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Reklamation schon jetzt ,*i cch«b:,>. Di« Rekkaniatton hat bei
der BLrgermeitzrrei »es Wohnorts nrg, zwar «ündlich ja »«. icheh-i^
* orrantfurt o. AI. 9. Jon. ?iaif> nahezu vierjähriger Bauzeit ist das Neve Pol!, ipräsiÄtlun soweit vollendet, daß «S im Lauf? dieses Sommern be>e,zen werden kann. Der an dem Hoher zolieinpletz belegen« Monnmenienban, über besten archi- !ok«»!-,j>he Cckoiheiie» man asterdings sehr geteilter Meinung ist, ti rd bar giästz- Bauwerk Frankfurts fein. Sr enthält allet,. 900 Zimmer (Pt Bürczweck», dazu lamme» Wohnungen, Haft' ilen. ei gieß« Sitzungssäle, ferner d.ri mächtige Licht. Zofe : »d viele Nebrnräilir-r mancherlei Alt. Der gewaltige 105 Meter lang« und 86 Meter liefe Ban w rb von einem 45 Mete r hohen Diichreiter gelränt und wurde von Rrgierungs- Lau«: "fter Piiut« oucgeführr. Das alte Präsidium wird »am Landgericht übernommen.
• Ziantfnrt a. 9 ) 1 « 10. JUwi. Der Srhiaster Georg Hurtig stahl eines T>»gcs ikk cirrem Anfz, z einen Ballen Stoff. Der Zwölf jährige Schäler Wilhelm Dill mar hierbei anwesend. Hariig brockst« bar. Tnch ZU d.r Mliiicc Dölks, die sich ein Stück oavo n abjcharit und es in ihrer Mgsstarde anfheunrhrie. Die ff ran ,di: aä)t Kinder zu «rmchrcn hat. von denen bas älteste erst 10 Jahr« ist. hundelir in der Rot. Der Diebstahl führte den Schlosser und Maller und Sohn vor die Strafkammer. Hariig wurde noch zn»ier sfnhrrasdiebitohl« beschuldigt. Auch von diesen Toren soll der junge Döll Kenrirris gehabt haben.
m'rde darüber bei der Kriminalpolizrr von dem Krimi- Metz vernommen. der ihm mehre« Ohrsergen gao. Wie die Ehesrau Döll in der Verhandlung behauptete, soll der Jung» auch seitens des Beamte» nnt den Fügen ge- rreten worden sein. Das l-.abe sich nolli an den brjchmutzien
Die Doi^verstrrgernng.
Rin Stück Volkstum stellen heule noch die irn Winter Tfoti i iiibcnbcn Holzveisteigernngeil dar, sofern sie irn Walde und nicht irr irgend einem Lokale abgehalten werden. Ans den verschiedensten Orion der näheren nnd weiteren lim- gebnng treffen hier die Leute zusammen. Sie kennen sich durch den öftere« Besuch der Bcisteigernngen fast alle per- fön Tief) oder es weist doch der eine vom anderen, welcher Gemeinde er angehört, wo? er für .Handwerk betreibt u. s. w.
Obwohl dos Aliber gebracht« in de« Städte» am ersten verschwindet, macht die Stadt Gießen bezüglich der Holzver- steigeriing» eine rühmliche Ausnahme. Sie besitzt große schöne Waldungen nnd im Winter finden regelnrästig Montag? nnd Donnerstags, also zweimal in der Woche Derstei- gernngen statt, bei denen in der Regel je 000 bis 700 Raummeter Brennholz, einige tausend Dellen Reisig, sowie auch Stangeiii Reis- und Werkbolz zum Ausgebot komnien. Das S! rurnholz wird auch schon aus alle« Distrikten zusammen am Schlüsse aus einer Versteigerung irn Lenz'schen Festen - Mler verkauf! Sehen wir «ns nun den Gang der Sache cinrnal etwas näher an.
An einevr scheinen Montan Morgen um norm Uhr gibt es auf den Straßen und Schneisen in der Nähe de? Forst- bauseS Hochwart überall Bewegung. Einzeln und in kleinen Trupps kommen da die Leute von Steinbach die Ehaulsee lerab, Iväbrend die Bewolnrer von Rödgen und Annerod links und die von Hansen w-chls durch die verschiedenen Waldwege dern Sannnelpimkte. Licher Straße an der achten S.ln,eise, znwandcrn. Allmählich kommen auch die Straße tonGresten heraus inrmer n<ehr Küuser in großer Zahl ange- Irrandert, denn vrrster der Stadt selbst und den Nächstliegenden Orlen Henchelheii» und Klein-Linden stellen hier auch mlfcmt liegender Gemeinden wie Groß- und Lützellinden, Hörnsheim, Diilenliofen usw, ihr Kontingent, Bar 1M0 llhr erscheint dann aus seiner nahen Wohnung der Forstwart mit ter Holzpfeise im Mund, einem kräftigen Stock i» der Hand nnd seinem Protokollbuche mit den AbzähstmgSnuminern 111 fernt Arme ans dem Sammelplätze, Von allen Seiten srr,den liier Begrüßungen durch Händedruck oder Zurufe tisckt. Der eine erkundigt sich noch bei dem Forstwart, wann die Stangen zum Ansgebot kommen, während der andere kragt, wo da» Eichenholz sitzt irs.n. Ans einmal heißt's, jetzt kommen die „Herren". Sa werden nänrlich die beiden Stadt- 'erardneten nnd der Aiisrirler, welche im Aufträge der Stadt die Versteigerung gbüalien. kurzweg gennnnt. stlleich darauf o.'urt im schlanken Trabe ein Schininielgespann angefahren a d aein A-.'geu oder bei Sckmeewetter dem Schlitten, ent- "'en die vorhin genannten „Herren". Sie bilden' nun 'ur dre Versteigerung gewistermaßen den Generalstab, um > . a sich heute alle? bewegt. Ter eine Stadtverordnete ist
Seiler der Versteigerung, der nnderc der Kontrolleur und uv d stk? Protokoll führt der Forstwart. Es ist dies tu •tili, f) hei schlechtem Weiter nicht immer eine angenehme
4-'»Hrtrgirng. denn manchmal gibts beim schreiben Finger n„ . Eir-v>vstn und nach nngnaenebnier wird die Sache bei
r Regen Es fehlt daun, wenn die eine
Hand d- ? Buch bält »nd die ander bse Bleifeder führt, an nnrr dr-iien Hand, die den Regenschirm trägt, und nrgnchmal ve> den die einzelnen bestl-riehenen Blätter so «iß. daß sie ,»wir,men klcber, nnd später am Ofen getrocknet werde» miulr'u. Das schlimmste Amt aber hat der Ansrnter. der ftnridenlong mit kräftiger Stimm.' immer die einzelnen G-- bote und dl),in sein „znm ersten, zwei'-n und letzten,„al" arw- rustn muß.
. Nachdem nun die „Herrn" van allen Seiten begrüßt gnd. ist es halb zehn Uhr geworden und dir Versteigerung mnu beginnen. Zuerst werden ans dern Sammelplatz die Verstergernngsbedingungen. die Bedingnisse, wie die Leute sagen verlesen. Sie sind bis ans den Abfuhrterniin izurner dieselben, und die VersieigernngSbetircher kennen sie aus- «»endig' Jetzt heißt's, durch die achte Schneise link? ab- marfchreren, aber da gibts schon den ersten kleinen Aufenthalt. denn oben erscheint mit seinem Pritschenwagen, ans dein sich ernrg« kleine Fäßchen Bier und eine ganze Batterie van Flaschen befinden der Marketender auf der Bildfliche. Job. Mllteuleen beißt er. er wird von de« Dersteiaerunosteilncb-
«jeue Tageozeitnng. Samstag- den |0. Januar 1914.
SWttöcrn de, 3«ngrt »rk«"»-n lasten. Krimimrlschatzm«« Metz, dein von dam Verteidiger eindrii^liche Vorhaltungen
gemacht wurden, bekundete, daß er dem Schüler bei der Vernehmung drei oder vier Ohrfeigen gab. Das sei aber nicht zur Erpressung eines Geständnisses gj-lzchen. sondern weil der
Zunge log. Tritt« habe er dem Schüler nicht versetzt. Der Sachverständige Prof. Dr. Raeck« hält den Schüler für schwachsinnig. Das Verhalten des Beamten gab dem Verteidiger An. laß zu einer scharfen Kritik. Er bezeichn«te das Verhalten als in schroffem Gegensatz z» dem Verhalten der Behörden gegenüber Jugendlichen im allgemeinen stehend. Der Zunge habe sein Geständnis übrigens widerrufen. Das Gericht verurteilte Horl'g zu ju>:i Zähren Gefängnis, di« Ehesrau wegen Hehl«, rei zu IN Tagen Gefängnis. Der Schüler wurde freigefprochen. — Wegen eines Eelegenhciisdiebstahls halt« sich die aus der Stisfanftatt Preungesheim vorgeftihrt« Ehefrau Marie Reu. ier zu verantworten. Die sehr aufgeregte Angeklagte wurde " i Monaten Gefängnis verurteilt. Rach der Urteilsver- , '.'-uug begann sie zu schreien und z» loben und gebährdete sich derart, daß man sie in einen Raum im Erdgeschoß mrter- bringen und die Rettrinüsaejellsch-ist alarmieren mußte. Als man sie abholte, stieß die Verurteilte, die sich schon einmal in der Zrrenanstalt befunden haben soll, mork«rschütt«r><de Schreie aus und leistete den h-st-rgsten Widerstand. Sic schrie fortgesetzt: „Zch geh nicht mit". Man überwältigte di« Wahnsinnige und fuhr sie in Begleitung einer Schutzmannes im Samaritrer- wagen fort, — Zn der Nacht zum 79. September 1912 brach der Tischler Franz Holzmann in dic DLroiüume der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschast ein, öffnete gewaltsam einen Schreibtisch und en>wendete 890 Akark, Der Fabrikarbeiier Ad. Senn spielle draußen den Aufpasser und bekam von der Beut« die
mein aber kurzweg nur mit dem jedem Deutschen geläufige- ren Namen Daldersec bezeichnet. Don ihm läßt sich min schnell der eine und der arrder zur Stärkung nnd als bewährtes Mittel gegen die Kälte einen kleinen Kognak, Kümmel oder Rum verabreiche,!, dann gibl der Forstroart dem Marketender die Stell« an, wo fiir beute das Feuer ist, an dem sich später alle zu einem kräftigen Imbiß zusammensinden. Während er sich mit seinen Vorräten dorthin begibt, gebt nun die Dersteigeenng stundenlang bergauf und bergab bin und her durch den Wald ihren Gang, Vornweg marschiert der Holzselzer de? betreffenden Distrikts, Er rust Nummer und Holzart aus z. B, Nummero 14b, vier Meter Nadelknüppel. Nnmwero 110, drei Meter Eichenscheit. Nun fallen die Gebote hageldicht und die „.Herrn" baben ihre Last, so schnell nachzuschreiben, wie ausaerufen und zugrschlagen wird, was alles während des Marschierens geschehen muß.
Wenn so einige Stunden verstrichen find, dann sehnt sich mancher nach dem Rendez-vous-Platz und allgemeine Freud« zeigt sich auf den Gesichtern, wenn man auf einmal in einer nahen Schneise Rauch auffteigen >md ein Feuer brennen siebt, an dem man sich behaglich niederlaffen kann. Das Feuer wird von eineru Waldarbeiter schon morgens früh her- gerickstet. Es ist in der Regel auf der Mitte der Schneise an einem Kreuzungspnukt. Hier hat der Marketender nun inzwischen für beißen Kaffe und warme Würstchen gesorgt. Ein Füßchen Bier ist angesteckt, auch Kognak und verschiedene andere Liköre stehen zur Verfiigung. Dicht an dem Feuer steht eine von dem Wirte mitgcbrachte Bank, Auf sie hat der Waldarbeiter, der jetzt auch als Kc'llner tätig ist, einige Säcke und einen Pferdeleppich gelegt, ebenso liegt vor dieser Dank ein langer Holzkuüppel zum Draufstellen der Füße, denn auf dieser Bank nehmen nur die „Herrn" Platz, während sich alle anderen Tcilnelnner in einzelnen Gruppen entweder auf herbeigcschleiste Reisigwellen niederlaffen oder auch in größerer Anzahl um da? Feuer hcrumstehen und sich wärmen. Die Landlcule haben nur diese Zeit meistens schon geschlachtet. Ein jeder pack! nun ein kräftiges Frühstück aus und oft wird dann diescru oder jenem ein Stück zum Versuchen der Schlacht gegeben, oder gegenseitig ein Stück Wurst ausgetauscht. Besonderes Lob erhält der Waldwärtcr, wenn er in seinem Feuer sck»n tüchtig für glühende Kohlen gesorgt hat. Viele Gäste pflegen näinlich ihr mitgebrachtes Stück Fleisch oder Wurst zu brate». Diese? wird auf folgende Weise bewerkstelligt: In den Haufen glühende Kohlen wird ein Loch gescharrt und die einzelnen Stücke Fleisch oder Wurst, welche mit mindestens 1 Lagen Papier fest umwickelt sind, hineingelegt und wieder mit glühenden Kohlen zugedeckt. Der Nichtkenuer muß jetzt die. Uhr zur Hand nehmen, denn acht Minuten gilt als die rechte Zeit, aber das Forstpersonal kennt sich schon aus und der Aushilfskellner sorgt schon, daß all«? zur rechten Zeit ans der Glut herauskomml und kein Stück Durst in den äflarnrnen umkommt. Es erinnert dies an die Kartoftelseirer im Herbst und an das dabei ühsirbe Kartosfelbraten, Dic also gebratenen Stricke, aus denen das Fett tropft, schinccken ganz vorzüglich und besser, wie die V, in Süddeutschland üblichen, auf dem Rost gebratenen Würstchen.
Wenn nun jetz! der Hunger gestillt und ein kräftiger Schluck dazu g -trunken ist, beginnt der gemätlickn: Teil der Versteigerung, Wie beim Militär jede Kompagnie ihren Spaßmacher hak, so stellt hier fast jedes Dorf seinen Hunio- listen, der oft als sogenannter Trockenbrotshannjer seine sar- b'ftischen aber harmlosen Witze zum bestm gibt oder aber als lustiger SangeSbrnder in belle Töne ausbricht. — Jetzt wird es lebendig. „Fort, stimmt einmal ein? an", riift’S irgen- wo au? dem krobe» Krei'e und alsbald ertönt cs erst nur lon einigen, dann von mehreren und hernach von allen Teil- mhu-ern gefangen mit kräftrgem Klang durch dic alien, dem Frost teotzenden Eichen:
Der Jäger in den, grünen Wald.
Wollt suchzen seinen Aufenthalt,
lind wenn dann alle Strophen vor, dem Hündlein, Hirschlcin. Rchlein, Mägdelein und dem Walde hin und her doppelt dnrchgesungen sind, dann ist Feststimmung in der i'wsellschaft nnd nun wird lustig weiter gesungen. Jetzt hie- tet sich de», Freunde von Volkssitten und Gebräuchen Ge- legcnheit ,» beobachten, wie jede Gegend, ja fast jedes hier vertretene Dorf keine besonderen Lieder hat. die wiederum
Hälft« at. Die Tat wurde durch einen Taglöhner Lo: r :
Polizei verrate», der u«m Senn die Details Homilet« T-J; 1 der! erhielt, ja Serin plaudert« noch nu.hr aus der 3ri>i:!?. d >r «r sihwatzie. daß er in der Rach! znm 11. Zul, in do> Bö:a einer Erergroßhandlrrng drang, wo er für 107 Mark V.i.j. e: len und 114 Mark bar erbrütete. B i einen, w.Ueren Ein bruch. der in der Nacht zum 21. Juli in die Räume der $h::v Villeroy u. Boch erfolgt«, gir>g Senn mit leer«,: Händ „ aus Holzmann sollte am 7. Februar nochmals dem Büro de, Si E ffi. einen Besuch abgesiattet und hierbei 100 Mark erzal-«,! hoben. Doch bestritt «r sowohl diese Tat. als auch den Ern bnrch bei Villeroy u. Boch. Dir Strajlomn.er lonnie il?» »irr de» einen Bürocinbruchrs am 29. September 1912 überiühcen und verurteilte ihn zu drei Jahre« Zuchthaus, während S.'nn sein« Taten mit drei Zähren Gefängnis zu büßen hat. Der 42jährige, Lindenstraße 12 wohnende Aketzger Hern:«Nn Pjeij- fer liefert« vorgestern Wurst in der Kantine des dritte» Ba. taillons de» 81. Znfanterieregimeirts ab. Als er auf der Rüll kehr über den Kaserneichof ging, fiel er plötzlich tot hin. Ein Schlaganfall hott« seinem Lebe» ei» End« bereitet. Der am Montag bei der 2. Kompagnie des Jnfanierielegim.',,!» Nr. 108 entwichen« Soldat stellte sich am Dienstag „ochrnittag von feibst bei der Polizei und wurde wieder in seine Garnison verbracht. '
* j. Wehrheim, 10. Za». Unser Turnverein „Voiwätis". welcher ein Konzert abhielt, hat wiederum einen glänzenden Erfolg M verzeichnen. Aue diesmal war der Saal bis aus den letzten Platz ausverkaust.
" ;. Arnoldshain, 10. Zan. Am 5. Januar konnte unser Gemeinveiechner Eafga auf eine öbsöhrige Dienstzeit zurück, blicken.
auch von den anderen gekannt und mitgesuiigen werden. Da steht auf einmal der Volk von Hörnsheini, der Zörb von Lützellinden und der Schuster von „Linnes" zusammen und stimmen fröhlich ein im ganzen Kreis- Wetzlar bekanntes alte? Volkslied an:
Einst war ich so glücklich, ernst war ich so froh.
Da fand ich mein Liebchen in einem Hüftche» von Stroh.
Auch hier helfen alle anderen kräftig den Refrain mit- singen »mb nachdem so alle Phasen des LiebeslebenS durch- gefungen und der Schluß:
.......das Fenster ist leer,
Jetzt bin ich nicht mehr glücklich, froh bin ich i'ichi mehr in einer mächtigen Schleife auSgeklungcn ist, dann sieben auch schon der Wagner, der Baffer und der Siein von Rödgen (Annerod ist nicht besonder» sangesftvh) zusammen und nun Ningt vielleicht:
Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten oder sonst eine bekannte Dolksntelodie durch den winterlich stillen Wald, Manchmal finden sich auch einige stimmbegabie Mitglieder verschiedener Gesangvereine zusammen und dann wird auch wohl einmal als vierstimmiger Männerchor:
Es liegt ein Weiler fern im Grund Da blüt ein Röslein jung und schön
oder gar:
Fern im Sud das schöne Spanien Spanien ist mein Heimatland
gesungen.
Ab und' zu findet sich auch ein ftemder Gast ein, manilv mal van weit her. Derselbe wird a»ss fteundlichsie begrüßt und mit einem grünen Tanncnrei? geschmückt. Zum Danke spendet er dann wohf ein Fäßchen Bier, So war vor Jahren ein in Gießen Forstwissenschaft studierender Perser mit schwarzem Fez ganz entzückt über dieses Treiben. Er erzählte, daß er nach beendetem Studium einen Waldkampler in seiner Heimat unterstellt bekomme, der größer sei, als das ganze Großherzogtum Helsen und erklärte weiter, daß in Persien bei iedem zum Verkauf kommenden Quantum Holz eine kleine Kerze angezündet wird, die nur wenige Minuten brennt. Sobald sie entzündet wird, beginnt das Bieten und dauert so lanae. bis die Kerze erlöscht. Wer vor ihrem Er- löfchen da? letzte Gebot abgegeben hat. bekommt den Zuschlag. —
Wie überall die Dornen bei den Rolen, so siebt auch hier die nackte Wirklichkeit dicht bei der Poesie und wenn jetzt die srobe Stinimung ibren höchsten Gipfel erreicht hat. dann heißt es ans einmal: Rufi Es wird weiter versteiaert. Dach kaum hat sich alles zum Aufbruck, gerüstet, da gibt'? noch einen kleinen Haft. Es wird nämlich aemeldet, daß der Wirt kurz varber noch ein Fäßchen angesteckt bat. das erst leer getrunken werden soll, „sonst kommt das Bier um oder c? wird sauer." Nun soll der Wirt dock, keinen Schaden leiden imd lckmell bat irgend einer aus der Runde den Hut in der Hand und sammelt. Bei den „Herrn" fängt er an, jeder wirkt einen Nickel oder zwei hinein .auch von allen anderen «oeiten wird aeapfert und la ünd schnell einige Mark zusammen. Diese bekonimte der Marketender überreicht. Damit inird das angebrochene Fäsickren Gemeingut und demenffw'e- ckend auch sein Inhalt in Gläsern bernmaereicht und gemein- schalistch aelrunken. Alsdann aebi die Versteigerung wieder vreiicr. Oft wird nach der Raute bester und schneller aeboien. manchmal aber bat sich auch schon ein Teil der Käufer ent- lernt nnd die Gebote lasten nach. Sobald der letzte Stosi Holz zirgeschlanen ist, ruft der Ausrufer seinen Kunden, von denen er fast alle die Vornamen weiß oder soweit sie in den Preußischen Dörfern wohnen, die Hausnummern kennt, ein kläffiaes Verzehrt? gesund" zu, worauf sich der Schivarni sa wie er sich am niorgen zusammcngefundcn hat, wieder nach allen Richtungen der Windrose verläuft.
F-ir die „Herrn" gibt'S jetzt noch eine weitere Arbeit denn, wenn sie nach längerer Wanderung ins Forsibar-Z kammen. müssen noch die drei Vortokolle abgclcse» und Per- glichen werden, damit keine Fehler Vorkommen und alles schön stinimt.
- ,,* 7 ?"^ Rare cs, wenn diese Versteigerungen im Freie, vielleicht aus Ersparungsrücksichten oder sonstigen Gründe',, eingingen. ES würde damit geradezu wieder ein alter Volk?- brauch verschwinden.


