2. Beilage zur „Neuen Tageszeitung".
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?‘r. 14 I Samsiag, den 17. Januar 1U1 1. ! 7. Zatirguna
vredenktage.
17. Januar. 1812 Ludw. Windthorst geb. — 1826 Wilhelm Lübke, Kunsthistoriker, geh. — 1827 General oo. AtvenS- leben (job. — 1833 Fr. König, Erfinder der Schnellpresse, t. — 1908 C. A. Fälliges zum Präsidenten von Frankreich gewählt.
18. Januar. 1701 Preusjen wird Königreich. — 1815 Konst, von Tischcndorf, Bibelforscher, ged. — 1871 Kaijerprok- lamalioi zu Versailler. — 1870 Fr. Ed. Meyerheim f. — 1908 Staatssekretär v. Richtbofen s in Berlin.
^ieAnfgabendes prenß.Landtags.
Die Gesetzentwürfe, die dem Landtage entweder sofort oder im Laufe der nächsten Wochen zugehen werde», sind bekannt und bereits, soweit dar möglich war, gewürdigt ,oorden. Das gilt insbesondere von dem sogenannten Par- z. lliernngsgelede und von dem Fideikommitzge- setze, das, dem Vernehmen nach, zuerst dem Herrenhause unterbreitet werden soll, lieber dar letztgenannte Gesetz werden in der Presse einige Mitteilungen gemacht, die zwar nicht authentisch, aber wahrscheinlich nicht unrichtig sind. Bekanntlich ist da» Fideikommihgcsetz schon vor ziemlich langer Feit aiisgearbeitet worden, schon vor Jabren sind Mitteilungen darüber durch die Press« gegangen, die damals nicht berichtigt wurden. Bei den neueren Meldungen handelt es äch im allgemeinen nur um die Wiederholung dieser früheren Veröffentlichungen. Danach soll das Gesetz von jeder Ein- ichrankung der fideikommissarischen Bindung von W a 1 d - - es i b absehen. Dar ist verständig. Wer die Erhaltung des deutschen Waldes, die bis zu einem gewissen Grade anbedingt nötig ist. fördern will, der darf die fideikormliissarischr Hindung des Waldbcsitzes nicht hindern und nicht erschweren. Dagegen soll für die Bindung landwirtschaftlich genutzten O'elundeS eine Mindestgrcnze und eine Höchstgrenze vorge- hricben werden, und zwar soll die Mindestgrenze 300 Hek- ar, die Höchstgrenze 2500 Hektar betragen. Weiter sollen uordnungen getroffen werden, wodurch die Errichtung von Ichen Fideikommissen bork verhütet oder eingeschränkt wird, tvo die Bindung von landwirtschaftlich benutzten Grund und Boden bereits eine übertriebene Ausdehnung gewonnen hat. DeS ferneren soll im Gesetz vorgesehen sein, daß von bestehenden Fideikonimissen Gelände au» Rücksicht aus das öffentliche Wohl abvcrkaust werden kann, insbesondere dann, wenn die bisherige Bindung von Grund und Boden der inneren Kolonisation oder der gedeihlichen Entwickelung von Ge- ineinden und anderen öffentlichen Korporationen hindernd im Wege stellt. Schließlich soll die Aufhebung solcher Fideikommisse. welche für ihre ursprüngliche Zweckbestimmung nicht inchr geeignet sind, erleichtert werden. Wir geben diese Mitteilungen wieder, ohne irgend welche Gewähr dafür zu übernehmen, und behalten uns unsere endgültige Stellung- nabine selbstverständlich vor, bis der Enttvurf dem Landtage »gegangen und der Oefsentlichkrit unterbreitet sein wird.
Daß der Landtag in seiner bevorstehenden Tagung sich I it ivr D> a I> l , e f o r n, nicht befassen lvird. scheint fest-
zustehen. Wir bedauern das nicht, aus Gründen, deren Wiederholung wir uns wohl versagen dürfe». Es ijl bezeichnend, daß man auch in nationallchrralen Kreisen sneHioie Gründe Verständnis zu haben scheint. Die' stMngdcvurgek Zeitung", die ein sachliche« Bedürfnis einer Wahlresorm nicht bestreitet, schreibt, man könne nicht behaupte», daß die Befriedigung dieser Bedürfnisse in der großen Oeffenllich- kcit als dringend und eilig empfunden werde. Selbst die Führer der sozialdemokratischen Gewerkschaften hätten im vergangenen Sommer erklärt, daß sie sich wegen der Wahl- rcsorm nicht aufregen würden: auch di« Freisinnigen wüßten wchl, daß sich mit der Agitation für die Wahlresorm im Lande draußen nicht viel machen lasse. Man cmpsindc zlvar die Mängel des jetzigen Wahlrechts als solche, im übrigen aber wisse jeder politisch Einsichtige von jeher, daß wichtiger als eine gute Verfassung eine gute Verwaltung sei, und man habe im Lande im allgemeinen das Gefühl, daß der preußische Staat gut verwaltet werde. Auch das Abgeordnetenhaus fei nicht reaktionär: man denke nur zum Beispiel an die Stellung seiner Mehrheit zur Frage des Religionsunterichtes in der Fortbildungsschule usw. Wenn man nach der Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses den Grad bestimmen wollte, in dem liberale Grundsätze in der Gesetzgebung und in der Verwaltung Geltung finden, so würde man ein durchaus falsches Bild gewinnen. Aus allen diesen Gründen dürfe man zwar die Frage der Wahlrechtsänderung nicht bis zu den griechischen Kalenden vertagen, auf einen Tagungsabschnitt mehr oder weniger komme es aber wirklich nicht an: und die überhitzte Agitation sei ziemlich künstlich geniacht. Das sind ruhige und vernünftige Erwägungen, denen kein Unbefangener das Zugeständnis der Berechtigung versage» kann.
Kopf vor dem Schwurgericht.
S. u. H. Franlsxrt «. M. 18 . Jan.
S. Verhandlung«!»».
Der heutig, fünfte Verhandlungstag in dem Prozeß gegen de« nrehrfachen Eiftmördar hopf war für di« verschiedenen Sachverständigen zur Abgabe ihrer gutachtichen Aeutzerungen Vorbehalten. Dies« Gutachten kamen säst ausnahmslos zu einem für den Angklagten sehr ungünstigen Schluß. —
Zunächst erstattete der Chemiker Dr. Sieber Bericht über «in« bst Hops vorgenommcn« Haussuchung, bet der teils im Echlaszimmer, teils in der Hausapotheke verschiedene ge< sährlich, Elfte und Präparat«, wie Cyankali. Strychnin. Bit- te-ma-oelwasser. Tollkir che-p-ä-arate und außerdem Kulturen bezw. Präparat« von Typhus-, Cholera- usw., di« aber tn einem s» schlechten Zustand sich besanden, daß Versuche irgendwelcher Art mit ihnen nicht hätten gemacht werdon tonnen. Dem Sachverständigen gegenüber hat Hops bestritten, irgend- weche Kulturen oder Präparat« tm Haus« zu haben, doch wurde er durch den Postboten Lügen gestraft, der im gleichen Auge» blick eine Rechnung des niehrfach genannt-» Wiener Institut» brachte. In einem Parterrezimmer wurde ein buntes Sam- melfurium der schärfften Eift« gesunden, wie Morphium.
«trychnin. Cocain. Sudlimat. Scopotamin usw w.Ich letzteres Hopj angeblich für Hund« bcnotigt hatte. Di« verschiedenen Ciläscr usw. waren nicht etikettiert, sondern nur mit Buchstabe- bezeichnet, ebenso gewiss« Röhrchen »»d Röllchen, in welche-z ihm dir Kulturen usw. übersandt worden waren.
Eerichtschcmiker Dr Popp, eine Autorität aus dem Ea- diet d:r «erichtliche» Medizin, gab nach einem lleberblick üb«, d« Verwendung von Eis»«» zu veidrecheriiche» Zwecken eil» eingehend, Darlegung der cin^lnen Besund« bei d n Unter, suchungen der lleberrest« der Opser Hops,. Hiernach haben sich IN lm Knochcnr.sten des alten Hops aus 190 Eiamm 0 1123 Molligramm Arsen gesunden. Bei den Ucberresten der Mut. ter Hops, hat der Sachverständig« nur di« rein« Knochenasche nichl di« von der Leichcnverbrennung angesallcne Eesamt aschenmenge untersucht.
Der Verteidiger Rechtsanwalt Di. Stnzheimer Ira einzelnen Ausführungen de» Sachverständigen entgcg n unt crllörle verschiedene der von diesem angesührten Anschauunge > al» wissenschastlüh noch nicht erwiesen.
Der Sachverständige Dr. Reiß,, hat bereits im April v I. im Auftrag der Slaaisanwalllchast verschiedene bei Hops gesunde», Baftericnkulwrrn unlrrsuchi und dabei gesunden daß es sich um Typhus,, Starrlramps-, Dysenterie und Cholerabazillen gehandelt habe. Er widerlegte dann dl« einzelnen Angaben d.s Angeklagten sehr eingehend, so dessen angebliche wissenschaftlichen Experimente. den nach Hops» Angabe beabsichtigten Verlaus bezw. Handel mit solchen Präpa. raten, sowie Hops» Angabe, daß er zu Versuchen an sich selbe, virulent« Kulturen benötigt hol». Hops habe seiner Frau de» halb Cholerabazillen zugeführl, weil er wußte, daß st« insolge der früheren Infektion mit Thphusbazillcn gegen Typhus im. mun gewesen sei.
Sachverständiger Dr Mehle« erstattete ei» Eniachten über den Tod der ersten Frau de« Hops und «rllärt. er tonn« den überraschenden Tod der Frau weder auf da» konstatiert« Darmgeschwür noch auf dl« Verwendung von arsenhaltigen Schönheitsmitteln zurückführen. Auf ein« Frage de, Vorsitzenden. ob er zugestehe, sein« erste Frau vergiftet zu haben. an<> wortet« Hopf verneinend.
Sanitätsrat Dr. Trau bezeichnet« ,» als höcksst wahrscheinlich. daß Hops seine erste Frau durch Etft gelötet hohe, ebenso, daß die zweit« Frau durch Arsenik vergiftet wurde: wahrscheinlich sei «in« solche Vergiftung auch btt den beiden Kindern und dem Vater de, Angeklagten.
Dr. Sichel verbreitet« sich über den C-ttsteszustand des Angeklagten und erklärt, derselbe sei in erster Lint« nicht erb- lich belastet, auch sei «, «ein ausg«spr»ch:ne, Morphinist oder Alkoholijt. E, sei allerdtng» ein psychologisches Rätsel, wofür sein ganz«, Verhalten am Krankenlager seiner Frau und wah rend der Krankheit und beim Tod sein«, Kindes Ipiech«. B«> Begehung seiner Verbrechen war Hopf zweiftllo, geistig nich gestört.
Di« Beweisaufnahme ist damit geschlossen und die W.itei- verhandlung wurde auf morgen vertagt.
Lirndhkim sör llMmiktzle nirb Smföfi.
Wie wir hören, wurde am 15. ds. Mts. in Eberstadt bei Darmstadt ein „Landheini für Unfallverletzte und Invalide"
Holzversteigerung.
Im Licher Siadtwald. Distrikt Eichwald, Schweinstallshegc.
Maiircrtasuersioof und Zappenau, werde» Donnerstag, den 22.
Januar 1914 oet irig.-rt:
Scheiter rra: Buchen 620, Eichen 83,
Knüppel rm: Buchen 150, Eichen 110,
Reisig- .selten: Buchen 5001. Elchen 4000, Fichten 400,
Stöcke rra: Buchen 20’, Eichen 200,
Ruglcheiter rm: Eichen 21 (2,2 m lan-0 Gartenp osten,
91 ist» -ppel rra: Eichen 28 <2,2 m lang) Eortenpsosten.
,'u ummenlumt vormit ag» 10 Uhr am Waldeingang der
Kreisf rage Lich— Hattenrod, Anfang in Distrikt vichwald.
Lich, den 15. Januar 1014.
Eroßherzogliche Bürgermeiftere! Lich.
D ö r m e r.
(SEM* WM m Fafinof SWA
o.elchäjisilell« Frankiun a. M., Moselstraße 6-r.
Teleion-Nummer 920# Amt (.
Burostunden: N.omag nachm, von 5 —7. — Dienstag nachm, von i. — Donnerstag nart'in. von .»—7. — Freilag nachm, von 5—7 Uh>
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Donnerstag, de» 2.’. Januar l. Io. werden versteigert
aus den Dtstrilien Maue:steil Änt. 19 und 25 uno Eebrannteilops Adt. 11 der Forslwartei Schwickattshauscn.
Klamme: Eiche >V. Kt. 3 Sick. — 1,8! Fftm., V. Kt. 1 Sick. = 0,46 ,,stm. cluche: V Kt. 3 Sick. ^ 0. il Fsim VI. SU. 2 Stck. j, ( ,46 F tm. Hainbuche: VI. SU. 16 Sick.
1.9 F m i’.rrinilioi), Hchejter : Küche: I. Kl. 287 Rm., II KI. 70 Rm. Knüppel: Küche t03 Rm., Katn- d»,i:e 85 Rm., Elche 23 Nm. Knüppelreiftg: E-che 36 Rm. Klammreistg: Küche 1t n Rm, 460 Rm.
Lnräje 4i 'J'm. 6>cn>i<!)»iir1i(o Kd«,: Küche 72 ) Rm. Ktüctre: K»ch» 90 Rn,.. Eiche !>n.
Zu c mmenknn t roemillags >/,!» llhr au - er Mauerstttgitrasie am Waldein ang v n L ßberz her bei de.» ersten Brenntzol Stoß. Da» Hoi, aus dem Dtsstr l: Liaucestei: wi.a vor rezeigi. Alles l:bri'.c Hot, lomm: am Feeer rum Ausgebo:. bezw. bei ichlechtem Weiter von >/,! Uhr ob NN Ni-s'jchen arte :u Liß'.erg.
Nähere Auslunf: erteil: der Sbroßh. ^örsier Hartmann zu Schwicka tshan en.
Kanradodorf, den 15. Jannar 1914.
C>icß). Oberförsierei Konradsdorst
Jagdverpachtung.
Vonnrrvtag, drn 2!). Za t-ar IUIi, nach- mUtors N |{i|r
wird die der Ccmeinde LästaS: usieh.-nde Waldjagd 22L.77 Hrkiar. -ie Felcjagd 678 He.tar, beijällig a n I. Februar I l4, aus iem Raihauie daselbjt öffent-ich an d:e Mel dielen.e : verp ch!e’. Be- mertl wird, daß die Waid.agd aus r cun st-astre, d:e Feldjogd aus sechs Jahre vei acht«: wird. D:e Walo.ag» i: n r ro > SISa ö umgrenzt und witd a adcusrei, die , ela.azd ts: von der Bahnsta ton Fnedderg in 10 Annuten zu erreuyeru Ockstadt, den 12. Januar 1914.
Eroßh. Bür-zermei'lerei Ockstadt. M ö l l e r.
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Atontag. den I». Januar !. I uerm. » , Uh« kommen au» bcm
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