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2. Beilage zurNeuen Tageszeitung.

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Z!r. 8

Samstay, den 10. Januar 1014.

FestMaljl.

i.

Bei Mündels «ckHiiMt, in reicher Zahl.

Und mitten darunter aus Zabern Herr Mahl ObWattes", obSouschwab". heut' ist s einerlei Es geht zum Diner, und die Frau ist dabei.

Ta fließen Depeschen in den Saal: . j

In Zaber» Aufruhr!" -Was tun?' spricht Mahl. Doch ruhig Herr Mandel:Das bißchen Gcschre»!

Ich bitte zu Tisch!" Und die Frau ist dabcu

Tein Präses der Reichsbahn fcheint's doch prekär- . Direktor, ich richt' eine» Ertrazug her."

Wozu? Vorbei ist bald der Rada»:

Sie bleiben und speisen mit Ihrer Fraul'

Das Telephon läutet: 'i ist höchste Zeit! Belagerungszustand I Der Pöbel schreit!" Was soll ich denn bei der Balgerei ^

Die Suppe kommt; und die Frau ist dabei."

Das Telephon läutet znm zweitenmal.

Noch einmal fühlt Mahl die Oual der Wahl:

Nun ist die Sache ja doch sckw» passiert.

I y suis, j'q refte; auch ist schon serviert!"

Der S ol d a t hat in Zabern die Straße geräumt; Herr Mahl hat wirklich gar nichts versäumt.

Ob er kam, ob blieb,i war ganz einerlei:

Das Diner war brillant, und die Frau war babet1 1

ein alter Offizier, (in derD. Lgsztg.).

kl.

Ob dunkler stets und versteckter^.

Da» Ziel aus der stürmischen Fahr» Hauptlache, daß der Direkter Im Kreis die Ruhe bewahrtl Rechthabern wie Unrcchthabern Tut er dann niemals Weh.

Der Aufruhr tobt in Zabern,

Er aber siht beim Diner.

Ob zwischen Zivil und Truppe Die dollsten Dinger geschch'n

Man lässt doch die Schildkrötensuppe Und die Forelle nicht stehn . . .

Sie kriegen einander beim Wickel,

Schon knattert Schuh auf Schuh, - Erst noch ein Stück Pumpernickel Mit Roquefort zum Magenschluh!

Unruhiges Schrein und Getue Löscht keine Feuersbrunst: *

Nur immer mit die Ruhe!"

Ist wahre Negicrungskunst Wer höchst verdriehlichen Pslichten Ausweicht so bieder und schlicht Versäumt einst bei guten Gerichten Fidel selbst das jüngste Gericht.

Taliban (im Tag.)

Ans aller Welt.

llnglücksfoll. Der 1t Jahre alte Landwirt Jakob Bau. manu in Schaucrnhcim kam unter di« Räder seines mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerkes urw wurde etwa 200 Meter weit geschleift. Di« Pferde scheuten und rasten durch das Dorf. Baumann erlitt so schwere Verletzungen, dah er kaum mit dem Leben davonkonnnen wird.

Feuer aus einem Bahnhof. Auf dem Bahnhof Oberhausen brach «in Feuer au», bei dem ein« grohe Anzahl von Güter, wagen, di« mit Teer und Petroleum beladen waren, verbrann­ten. Er folgten mehrere heftig« Explosionen. Bier Feuer­wehrleute wurden verletzt. Der Schaden ist groh

Erschaffen. Zn Sterkrad« lauerte der Bergmann Schmitz seinem Nachbar Jansen auf. mit dem er wegen einer Kleinig. kett prozessierte, und tötete ihn durch Revolverfchüffe. Der Mörder wurde verhaftet.

Ein ungesehener Kost. Eine unangenchm« lleberraschung erlebte dieser Tage ein Bäckermeister aus Mundheim bei Lud­wigshasen. Es wurtst ihm in seiner Wohnung ein in der Lot­terie zugesallener Gewinn von 1700 Mark im Aufträge eine, alten Gläubigers durch den Gerichtsvollzieher beschlagnahmt.

Der neueste Frauenberuf. Di« erst« angcstellt« Briefträge- rin in Deutschland hat die Gemeinde Martinroda bei Ilmenau im Thüringer Walde auszuweiscn. Als Vorsteher von Poft. ageMuren fungieren bereits seit Jahren vielfach Damen. Marainroda blieb cs vorbeholttn, di« Frauenwelt auf einen neuen Beruf hinzuweisen und zum Abttagen der Postsendungen im örtlichen Bezirk ein« junge Dam« anzustellen.

Da» Reujahrsesfen der pensioniertrn Pserde. ^Zn England haben auch di« Pferde Neujahr gcseiert: allerdings nicht samt- liche Gäule des Jnfelreichs. sondrrn nur di« allen ansrangier­ten Plepper, die in dem 1880 in Cricklrwood eigen» für st« ge- gründeten Ruhehaus« in angenehmer Pension leben. Sie feier­ten das Fest mit einem, vom Pferdestandpunkt au» gefehen, geradezu üppigen Mahl«, da» ihnen von einem freigebigen Spender bezahlt wurde. Hier dt« Speisenfolge: Heu, ftartof. feln au» der Normandie, frische Karotten, Brot. Zwieback und Zucker. Dieses, wie man zugeben wird, rein v«getarifche Di­ner hatte «inen großartigen Erfolg, zumal es nicht durch Trdnksprüche grstött wurde. Einer der interesiantesten Fest­gäste war Max. ein altes Zugpferd, da, seit zehn Jahren in dem Ruhehause mit großer Gewisienhasttgkeit seines Glöckner- amte, waltet. Max läutet jeden Tag zur Esienrzeit di« Glocke, indem er kunstgerecht die Glockenschnur zieht. Außer Max sie­len noch ein paar andere Pferd«, sozusagen die Aristokrati« de» Hauses, auf. Da war ein Veteran aus dem Burenkriege. fee- ner ein anderes Pferd. das di« Ehr« hatte, den Feldmarschall Lord Wolfe leg zu tragen, und ein andere», da» der Krönung König Eduards und König Georgs beiwohnt«.

Heuschreckenplage. In der Nähe von Assuan sind in den letzten Tagen ungeheure Heuschreckenschwärme beobachtet worden, die sich dem Nilbecken zu bewegen. Di« Behörden treffen alle Vorbereitungen, damit nicht wieder Verwüstun­gen wie im Jahre 1901 eintreten können.

Sturm. Aus Wismar wird gemeldet: Seit gestern

nachmittag 4 Uhr herrscht bei starkem Siidweststurme Hoch- ivasser. Die am Hafen gelegenen Straßen sind überflutet und das Wasser ist in die Häuser eingedrungen. In­folge von Südwcststürmen ist die Warnow al>ermals im Steigen begriffen. Die Flut hat, wie ans Rostock gemeldet wird, am Gerberbruch und an den angrenzenden Straßen die Keller überschwemmt.

Tie Kindsleiche im Sack. In einem Kanal in der Nähe von Abbeville fischte man einen Sack auf. der den Leichnam eines 8jährigen Mädchens namens Martha Halattrc ent- lstelt. Die Obduktion der Leiche ergab, daß das Kind zu »n-

zllchtigen Zwecken benutzt worden war. Das Verbrechen ist in völliges Dunkel gehüllt.

EinToter- in de, Eijenbahn. In dkm von Marburg lsteicrmatt) noch Triest fahrenden P-.rfonenzug bemerkien kürzlich einig« Fahrgäste einen Mann, der mit geschloffenen Augen ganz regungslos aus seinem Platze saß. E.n licrbstg. rusener Schaffner trat zu dem Mann heran und konstatiert« dessen Tod. Aus der folgenden Station St. G.orgin wurde di« Leiche herousgrtragen und sogleich in die Totenkammer de» dortigen Friedhof«» gebracht. In der Nacht klopfte «g nun plötzlich an di« Tür eine, Hauser, da, in der Nähe de» Fried. Hose» log. Die Bäuerin stand aus. um zu össnen. und ließ den Draußcnstrhenden eintreten. da e» ihn. wie er sagte, sehr friere. Wie erschrak sie aber, al» sie denToten" erkannt«, den sie am vorhergehenden Tag aus dem Friedhof gesehen hatte. Sir flüchtet« sich eiligst in di« Stube zurück, um ihren Mann zu ru sen. der den Totgeglaubten in» warme Zimmer führte. Ein Herzkrampf hatte diesen auf der Fahrt befallen, der «tt't in de, Totenkammer geschwunden war. Der Mann war nicht wenig erstaunt, als «r sein« Todesgeschicht« hätte.

Beim Schlittschuhlaufen rrtrunke». Ein schwerer Un­fall ereignete sich auf dem Teiche des in der Nähe von Ben- then befindlichen Versuchsschachles. Als sich eine Anzabl Schulkinder mit Schlitttchuhlanfen auf ihm vergnügte, brach plötzlich die dünne Eisdecke »nd mehrere Kinder stürzten ins Wasser. Ein 13jähriger Knabe ertrank, während die anderen gerettet werden konnten.

Vater »nd Kind erfroren. Der Ztjährige Vesitzer Rei­cher aus Neuenberg bei Marienberg (Oberbahern), ist beim Holzsahron im Wald mit seinem Fuhrwerk in eine Schnee- Halde geraten und dort mit Kind »nd zwei Pserden ersrorcn. Der Mann hinterläßt eine Frau und sechs Kinder.

Für 90 000 Schmucksachea »nd Uhren erbeutet. Die­ben, die das Geschäft des Uhrmacher? Gikhert in her Schön- hauser Allee 126» in Berlin heimsuchtcn, sielen Uhren, Ket­ten, Ringe und ander Schmucksachen im Gesaintwerle von etwa 90000 M zur Beute. Bisher konnten die Täter noch nicht ermittelt werden. Die Inhaberin, eine Witwe, erleidet da sic nicht versichert ist, eine» empfindlichen Schaden.

Selbststellung de» flüchtigen VersicheriiiigodirektorS Seeger. Der anfangs Dezember v. I. flüchtig gegangene Direktor l>r. phil. Alfr. Seeger von der eBrlinischen Lehens­versicherungsgesellschaft hat sich jetzt, lautB. T.", selbst ge- stellt und befindet sich bereits in dem Untersuchungsgefäng­nis Moabit.

Tödlicher Absturz eine» Arbeiter«. Auf der Sckialkor- gnibe stürzte ein Arbeiter aus 39 Meter Höhe ab und blieb mit zerschnietterten Gliedern tot liegen.

Verhaftung eine» Bücherdirbr». Die Hanauer Polizei verhaftet den Kaufmann Paul Rummler n»? Eheninitz, der in einem Schuhgeschäfte zu Hanau als Gehilfe beschäftigt war, wegen umfangreicher Bückier-Diebstähle. Runiinler hat für 70008000 M Bücher zusammengestohlen. In seiner Wohnung wurden an die 600 Bände der teuersten Werke beschlagnahmt.

Nach dem Genuß eine» Schlafmittel» gestorben. An Echkafpiilter ist in Schneverdingen die Wwe. des am 2. Jan. in Johannistwal tödlich verunglückten Fliegers Brooks ge- storben. In der Apotheke soll beim Verkauf des Schlafpul­vers ein Versehen unterlaufen sein.

Automobilbanden. Die Polizei in Paris verhaftete drei Anarchisten Namens Videmont. Kazan ,md VlllierS, die vor­gestern Nacht vor einem Theater ein Aniomobil entführten, dessen Ehauffeur sich für einen Augenblick entfernt hat. Man hat Anhaltspunkte dasllr gesunden, daß die Anarchisten, die angeblich zu den vor Jahresfrist Hingerichteten Antomobil- banditen Beziehungen nnterhalten haben, die Absicht hatten, mit dem neswbtenen Automobil nach Belgien zu nolgnaon.

fmitütsiriliijaltl. (fu|ino.

Zur Aufführung eines Tanzes zum nächsten Casino werden diejenigen Damen und Herren, welche sich daran beteiligen wollen, gebeten ihre Mitwirkung unter genauer Adreffenangasie bis längstens 14. Januar an Herm ivilhei», tlriiikiu ann Dortelweil Bi. SU. B. mittels Postkarte bekannlgeben.

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