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91 tut lofl^eilanj. an.»!««, t» lzrSoMat 1914.

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«uv f'it Me Tagt gezahlt, 100 sie solche nicht in Preußen erhol, tcn. Der Einfluß Preußens inv Bund errat wird gegen das deiuokralisch-parl-amentsrir L erlangen gestärkt werten müs­sen Der König von 4 wird immer verlieren, selbst

wenn der Deutsche Kaiser gewinnt. (Sehr richtig!) Da aber der König von Preußen wahrhaft souverän ist, der Deutsche Kaiser aber n-icht, so verliert letzten Endes die Monarchie, Rach der Gesetzgebung hat der Reichstag nur das Recht der parlamentarischen Kontrolle, also das Recht nachzuprüfen, wie die Organe der Negierung tätig gewesen sind. Er hat sich aber das Recht angeeignet, in die Exekutive «inugreifen. Bei den kleinen Anfragen, dafür sind wir d:m Reichskanzler dankbar, hat er sich das Recht Vorbehalten, zu antworten, wenn es die Rechte der Negierung nicht verletzt. Das scheint aber bisher immer der Fall gewesen zu sein, denn Antwort ist immer er. folgt, (Heiterkeit). Das ist geschehen in Fällen, wo di« An­fragen in di« Obergewalt des Heeres eingriffen Man hat bei allen diesen Anfragen wohlwollend geantwortet, (Leider), Auch die Rüftungstommisston, die Anfragen über Zabern ge­hören hierher. Es ist dabei zu befürchten, daß die Kubardina- tir»r im Heere gänzlich in die Brüche geht. (Sehr richtig!) Die Aiannschaften, die sich beschwert fühlen, brauchen sich ja mit an die Parlamentarier zu wenden, Im Jahre 1913 sch.tat man di« kaiserliche Kovnmandogewalt nicht in der ge­nügenden Weise geschützt zu haben. Sehr richtig). Auf den Full Zabern mag ich nicht eingehen, um nicht in den Fehler des Reichstages zu verfall««, in «in schwebender Berfahrcn eiuzugrelfen. Ru: betonen will ich, daß man sich in Zabern prilpoziert fühlt über das LiedIch bin sin Preuße" und selbst die Marseillaise singt, daß man sich zusammenrottrt und nicht l«tde» mag, wenn Offiziersdamen spazieren gehen, (Sehr rich. tig). Wir sind dem Herrn Reichskanzler dankbar für fein mannhafte» Eintreten fiir da, Heer, das sehr erschwert wurde durch dar miwürdige Toben der Demokratie, Solche Ströme und Larmszenen gemahnen an romanisch« Länder, Die Demo­kratie üb-rsieht, baß von einer'Herrschaft der Parlaments nicht di« Rede sei» kann, daß es dem hauptstädtischen Pöbel ,ücht ge­lingen darf, daß der preußische Staat sein Eigenleben ops«it. Ich schließe mit den Worten König Friedrich Wilhelm L: Meine Minister besitzen inein Vertrauen, ich weiß ihnen Dank, wein, sie dem verfassungswidrigen Streben des Abgeordneten­hauses entgeg-ntreten, (Lebhafter Beifall und anhaltendes

Händeklatschen),

Richskanzler v. Bet h mann-Hollweg wie» auf di« unausgesetzten Bemühungen Bismarcks hin. die Stellung Pren. ßen» im Reich» unverändert zu erhalten, Di« Grundlagen dazu leie« auch unverändert geblieben. Auch «c (». Bethmann) wer« nteinain Gesetz« «Inbringen, di« nicht der Zustimmung de» preußischen Staatsministerium» sicher wären. Das Schwin­den der Autorität der Reichogriinder müsi« zugestand«» wer­de, i, aber auch der Geisteszustand fei ein anderer geworden. Damals stand da», was das Reich Preußen verdanke, feder- nrv nn tiar vor Augen, Heute jedoch leien die Parteien oft nur die Vertreter materieller Inter-ssen. Dte innere Struktur P'uißens werde von der dos Reiches immer verschieden sein. D Verfassung Elsaß-Lothringens berühre bas Verhältnis der Einzelstnaten zum Reiche nicht. Auch rm Zaberner Fall« wer« Recht auch Recht bleiben. Das preußische Volk sehe in sein«« Ihm« dt: Förderung seiner Macht und Stärke, Er (Redner) «he c» als sein« Hauptaufgabe an, die Unversehrtheit dies«» troilshreres, unt«r Königlicher Führung aufrecht zu erhalten ;egcn jeden Ansturm, Das Preußentum müsse unter allen ilmsiänden anfrcht erhalten werden, nicht gegen, sondern fiir das Reich (Beifall), Damit schloß di« Erörterung. Da»

Hans nahm den Antrag mit 18t gegen 20 Stimmen an u. ver- ti'iite sich bis Februar, Dagegen stimmten u, a, sämtliche groß­städtische Oberbürgermeister. (Wir wrrden morgen di« Red« des Reichskanzlers ausführlich bringen, D, Schrift!,).

Taycsüberüchk.

peutlche» Reich.

:: Die Zioilbehörde von Zabern aus der Anklagebank. Der

Liiaßburger Korrespondent derFrankfurter Zeitung" meldet lauem Blatte:Ueber die Frage, ob die scharfe Kritik, di« da» Kriegsgcrichtsurteil an dem Verhalten der Zivilbehörden übt, berechtigt ist oder nicht, wird erst das gegen den Kreisdirckior son Zaber» auf seinen eigenen Antrag cinge1ei!«t« Diszipli- ra,verfahren Klarheit bringe». Erst dann dürste «» sich ent- Heiden, ob die durch das Urteil neugeschaffen« Lage «ine Statthalter- und Minist«rkrisis herbeisührt.

:: General o. Bronsart stellvertretender Eeneralstabschef

in der Türlei. Es vrlautet, daß General v. Bronsart der Kom­mandeur der 3. Division des 1. Korps, dessen Beförderung zum Generalleutnant bevorsteht, infolge der starken Verjüngung de» türkischen Ojsizierlorps aus dieser Stellung scheidet, General » Bronsart ist für den Posten dir stellvertretenden Chess de» Großen Eencralstabcs ausersehcn, den ftüher jahrelang Exzel­lenz v, d, Eoitz bekleidete,

Frankreich.

:: Deleasse, Nachfolger. Wie da»Echo d Paris" meldet, ieht fest, daß der Staatsrat und Direktor der politischen Ange- lrzecheUen im Ministerium des Auswärtige» Paleologue zum ?ir>chjolger Dclcasses für den Boijchafterposten in Petersburg auserjel)«» se i. Di« Ernennung wird in den nächsten Tagen offiziell bekannt gegeben wer«», Paleologue steht anfangs ter 50et und seit 1880 in diplomatischen Diensten Frankreichs. Fünf Jahre lang belleidete er den Eesandtenposten in Sosur u,ü> arbeit te in letzter Zeit im Auswärtigen Amt. El besaß dort ei« Stellung, dir ungefähr der des deutschen Unterstaats- seirciors entspricht. Er gilt als intimer Freund Poincarcs. Es ist in ei,'geweihten »reifen bekannt, baß Paleologue sich bereit» seit langem um einen Auslandsposten bewarb. Wreder- holt soll er den Wunjch -usgedrückt haben, ihn als Botschafter »ach Rom zu senden.

- Portugal,

" Schwer« Anklage, gegen »in »outuglesijche« Ministe«. Präsidenten. Ministerpräsident Huerta ist leider in der letzten ,Scnatssitzu,rg der Gegenstand heftiger Angriff» leltenr des S«.

natvr, Ioao Freita, geworden. Der Senator erhob gegen den

Ministerpräsidenten di« Beschuldigung, seine Stellung im jetzt- gen und im vorhergehenden Kabinett zugunsten seiner Private tattgkert al» Anwalt gebraucht zu haben. Sein« Klienten e» hielten gesetzwidrig« Vorbeile und in einem Fall soll für «i«n gewissen Regterungserloß sogar Barzahlung erfolgt s«>». Di« Sitzung gestaltete sich derartig tumiittuös, daß di« Galerien geräumt werden mußten. Die Regierungspartei verließ schließlich unter Kundgebungen den Saal und di« Sitzung wurde abgebrochen,

:: Auch Leutnant v. Forstner sreigesprochen. Im Prozeß

gegen den Leutnant v, Forstner vor dem Oberkriegsgericht wegen de» Vorfalles in Lettweiler wurde am 10. Januar um 2 Uhr mittags da» Urteil verkündet, Leutnant v. Forstner wurde freigesproch«n, y ;

Bom Balkan.

:: Erfolg dcr russischen Intrigu«». Rach einem halbamt­lichen Communique beabsichtigt der Kriegsminister, in der Er­wägung. daß das Komnlando des ersten Armeekorps «inen gro­ßen Teil der Tätigkeit des Generals Lima« von Sanders in Anspruch nehmen würde, zu,» Schaden seiner hohen Mission al» Eenerabinspekteur, von welcher der Kriegsminister die glücklichsten Ergebnisse für die schnell« Reorganisation des Hee­res erwartet, mit dem Kommando des ersten Armeekorps «inen türkischen General zu betrauen, welcher dabei von einem beut, scheu Eenevalstachsoffizier unterstützt werden soll,

:: Rene Kämpfe i» Albanien. Zn Belgrad sind alarmie­rende Nachrichten cingelaufen, denen zufolge es am der grie­chisch-albanischen Grenz» zu ernsten Kämpfen zwischen griechi­sche, , Freischärlen und albanischen Truppen gekommen sein soll. Die Verluste auf beide» Seile» an Toten und Verwunde, te» sind sehr bedeutend. Aus Kruschewo wird gemeldet, daß dort in den letzten Tagen blutige Kämpfe zwischrn Albanern und Serben stattgefunden haben. In zahlreichen Dörfern der Distriktes wurden alle Männer von serbischen Banden verhaf­tet und geniartevt. Eine Anzahl der Verhafteten wurde »ach Monastrer gebracht. Auch in anderen Distrikten sollen serbische Banden wieder zn Massen »uftreten und ihr Unwesen daselbst treibeu,

:: Albaniens Sehnsucht nach seinem Herrscher. AusBalona wird gemeldet, daß ln El-Dasiair, Djakowa und de« meisten an­deren Ortschaften Albaniens in den letzten Tagen stark besuchte Versammlungen stattgefunden haben. In diese» Versammlun­gen wurde für di« sofortige Thronbesteigung de» Prinzen zu Mied «gittert Und gleichzeitig Delegiert« gewählt, die dem Prinzen entgegenfahren und ihn begrüßen sollen.

Eüdasrika.

" Kriegszustand im Etreikgebiet. Der aurfsthrende Aus­schuß de» Arbeiterverband«, macht die Erklärung des allge­meinen Ausstandes von der Abstinrmung sämtlicher Zweigver- bänd« abhängig. Nachmittags fand eine Verjamnriung statt, die infolge Mangel» an Verbrhrsmitteln nur schrvach besucht war. Die Straßenbahneir stellten absichtlich den Verkehr ein. Die Burenkommandos nrobilisteren allenthalben unter Anfüh- rnng alter Burengeneral«, Di« Zahl der unter Waffen Stehen­den wird auf 80 000 geschätzt. Di« Bevölkerung steht oollstän. dkg aus Seiten der Regierung. Di« Stadt Johannesburg ge­winnt das Aussehen einer Stadt im Belagerungszustand. Ka­vallerie. Znsanterie und Polizei sind überall ju sehen. Di« Truppenkontingente sind an den strategischen Punkten aufge­stellt. Dte Behöben sind vollkommen Herren der Lage, Ostasien.

:: Drohend« Hungersnot in Japan. Eine in London vor­liegende Depesche aus Tokio meldet, daß in den nordöstlichen Provinzen Japan» infolge großer Ueberfchwemmnngen die Ge. fahr einer Hungersnot besteht. Ganz besonders bedroht ist die Provinz Hokaido: für die gesamte, etwa 9 Millionen Menschen betragend« Bevölkerung der Provinz ist die Loge verzweifelt.

Mexiko.

:: Reue Erfolg« der Rebellen. Ein« Depesche ans Presidio meldet, daß di« mexikanischen Rebellen bei Sonnenuntergang Ojrnaga. das die Bundestruppen besetzten, angriffen. Da diese nur 50 Schutz für den Mann besaßen, so war «ine Riederlage unausbleiblich. Sie räumten den Platz, der Höchstkommandie­rende General Mercado überschritt den Rio Grande und ergab sich dem Befehlshaber der Vereinigten Stoaten-Truppen, Alle Bundestruppen versuchten dasselbe zu tun, sie hatten aber in der Dunkelheit Schwierigkeiten. sodaß Über den Verbleib des größten Teils nichts bekannt ist. Rach diesem Erfolg« sollen die Rebellen Herren des ganzen Nordens Mexikos fein.

WellcrAachrichten.

Sturmflut und Hochwasser.

Von der gesamten Ostjeeküfte liegen Meldungen vor, die zu Besorgnissen über die Lage der dortigen Ortschaften und deren Bevölkerung Beranlaßung geben. So wird noch zu dem Dnmmbrnch bei Köslin gemeldet, daß im Laufe der Nacht auch di« Ortschaft Lase überschwemmt wurde. Von Köslin aus konnte man das Steigen der Fluten beobachten. Der Regierungspräsident wandte sich an die Miltärbehörde um Hilfeleistung, und es wurden auch sofort Hilfsmannschas- tcn entsandt. Auch in dem Fischerdorfe Nest stehen sämtliche Häuser unter Wasser. Stolpemünd« und das Oertchen Leba sind schwer gefährdet. Der Schaden, der in der Danziger Bucht angerichtet wurde, beläuft sich auf mehrere Millionen, Tie Halbinsel Hcla ist an sechs Stellen überflutet. Die Flut drang über di« Dünen in das Dorf. Mehrere Häuser muß­ten wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Viele Bewohner haben sich aus die Dächer geflüchtet. Die Rettungsstationen bei Grotzendorf und Kappeln sind zerstört, die Rettungsge- räte fortgeschwemmt worden. Im Hafen von Neufabrwasser werden groß» Wertobiekte vernichtel, da die Lagerhäuser inr Freihafensbezirk unter Wasser stehen. Der in Zeproz ange- richtetr Schaden wird auf 30 000 -M geschätzt. In Villau hat die See die Mole durchbrochen. Das Militär arbeitet ange­strengt. »m weitere Durchbrüche zu verhüten. Im Inland« gab cs Schneeverwehungen. Diele ostprenßische Kleinbahnen blieben im Schnee stecken. Auch aus dem Rbeinlande und

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auS Bagern kommen Hochivosiermeldnngen. Die Nahe und die Aar sind stark gestiegen, letztere hat bereit- weite Strecke» überflutet. Dcr Ober- und Miltelrhcin, wie auch der Neckar und der Main sind ebenfalls stark gestiegen. In Bayer» hat der Schnee schwere Stockungen im Eisenbahnverkehr znr Folge.

Hochwassernirglück an der Ostsee.

Köslin, ll. Jan. In der vergangenen Nacht hat die Ostsee den schnialen Landweg zwischen der See und dem Bukower See an drei Stellen zerrissen. Der Bukower See steigt rapide. Der ganze Ort Damkerort sieht völlig unter Wasser. Aus den Fluten ragen höchstens noch zwei bi? drei Dächer hervor. Von der ungefähr 100 Köpfe zählenden Be­völkerung ist noch nichts bekannt. Zwischen dem Jamimder und dem Bukower See ist ebenfalls ein großes Stück Land von den Fluten fortgerissen worden. Von Köslin ist Militär zur Hilfeleistung abgegangen.

Das Bauerndorf Wnffecken und da? Fischerdorf Pnd- demsdorf stehen unter Wasser. Letzteres ist rings von den tosenden Fluten eingeschlosse», so dnß eS von jeglichem Ver­kehr abgcfchnitten ist. Das Dorf Labus. das ebenfalls am Jamunder See liegt, ist zum Teil überschwemmt, Das Wasser auf der Landstraße nach Neuenhagen reicht teilweise bis zur Brusthöhe, namentlich am sogenannten Scheitel- graben. ,

Schneeverwehungen in Westprenßen.

Elbing, 12. Jan. Seit Freitag Abend wird ganz West- vreußen durch einen starken Schneesturni, der zahlreiche Ver­kehrsstörungen zur Folge hat, hcnugesncht. Tie Zuge erlei­den große Verspätungen. Mehrere Züge auf Nebenbahnen lind im Sckmee stecken geblieben oder haben den Verkehr auf­geben müsse». Telephon und Telegraph sind zum Teil un­terbrochen. An den Küsten der See und des Haffs ist erneut Hochwasser ausgetreten. Die durch das letzte Hochwasser an- gerichteteu Schäden werden neu aufgerissen. Das Hochwasser steht so hoch, wie bisher noch nicht. In der Nacht ging über Elbing ein heftiges Wintergewitter mit zahlreichen Blitz­schlägen nieder. Das Hoch,nasser stebt in Elbing 1,15 Meter über den Mittelstand und ist noch in stetem Steigen begriffen. Die tiefer gelegenen Straßen Elbings sind bereits über- schwennnt.

Hochwasser rm Neckartale.

Stuttgart, 12. Jan. Der Neckar ist iufvkge der starken Regen- mrd Schneefäll« nr raschem Steigen begriffen. Bei Ccmnstadt, Berg, Tübingen, Eßlingen und Heilbconn ist der Fluß schon über keine Ufer gelrctcn. Auch die Rems hat bei Weidlingen das ganze Tal überflutet. Ebenso führen alle Schworzwaldffüffe Hochwasser. Auch die Donau und dte Iller ünd stark angrschwollen. Es ist bei weiteren Schnee- und Regenfällen zu befürchten, daß eine Ueberschwemmun> im Umfange derfemgen von 1882 eintreten wird.

Der Schneestnrm in Rußland.

Petersburg, 12, Jan, Der ffirckitbare Schneefbrrm, der teil 2 Tilgen über Petersburg wütcl. drobt sich für die Stadt zu einer Katastrophe ansznwacbü-n, Es ist während der letz- ten Tage nicht mehr möglich gewesen, die Leichen Verstorbe­ner zu beerdigen, da die Kirchhöfe unter einer Schneelast liegen, deren Beseitigimg durch Menschenhand fast nmnög- l,ch ist, Ueber 40 080 Soldaten sind damit beschäftigt, wenig­stens die Hauptstraßen der Stadt für den absolut notwen­digen Passanten- und Wagenverkehr frei z machen. In dcr Provinz hat das Schneetreiben bereits SO Opfer an Men- schenleben gefordert.

Das Drtkil im Zalikratt Pmeß.

Straßbnrg, 12. Jan. Ueber die Verkündigung des Ur­teils wird noch gemeldet: Als um 10 Uhr der Gerichtshof eintrat, wurde es mäuschenstill im Saale, Alle Aufmerksam, keit war auf den Vorsitzenden gerichtet, der mit fester Stimme önS Urteil vortrug, zunächst nur die Begründung und am Schlüsse den Urteilssprnch, Die Verkündigung des Frei­spruches verursachte im Saale tiefe Bewegung und steigerte die Erregung, die sich gleich auf die Straße fortpflanzie. Im Saale nehmen der Oberst und der Verteidiger die Glück- wünsche dcr Generalität entgegen.

Der Vorsitzende des Gerichtshöfe? soll sofort an Herrn v. Oldenburg-Januschau und an den Polizeipräsidenten v. Jagow ein Telegramm gerichtet haben.

In der Reichshaiiptstadt wurde das Urteil in, Prozeß Reuter durch Ertrnblätter in der Stadt bekannt gemacht, Uebeeall wurde die Nachricht eifrig besprochen. Vielfach kamen die Svmpathien für Oberst v, Reuter zum Ausdruck. Mehr­fach sab man freudig bewegte Gruppen von Offizieren, in denen die Extrablätter von einer Hand in die andere wunder­ten. Ans dem Ministeriums »nd Reichsümtern kamen Boten, die Extrablätter holten, um sie den Beaniten zu Überbein- gen. Selten ist ein so großes Interesse für ein Urteil zu beobachten gewesen, wie in diesem Falle.

Auch sonst im Reiche herrschte in allen nationalgesinnten Kreisen die größte Freude über den AuSgang des Prozesses Unzählig muß die Anzahl der Depeschen gewesen sein, die Oberst v. Reuter anläßlich seiner Freisprechung erhalten hat. Allein aus Fricdberg sollen gegen 40 Telegramme an ihn gegangen sein. Auch wir sahen uns veranlaßt, an den Obersten eine Depesche des Inhaltes zu senden:Dem deutschen Manne die herzlichsten Glücklvünsche. Neue Tageszeitung und einige Vorstandsmitglieder," DieVereinigten Land­wirte", die sich am Nachmittag in Frankfuet trafen, depeschierten ihm:Glückwünsche! S>« vertreten deutschen Bauerngeistl Vereinigte Landwirte Umgebung Frankfurt­main," Von den Zustimmungskundgebungen ist folgende Depesche des Reichsragsabgeordneten Freiherr v. H c y l - Worms bemerkenswert:

Von zahlreichen treudeutschen Mämrern und vom Vorsitzenden der nationalliberalen Vereine meines Wahl­kreises bin ich beauftragt. Ihnen, Herr Oberst, fiir den ritterlichen Mannesmul zu danken, mit dem Sie in kritischen Tagen die Ehre der Armee »nd des Vaterlandes , vor aller Welk vertreten und aeven »nberechtiats An-