle Groß­mächte zu dem schon bei der Wiederbesetzung Adrianvpelr durch di« Türken anerkannten Grundsatz, wonach dir Mächte es mit ihrer Friedenspolitik nicht vereinbar finden, einer di,rch die Waffen gefallenen Entscheidung ihr« Sanktion zn versagen." Für Albanien wird die in Dalona eingesetzt: internationale

Kommission vorübergehend di« Ausübung der notwendigsten Berrvaltungsbefugniss« übernehmen. Don den bisherigen tab- fächlichrn Inhabern der Regierungsgewalt Ismael Kemol Bei und Essad Pastha darf erwartet weiden, daß sie in dieser Ueberzeugunaszeit der Tätigkeit d:r internationalen Kommis­sion kein« Hindernisse in den Weg legen.

England.

:: Zum Untergang vonSI. 7. In amtlichen Londoner

Marinckreisen sogt man keine Hoffnung mehr, daß die Besatz­ung des gefunkenen Unterseebootes lebend gerettet werden könnt«. Taucher sind zwar ?u dem Wrack aus den Meeresboden hinabgestiegen: sie wollen klopfen an den Wänden gebärt ha­ben, doch fehlt jede Bestätigung dieses Brrichtes. Zudem ist di« längste Frist, während der bei dieser Kless« von Tauchbooten das L:ben unter Wasser möglich ist t2 Stunden. Augenschein­lich sind jedoch die an Ort und Stelle befindlichen Rettungs­schiffe nicht inffiande, das Fahrzeug zu heben. Am Sams­tag wurde von einer Anzahl Fahrzeugen der Marin« mit Netzen »ach dem untcrgegau-genen TauchbootA. 7" gesucht: bisher

war alles vergeblich. Der Bergungsdampser9s" wurde am Samstag ab-nd in Plymouth erwartet. Die englisch n Blätter heben hervor, daß das Schiff gesck!eppt werden muß, während Deutschland und Franktrich sokckr Bergungedompfer für Tauch boote besäßen, di« mit hohen Eeschwindigteiten unter eigenem Dampf gehen könnten.

Vom Vulkan.

:: Ein D'-irs Essad Pascha» an de» Prinzen zu Wird. D:r Leibarzt des Prinzen zu Wied, Dr. Berghäuser. ist aus Du- razzo in Triest ctngetroffen. Er erklärte, daß im Laufe der nächsten Woche di« Einrtchtmngsarbeilen in dem zukünftigen Heim des Fürsten vollendet fein werden. Er bemerkte feiner, daß die Bevölkerung von Durazzo mit wahrer Spannung di« Ankunft des neuen Fürsten erwartet. Der Prinz werde sich alsbald nach Durazzo, und zwar über Triest, begeben. Dr. Berghäuser ist Uebrrbrtnger eine» Brieses von Essad Pascha an den Prinzen zn Wird, worin der Verteidiger von Sknlari versichert, daß er ihm treu ergeben sei« werde «nd ihm seine Unterstütz»,rg verspreche. Er werd« nicht di« Machenschaften IMd Pascha« unterstLtzen. wie er sie auch nie unterstützt habe. Al» Albanien türkisch war. sei er «in treuer General de» Sul­tan» gewesen, aber seitdem Albanien ein autonomer Staat geworden ist. wolle er sich den, Atohl« sei«» Vaterlande» wtb.

:: Essad Paschas siegreicher Feldzug. Nach einem dreitägi­gem Kampfe haben Essad Paschas Truppen di« ganz? Umgeb­ung zwischen Elbassan und Podhradetz in Besitz genommen. Sämtliche Dörfer haben sich Essad Pascha unterworfen. Im Lager Essadr befinden sich zahlreiche Offizier«, di« in di« Dienste Essads getreten find: er hat, um ein Ueborgreifen der Käurpfe auf serbffches Gebiet zu vermeiden, längs der serbischen Greife klein« Grenzwachrn zurückgelassen. Mit dieser Borsichi will Essad von vornherein jede Möglichkeit einer Einmischung in die rein albanischen Kämpfe beseitigen.

:: Aufdeckung eines Komplott» gegen König «e»sto-,t'.r>. Wie aus Athen nach Paris gemeldet wird, haben die Brhör den in Saloniki von einer Dame eine Anzeige erhalte», r.ii: im Ausland« ein Komitee zusanimengrtieten wäre, das i,, c: Heimen Sitzungen beschlossen hätte, König Konstantin von Giiechentand zu ermorden unb daß vier Individuen, die durch da» Los dazu bestimmt worden wären, sich bereits nach Athen t-egeben hätten. Die Polizei in Saloniki Hab« sofort eine Un terfuchung eingeleitct, die ergab, daß zwei der betreffende» Personen sich in Saloniki befanden. Einer wurde »uszewiese». der andere, der erklärte, italienischer Untertan zu fein, isurd: in Haft behalten. Die beiden anderen Mi,'.!,., lize» l'q'iai.M sich noch immer im Auslände.

:: Türkisch . bulgarisches Abkommen gegen biuiechenlaud? In Sofiaer politischen Kreisen verfolgt man mit großer Span nu,rg di« vielen Konserenzen der bulgarischen Staatsmänner mit einer Anzahl seit längerer Zeit in Soft» weilender türki­scher Delegierter. Dies« Verhandlungen sollen ein geuiciti- saine» Vorgehen Bulgariens uud der Türkei gegen Griechen­land bezwecken. Es soll auch bereits rin Uebcreinkommen zu­stande gekommen sein, das de« Durchinarsch türkischer Truppen durch Bulgarien gestailet. In Zusammenhang mit diesen Kon­ferenzen sollen die starken Truppenzusammenziehungen stehen, die an der Südwestgrrnze Bulgariens vor sich gehen.

Portugal.

:: Der portugiesisch« Eiscnbahnerpreik. Der Streik der portugiesischen Eisenbahner hat aus Ausdehnung nicht weiter zugenommen, doch sind di« Verhandlungen zwischen den Strei­keirden und den Eis.nbahngeselljchaften gescheitert und zwar in der Hauptsache, weil die Gesellschaften fick nicht zu den gering­sten Konzessionen verstehen wollen. Immerhin erwartet man, daß «in Teil der Ausständigen am heutigen Montag di« Ar­beit wieder aufnehmen werde, da di« Rotlage der Streikende» sehr groß ist. Am Samstag inorgen wurde zum ersten Male seit Beginn des Streiks die Auslandspost nicht bestellt und es steht zu erwarten, daß in den nächsten Tagen der gesamte Post» dieiip nicht mehr regelmäßig funktionieren kann,

:: D«r »ahre Umfang der Bulkankatastrophe. Wie die

Times" au» Tokio melde«, sind die Berichte über die Kata- srrophe vou Sagurachun« i» unerhörter Weif« Lbertriedea wor­den. Di« japanische R-gimung hat feststellen lassen, daß ins­gesamt in Sagurachima nur 10 Personen um gekommen und 17 verwundet worbe» sind und nicht 70. wie ursprünglich gemel­det wurde. Weiter sind auch nur 85 Häuser eingestürzt und nicht 85 000. Wertere 128 wurde» beschädigt. Auf der Insel Sagurachima betragt die Zahl der Todesopser nur 200. Di« flaschen Berichte der europäischer Korrespondenten haben in Tokio da» allergrößte Aussehen hervorgerufen. Der Kapitän einer Dampfers, der sich zurzeit der Katastrophe in der Näh« ron Sagurachdma befand, berichtete, daß ein unterirdisches Be­ben bemerkt worden sei und daß er geglaubt habe, sein Schiff sei ans ei» Riff geschleudert worden. Er habe erst später vop dem Du''ousbruch Kenntnis erhalten.

vom Weiter.

* Friedberg, 19. Jan. Milderes Wetter wird uns von unserer Wetterdienststelle gemeldet. Die Käli« scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Ein Tiefdruckgebiet breitet sich schon feit einigen Tagen über Nordosteuropa aus und drängt den Druck nach Südwcsten. Der Hochdrnckkern liegt seit Sams­tag mehr über uns. Wir weiden westliche Winde bekommen. Dies« stammen zwar immer noch vom Nordmeere, aber immer­hin doch von dem Meere, wo er nicht so kalt Ist. wie ans dem Festland«. Dt« Kälte wird also langsam nachlossen. zwar nicht so stark, daß wirklicher Tauwetter «intritt, sondern sie wird von Tag zu Tag Nachlassen. Der Wiedereintritt so starker Kälte, wie wir sie in den letzten Tagen hatten, ist in der näch­sten Zeit kaum zu erwarten.

Die von der Weilburger Wetterwarte angesagtc milder Witterung hat bei uns bereite eingesetzt. Heute früh zeigte - das Thermometer nur noch t Grad Kälte und ein ganz leich­ter Schucesall, der aber alsbald wieder aussebte, trat ein Dagegen melden andere Länder noch strenge Kälte.

Die Kälte i» Belgien.

Brüssel, 19. Jan. In ganz Belgien herrscht anßerordent- lickie Kälte, die Temperatur ist auf13 Grad Celsius ge­sunken. Auf der Maaß treiben große EiSblöcke, sodaß die Schiffahrt fast vollständig unterbunden ist. Bei Namur sind bereits weite Strecken des Flusses zugefroren. Auch bc! Antwerpen ist die Schisfahrt bereits sehr erschwert, da zahl reich« Kanäle zugcfroren sind. Im Hafen von Antwerpen liegen gegenivärtig 300 Schisse fest.

Anhaltende Kälte in Spanien.

Madrid, 19. Jan. Die Kälte hält mit erbitternder Heftigkeit an. Der Sckmeefall war so staik, daß in ganz Sz>anien der Verkehr teilweise lahmgelegt ist. Ans vcrjchic denen Provinzen kommen beunrubigcnde Nachrichten. Ein. Anzahl Dörfer ist durch den Schneefall vollkonimcn von de- Außenwclt abgeschnittcn. lieber das Schicksal der Devölkr rung ist man sehr beunruhigt. Auf den Feldern bat »rai- Leichen erfrorener Arbeiter gesunden. In Madrid betrug, die Temperatur 10 Grad unter Null, in Saragossa sog,,' 19 Grad 'unter Null.