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Kienslag. den 13. Jannar
7. Jahrgang
vre ,Autu («jomunt“ fi^nnt reden Werttag. Regelmiißrge Bellagen ,,?re iöauee an» Hess«»", „Hie Kpnnssulie". tteiugopre,,: Be, oen Poilanjtatten m«r.et,>>oi,>a> >.-,5
de> den Agenten monoittch 50 f'tntu tritt l oftnfbü^i oder Irägertohn. An,eigen: Erundieile 20 Pig., totale >3 Plg, An,eigen von abwärts werden our h oo tnachnadm« eedoden ErlüllnngroN Feiedderg. KchettSIeilung na» Verla, -ssrzedXrg (Hessen), Hanaueritratze 12. Fern'precher <8. Posttcheck-Cont» Re. <8ä9. 11ml sseanlsuet ». SH.
llebrrfui|t.
— Der Reichstag, der am IS. Dezember in die Wcrh- nochtsferien gegangen war, wird heute 2 Uhr nachmittags seine Sitzungen wieder ausnehmen. Aus der Tagesordnung stehen Interpellationen über die Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts an Frauen zum Reichstag, über die Bcr- hängiin., deS Militärboykotts, über Schutz gegen Boykott und StrcikauLschreitungen.
— Mit großer Spannung sieht man in Sirahburg der heutige» Verhandlung im eisaß lothringischen Landtage entgegen. die die Interpellation über Zobern bringen wird. Allgemein erwartet man sehr viel von der Verhandlung. Zunächst wird der heutige Tag entscheidend für die Regierung sein. Tie Nachrichten über eine Kabinettskrise und einen bevorstehenden Statthalterweebsel wollen nicht ver- stuinmen.
— Seit gestern ist in Christiarrla eine Kälte eingezogen, wie sie seit vielen Jahren nicht beobachtet wurde. Im Innern von Süd-Norwegen wurden gestern 50 Grad Celsius verzeichnet. Ter Cisenbahnverkehr erleidet monnigsache
Störungen.
— Tie Kälte in Madrid, die in den lebten Tagen nachgelassen hatte, Hot gestern mit erneuter Heftigkeit wieder eingesetzt. Sic hat unter der ärmeren Bevölkerung im Vcr- (in mit Hunger neue Todesopfer gefordert.
— Eine hervorragende o§manische Persönlichkeit er- Amte dem Korrespondenten deS „Berliner TageSblattes": Tie Ernennung deS bisherigen Kommandanten des ersten Armeekorps, Limans v. Sanders zum Generalinspektenr ist rti» politischer und nicht militärischer Natur. Tie Psorte bat Rußland da« Zugeständnis gemacht, umn dem lästigen Drangen ein Ende zu machen und die glatte Erledigung der schwebenden Verhandlungen, besonders der großen Anleihe in Frankreich, zu ermöglichen. Prattisch und militärisch ist der Funklionswechs-l bedeutungslos. Da« Reformwerk der deutschen Militärmission wird dtrdurch in keiner Weise be- -ührt.
— Ein äußerst heftiger Vulkanausbruch hat ans der Insel Satnrachimn slattgesunden. Die Stadt Kagochima und die umliegenden Dörfer stehen in Hellen Flammen. Man be- ltires^ct. daß eine große Anzahl Menschen der Katastrophe zum Optcr gefallen sind.
— Ter Rebellensührer General Villa beabsschtigt, nach seinen jüngsten Erfolgen gegen die Regierungstruppen, aus Torreon und die Hauptstadt zu marschieren.
Der Ulehrdeitrag.
sFonsetzung).
Berechnung des Vermögens an Grundbesitz.
Wäbrcnd fiir sonstiges Vermögen der gemeine Wert Verkausswert) maßgebend ist, muß bei der Einschätzung von Grundstücken, die dauernd land- und sorstwirtschastlicheti der gärtnerischen Zwecken zu dienen bestimmt sind, der Erleagowert zugrunde gelegt werden. Tassclbc gilt •iir Oirnudslücke. die Wohnzwecken und gewerblichen Zwecken zu dienen bestinimt sind.
Ais Crtragswerl gilt das Fünsundzwauzigsache de» Reinertrages.
Als Reinertrag ist aber nicht der zu nehmen, wie er für die Einkommcnsleuer festgesetzt wird. Es ist vielmehr -nn Reinertrag zugrunde zu legen, wie ihn ein ordentlicher Unternehmer bei gemeinüblicher Bcwirlsckioslung und unter gewöhnlichen Verhältnissen im Durchschnitt einer Reihe von Jahren erzielen kann. Während bei der Einkoinmensteuer fiir d > e Arbeit des Bewirtschafters und seiner Fra» nichts ausgerechnet werden kann, können l-ci dem ,iir wehrbeitragspflichtige Vermögen z» berechnenden Reinertrag als Bewirlschastuugskosten ausgerechnet werden, vos onfznwenden wäre, wenn sremde Arbeit?- kräste die Arbeit des Bewirtschafters und seiner Frau tun müßten, Allo nicht nur die Dar- nnd Naturallöhne für Dienstboten und fiir die an Stelle tol,l>er beschäftigten Kinder gelten als abzugssälüge Betriebs- losten, sondern auch ein angentessencr Anschlag für die Arbeit des Eigentümers und seiner Frau im Betriebe. Bei der Einkommensteuer haben die Beteiebsgebüudc und Betriebsmittel außer Betracht zu blriben. beim Wehrbeitrag sind sie aber zu berücksichtigen. Beispiel:
Angenommen, ei» Landwirt rechnet ans seinem Grundvermögen ein diiechschnitttick)es Reiiteinkontmen von 2300 aus. und kann für seine und seiner Frau Arbeit 1200 einseyen, so bleibt ein Reinertrag von I iOO M.
1100 X 25 = 27 500 -tz Vermögen,
Ta das Einkommen nur 2300 <U, und das Vermögen keine 30000 M beträgt, ist der betr. Landwirt steuer- srer
Hätte sich ein Vermögen von 32 000 -tz errechnet, so nröbie er s-8 «st Webrbcilraa zahlen. — Wenn dem Ver
mögen auch nur 1000 M. Schulden gegenüberstchcn, und der betr. Ockonom hat an seinen 80jährigen Vater eine jährliche Ausnahme zu leisten im jährlichen Anschläge von 310 «tzk, dann sind von den 32000 M abziehbar:
1000 M Schulden
1020 „ das 3sackje von 310 *
Rest 29 980
Er ist also beittagsfrci.
Wenn der ans obige Weise berechnete Ertragsivert zu hoch erscheint, so kann der Pflichtige vertan- gen, daß statt des Ertragswertcs der gemeine Wert (der Verkaufs- oder Verkehrs wert der Wehrbeitragsvcranlaglrirg zugrunde gelegt w i r d.
Berechriring drs gewerblichen Vermögens
Es gilt das gewerbliche Betriebsvermögen (Betriebskapital), wie es für die Gewerbesteuer fostgestellt wird, mit folgenden Abweichungen:
Beim Wehrbeitrag gelten auch die I m m o b i l i e n als Betriebsvermögen. Für sie wird der Ertragkwert wie bei den landwirtschaftlichen Geundslücken angenommen. Ter Pflichtige kann aber auch, wie dort, die Feststellung nach dein Vcrkehrswert verlangen.
Fremde Gegenstände und Rechte zählen beim Wehrbeitragsvermögen nicht zunr Vermögen. Bei der Gewerbesteuer mutz }. B. der Pächter eines Gewerbes den Wert drr mitgepachteten gewerblichen Gebrauchsgegeustände, gemic- tete Kcllereinrichtungen >isw, als gewerbliches Betriebskapital mitvcrsteiicrn. Beim Wehibcitrag ist dreier Wert dem Vermögen des Eigrntümrrs (Verpächters) , u z n z ä h l e n.
Brauereien haben also die veipachteten Wirtschaft sein, richtnngen zum eigenen Vermögen zu rechnen.
Eine weitere Abweichung ergibt sich beim Cchuldeuab- zng. Tie G e s ch ä f t s s ch » l d e n lSchutdcn an die Liele- rantc») sind beini Wehrbeitrag im vollem Umfange ab- z u g k s ä h i g . wäbrend sie bei der Gewerbesteuer nur in einem verhältnismäßigen Betrage ;inn Abzug berechtigt sind.
Was gilt als Kapitalverinögrn?
Als wehrbeitragSpslichligcS Kapitalvermögen gelten nicht nur die renticrlichcn Zinsen ab werfen de Kavitnlsordcriingen. wie sie zur Einkommen- fezw. Kapitalrente,isiei,er berange,zogen werden, vielmehr siiid außer d-csem wehrbeitragspflichtig:
1. Unverzinsliche Kapitalforderungen jeder Art;
2. Nrdeber-, Patent- nnd Verlogsrcchlc (nicht aber Zcitnngsverlag);
3. Aktien- oder Anteilscheine, Bergwerk s k n i c . Geschüstsguthaben bei Oienolscn- ichgften, Geschässsanteile und andere Gesell- lchgftscinlagcn, Tabei ist es gleichgültig, al> dafür Dividende oder Gewinnanteile bezogen werden. (Also die Anteile bei den Damp'dreschgenossenschaftcn, die Gesiriäfts- ovte'ke bei Tarlchnskasienvereinen »Iw.:
4. Bargeld deutscher und fremder Währung;
5. Ter K a p i t n l w e r t von Rechten a n s R c n - ten und andere wiederkehrende Leistungen und R u tz n n g e n , wie Austrägen. Leibrentnr. Ter Wert die- kr bestimmt (ich nach der seststebenden Dauer der Leistung »nd. wenn aus Lebeuö'oauer. nach dem Alter dev Einpsän- gers;
6. Noch nicht lange Aussprüche ans Lebens - und Kapitalverlicherungen und Reulenverlich e r u n g e n. Als Wert hierfür gelten zwei Drittel der Ciimme der einbezablteu Prämien oder, wenn er nachge- wirsen werden kann, der Rücklaufsweet der Palize. Bei einzelnen Versick>errrngsgeseUscha<Ien enil>alt die ausgestellte Polizc hinten einen Ausweis (Tabelle) »her den Riicklauts- wert. Wo dies nicht der Fall ist kann der Dersicherte von seiner Derlickiernng den Akiickloufswert erfahren Außerdem gelten die zwei Trftlel der einbezrhlten Präinien z B, A lmt im Jahre I!>03 fiir 10000 M versickern lassen. Mil 1013 bezahlte er 3000 M an Prämien ein. Ter Wert ist also % ist 2000
Wertpapiere, die in Teutschland einen Börsenkurs haben, sind mit dem Kurswert, den sic am 31. Dezember hatte,t, anzusctzen.
Welcher Vrrmögenssiand ist maßgebend?
Der Vermögcnswert ain 31. Dezember 1013.
Betriebe, die regelmäßig jäbrlikbe Abschlüsse machen, kann der Vermögenskststellung der Vern:öge»sstand am Schlüsse des letzten WirttchaftS- oder R.-ckmungsjahres zu- gründe gelegt werden. Diele erhalten auch Fristveelänge- rung für die Abgabe der Vcrmögcnscrklärung.
Wehrbeitrag und Kleingrundbesih.
Für die kleineren Grundbesitzer inöchten wir aus dem obigen noch kurz folgende Zusammensallnng geben:
Ter KIcingrundbesitz wird zum größten Teil zu dem Wehrbeitrag nicht hcrangezogen werden können. Entschei
dend dafür find einmal die Sätze für die Heranziehung „ach dem Vermögen. Bis einichließlich 10000 M bleibt rin Vermögen in jedem Falle steuersrei ohne Rücksicht auf die Höhe des sonstigen Einkommens. Vermögen bis 30 000 .H bleiben frei, wenn drs Jahreseinkommen nicht mehr «16 4000 .K beträgt. Und ein Vermögen bis ernschließlich 50 000 ,K wild auch noch nicht hcrangezogen, wenn das Jahreseinkommen 2>XiO M nicht übersteigt. Für die Bewertung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes ist nicht der gemeine Wert, sondern der Ertragswert maßgebend, und als solcher gilt das Fünl- riudzwanziglackie des Reinertrages, de» ein Grundstück bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung mit entlohnten fremden Arbeitskräften gewähre» kann. Im Gegenlatz zur Reiner- tragsbeiechnnng für die Einkommensteuer kann also vom Roherträge der Wert der Arbeitskraft des Besitzer« und seiner Angehörigen, soweit sie nicht entlohnt werden, in Abzug gebracht werden. Von Bedeutung ist auch die Beslim- nuing des Gesetzes, nach der der Bcitragspslichiige für noch nicht selbsländige Kinder und Sahne, die ihrer W-chrpllicht genügt haben, Abzüge z» machen berechtigt ist, und zwar tn Höhe von 5 v. H. des WebrbeitragcS für da? dritte und jedes solgende minderjährig« Kind,
Allgemrine«.
Ter Wehrbeitrag wird in drei Jahresraten erhoben.
Ter VermögenLstand. der bei jedein einzelnen in den nächsten Wochen heraiiSgcrechnet wird, gilt als Grundlage für die von den Liberalen und den Sozialdemokraten erfundene Steuer aus die Sparlamkeit, die sogen. Vermögenszuwachsstener.
Am 1. Januar 1017 muß jeder Derinögcnsinhaher abermals den Stand seines Verinögens deklarieren. WaS er dann durch seinen Fleiß »nd leine Sparsamkeit zu seinem Vermögen vom 1. Januar dieses Jahres hin,»erworben hat, muß er besonders besteuern. Als Vermögensznwachs gelt-:» in diesem Falle auch Erbschaften, selbst wenn diese von den Eltern de? Bsitzers stammen.
tSchluß lolat)
(N-in V7rstn'ttdi-es jÜt'fdl.
Oüi anerkennenswert sachlicher Meise äußert sich der Straßburger Universitätsvrcfessor Nr, Martin Spa sin ein Soßn des bekannten Zentrumsabgeardneten Oberland- aer'chtsrat Spabn, der übrigens leibst lcha» im Re'isistagc in den Neiden des Zentrums gesessen bal, über die Derhnlt- „rsse in Essass-Lotdringcn. Er sck"-eibt im „Taa":
. Der Gegensatz tzwilckr-n Milisär- nnd Zivikverloos- ttma) ensstamml d-r verschiedenen Uederzeuanng, d>e praß-n Di-ik de? essaß-lotbnngischen Ben-„se"tiimS und d-S in E'ßiß-Voftirinaen siedende r OM'IerSkorn? va-u W -kn und v-"i den Vft'chsen der Na.'slichen A-ilarilät siede». Hier ist der Hebel anznictzenl Elsaß-Sotdringe« wi d in, Uiiserschied von all"» deutlck'en Einzelssaolcii n-isss durch einen Moiiarchen oder eine Oligarchie, s-"id-eru d'.-ck, eine Bearntenkukanie renieri. Diele sedl s>ck> ss-it tt-'0 au« B"n„isen aller deutlckem Gebieie In d„ni--r Stziiik'ng »nlammen. Mit den Jadren sind auch E- '• de:milche dlnzuaeeammcn. In denkshe,, Judren iä ak-r aiickr der lkinlchlag prei-ßilcher Beoinkn im ri' ß- ktdrinailchen Bemntentum immer gerinaer geworden, vuter den Beamten, die die Spitze der Vermattung M< de», ist d-ute. abgekden van dem Kalmarer B--»!-''"" - 0- denten. üde-da„vt kein Vrenße mebe Das will delaneii d-i, pem eOaß-solbriugillden Beaintentnin in der deut- sckvn Zeit immer inedr die Ikberlielerimaen de? B-'- :»• t-ntirms »iueS großen Staates abbanden gekonmien sind.'
Martin Spabn kommt dann zu solgendenr odtällig- n Urteil:
..Mittlettueile i» nun die Oduniachl dee Ziv'lgewatt in Ellaß-Vatdringen — zunäissst dimch die kft mi*- • standslole A»sdr<-i!ung einer Denkart im Va'k. dk i-mnur neue vottiilckie Zugessändnillc an dia Eia-nart d-° bemdrs, zugleicki aber jede weiter-- ge-lsia-- A" näderuna an d-e »at-onale Kultur Deutschland? u»d den deutschen Staatsaeist oblchut, lodann durch d"i> E sckiluß des Znbeiner Obersten zur Selbfthitte — van - ganz enta--a-n-aeletzkn Seile» her greller als je b>'la--chse- word-n. Wk auch die Geister sich zur,eit im Lande n-'> im Reiche >-ss--id--n möa-ni. die Zivilverwaltung sindas nirgend« R-"ckr--tt und Snmpatbie. Co kann es n!ck-t lange mehr wcitergeben. Ter jetzige Stattballer Gral Wedel ist mit peinlicher Sorgfalt und Sackl'und-- be- mübt. die lchw-e-men Der'-altnisse des ibm unkrstellten Landes zu durchringen. Darauf muß die Hossnung beruhen. daß. als er in Tonanelchingen leinen kaik-I-ch-n Herrn bat, die Zaberner Ossiziere wieder auad rück'i t die normalen, vom G--setz bezä ssne-- -, '
Zuständigkeit zurückzuweisen, er sich gkick'zeit n Sicherheit verschaffte, endlich eine Unrwaudlung d- t Zivilnervmtrvva lähuu-iid,--« Geistes oi-.tx, 1 ."e -1 m -


