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um dort einen Naubzug nach Art ihres Vorbildes Bonnot zu, unternehmen. Das Arltonlohit konnte bisher nicht aus* sind' ' nrm.irfit werden,

Gin lijähriger R-uber. Ein Raubinordversuch, der nur wegen der Jugend des Täters nicht vor dos Schwurge- richt gekommen ist. beschäftigte die Strafkammer in Mägde- borg die gegen den jetzt 18 Jahre alten Arbeiter Mobes der- handelte. Der Angeklagte ist trotz seiner jungen Jahre schon mehrfach vorbestraft. Im November des Jahres 1913 be- schloß er bei der Witwe Schönmeyer einzubrechcn, bei der er i'leld vermutete. Während ein Komplize von ihm vor der Türe aufpaßte, stieg er in die Wohnung der alten Frau und sing an, verschiedene Behälter zu erbrechen. Die Frau erwachte von dem Geräusch und schrie um Hilfe. Sofort v'arf sich der Angeklagte aus sie, suchte sie mit dem Bett zu ersticken und brachte ihr mit einem Hammer 'chwcre Ver- Ehlingen am Kopfe bei. Der Uebersallenen gelang es noch einmal, sich frei zu machen und einen gellenden Schrei aus- zustoßen, der von ihrem Dienstmädchen gehört wurde. Die­ses alarmierte die Hausbewohner, die in die Wohnung ein- diangen. Als der Angeklagte die Leute kommen hörte, da sprang er aus dein Fenster und entkam mit seinen, Kom­plizen, dessen Namen noch nicht ermittelt worden ist. Bei der eiligen Flucht hatte er seine Mühe verloren, die an ihm -um Verräter werden sollte. Es wurde bald ermittelt, daß die Mütze dem Angeklagten gehörte, der darauf festgenommen wurde. In der Verhandlung verlegte er sich aufs Leugnen. Er wurde aber in der Beweisaufnahme überführt. Seine Braut" bestätigte, daß die Mütze dem Angeklagten gehört habe. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten ein­schließlich einer noch zu verbüßenden Strafe zu insgesamt 12 Jahren Gefängnis.

Urteil gegen de» Hotelbesitzer Muchlan. DaS Schwur­gericht des Landgerichts Berlin I verurteilte gestern nach dreitägiger Verhandlung den Hotelbesitzer I. Muehlan, der vor seinem Hotel in der Koppenstraße in der Nacht vom 22. zum 23, August v. I. den Schlächtermeister Fl"dz erschossen hatte, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödlichem Ausgange unter Zubilligung mildernder Umstände, zu acht Jahren Gefängnis, wovon 3 Monate auf die Untersuchungs­haft als verbüßt erachtet werden.

Bei einem Begräbnis unter Mordverdacht verhaftet. Bei einer Beerdigung in Schortens wurde vorgestern mittag ein Landwirt aus Heidmiihle unter dem Verdacht verhaftet, den Plärrer Loets in Neepsbolt ermordet zu haben. Die Ver­nehmung ergab äußerst belastende Momente. Bei dem Ver- hafteten fand man einen Revolver, in den die in der Kirche zu Reepsholt gefundenen Patronen genau paffen. Der Ver­haftet war früher Gastwirt in Reepsholt.

Wieder eine unsinnige Schnapswette. Ter Lnndarbei- ter Johannes Wroblewski aus Schönefließ bäte mit zwei an­deren gemeinsam einen und einen halben Liter Schnaps ge­trunken, und obwohl er berits angetrunken war, wettete er »m zehn Mark, daß er noch einen halben Liter Schnaps vertilgen kene, W, trank den Schnaps und brach unmitel- bar darauf bewußtlos zusammen. Er starb kurz daraufn- 1er furchtbaren Qualen.

Eine Statsbah», die die Privattihren ihrer Angestell­ten prüft. In Cleveland in den Vereinigten Staaten herrscht an der Staatsbahn ein seltsam anmutender Brauch, Im Hauptbahnhof befindet sich nämlich ein Zentralbureau zur Prüsnnq der Privatuhren der Angestellten, Zu Beginn und

Das Tier im Winter.

Plauderei von Dr. Fritz Skowronnek.

Fast alle Kindertieder, di« den Mnter schildern, sind auf den Ton gestimmt, den Hoffmann von Fallersleben in feiner Sehnsucht noch dem Frühling" wnschlägt. Sie schildern den Allntcr als einen harten, gefühllosen Man», der erbarmungs­los allrs Leben vernichtet. Viel poetischer und außerdem rich- pger ist die Anschauung, die den Schnee nicht als das Leichen­tuch der Natur, sondern als «ine roarmhaltend« Decke ansieht, unter der zahllos« Keim« schlummern, bis sie der warme Früh, lingshauch weckt. Dann zerrinnt die Schneedecke und wandelt sich in belebend«, nährende Flüssigteft ....

Bei dieser Art der Betrachtung können wir uns der kla­ren Wintertage freuen, deren frisch«, rein« Luft unser« Lebens- sreudigk.it steigert. Was uns an der kalten Jahreszeit miß- N'llt, was -ns niederdrückt, das sind di« trüben Tage, an de. ncn sich das Simmelsgestirn hinter dicksten Wolken verbirgt, Sbir gehen wohl nicht fehl, wenn wir ähnlich- Empfindungen be, den Tieren vorau-s.tzen, An klaren Frosttagcn spaziert die Saubenlcrche munter den Dachfirst entlang und singt mit Heller Stimme ihre kurze Strophe, die Kräh« fliegt hin und her, von einem Hof zum andern und zankt sich mit den Genossen um ein Kartostelstückchen. Wenn es aber bis Mittag nicht recht Tag werden will, wenn es schon in d«r dritten Rachmittags- stunde wieder Nacht wird, dann fitzen die Krähen, di« bekannt­lich zu den Singvögeln gehören, ausgeplustert in den Wipfeln der kahlen Bäume und krächzen verdrießlich An solchen Ta-

auf ' imnat *** * roifl ***** Zaunkönig seinen Schna.

Man braucht wirklich nicht wehleidig dl« Tiere bedauern, ® ilrtct über bei uns aus harren, Ihr Federkleid od«r >hr Pelz schützt sie hinreichend gegen den Frost, und wenn auch manchmal Schmalhans Küchenmeister bei ihnen ist, so sind sie doch gegen den äußeren Hunger geschützt. In der schlimmsten Not erinnern sich nianch. Vogelartcn der Kraft ihrer Flügel und wandern so weit süd- oder westwälts, bis sie milderes '-Letter antreffen. Manche verschmähen auch diesen Auswea aus der Not, Sie bleiben und frieren und darben, Elück- licherweise sind di« harten Winter jur Seltenheit geworden,

® ra k tf) ! c!kn allen Tieren übersieht der Dachs den hinter. Rechizeiig Im Herbst scharrt er trockenes Laub und -Koos zu kleinen Hausen zusammen, die er mit den Vorder­kanten umfaß: und vor sich her in den Bau schiebt, um sein uagrr,den K siel", wc ch und warm zu polstern, Fr früher er damit beainnr, desto friiffr iit nach der AnllLt d>-, -xäoer

Ntiit Tageszcrning. Earnsrag, Mn 10. Eanuar 131*

um Mitte beS Monats muß jeder Eisenbahnbeamte seine Taschenuhr dem Zentralbureau aushändigen, damit sie kon­trolliert, repariert und ihr Gang geregelt wird, Einmal im Jahre wird auch die Uhr auf Kosten des Staates gereinigt. Dieses Zentralbureau hat nun merkwürdige Feststellungen gemacht über die verschiedenen Fehler der einzelnen Uhren und Uhrwerkes so gehen die Uhren der Lokomotivführer, die die durchgehenden Züge fahren und daher einen mehr ge- regelten Tagesdienst haben, bedeutend besser, als die der Führer, die lediglich kurze Strecken auf den Nabzügen besah- reu, deren Dienst infolgedessen weniger gleichmäßig verläuft. Auch zeigten sich die Ul>ren außerordentlich empfindlich für das Wechseln der Taschen. Mit welcher Strenge übrigens diese Uhrenkontrolle durchgeführt wird, zeigt der Umstand, daß es in den Angestclltenverträgen als außerordentlicher KündigungSgrund vorgesehen ist, wenn ei» Beamter die Pflicht der Vorlage seiner Uhr in grobfahrlässiger Weise ver­absäumt. Wie zweckmäßig eine solche Uhrenkontrolle ist, das braucht nicht erst betont zu werden: denn wie viele Zugver- spätungen werden nicht auf falsch oder ungenau gehende Taschenuhren zurückgeführt.

Explosion im Gefängnis. Im Gefängnis zu Eclfenkiichen explodierte eine Petroleumlampe. Dabei erlitt ein Gefange­ner so schwere Brandwunden, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Bevor der Tod einttat, lieh er sich mit seiner Braut trauen.

Unglückssall. Im Korridor seines Hauses fand man den Friseur Wilh. llebe in Bad Wildungcn tot auf. Infolge Aus- gleitens war er so hart gefallen, daß sein Tod aus der Stelle eintrat.

Tob am Berlobungstage. Der etwa 30jährige Joh, Osch- mann in Bad Wildungen begab sich nach dem nahen Bergsiei. heit, wo er sich vttloben wollt«. Nach Ankunft dort wurde er krank und starb noch an demselben Tage.

Scharlachepidemie in Baden, In Weinheim ist von neuem dir Scharlachrpidemie ausgebrochen, die vor einiger Zeit meh. rcre Opfer forderte.

Erfroren, Der Besitzer Necher von Neueuberg (Ober- baqernj ist beim Holzfahren mit seinem Fuhrwett in eine Schittemulde geraten und mit seinen, Kind« sowie den zwei Pferden erfroren.

Im Schneesturm verirrt. Die Blätter melde» ans Genf: Eine aus sechs Personen bestehende Touristengesellschast, die bei schlechtem Weiter auf Schneeschuhen die Besteigung der Dole unternommen hatte, kehrte nicht wieder zurück. Zwei Hilfskolonnen wurden ansgeschickt. Es kam aber nur ein« zu­rück, ohne di« verunglückten Bergsteiger gefunden zu habe»: die ander« mußte infolge heftigen Echneesturmes eine Cchutz- hütte aufsuchen. Das Rettungswerk wurde fortgesetzt. Samt, liche Touristen wurden am nördlichsten Punkte der Dole in ei­ner selbsterbauton Schn:«Hütte halb tot aufgefunden. Man hofft sic am Leb:» erholten.

15 Jahre in einer Hundehütte angekettet. Aus Orleans wird demMatin" gemeldet, daß in dem sieben Kilometer von der Stadt entfernten Dorfe Oftvet ein schweres Verbrechen entdeckt wurd«. Dort ist in einem Bauernhöfe ein älteres Mädchen aufgefunben worden, bas feit 15 Jahren von seiner Stiefmutter und seinem Stiefbruder in einer Art Hundehütte eingekerkert und an Ketten angeschlossen war. Als Nahrung bekam es nur Küchenabfälle und gegen die Unbilden der Wit­terung hatte es nichts als eine Decke. Sonst war es nackt. Die entmenschten Verwandten sperrten das arine Mädchen ein, w'il dieses von seinem Vater 15 mg Francs geerbt hatte, in

der Eintritt der Kälte zu erwarten. Nach einem uralten Volksglauben zehrt der Dachs den Winter über von seinem Fett. So ganz falsch ist diese Anschauung nicht. Er saugt es aber nicht aus einer Drüse, die sich an der Kehrseite seiner Körpers befindet,^ sondern er verbraucht die im Sommer an- gemästet« Fettschicht innerlich, so daß er im Frühjahr schlank und mager den Bau rurläßt. Ja die Dächsin wirst sogar im Februar Junge und nährt st« wochenlang, ohne Nahrung zu sich zu nehmen.

Dann find zwei Dogelarten zu nennen, die den Winter verhältnismäßig leicht iibcrstehcn, weil sic cs gelernt haben, dis Brosamen zu sammeln, die von des Menschen Tisch fall:». Das sind Sperling und Krähe. Der Spatz betrachtet sich ohne Zweifel selbst als Haustier. Selbst im Somimr, wenn Nah­rung aller Art im Uebcrsluß vorhanden ist, mischt er sich keck unter die Hühner und Tauben, denen die Magd das Futter streut, und stiehlt sich seinen Anteil, Im Herbst sitzt er mit vielen seineszlcich n auf dem Querbalken des Scheunentores und achtet sorgsam auf jedes Körnchen, das von der Tenne springt. Im Winter übersteigt seine Dreistigtcft all: Grenzen, Da hüpft er in die Krippe und stiehlt dem gutmütigen Gaul die Hasertörner vor der Nase wig. Durch das Eulenloch schlüpft er in die Scheune, durch die geöffnete Luke in den Speicher und raubt, was er findet,

D e Krähe nähert sich erst im Minier den Wohnungen der Menschen, aber ohne ihre mißtrauische Scheu völlig abzu­legen. Sie macht jedoch ein.» Unterschied zwischen Mann und Frau, Vor der Magd, die über den Hof geht, hüpft sie kaum ein paar Schritt zur Seite, Den Männern traut sie nicht, Di« werfen manchmal mit einem Stock oder Stein nach der frechen Bande oder stecken sogar den Schießprügel durch den Türspalt, wenn sie lange, schmale Federn zum Reinigen zu der Pfiffe brauchen. Und am meisten fürchtet sie die halbwüchsigen Jun­gen, die immer etwas Böses im Schild« führen.

Am wohlsten fühlt sie sich in den Fischerdörfern. Dort spielt di« Kräh« vollständig die Roll« des Sperlings, Sie nistet auf Bäumen, die mitten im Dorfe stehen, Di« Jungen, kaum flügge geworden, tummeln sich mit den Alien auf"den Höfen oder am Sttande zwischen den Booten und Netzen, Und überall finden st« reichliche Nahrung, Di« toten Köderfische, die der Fischr von den Angeln nimmt, das kleine Getier, das mit den Nctzm herausgeschlexpt wird, alles verschwindeti» ihrem un. crsättliche» Magen,

In den Gegenden, wo die Jäger den Fuchs nahezu ausge- rottct haben, besorgen di- Krähen die Auslese unter dem Niederwild Es iit an- natürlich dost unchr dem prost-»,

deren Besitz sich Stiefmutter und Siefbrud«r setzen wolllen. Zu­fällig hört« «in Geschäftsreisender, der in Anwesenheit der bei. den den Bauernhof betrat, das Wimmern der Unglücklichen und

eiiidecktc sie in der Hundehütte, worauf er dem Semeindewäch- ter davon Mitteilung machte. Der legte sich in der nächsten Nacht auf die Lauer und machte die gleiche Beobachtung, Er verhaftete dann Mutter und Sohn und befreite das Mädchen, das sich in einem erbarmungswürdigen Zustand befand, aus seinem Kerker, Die Vcrhastcten legten bereits ein Geständnis ab mit d:r Erklärung, sic hätten gehofft, daß das Mädchen in der elende» Behausung bei der kümmerlichen Nahrung und der ungenügenden Betleidung eines natürlichen Todes sterben werde.

Ans der Heimat.

* Friedberg 10. Jan, Aus der Staatsstraße Fttedberg- Bad-Nauh-im hat man ein Eiäbcrseld aus der Bronze, zeit gefunden, in dem sich Urnen befanden, die dem Fricdbcrger Museum übergeben wurden,

* Warnung vor einem Schwindler. Wie wir hören, ist in Bad-Nauheim eine Logis-Vermieterin von einem stellenlosen Arbeiter um den Baibetrag von 6 «Ä betrogen worden. Der Arbeiter hat sich absichtlich unrichtig als Tele- grophcnarbctcr ausgegeben, von welchen zur Zeit hier und in Bad-Nauheim eine größer Zahl beschäftigt ist. Derselbe hat der Wirtin, nachdem er eine Wohnung geinietet hatte, vorgeschwindelt, er müsse seine Handwcrkstasche bei der Bahn einlösen und brauche hierzu 5 Jl. Nach Erhalt des Geldbetrages ist der Schwindler spurlos verschwunden. Das Publikuni wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Tcle- graphenarbeitcr sämtlich mit Answeiskarten verleben sind.

* Butzbach, 10. Jan. Hier wurden zwei Soldaten des 87, Infanterieregiments (zurzeit bei der Arbeiterabteilung in Mainz) wegen Brandstiftung zur Verbüßung einer Zucksthaur- strafe durch Transpotteure in das Lanbeszuchthans Nocken­berg cingeliesert.

* Gießen, 10. Jan, Heute feiert Pfarrer Gustav Baist, jetzt in Westheim bei Eunzenhauscn, bis 1877 zu Ulfa bei Nidda, seinen 90. Geburtstag, Batst ist 1821 in Elünbcrg, wo se>n Vater Laubwitt war, geboren und ein Bruder des vor zwei Jahren verstorbenen Seniors der hessischen Anwaltschaft, G:h, Justiziat Batst in Gießen, Aus der älteren Generation wer­den sich wohl manche an sein« kräftige Persönlichkeit erinnern auch an seine schriftstellerffche Tätigkeit auf kirchlichem unl wirisachfklichem Gebiet. In Bayern hat er sich besonders um das Dattehcnskaffenwescn verdient g-machi, in einer Anzahl unter dem Namen Friedrich Trangoit von ihm verüsfenilichien Bottserzählungen findet man anschauliche Schilderung,-» von Menschen und Zuständen althessischer Zeit, Noch bis vor we. n-gen Monaten konnte er «inen Teil dir Amtsgeschäfte ver­sehen,

* Gießen 10. Jan Der morgige Sonntag bringt 2 Schla, ger !m hiesigen Staditheater und zwar nachmittags den neuen SchwantDie spanisch« Fliege" und am Abend die neue Ope­retteDas Mnsikanlen-mädel". Beide Neuheiten sind in dei anerkannten Darstellung unserer Bühne unter außerordent­lichem Beifall b:re!tr öfter gegeben worden, so doß dieser kurze Hinweis genügen dürft«, Jntereffenten zum Besuch zu veran­lassen,

* Gießen, 10. Jon. Unser eben viel genanntes Elik- trizitälswerk hot auch noch die III, rnaenehiiie GincnfdinG,

Wildbestand, der auf wohlgepflegten Revieren vorhanden ist, viel Kräpelzeug zur Welt kommt, da, nicht leben und nicht sterben kann. Und bringt der Herbst und Witter naßlalies Wetter oder tiefen.Schnee mit starkem Frost, dann fallen auch die Schwächling« den Krähen zur Beute.

Die Großstädte werden von den Krähen selten besucht. De, rege Verkehr auf den Straßen, die Reinlichkeit, di« aus der Höfen herrscht, wo alle Abfälle in verdeckte Kasten geschüttet werden, sagen ihr nicht zu. Und sfihl man mal in Berlin eine Krähe, dann ist es gewiß eine junge, die bald, um einige Er­fahrungen reicher, der ungastlichen Stadt den Rucken kehrt Das Gegenstück zu diesen Freibeutern sind die kleinen In­sektenfresser, vor allem die Meisen und die Amseln, die in allen Gärten der Großstädte ständige Gäste sind. Sie haben im Winter kttn« Zeit, müßig herumzulungern: sie müsien von früh bis spät unermüdlich tätig sein, um das bißchen Nahrung auf. zuf »den, Und der Mensch muß dir Vorsehung dankbar sein daß sic gerade diese fleißigen, flinken Gesellen zum Wintei nicht sortschrckt, sonst würden die Insekten in wenigen Som­mer» all: menschliche Arbeit in Garten und Feld unmöglich malhen. So hoch man auch die Tätigkeit d:r Singvögel im Frühjahr und Cammer veranschlagen mag den wichtigsten fiompf führen Me wenigen Arten, die im Winter hier weil n, tenn sie vertilgen diejenigen Formen der Insekten, die von der Natur zur Fortpflanzung bestimmt sind. In tausend Schlupfwinkeln in den Riffen der Borke, im Zaunspall, unter trockenem Laub und Moos, überall liegen Me Larven, Puppen und Eier der Insekten, vom Auge des Menschen schwer zu fin­den, Desto sicherer findet sic der geslügelt« Jäger, Es ist ein Vergnügen, den Meisen zu.zvschaucn, wenn sie einen Obstgar­ten absuchen. Da flitzen sie scheinbar ziellos umher, aber trotz­dem bleibt kein Riß in der Bork«, keine Astgabel ungeprüft Ebenso fle ß>,g und sorgsam suchen di« Amseln den Beden ab. Also nicht nur aus Mitleid sollten wir im Winter den wertvollen Bundesgenoffen Futter spenden, sondern um sic bel Kräften zu erhalten. Den Meisen gibt man geschmolzenes Talg, das man auf die Aeste einer kleinen Fichte gewöhn­lich Tann« genannt träufelt, di« man an den Ast eines grö­ßeren Obstbaumes hängt. Auch alle Knochen, di« man sonst in den Müllkasten wirsk, soll man den Meisen geben, sie finden noch immer etwas daran zu knabbern. Trotz der Fütterung bleiben di« kleinen Gäste Nicht müßig und vor allem: üe ziehen nicht fort, sondern nisten mit Vorliebe da, wo sic Wohltaten empfangen haben,

(Schluß folgt).