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b.greislichciweiss sehr stark. Der Eintritt ist aber nur gegen Karten gestattet.

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit einer An­sprache an die Eeschworenen.

Nun wird der Angeklagte hops »an zwei Kriminalbc. amten in den Saal geführt. Er ist ungesesfelt und trägt seine gewöhnliche Kleidung. Er fetzt sich dicht an die Holzwand der Anklagebank, fo datz er »am Zuschauerraum ans kaum sichtbar ist.

Die Zahl der Zeugen and Sachverständigen beläuft sich aus über 60. Sie werden für heut« sämtlich entlassen und zum keil aus Mittwoch wieder geladen. Dann beginnt das Ver­hör des Angeklagten.

Hops wendet sich dem Vorsitzenden zu, so datz er den Zu­hörern den Rücken kehrt und antwortet nach Verlesung der An. klage, die ihm »rer vollendete und drei versucht« Giftmorde Mi Last legt, aus di« Frage des Vorsitzenden:Haben Sie etwas zu erklären?":Ich bin unschuldig". Der Vorsitzende bespricht dann den Lebenslaus des Hops «. seine Vermögensverhältnrsie. Er will anfangs 1913 noch 7000 Mark gehabt haben. Jetzt habe er gar nichts mehr; sein« Fron Hab« auf alles, auch auf d>e Möbel Beschlag gelegt.

Bors.: Wozu haben Sie nun di« vielen Gift« gebraucht, di« man bei Ihnen gefunden hat?

Angekl.: Zur Hundezucht.

Dors.: Eie hatten doch keine Hunde mehr. Und weshalb haben Eie sich di« gefährlichen Bakterien kommen lasie»?

Angekl: Teilweise zu Färbcversuchen.

Dorf: Was hatten Eie denn für ein Interesse daran?

An gell.: Ein rein wisienschoftliches.

Vors.: Warum haben Eie denn nicht mit harmlosen Or­ganismen gearbeitet, sondern mit Typhus, Cholera, Milzbrand usw.

Angekl.: Da hatte Ich mehr Interesse daran. Ich habe ruch an m i r selbst Versuche g macht.

Vors.: Sie wollen also auch selbst Cholera- und ander« Bazillen eingenommen haben. Das haben Cie aber erst ganz am Cchlutz der Voruntersuchung angegeben. Dagegen haben Sie eingcräumt, auch Ihrer dritten Frau solche Bakterien ein. gegeben zu haben. Ist das richtig?

Angekl.: Dar habe ich getan In einem Zustande des gei­stigen Zusammenbruchs, wo ich mir nicht klar war.

Vors: Was waren es für Bazillen?

Angekl.: Typhus und Cholera.

Vors.: Eie hatt.n auch Arsenik? In welcher Form?

An gell.: Als arfenige Lösung.

Vors: Nun ist 1895 Ihr Vater gestorben. Woran?

An gelb: An einem Blasenleiden.

Vors.: Man hat aber in der Leiche Aisenis gefunden.

Angekl.: Mein Vater hat viel Offenbacher Wasier ge- '>unlen, und dar enthält Ars:n.

Hops war seinem Vater 1t 000 Mark schuldig.

1890 starb das uneheliche Kind des Hops im ersten Lebens, sehr«. Hier erklärt Hopf das Vorhandensein von Arsenik in der Leiche damit, daß er dem Kinde nach dessen Tod« Arsen eingesviitzt habe. Von seiner ersten Frau, di« 1902 starb, be­hauptet er, sie habe arsenhaltige Schänheitspillen eingenom­men. Di« Frau starb zwei Atonale nach Abschluß einer ver. bund neu Lebensversicherung, wonach beim Tod« eines Ehegat- :en der Überlebende Teil 20 000 Mark bekommen sollie. Dies«

Neve Tageszeitung. Dienstag. de» 13. Januar 131&

Summe wurde auch dom Hops nach Abzug einiger Kosten nus- bczahlt. Er benutzte das Geld zur Zahlung von Schulden, insbesondere zum Abtrag einer Hypothek. Die Frau war vor­her ganz gesund.

Am 28. März 190-1 h iratete Hopf zum zweiten Male und jchlictzt mit einer andere» Gesellschaft eine ähnliche Versicher­ung über 30 000 Mark ab. Aus dem ihn, vorgelegten Fiage- bogen verneinte er alle Fragen, die sich auf eine frühere Ver. sicherung bezogen.Das Hab' ich falsch verstanden", sagt er, als ibm der Vorsitzende dos vorhält.

Die zw 'ite Frau starb 1911, nachdem sie Ende 1908 von Hopf geschieden und dieser für den schuldigen Teil ertlärt wor­den war. Auch in ihrer Leich« wurde Arsenik gefunden. Hops erklärt, er habe seiner Frau während ihrer Schwangerschast geraten, Foolersche Lösung sin der Arsen enthalten ist) «inzu- nchmen, Di« Frau starb an Tuberkulose und Hopf gibt zu, datz er schon damals im Besitz von Tuberkelbazillen gewesen ist.

Gegen 12 Uhr tritt «ine halbstündige Pause ein.

Nach der Pause' wendet sich dann der Vorsitzende dem Fall der Mutter Hopfs zu, der Witwe August« Hopf, die im Jahre 1908 gestorben ist und dann in Offenbach verbrannt wurde. Der Angellogte gibt zu, datz er seiner Mutter einmal eine Arsen, lölung gegeben habe, weil ihr Hund sehr abg:mogert war und einen Hautausfchlag hatte. Als ihm drei Monate nach seiner Verhaftung im Juls der Gistmordverfuch an feiner Mutter vom Untersuchungsrichter vorgehalten wurde, hat Hopf gesagt, es f:1 möglich, datz seine Mutter von dieser Arfenlösung genom­men habe. Einen Monat fpäter hat er dann angegeben, datz seine Mutier ihm etwa zwei Jahre vor ihrem Tode einmal ge­sagt habe, sie habe einmal von diesen Tropfen genommen. Auf Vorhalt des Vorsitzendn erklärt der Angeklagte, datz er wäh­rend der Haft fortwährend aufgeregt gewefen fei, und deshalb fei ihm dieses Moment nicht früher eingefallen.

Vors: Der Vater hat Offenbocher Wasier getrunken, in dem Arsen war; dem unehelichen Kind haben Sie nach dem Tode eine Arfeneinspritzung gemacht: die erst« Frau hat Schön­heitspillen mit Arsen genommen: die zweite Frau hat ein«

Arfenkur durchgemacht: das eheliche Kind haben Sie nach dem Tode- wieder mit Arfen behandelt, und Ihre Mutter fall Arfen- tropfen, die für ihren Hund bcstrmmt waren, genommen haben. Wie lammt es wohl, daß die ganze Familie fo viel Arsen ge. brauchie?

Angekl: Ich habe di« Fälle ja all« ausg:klärt.

Der Vorsitzende stellt dann scst, daß der Angeklagte beim Tode der Mutter etwa 1017 000 Mark Schulden hatte, was der Angeklagte zugibt. Er bestreitet dagegen, datz sein« Mut­ter di« Absicht g:habt habe, ihn zu enterben. Dagegen mutz der Angellogte zugeben, datz er kurz vor dem Tod« der Mutter ein« glötzer« Hypothek gesucht Hab«: «r bestrettet dag gen, datz er dem Geldgeber ein Testament seiner Mutter gezeigt Hab«.

Dann wird die dritte Ehr durchgesprcchen. Die Ehe churd« am 9. April 1912 in London geschlosien. Vor der Hinreise nach London hat er seiner Braut ein Testameni gezeigt, in dem er sie als sei« alleinige Erbin einsetzt«. Das Testament war mit der Schr fbmafchine geschrieben und aus Vorhalt des. Vorsitzen­den erklärt der Angeklagte, obwohl er zugeben mutz, dih er ein Bunge,liches Gesetzbuch kalt« und benutzte, er habe nicht gewußt datz das Testament in dieser Aussertigung ungültig sei.

Bor s.: Di« erst: Frau war mit 20000 Mark versichert, die zweite Frau mit 30 000 Mark und die dritte Frau haben Sie

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mit 80000 Alark versichert und haben St« ja alle Veistche, rangen aus verbundenes Leben ubgefchlosien. Weshalb haben Sie das bei Ihrer dritten Frau auch getan, di« doch viel jünger war, wie sie?

Angekl.: Das war doch billiger.

Vors.: Das Orcgentell ist richtig: das hat Ihnen damals schon der Agent gesagt.

Nach den Motive» jür diese sein« Handlungsweise gesragi bemerkt er, datz «r darüber keine Auskunft geben könne: er fei damals in einem Zustand völligen geistige» Zusammenbruchs gewesen. Aus eine weitere Frage gibt er die Möglichkeit zu. datz er dabei auch vielleicht an di« hohe Lebensversicherung ge­dacht habe. Dann kommt di« Korrespondenz b:s Angeklagten mit dem Kralfchen Institut in Wien zur Verlesung, von dem der Angeklagte die Bakterien bezog. Aus weiten» Briefen geht hervor, datz Hopf eine grotze An^hl Tuberkulose-, Ruhr- Diphtherie- und Cholerabazillen, stets nurfrische Ware" oc. stellt und sich lebhaft über unbrauchbare Kulturen beschwert Aus di« Frage des Vorsitzenden, wie er es denn erfahren habe, datz die bezogenen Kulturen unbrauchbar sind, bemerkt Hops, daß er die Wirkung der Bazillen an sich selber probiert habe.

Als Lehrmittel diente dem Angeklagten ein Buch der Pri- vatdozentrn Dr. Levin in Berlin, das gerade an den hauptsäch. lichsten Stellen über Arsenik sehr benutzt aussieht. Aus einem Kapitel geht auch h:rvor, datz Arsenik mit Batterien ein sesori wirkendes OOift ergeben kann. Der Angeklagte bestreitet indes­sen, rin« solche Mischung fabriziert und seiner Frau verabreicht zu haben. Aus einer Aufzeichnung Hopfs vom 31. Juli geht hervor, datz er f.-i-ner Ehejrau Typhusbatterien, ocrnrilcht unter Hackfleisch, gegeben habe, um dt« Wirkung auszuprobieren. Der Vorsitzende halt dem Angeklagten dann sein« im Lause der Untersuchung gemachten Ecständnisic rar, die Hops zum Teil korrigiert.

Daraus wurde dos Sexualleben Hopfs in den Vordergrund der Verhandlungen gest.llt und zu diesem Zwecke fiir die Dauer der weiteren Vernehmung Hopfs sowie der Zeugen Vetter, Schrumpf und Paulus wegen Gefährd»,^ der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlosien. Damit ist der erste Tag der Ver. Handlungen, für di« Oeffentlichkeit beendet.

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