Ausgabe 
29.11.1914
 
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erheblich bedroht. Unsere vielen Feinde möchten lawinenartig unsere Gaue verheeren. Wer und was wird uns helfen aus dieser grvßen Not? Es gibt einen Weg der Rettung. Unser Volk muß den Weg betreten, den einst Ninive ging. Dieser Weg heißt Umkehr zu Gott. Schlagfertige Armeen, Riesengcschütze allein machen es noch nicht. Uns kann nur eine gründliche Umkehr helfen. DarumZurück zu Gott", der Quelle alles Lebens und aller Kraft. Ninive glaubte der Predigt des Propheten und Gott. Der Unglaube ist die größte Sünde und trägt das Gericht in sich selber. Wie hat er doch unser Volk, das Erbe der Reforination zersetzt. Die böse Frucht konnte dann auch nicht ausbleiben. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Daher ist wahrer Glaube die erste unerläßliche Bedingung. Der Glaube muß unser Tun und Lassen bestimmen. Sobald die Einwohner Ninives glaubten, wurde ihre Lebenshaltung eine ganz andere. Da war es vorbei mit aller Gleich­gültigkeit und den: schnöden Sündendienst. Sie hatten Wichtigeres, ja das Wichtigste zu tun. Es kam zu einer rechten B eugu n g v or G o tt. Der Sitte ihrer Zeit ensprechend, taten sie Buße in Sack und Asche. Wie wenig ist von dieser Gesinnung bis jetzt zu merken. Wieviel eitles Pochen und Vertrauen auf eigene Kraft in Wort und Schrift ist noch da! Wie wenig Erkenntnis von Sünde und Schuld ist vorhanden! Es ivird weiter gesündigt und der Lust gefrönt.

Ein Blick in gewisse Zeitungen kann dich zu der Überzeugung bringen. Dasalles in einer Zeit, wo der furchtbare Krieg mit dröhnender Stimme rms zuruft:O Land, Land, Land, höre des

Herrn Wort! Halte Einkehr und tue Buße." Wer weiß, ob nicht Gott noch schiverere Gerichte heraufführt, um ein gottvergessenes Geschlecht zur Besinnung zu bringen. Kein Volk hat einen Garantieschein von Gott, daß es ewig seinen Platz an der Sonne behaupten würde. Wo sind die Reiche der alten Völker '? Wo sind Sodom und Gomorra, Karthago und Kapernaum? Sie sind eine erschütternde Predigt für alle Zeiten. Was lehrt uns nicht auch die Geschichte des Juden­volkes, dieses Volkes ohne Heimat. O deutsches Volk, wache auf! Noch einmal redet Gott mit dir im Sturmesbrausen dieses Krieg s. Rufet mit Ernst Gott an! So gebot cs einst der König von Ninive. So will cs unser Kaiser, und so hat ers uns vorgelan.Gehet hin in die Kirchen, knieet nieder vor Gott und bittet Ihn um Hilfe für unser braves Heer." So sprach er zu der Volksmenge vor seinem Schloß an, 31. Juli. Ich empfinde in diesen ernsten Tagen das Be­dürfnis, vor Ihm mich zu beugen und seine Barmherzigkeit anzurufen." So lautete seine Botschaft zum Bettag am 2. August.

Das soll ein Wort sein. Ein jeglicher lasse von seinem bösen Wesen und bringe rechtschaffene Früchte der Buße. Er breche mit seinen Sünden. Ob nicht Gott bald ein Ende nwchen würde mit diesem Blutvergießen, wodurch unsere Jung­mannschaft dahingerafft wird? Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr. Ter Lügner lege ab die Lüge und rede die Wahrheit. Der Unreine suche Reinigung im Blute Christi. Der Geizige sei nicht mehr dem Mammon ergeben. Der heiligen Schrift werde in un'sern Häusern wiederum die ihr gebührende Stelle angewiesen. Das Wort vom Kreuz muß in die Herzen hinein. Ohne Jesus Christus gibt es keine Vergebung derSünden. Der alte Mensch muß abgelegt und der neue Mensch angezogen werden. Christus, der Heiland will unfern Wandel regieren.

Das ist der Weg zur Hilfe. Auf demselben wurde Ninive errettet. Gott verschonte sie. Der schon beschlossene Untergang wurde noch einmal aufgehalten. O deutsches Volk, lieber Leser, gehe diesen köstlichen Weg. Dann wird sich der Herr der Heerscharen and) dein erbarmen, und unsere Feinde bald dämpfen. So wirst bu bleibenden Segen empfangen.

G.Bieber, Marburg a. L.

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tIT| ti der Straße von Plewua nach Sosia, t|PI nördlich des Balkangebirges, liegt das

Dorf Gorm) Dubniak. Dort verteidigten 7000 Türken am 24 . Oktober 1877 ihre hochge­legene verschanzte Stellung mit zäher Tapferkeit gegen die zehnfache Ueberlegenheit der russischen Garde. Gegen Abend ivar es den Russen ge­lungen, das türkische Hariptwerk von allen Seiten mit ihren Schützenlinien einzuschließen, an einzelnen Stellen bis in den Graben vorzudringen. Es wurde Nacht. Schon hatte der russische Führer die Hoffnung aufgcgeben, Herr der türkischen Stellung zu iverden, da drangen einzelne Schützen vorsichtig in der Dunkelheit ein! sie fanden an dieser Stelle die Brustwehr verlassen und riefen ihre Kameraden hinter sich her plötzlich wird Hurrah gerufen, der Ruf pstanzt sich mit betäu­bender Gewalt fort, man dringt von allen Sei­ten ein. Noch einige Minuten da wogt im Innern der großen Schanze, büfte-r beleuchtet von dem roten Feuerschein brennender Baracken, ein fürchterliches Handgemenge. Vergeblich zogen lue Türken eine weiße Flagge auf. Niemand bemerkle cs. Dazu kam, daß die in Zelten und Baracken noch steckenden Türken fortfuhren, um sich zrr schießen. Da stürzt eine Menge von mehreren Hunderten türkischer Soldaten unter der Führung