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eröffnet Es ist errichtet durch einen zu dieses Zweck ge- gründeten Nerein. dessen Vorsitzender .Herr Geheimer Regie- ruufläi'Jt Dr. jur. et meb. h. c. Dietz-Darmstadt ist, dem wir schon neben vielen anderen gemeinnützigen Einrichtungen, die beiden Lungenheilstätten Hessens im Odenwald, und die Lnpusheilftötte in Gießen zu verdanken haben.

Außer hiesigen und auswärtigen Privatpersonen ge- tiörc, dem Verein bereits die Vorstände einer Reihe bessi- idier und preußischer Berussgenossenschasten an. Es ist zu hoffen, daß bei der demnächst aevlanteu Provaganda recht zahlreiche neu Mitglieder dem Verein beitreten werden, der ausschließlich gemeinnützige Zweck verfolgt.

Als seine Ausgabe betrachtet es der Verein, zur Siche­rung des Heilverfahrens Unfallverletzten und Invaliden die Möglichkeit zu geben, ihre Eriverbssähigkeit ioirtschaftlich zu entwickeln. Das fall erreicht werden durch eine in der Regel vorübergehende Ausnahme in dem Landheim. In ihni fallen die Ausgenommenen in solchen Tätigkeiten mid Be­schäftigungen ausgebildet werden, die ihren Kräften und Zähigkeiten angemessen sind und die innerhalb der in dem Lnndbeim eingerichteten Betrieb liegen.

So befinden sich in demLandheim Eberstadt" eine Reihe von Werkstätten, wie: Tischlerei. Schuhmacherei,

Strickmafchinensaal »sw.; daneben werden aber natürlich auch einfachere Handfertigkeitsarbeiten gelehrt, die auch schwerer, durch Unfälle oder Krankheit Geschädigten noch die Möglichkeit eines kleinen Erwerbs bieten.

Die Besichtigung des Heims wird jedermann gern ge­stattet. Hoffentlich findet das Unternehme» auch weiter­hin die Unterstützung weitester Kreise.

Leiter des Heims ist Dr. Rigler-Darmstadt, Grüner Weg >6, an den alle den Verein oder das Heim betreffenden Zu- hriften zu richten sind.

Ans aller Welt.

Verschwinden einer Soubrette. Wie aus Baden bei Wien gemeldet wird, erregt das Verschwinden der MN dorttge» Stadttheafer engagiert« Soubrette Anna Meitzl großes Auf. sehen. Dieselbe hat dar einiger Zeit einen Sldsimottwcrsuch unternommen und man befürchtet, daß dieselbe einen solchen neuerdings unternommen hat.

Ein deutscher Dampfer »ermißt. Der deutsche DampferDa- nia", Kr von den Azonen nach Havana unterwegs war, und am Montag in Halisar erwartet wurde, ist dort nicht «inge- troffen. Man ist über sein Schicksal sehr beunruhigt. DieDa- üa" hatte drei Passagiere »n Bord. Kerne einzig« Station at bisher drahtlose Telegramme de» Dampfers erhalten.

Bestrafung wegen Verletzung d«, Amtsgeheimnisses. Ein äölncr pialtis<l>«r Arzt wurde vom Schöffengericht zu im Mk. Geldstrafe verurteilt. Er hatte mit einem Kaufmann, den er . üher behandelte, Disserenzen wegen Honorarzohlung. Der Arzt sprach mit einem benachbarten Handwerksmeister über die­se» Fall und teilte ihm ausführlich mit, «u welcher Krankheit er de» Kaufmann behandelt habe.

Professor Pfarrer Fkhr. von Sode« tätlich verunglückt. (fiiKitt tätlichen Unfall auf der Untergrundbahn in Berlin ist ..i eist« Psarrer an der Ierusalemkirche, der Honorarpiosesior dkl Universität Berlin Freiherr von Loden zum Opfer ge- allen. Freiherr von Coden versuchte aus dem Untergrund- l uhichof« Dahlem aus «inen fahrenden Bahnzrig auszuspringen, ür wurde gegen einen Pfeiler geschleudert und aus der Stelle getötet. Freiherr von Soden starch tm 83. Lebensjahre und war seit 1887 Pfarrer an der Ieiusalemttrche. Seit 1888 Pro- ' isor der Theologie an der Universität Berlin, hatte «r sich !nr-

- iandere durch sein« Forschungen über dar Reu« Testament bekannt gemacht.

Durch den elektrischen Strom getötet. Durch Berührung ner Lwrksiromleitung in der Umformestation der neuen stad» üschen Marktl-alle in Stuttgart wurde ein Mjährrg.-r Mon­teur aus der Stelle getötet.

Schwerer Unglückssall. Der 1« Jahre alte Hilfsarbeiter Lässelmann wurde im Jngberier Stahlwett durch glühende Eisenmasse» verbrannt und ist bald darauf seinen Derletzungen nlegen. Roch drei weitere Arbeiter erlitten schwere Brand­wunden. zwei von ihnen so ernste, daß sie ins Lazarett ge­bracht werden mußten.

Etinesi-che Ctroßeuräuber in Hamburg. 15 chinesische -chisjeleuie von einem englischen Dampfer, der Im Hamburger Hafen liegt, überfiel-,, einen Händler in dem Hamburger Ha-

lencebiet und schleppten ihn in einen Keller. Sie raubten ihn l cllsiändig aus und rissen ihm mit Gewalt mehrere wettvolle Älu,,e von den Fingern. Di« Räuber tonnten an Bord ihres Schilfes verhaftet werde».

~i: A'ahusinnstai auf dem deutschen DampferBerlin".

.. > relhciten über den Mord, der sich an . .d des d.-utlchen DampfersBerlin" vor einigen Tagen er- ^ Der Arzt der Auswanderungskommission. Dr. Era- c" .nl Manne namens Antonio Eubertino der - ^gu'rvsw-hnsinn litt, durch sieben Revolverschüsie ge- U ' ;a - ' <' Ci bereit» einmal wagen Mordes ln Italien , nnn Sra«. verurteilt worden. Er wurde von -Jtt Kt ..Berlin» | Kette» gelegt. Er wird den Y : ^fotoen übergeben werden, sobald da- Schiss .n llalrenischn Hafen auläuft.

Ops-r r.'r Kalte. In einer der letzen Rächte, in der dos

e.,,--mo!ür.er fast 8 Krad Kalt: zeigte, wurde ein Dragoner der as.o-.on der. Lrrbdragouerreoimenis in Parlsruhe namens ' ,:l b" städUsche-! Anlage an der Etlinger Straße in oöl-

l ^Narr. Zupande aufgef.inden. Der Mann wurde auf . . a u r,wache und von dort ins Tarnisonslazaret geschafft, s- ' r Tages erst das Bewußtsein wieder erlangte Er

-. n .saiMiiueid) versäumt un» war dann planlos um.

- ^ »»' Müdigkeit übermannt eingeschlafen war.

S : 1 *; Freiherr. Der Reichsjreiherr von D'ost«

. Eg. der sich ,e,t Jahren m den verschiedensten Städ- ^ planlos umheetreibt, und Betrügereien zu- . -'! OKI fi-ren begeht, wurde aus Antraa der Rürnber-

,e«e Tages,jertung. Samstag, den 17. Januar IHM-

Kttminalpolizei in Aschaffenburg sMeaommen Er hatte sich von Wllrzburg für ein Nürnberger Iuweliergeschäst Waren kommen lassen, mit denen er dann verschwand. Der B-rhastete ist wegen Bettugs bereits wiederholt schwer vorbestraft.

Erdbeben. Am 15. Januar sinh in Livorno sechs verschie­dene Erdbeben verspürt worden. Das zweite war das heftrgst-. Der Bevölkerung bemächtigte sich ein« allgemeine Panik. Die Menge stürzte, von Schrecken ergriffen, auf di« Straßen und öffentlichen Plätze. Die Unruhe unter der Bevölkerung ist Ich, guf; Der Schaden ist nicht sehr bedeutend.

$<r Schatten de» Mörder,. Ein Pariser Kaufmann wei­gerte sich, ein« von ihm gemietet« Wohnung zu beziehen, und forderte die Aufhebung des Mietsvettrages, da er inzwischen erfahren hatte, daß in einem der Zimmer der berüchtigte Mörder Pranzlnä seine Geliebt« Marl« Regnault umgebracht halt«. Die Tat, di« im Jahr« 1887 geschah, erregte damals un­geheures Aufsehen, ist aber jetzt natürlich längst vergehen. Die Pariser Richter ließen den Abscheu des Kaufmannes vor seiner Wohnung nicht gelten. Ci- meinten, nach Ai Jahren sei keinem Hause etwas mehr davon anzumerken, daß es einst der Schau- platz eines noch so surchbaren Verbrechens gewesen, und der jetzig« Eigentümer, ein durchaus ehrenwerter Mann, dürste dadurch keinen Schaden erleiden. Sie wiesen daher d!« Klage ab, ettanwlen Kn Mietverttag als zu Recht bestehend an und oenitteilten den Kaufmann, ihn innezuhalteu.

Selbstmord einer Jugendlichen. Mit Kochaas hat sich die Itjähttge Martha M. aus der Kronprinzenfttaße zu Weißensee vergiftet. Das Mädchen hatte in der Nacht »arhr lang« ge­bummelt und befürchtete nun, von den Eltern bestraft zu wer­den. In der Lsrzweiflung unternahm es «inen S lbftmordver- srch Es lieh sich der einer Nachbarin «in Zehnpfennigsiück, steckte dies in den Easautoinaten und öffnet« dann in der Küche am Kocher den Hahn. Mit dem Gesicht beugt« sich das Mäd­chen über die Oeffuung und atmete di« giftigen Safe so lange ein, bis es leblos zu Boden stürzte. Als später der Dater nach Haus« kam, war di« Wohnung mit Eas ungefüllt. Beim Be­treten der Küche fließ er auf einen leblosen Körper, in dem er fein« Tochter erkannte. In hoffnungslosem Zustand wurde die Lebensmüde nach dem Augufte-Biktoria-Krankenhaus gebracht.

Unglückssall. In der Maschinen- und Werkzeugsabrrk der Fittna Ludwig Löwe in Berlin ereignete sich ein Unglück. 9 bis 12 Arbeiter hatten de» Austrag erhalten, die Türen der Trockenkammern zu öffnen. Eine besonders schwer« Tür wurde hierbei durch die Unvorsichtigkeit der damit Bcschästigten aus den Rollen gehoben und stel um. Di: meisten Arbeiter kann- ten noch zurülffpnngen, drei wurden jedoch getroffen und zum Teil schwer verletzt.

Zwei Knaben beim Rodeln ettrnukrn. In Cond an der Mosel vergnügten sich eine Anzahl Schulkinder mst Rodeln. Eie fuhren dabei «inen Abhang hinunter, der durch einen Weg von den Wiesen getrennt ist, die unmistelbar bis au di« Mosel führen. Die Kinder hielten in der Regel die Schlitten auf dem Wege an; ein Schlitten, auf dem zwei Knaben !m Aster von 8 Jahren faßen, konnte jedoch nicht anhatten und fuhr über die Wiese in die hochgehende Mosel. Trotzdem Hilf« so- frrt zur Stelle war, waren die beiden Knaben nicht mehr zu retten. Die Leichen sind noch nicht geborgen^

Ein Tumult am offenen Grabe. Aus Hamburg wird gemeldet: Bei der Beerdigung des Schutzmanns Schmidt und feiner von ihm ermordeten 3 Kinder (dreier Töchter, welche Schmidt, wie es heißt, aus Verzweiflung über den Lebens­wandel feiner Frau getötet hatte), kam es auf dem Ohls- dorfer Friedhofe zu wüsten tnmnltnarifchen Szenen. Als die Mutter der drei Kinder drei Hand voll Erde auf den Sarg warf, versuchten eine Anzahl Frauen, ste von ihren, Vorhaben abzubringen. Als die Frau dann von hier zu der Kapelle zurückgnig. traten die Gegnerinnen, meist Nach- darinnen an sie heran, um ste zu schlagen. Nur mit Mühe konnten FriedhofSbcamte die bedrohte Frau in Sick^rbeit bringen.

Ans der Heimat.

* Friebbeig, 17. Jan. Das Programm bes hiesigen Zeir- tralthea.ers >«tz> sich für bi« Zeit vom 17. bis e,n,chn-.g,ich 20. Januar 1011 zu,aium«n aus:Palpe-Journal 210 a",Leh­mann und je.n Tropenhelm" (Komcphj,D.r T,eppenieppich" (Komisch),Amors ve.rat", .Metrgwnsübur.gen j» Inbien". Diverje T.mögen:Tes Räuoers i-icoeTic Meerjchwstn- cpen". E.n Be,uch rann nur «mpjoyien werben.

Mnnuergriqugoer.iu Fr.ebberg. Allen Ceznern zum T-otz ist die T«iwrr!i>«-ung bc.s Planes nun Loch g.gnütt, der gioge wlännerchor, jorrau Oeiännergesaugverein Frieb- berg, i|t gegrünber, uns zwar mir einer Miiglredrrzapi, wie jte seeost der grotzw LptiMrst nie ern;r,ich zu giauoeu wagre: 77 attto« Leute habe» sich a>» dienend« lvueoer zu einem jchö- »en tsanzeu zusammengeich-tjjen. lind wenn jetzt aUe die­jenigen aus ihrer R»jerrre hrraustreteu, Lee jäh zwar von An­jang an als streundc beiaunten, der Enlwnuur>g der Sache jedoch nicht jo recht zu trauen vermochten, dann >ann die -lr- deit wohl mit 00 bis 100 Sänge in begonnen werten. Wer also gern« zu Lenen zählen mochte, tie den Verein haben grün­den Helsen, der «rttär« bis zur ersten irporpiobe (Mlttwoch in 8 Tagen) dem Schiifisichrer seinen Bestritt. In späteren Wo­chen tann von Erhebung eines ElNtritrsgelpes nict>t mehr Ab- |taiü> genommen werben. Zum Borsitzenoe» wähl,« mau burch Zuruj Herrn Stadtverordneien Ce r > 0 a. Wir wißen Herrn Zerioa viel Dank da,ür, daß er fiu> in so uneigennütziger Weise m den Dienst der schönen Sache gist«ist har. Seine Bodenjtän- diglert und Beliebiheir, sein jchlichd.s, natürliches Wesen und seine reiche Erfahrung im hiesigen Beremsleuen laßen ihn wohl für jedermann als den rechten üllann am rechten Platz erscheinen; besonders, wenn ma» bcbeistt, daß der ge­gründet« Ehor als ausgesprochener Pollsoerein gar manche besondere Schwieriglest zu überwinden haben wird. Die musital,sche Leiung liegt in den Händen des Herrn Semi- iiarlehrcrs Höcker. Das, was Herr Höcker in der Erüir- dungsversamnstung über di« Ausgabe des neuen Vereins und über die Art jagt«, wie er dies« Ausgabe zu lösen gedente. sanb

Sturz

von Seiten der Versammlung mehr als Zustimmung: es war hclke Begeisterung, di« diesem idealgesinnten Mann,

entgegenjubelte. Die Lebensfähigkeit des gegründeten Chors wird in erster Linie abhängen von seinen Leistungen-, der Vst­ein wird stehen und fallen mlt dem, was er in tünftlerischer Beziehung zu bieten v:rmag. Das aber wird vor allem be­dingt durch di« Pünktlichkeit und den Eifer der Mitglieder. Es ist darum eine Ehrenpskicht, »atz in Zutunst jeder einzelne von uns zur rechlen Zeit und in Ke rechten Stimmung an dem Plntzc sicht, den «r freiwillig erkoren Hai. Beweisen wir den Zweislcrn und Schmunzlern durch die Tat. daß cs auch in unserer Stadt nicht an Männern fehlt, d!« sich mit Idealis­mus in den Dienst einer großen Sache stellen. Dem deut» sehen Liede deutsch« Treu«!

Taubstnmmenlehrer K r ö l l.

Skrwettlaiis des Verbandes Mitteldeutscher Ski Vereine Gutes Winterwetter vorausgesetzt, veranstaltet der Verband Mitteideistscher Ski Vereine ani 8. Februar bei Gersseld in der Rhön einen Verbandswettlans. Tie Oberleitung liegt in den Händen des Landrats Nirrnbeim-Gersfeld. Tie Wettläuse bestehen aus Senioren-Langlaus, Jnnioren-Lang- lauf, Militär-Langlans, Mikitär-Prtrouillen-Laus und noch Sprunglauf.

* Aus de,» Kreise Büdingen, 17. Jan. Am Montag, der. 2. Februar, sollen Gebäude und Einrichtungen der Molkerei Büdingen öffentlich versteigert werden. Das Unternehmen wurde beanntlich genossenschaftlich betrieben und ist in L>- guidation getreten. Am 7. Februar wird die Molkerei Ran- sladt, die als Filiale der Genossenschaftsmolkerei Büdingen betrieben wurde, ebenfalls zur Versteigerung kommen.

» Aus dem Logelsberg, 17. Jan. Eine geradezu hals­brecherische Arbeit wird augenblicklich in d:n Fichtenwäldern des hohen Vogelsberges von Thüringer Waldarbeitern aus- gefhürt. Diese brechen von den Spitze» der hochragenden Fich­ten die Zapfen ab. Wenn «in Baumabgeerntet" ist. klettern die Leute nicht erst baum»b und baumaus, sondein sie schwingen sich wie die Eichhörnchen von einem Baum nach dem andern hinüber, wobei sie d:n abzueintenden Baum an den Zweigen solange hin und her bewegen, bis er so nahe ist, daß der Sprung gewagt werden kann. Di« Ernte der Fichtenzapsen jälll in diesem Jahr sehr karg aus, der Zentner lostet bis 300 Mark. Die im Vogelsberg g-:wonne»«n Zapfe» werden nach Eroß- Tabarz in Thüringen versandt, wo sie für die Aussaatausge. klengt" werden.

* Gießen, 17. Jan. Die feierliche Einweihung des Geschäsl». gebäud«» der neuen hiesigen Rcichsbantstell« findet am 17. Ja­nuar statt.

* Gieße», 17. Jan. Wegen Beleidigung und Verleum­dung eines Lehrers wurde kürzlirh Redakteur Noll der so- zialdernokraffschen .äOberhessischcn Volkszeitung", zu 3» ^ Geldstrafe und in die Kosten verurteilt. Sein Genosse Siadt- rat Detters, erhielt unlängst wegen Beleidigung dasselbe Deputat. Rechnet man zu diesen je 39 Jt, die beiderseitigen Anwaltsgebühren, Gerichtskosten und Publikation des Ur­teils, so ergibt dies für jeden einzelnen Fall die Summe von zirka 149 M. Wenn diese Gelder alle ans der Parteikasse brzahkt werden, macht das ffir diese beiden Beleidigungen schon 2809 Arbeitergroschen aus. Zu verwundern ist in die­sem Falle der Opsersinn der sozialdemokratische« Arbeiter, denn wie manches Stück Butterbrot und manche Tasse Milch hätten diese nutzlos vergeudeten 2809 Arbeitergroschen für arme Arbeiterkinder gegeben. Wie hoch die sozialdemokra­tischen Redakteure übrigens die Intelligenz ihrer Lehrer und Steuerzahler einschätzen, belveist eine Notiz über die oben­erwähnte Dernteilung. die erfolgte, weil der betr. Lehrer als Hausierer bezeichnet worden war. In dieser Notiz der Oberhessifchen Volkszeitung" heißt es wörtlich:Der ge­wöhnliche Leser wird vergeblich suchen, wo in diesem Satz eine Beleidigung liegen soll? Auch nach Ansicht mehrerer Juristen, die wir darüber befragten, ist etwas beleidigendes darin nicht enthalten." Eine Befragung der Juristen hätie man sich in diesem Falle ersparen können, denn daß man einen Beamten und Lehrer nicht als Hausierer beichim- Psen darf, weiß doch gewiß schon jede Zeitimgsträgerin,

* Kommunales aus der Proviirzinlhauptstadt ltzießen. Nachdem nun die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters er­folgt ist, dürste ein Rück- und Ausblick auf dem Gebiete dcr Kommnnalpolitik von Interesse sein. Die Amtszeit des seit­herigen Oberbürgermeisters war. obwohl wahrend derselben die Stadt viele für sie vorteilhafte Neuerungen, sowohl aus hygieuischem und sozialem, als auch auf dem Gebiete des Verkehrs einführte, doch im großen und ganzen eine für die Stadt wenig erfreuliche iuii> endet sozufagen mit einem schrillen Mißton. Als Oberbürgermeister Meriun von 13 Jahren das Erbe seines zum Finanzminister ernannten Vor­gängers Gnauth antrnt, war das ganze Wirtschaftsleben noch in einem Aufschwung begriffen, der auch namentlich durch die lebhafte Bautätigkeit äußerst günstig auf die Entwicke­lung der Städte einwirkte. Mit Macht war die Zone des fruherenFestnngSwalles. der die Stadt eingeengt hatte, nach allen Seiten durchbrochen worden und rundun: ne» Stadt­teile erstanden. Die Preise für Gelände waren in stetem Steigen begriffen aber, daß alles in der Welt auf und nie­der geht und immer wieder ein Rückschlag cintritt, wurde vicht beachtet. Auch die Stadt hielt sich leider von großen Geländeankänsen nicht fern. Sie gründete einen Stadter- weiterungsfonds. dem jäbrlich größere Snmnien zur Ver- fügnng gestellt wurden, innerhalb deren eine Kommission, der Dolksmnnd nannte sie die städtische Speknlaftonskom- mission, ohne die Stadtverordnetensitzung zu fragen. Ankäufe von Immobilien vornehmen konnte. So wurde im Laufe dcr Jahre der städtffche Grundbesitz bedeutend vermehrt und gerade die Stadt Gieße» hätte alle Ursache gehabt, dafür zu sorgen, daß der Vrivatbesitz nicht mit Steuern n»d Abgaben überlastet und entwertet wurde, weil der Jumwbiliarbcfitz der Stadt dadurch ebenfalls in seinen, Werfe sank. Damals aber war der süddeutsckw Demokrat Gnauth als hessischer